Ein Blick in den Abgrund

Ein ziemlich Aufmerksamkeit erheischender Titel, jedoch stammt er nicht von mir, sondern aus Benjamin Ottes Blog und wurde dort als “staring into the abyss” veröffentlicht. Anhand der Kommentare zum Artikel kann man erkennen, dass der Beitrag sicherlich durch einige prominente Newsseiten gewandert ist. Beinahe typisch für mich, stieß ich beim Durchstöbern der verwaisten Debianpakete auf ein Programm namens Byzanz, das eben von jenem Benjamin Otte entwickelt worden ist.
Schon wenig später entdeckte ich bei der Suche nach Informationen hierzu diesen Blogeintrag, der mich ein wenig zum Nachdenken brachte.
Das ist nicht der typische “Ich-sehe-alles-Schwarz-Post” irgendeines Bloggers, sondern er kommt immerhin von einem der Core-Entwickler von Gnome. Er kritisiert zum einen, dass Gnome unterbesetzt sei und hauptsächlich durch Entwickler von Red Hat getragen werde. Seine wichtigsten Kritikpunkte sind aber, dass es dem gesamten Gnome-Projekt an einem Ziel oder einer Vision mangele und dass wichtige Distributionen oder Anwendungen sich von Gnome abwenden oder abspalten (Unity und Cinnamon) anstatt mit Gnome zusammenzuarbeiten.
Mein Highlight aus diesem Post war jedoch die Aussage, dass Benjamin Otte der einzige Vollzeit-Entwickler für GTK ist. Also immerhin die Bibliothek, die für die Darstellung aller Anwendungen bei Gnome, Cinnamon und Unity verantwortlich ist.
In Zahlen: 1
Aber genau diese Tatsache, dass GTK ein Teil von Gnome ist und andere Projekte trägt, geht in seinem Post auch ein wenig unter. Wann ist der Punkt erreicht, wenn andere Projekte hier aushelfen werden und wie viele Freiwillige leisten zwar nur einen kleinen, jedoch entscheidenden Beitrag.
Der Artikel sollte auf jeden Fall aufrütteln und auch ein wenig Dampf ablassen. Man kann nicht bestreiten, dass seit der Veröffentlichung von Gnome 3 ein Bruch im ohnehin winzigen Markt des Linuxdesktops eingetreten ist. Wie können wir es uns eigentlich bei einer so kleinen Community leisten mit Gnome 3, KDE, Xfce, LXDE, Cinnamon und Unity sechs verschiedene Desktopumgebungen anzubieten? MATE und über vierzig verschiedene Fenstermanager nicht mitgezählt.
Fakt ist auch, dass man Vollzeit-Entwickler bezahlen muss, wenn man qualitativ hochwertige Software unterhalten möchte. Freie Software ist nicht kostenlos. Es macht einen Unterschied, ob ich den zwanzigsten Musikplayer oder grundlegende Systembibliotheken zu Standardanwendungen entwickle.
Ich denke, wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir versuchen jedes Benutzerszenario immer und überall erfüllen zu wollen. Jedoch glaube ich auch fest daran, dass sich das System von selbst reguliert. Sowohl Ubuntu als auch Linux Mint profitieren von Gnome-Technologien. Sollte also Gnome eines fernen Tages abgewickelt werden, stehen besagte Distributionen ziemlich im Regen. Ist das ein realistisches Szenario? Eher nein.
Auch im September 2012 hat sich bei Debian nicht viel geändert. Spannend bleibt höchstens ob Gnome 3.4 oder Xfce der neue Standarddesktop wird. Es gab aber schon größere Probleme.
Cinnamon wartet immer noch auf seine Aufnahme. Von MATE ist weit und breit nichts zu sehen. Möglicherweise wird aber Fedora 18 MATE in die Distribution aufnehmen.
Ein Blick in den Abgrund, Gnome 3 strauchelt. Möglicherweise ist es jedoch gar nicht so schlimm, es verfehlt die spitzen Speere und wird von DWM gefressen. 😈

Debian Wheezy, Gnome 3 und die Netzinstallation

Mehr als ein Jahr sind seit der Veröffentlichung von Gnome 3 und meinem ersten Post zum Thema vergangen. Gnome hat sich in der Zeit weiterentwickelt, keine Frage, die Gnome-Shell-Erweiterungen sind der sichtbare Beweis. Zu den anderen Alternativen wie Mate oder Cinnamon kann ich nicht viel hinzufügen, weil sie mich entweder nicht überzeugen oder ich wie im Falle von Cinnamon, dann doch eher gleich zu einer Fenstermanager-Lösung greifen würde und mir den Desktop nach Maß anpasse.
Im November 2011 gab es hier auf dem Core Duo dann den großen Wechsel von Gnome 2 zu Gnome 3 als die neuen Pakete schließlich in Testing erschienen sind. Auch hier bleibt nur zu sagen, das sind die Alternativen, so sieht Gnome 3 aus, das müsst ihr tun.
Wie könnt ihr euch nun selbst schnell ein Urteil über Gnome 3 bilden? Ihr folgt den Schritten in der Debiananleitung und begebt euch auf die folgenden Pfade.

Gnome 3 installieren

aptitude install gdm3 gnome-core
oder
aptitude install gdm3 gnome


Ich mag es lieber, wenn so wenig Programme wie nötig vorinstalliert werden, aber dennoch alles Sinnvolle gleich von Anfang dabei ist, wenn ich ein Metapaket installiere. Gnome-Core erfüllt diese Aufgabe für Gnome 3, obwohl ich daran zweifle, dass die Jungs von suckless.org das Gleiche mit Core meinen wie die Upstream-Entwickler von Gnome. Rechnet damit, dass in Gnome-Core sowohl Epiphany, ein Browser, als auch Brasero, ein Brennprogramm, dabei sind.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zuerst das Paket gnome-session anstelle von gnome-core zu installieren. Das ist das absolute Minimum, um die Gnome-Shell in Betrieb nehmen zu können. Danach müsst ihr aber noch die für euch wichtigen Pakete heraussuchen. (Danke an Stefan für den Tipp in den Kommentaren)
Wenn ihr alles sofort sehen wollt, wählt bitte das Gnome-Metapaket. Ich habe mir nach der Netzinstallation ein Image angefertigt, dass ich immer wieder verwenden kann. Mit Virtualbox lässt sich die momentane Situation auch einfach klonen.

Hier sieht man das Wirtssystem, Debian Testing, 64 bit, Gnome 3, das Debian Testing, 32 bit, Gnome 3 in Virtualbox ausführt. Fortschritt ist toll! 🙂

Hinweis: Vorausgesetzt ihr benutzt Virtualbox 4.1.18, die Version in Debian Testing, müsst ihr alle Virtualbox-Pakete innerhalb des Gastsystems entfernen und die leider unfreien virtualbox-guest-additions aus non-free installieren. Nach der Installation von Gnome 3, bindet ihr diese dann unter Geräte->Gasterweiterungen installieren ein und führt das auf dem ISO-Abbild befindliche Skript für Linux aus und startet danach das Gastsystem neu. Ich hatte auch noch dkms, die Linux-Headers und build-essential installiert. Anderenfalls funktionierte nur der Ausweichmodus.

Die Installation funktioniert erfreulich einfach und nach dem Login mit Hilfe von GDM3, befindet ihr euch dann zum ersten Mal in der neuen Desktopumgebung (die so bei einer Auflösung von 1024×768 aussehen würde).


Man sieht hier noch das alte Space-Design von Squeeze. Ich vermute, mit der Veröffentlichung von Wheezy wird sich das noch ändern. Den Epiphany-Browser finde ich persönlich gar nicht so schlecht, immerhin benutzt er die WebKit-Engine und ist demnach standardkonform.
Wer ihn dennoch mit Aptitude entfernen möchte stößt auf ein bekanntes Problem. Gnome-Core hängt wiederum von epiphany-browser ab, weswegen Aptitude versucht den Konflikt aufzulösen und Gnome-Core zu entfernen, was schließlich zur Deinstallation von Gnome führt. Das Hindernis lässt sich umgehen, indem ihr die automatisch installierten Pakete als manuell installiert markiert. Wie das mit Aptitude auf der Konsole gelingt, zeigt dieser Artikel.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es mir leichter fiel die problematischen Gnome-Pakete mit Synaptic zu entfernen. Auf der anderen Seite, wer gerne mit Gnome arbeitet, wird sicher auch Gefallen an Synaptic finden.

Nützlich

Egal welche weiteren Programme ihr nach der Gnome-Core-Installation noch installiert, ihr solltet zumindest noch das gnome-tweak-tool und die gnome-shell-extensions installieren.
Danach empfehle ich einen Besuch von extensions.gnome.org, wo ihr Erweiterung zur Gnome-Shell direkt aus dem Browser heraus installieren könnt.

Themen

Mit dem Gnome-Tweak-Tool lassen sich alle vorinstallierten Themen auswählen. Soll es das Extravagante oder einfach nur etwas Abwechslung sein, hilft diese Erweiterung weiter. Sucht nach Gnome-Shell-Themen und kopiert sie nach ~/.themes. Danach könnt ihr sie problemlos mit dem Gnome-Tweak-Tool auswählen.

Zum Schluss

Die Installation von Gnome 3 ist mit Debian und einem Metapaket schnell erledigt. Mit Gnome-Core habt ihr noch einen gewissen Spielraum, was Veränderungen angeht. Das Metapaket “gnome” nimmt euch hingegen jede Arbeit ab. Der Rest beschränkt sich auf die Gestaltung des eigenen Desktops, was sicherlich einen eigenen Beitrag verdient.

Gnome-Shell-Extensions mit Debian und Gnome 3.4

Einige Erweiterungen zur Gnome-Shell befinden sich mittlerweile in Debian Testing, weswegen ich mir vor einigen Wochen das Paket gnome-shell-extensions installiert habe. Nach dem großen Upgrade von Gnome 2 auf Gnome 3, habe ich bisher nur ganz wenige Aspekte des Standarddesktops geändert, darunter das Statusmenü.
Wer größeren Veränderungsbedarf hat findet viele weitere Erweiterungen auf extensions.gnome.org, wo sich die Alpha- zum Betastadium gewandelt hat. Ich persönlich kann der neuen Art und Weise wie Erweiterungen installiert werden einiges abgewinnen. Gnome ist weiterhin nicht der Desktop für die Do-it-yourself-Leute und besonders leichtgewichtig und für ältere Laptops geeignet ist er auch nicht gerade, aber er bleibt wenigstens seinen Zielen treu.
In der Vergangenheit habe ich die Debianentwickler und Mitglieder des Gnome-Teams in Schutz genommen und Verständnis dafür gezeigt, dass es mit dem Übergang von Gnome 2 zu Gnome 3 bei Debian länger dauert. Vor kurzem bin ich auch auf das Blog von Jordi Mallach, einer der Entwickler, gestoßen, dessen Artikel zum Thema “Gnome-Shell-3.2 in Wheezy” ich jedem empfehlen kann. Er unterstreicht noch einmal, dass Debian Gnome 3 eben für ein Dutzend Architekturen verfügbar macht, auch wenn wahrscheinlich nur die wenigsten jemals Debian GNU/kFreeBSD installieren werden.
Wie er selbst schreibt, sollte es nach den größten Veränderungen von nun an wieder schneller gehen. Der Status von Gnome 3.4 ist grün.
Hier sind ein paar Eindrücke der neuen Gnome-Shell-Erweiterungen als Ergänzung zur ersten Vorstellung.

Gnome-Shell-Erweiterungen


Die Gnome-Shell-Erweiterungen erscheinen als weitere Option im Gnome-Tweak-Tool. Ein An- und Aus-Schalter signalisiert den aktuellen Zustand. Installiert sind die offiziellen Erweiterungen, von denen ich lediglich das alternative Statusmenü und den CPU-Temperaturindikator gebrauchen konnte. Der Systemmonitor oder der zusätzliche Menüeintrag des Tweak-Tools im Statusmenü sind aber auch nicht verkehrt.

Statusicons


Einige Erweiterungen erscheinen nach der Installation direkt auf der oberen Leiste. Hier sind z.B. von links nach rechts der Wechselmedienumschalter, das Orte-Menü und der Arbeitsflächenindikator zu sehen.

Das Anwendungsmenü

Ist das nicht einer der Hauptgründe, warum viele doch lieber Cinnamon benutzen wollen? Das altbekannte Anwendungsmenü lässt sich ebenso leicht wie alle anderen Erweiterungen installieren und erscheint direkt neben den “Aktivitäten”.

Vier ältere Laptops und ein Core Duo im April 2012

Ich weiß, es gab hier nicht wirklich viel Neues zu alternativen und leichtgewichtigen Betriebssystemen zu lesen, sieht man einmal von Haiku ab. Da ich selbst der kritischste Leser meines Blogs bin, fehlten mir auch ein paar Artikel zu coolen Konsolenprogrammen und noch ein paar Tipps und Tricks wie man sich ein effizientes Linuxsystem auf Basis von Fenstermanagern selbst zusammenstellen kann. Ich hoffe jemand schreibt diese Artikel noch für mich. 😉
Die Wahrheit ist auch, das Leben ist ein Karussell. Hätte ich einen Artikel über das Thema geschrieben, hätte er sich vermutlich wie der alte Sketch von Badesalz angehört: “Mir ist heute ein Waschlappen vom Haken gefallen, habe ich ihn halt wieder darauf gehangen.” “Na toll.” (kleine Übersetzung ins Hochdeutsche :)).
Gar nichts zu schreiben ist auch keine Lösung, deswegen hier die unglaublichen Erlebnisse mit vier älteren Laptops und einem Core Duo.

Core Duo

Letztes Jahr um diese Zeit war ich drauf und dran Ubuntu 10.10 gegen ein Multiboot-System auszutauschen. Ich wollte einfach mal wieder was anderes anstellen und nach und nach wurde Debian Testing zum Hauptsystem, Ubuntu der Dreh- und Angelpunkt für Experimente mit Videoeditoren und dem GIMP und Debian Sid zum Spielemekka.
Und heute…nun natürlich habe ich nicht schon wieder ein neues Multiboot-System aufgesetzt, Wiederholungen sind langweilig.
Seit November 2011 benutze ich mit Debian Testing Gnome 3 als meine Desktopumgebung der Wahl. Wer etwas kreuz und quer im Internet liest weiß, dass nicht jeder das neue Gnome toll findet. Nachdem ich die Extensions entdeckt und eine Erweiterung installiert hatte, die ich brauchte, gab es für mich keine großen Aufreger mehr.
Das lässt sich ganz leicht damit erklären, dass Gnome eben nur eine grafische Oberfläche für mich ist, die Regel jedoch mittlerweile alleinstehende Fenstermanager-Lösungen sind. Speziell auf den Status in Debian angesprochen, kann ich nur sagen, dass Gnome 3.4 langsam aber sicher Stück für Stück hier angekommen und nichts Aufregendes passiert ist. Die großen Veränderungen halten sich in Grenzen. Dennoch habe ich das Gefühl, dass insbesondere die Gnome-Shell nun reaktionsfreudiger reagiert. Insgesamt bin ich mit Gnome zufrieden und ich denke Debian leistet hier gute Arbeit.
Ab und zu sollte man sich mal selbst beobachten, wie viel Zeit man mit einzelnen Aufgaben und Anwendungen verbringt. Der Webbrowser scheint der Dreh- und Angelpunkt zu sein. Mein E-Mail-Programm Icedove landet auf einer Arbeitsfläche und bleibt dort ständig geöffnet, der Rest ist manchmal Mplayer, fast immer der Terminal mit Anwendungen wie Cmus*, ab und an LibreOffice, der Dateimanager und Virtualbox. Also genau die Programme, die bei mir in der linken Seitennavigation alias Dash untergebracht sind.
Ich brauche nicht zwangsläufig Gnome 3. Behindern tut es mich aber auch nicht und es ist eine gute Gelegenheit auf dem Laufenden zu bleiben und nicht die Trends zu verpassen ;). Von daher, bei Gnome 3 nichts Neues.

Quo vadis Ubuntu

Wenn ich sage Ubuntu, meine ich natürlich die Unity-Oberfläche. Ich habe nicht wirklich viel dazu in den letzten Monaten geschrieben und werde auch in Zukunft anderen das Feld überlassen. Unity ist mit Sicherheit eine Alternative, aber nicht mehr mein Schwerpunkt. Am ehesten lässt es sich mit Gnome 3 vergleichen und ich vermisse ehrlich gesagt nicht viel im Vergleich zu Unity, wenn ich Gnome 3 benutze.
Lubuntu ist es da schon eher wert weiter vorgestellt und verfolgt zu werden. Generell mag ich sowieso eher Underdogs. Aber wem erzähl ich da was Neues.

Fenstermanager, ein paar Laptops und die Konsole

Die Laptops gibt es natürlich noch. Ohne Veränderung, alles beim Alten. Der Dell Inspiron 4000 hat eine interessante Macke entwickelt. Ich denke, es ist nach dem Austausch der Festplatte passiert als ich Haiku installiert habe. Ab jetzt gelangt man nur noch in das GRUB-Menü, wenn man vorher ESC+F2 drückt und vorher im BIOS war. Scheinbar summieren sich die kleinen Alterserscheinungen. Doch solange er noch funktioniert, bleibt er natürlich an Bord.
Was den Rest angeht. Alte Laptops eignen sich hervorragend zur Administration eines Spieleservers. Von Konsole zu Konsole, wirklich kein Problem. Openbox ist weiterhin Nr.1, auch wenn sich DWM auf dem Thinkpad 600 ausgezeichnet schlägt.
Slitaz 4.0 ist erschienen! Eine Menge interessanter Vorschläge zu weiteren Betriebssystemen wurde an verschiedenen Stellen des Blogs gepostet. Es gibt also noch eine Menge zu tun. 🙂

Gnome 3 und dwm spielen zusammen

Fenstermanager erwähne ich meistens nur im Zusammenhang mit einem mini maximalistischen Betriebssystem, das auf Effizienz und Geschwindigkeit getrimmt ist. Natürlich kann man auch den Favoriten parallel zu einer großen Desktopumgebung wie Gnome 3 installieren, obwohl viele Puristen darin einen Widerspruch in sich sehen. Möglicherweise hilft es aber auch Leuten, die am gleichen Rechner arbeiten und bei denen jeder eine andere Vorstellung von der “besten” Arbeitsumgebung hat.
Ich habe meine angepasste Konfiguration von dwm dieses Mal für amd64 übersetzt. Das vorgefertigte Debianpaket in Version 6.0 funktioniert natürlich auch. Dabei wurde ich daran erinnert, dass es bei Debian Testing durchaus Sinn macht einen anderen Namen oder zumindest Versionsnummer für dwm zu wählen, da der Paketmanager mein älteres 5.9 gleich aktualisieren wollte. Ein aptitude hold dwm half hier weiter.
Anschließend ließ sich dwm sofort in GDM3 aus dem Menü auswählen und fast schon blitzartig gelangte man zu einem alternativen Desktopkonzept. Kachelnde Fenstermanager sind gar nicht mehr so ungewöhnlich, bzw. sie scheinen deutlich an Bekanntheitsgrad zu gewinnen. Ich war richtig überrascht als ich meinem Vater vor einem Monat aus Spaß dwm auf dem Thinkpad 600 zeigte und er nur lapidar meinte, Windows 8 würde das auch bald haben. 😯

Benutzerdefinierte Sitzung mit Gnome 3

Nicht nur die Bedienung von Gnome 3 hat sich geändert, auch einige bekannte Funktionen befinden sich nun an anderer Stelle. Normalerweise konnte man früher beim Login auch eine sogenannte “Custom Session” auswählen, die dann die Einstellungen in der Datei .xsession berücksichtigte im Gegensatz zu der startx-Lösung, wo sich alles in der .xinitrc abspielt.
Bei Gnome 3 fehlt dieser Eintrag auf jeden Fall. Möchte man zusätzliche Programme oder Einstellungen beim Start von dwm ausführen, kann man eine .desktop Datei in /usr/share/xsession erstellen, wodurch ein Menüeintrag in GDM3 erzeugt wird, der wiederum Xsession ohne Argumente ausführt und somit die Einstellungen in .xsession berücksichtigt. Die Idee dazu stammt aus einem mehr als zwei Jahre alten Ubuntu-Fehlerbericht.
In meinem Fall gab es schon eine dwm.desktop Datei. Ich musste lediglich die Zeile Exec und Type anpassen. Danach wurden meine Einstellungen, ein schwarzer Hintergrund und eine Datumsanzeige, berücksichtigt.
dwm.desktop

[Desktop Entry]
Encoding=UTF-8
Name=Dwm
Comment=Dynamic window manager
Exec=/etc/X11/Xsession
Icon=dwm
Type=Application

.xsession

while xsetroot -solid black -name "`date` `uptime | sed 's/.*,//'`"
do
sleep 20
done &
exec dwm

GTK-Themen manuell zuweisen

Hat man dieses spezifische Gnome-Problem gelöst, kann man sich der Optik des Desktops zuwenden. Sowohl GTK-Themen als auch die Icons sahen etwas fade aus und entsprachen den Standardeinstellungen. Ich löste das Problem mit der manuellen Methode, indem ich im Heimverzeichnis für GTK2 die .gtkrc-2.0 benutzte. Im Gegensatz dazu lassen sich alle GTK3-Themen allgemein für den lokalen Benutzer immer in ${XDG_CONFIG_HOME}/gtk-3.0/settings.ini ändern, bei mir war das ~/.config/gtk-3.0/settings.ini. Die global installierten Themen befinden sich alle in /usr/share/themes. Man kann sich direkt an der dortigen gtkrc und settings.ini orientieren. Zusätzlich fügte ich noch das ein.
.gtkrc-2.0

include “/usr/share/themes/Adwaita/gtk-2.0/gtkrc”
gtk-icon-theme-name=”Faenza”

settings.ini

gtk-theme-name = Adwaita
gtk-fallback-icon-theme = Faenza

Fazit

Nachdem ich diese Dinge erledigt hatte, entsprach das Äußere den Einstellungen unter Gnome 3. Das Bedienungskonzept ist natürlich ein vollkommen anderes und auch die bessere Geschwindigkeit macht sich bei dwm bemerkbar. Einfach mal selbst ausprobieren. 😉

MATE, Cinnamon, gnome-shell sind kein anderes Wort für Gnome 3

Wenn man in die Rolle eines Bloggers schlüpft, muss man zwangsläufig der Versuchung widerstehen zu jedem topaktuellen IT-Trend seinen eigenen Senf dazuzugeben. Nun ist es nicht unwahr, wenn ich hier schreibe, dass ich Gnome 3 mit Debian Testing benutze und damit absolut zufrieden bin, nachdem ich mit Hilfe einer kleinen Erweiterung es geschafft habe einen Ausschalt-Knopf für mein Gnome 3 zu finden.
Das Problem ist nur, es gibt schon mehr als genug Blogs, die sich der gleichen Thematik angenommen haben und natürlich hat jedes einzelne davon eine einzigartige und unverwechselbare Meinung.
Während also mein Gnome so dahinwerkelte und ich keinen Grund sah meine überschäumende Freude der ganzen Welt mitzuteilen, dreht sich die Scheibe natürlich weiter. Ich könnte an dieser Stelle eine differenzierte Meinung zum Thema abgeben, aber wie viel einfacher ist es doch zu sagen: “Gnome 3 ist so toll, Gnome 3 ist so unglaublich schlecht.”

Anfang letzter Woche fasste ein Artikel auf picomol.de die Lage kurz zusammen, präsentierte exemplarisch Fanboys und Hasser von Gnome 3 und zeichnete das aktuelle Angebot an Gnome-3-Geschmacksrichtungen nach. Ich hinterließ einen längeren Kommentar und dachte noch etwas über die aktuelle Situation nach.
Auf den Punkt gebracht, es gibt genau zwei Gruppen von Nutzern Freier Software. Die eine Gruppe ist schweigsam und zurückhaltend. Wenn etwas gefällt wird es dankend angenommen und benutzt, ist es unpassend oder gar fehlerhaft wird kein großer Aufwand darum gemacht, man wechselt die Desktopumgebung, tauscht das Programm aus, man schreibt einen Fehlerbericht. In der Regel hört man nichts von diesen Benutzern. Sie bleiben im Hintergrund.
Der andere Teil ist oft laut, teilweise oft bis zur Schmerzgrenze. Sie haben erkannt, dass die Welt nach Empörung lechzt, egal wie lächerlich das Ganze ist. Der Kollege eines Schwagers einer Freundin hat gehört, dass Mark Shuttleworth von Bill Gates eine signierte Windows-DVD geschenkt bekommen hat. Das Ende von Linux?
Egal welche extreme Meinung man sich zu eigen macht, wichtig ist nur, dass sie polarisiert. Schließlich berichten wir ja nur objektiv, niemals subjektiv, ein ausgewogener Bericht ist unser höchstes Ziel.
Um was ging es hier eigentlich noch mal? Ach ja, Gnome 3 ist böse und eine Vielzahl von Begriffen trägt dazu noch zur Verwirrung bei.

Nun da wäre MATE, der Versuch Gnome 2 in die Zukunft zu retten. Das Problem an MATE ist leider, dass hier lediglich versucht wird die alten Gnome-2-Anwendungen mit GTK3 aber ohne neue Funktionen weiterzuführen. Das geht sicher für ein paar Monate gut, doch selbst der eingefleischteste Gnome-2-Klassik-Benutzer möchte irgendwann Sicherheitslücken ausgebessert bekommen und ein paar aktuelle Feature und Neuerungen wären sicherlich auch nicht schlecht.
In Anbetracht, dass MATE seit sieben Monaten für interessierte Kreise verfügbar ist, aber noch keine Hauptdistribution sie wirklich offensiv vermarket hat, glaube ich auch nicht wirklich an eine Zukunft von MATE.
Das heißt natürlich nicht, dass es keine Linuxdistribution gibt, die neue Wege propagieren würde. Manch einer hat sicher schon von Linux Mint gehört. Neben MATE hatte ich auch die Mint Gnome Shell Extension (MGSE) vor einer Weile vorgestellt. Seit Wochen können informierte Linuxbenutzer nun auch lesen, dass Linux Mint diese Idee weiterentwickelt und Cinnamon ins Leben gerufen hat.
Was das mit Zimt zu tun hat? Keine Ahnung, aber es ist auf jeden Fall da. Was genau ist Cinnamon? Im Prinzip soll Cinnamon die Metamorphose von einem angeblich untauglichen Gnome-3-Desktop zu einem benutzbaren sein. Die Gnome-Shell wird aufgebohrt, der Fenstermanager Mutter wird zu Muffin, das alte Gnome-2-Gefühl bleibt erhalten.

Schon steht das Wort “Fork” im Raum. Linux Mint spaltet Gnome 3. Alles neu, alles toll? Ich denke, hier wird der Begriff der Abspaltung einfach falsch benutzt. So wichtig und auch selbstverständlich “forks” in einer Freien Softwarewelt sind, hier wird nicht Gnome 3 neu entdeckt, sondern die gnome-shell und der Fenstermanager Mutter an die eigenen Vorstellungen angepasst.
Cinnamon ist deswegen erst einmal das Aushängeschild von Linux Mint. Gnome 3 wird nicht verändert, ist auch nicht tot. Es wird lediglich ein Teil von Gnome 3 an die eigenen Bedürfnisse angepasst. Ja, das ist gut! Aber es heißt auch nicht, dass Cinnamon das bessere Gnome 3 ist.
Ich kann mir vorstellen, dass der Text für alle außer langjährige Linuxbenutzer ziemlich verwirrend gewesen ist. Wer neu ist im Club sollte Gnome 3 unvoreingenommen ausprobieren und sich nach eingehender Prüfung bei Nichtgefallen für eine andere Desktopumgebung entscheiden.
Gnome 3 ist mehr als nur eine Oberfläche. Leider wird das von nur wenigen Seiten auch offensiv vermarktet. Open Source, Freie Software ist genauso wie Demokratie ganz schön anstrengend, da man nichts diktiert bekommt und immer mitdenken muss. Gnome 3 ist weit mehr als nur die Summe seiner Teile. Es sind nicht die bösen Politiker. Jeder Bürger kann Politiker sein. Es sind auch nicht die bösen Gnome 3 Entwickler. Jeder kann Entwickler sein. Freie Software ist eine Mitmachgesellschaft und keine Diktatur.

Eine Gnome-3-Erweiterung, die ich brauchte

Das Gnome-3.2-Paket “gnome-shell” hängt bei Debian noch in Unstable herum. Wenn ich die Abfrage, warum das Paket noch nicht in Testing ist, richtig interpretiere, liegt es wohl an einem FTBFS-Bug für die KfreeBSD-Architektur.
Mutig wie ich bin, habe ich also die Gnome-Shell für mein Testing-System aus Unstable installiert. Bisher habe ich keine Probleme damit und ich kann nun behaupten, dass Gnome 3.2 bei mir komplett ist.
Das bringt den Vorteil mit, dass ich endlich auf extensions.gnome.org eine Erweiterung installieren konnte, die ich unbedingt haben wollte.

Das alternative Statusmenü


Wer sein Gnome 3 kennt, hat sicher auch schon bemerkt, dass man standardmäßig den Rechner nur in “Bereitschaft” versetzen kann und erst durch drücken der ALT-Taste auch eine Auswahl zum Herunterfahren bzw. Neustarten angeboten bekommt. Der Hintergedanke war wohl, dass das für Laptopbenutzer der intuitivere Umgang mit dem eigenen Rechengerät sei.
Ich besitze hingegen einen klassischen Desktop-PC und unabsichtlich ist es mir schon passiert, dass ich den Computer in den Bereitschaftszustand versetzt habe, von dem er aber nicht wieder aufgewacht ist.
Mit einer alternativen Erweiterung für Gnome 3 lässt sich dieses Problem aber leicht lösen. Das richtig tolle an extensions.gnome.org ist, wie einfach das dort gemacht wird. Schalter auf ein setzen, die Extension wird geräuschlos installiert, alles funktioniert, fertig. Ausschalten und Deinstallieren geht genauso einfach über die Übersichtseite mit den installierten Erweiterungen.


Mit dem neuen Menü werden Bereitschaft, Ruhezustand und Ausschalten zu separaten Menüpunkten. Damit war ich aber immer noch nicht zufrieden und habe “Bereitschaft” und “Ruhezustand” in der entsprechenden Javascript-Datei extensions.js deaktiviert, damit sie nicht mehr angezeigt werden.
Sie befindet sich in ~/.local/share/gnome-shell/extensions/name-der-erweiterung/ und am einfachsten ist es diesen Block in der Funktion createSubMenu mit /* und */ auszukommentieren.

    item = new PopupMenu.PopupMenuItem(_("Suspend"));
    item.connect('activate', Lang.bind(this, onSuspendActivate));
    this._upClient.connect('notify::can-suspend', Lang.bind(this, updateSuspend, item));
    updateSuspend(this._upClient, null, item);
    this.menu.addMenuItem(item);
    item = new PopupMenu.PopupMenuItem(_("Hibernate"));
    item.connect('activate', Lang.bind(this, onHibernateActivate));
    this._upClient.connect('notify::can-hibernate', Lang.bind(this, updateHibernate, item));
    updateHibernate(this._upClient, null, item);
    this.menu.addMenuItem(item);

Ich hoffe, dass sich das mit dem Paket gnome-shell-extensions, das zur Zeit noch in Experimental ist, später auch ohne Editieren dieser Datei lösen lässt.
Update: Die Erweiterung Frippery Shut Down Menu bietet die hier beschriebene Funktionalität und sollte meiner Meinung nach Standard in Gnome 3 werden.

Linux Mint MGSE, MATE und Gnome-3-Shell-Erweiterungen per Mausklick installieren

In Sachen Gnome-3-Erweiterungen passiert in letzter Zeit einiges. Dieser Beitrag ist für alle Zweifler, Nörgler und Nostalgiker, die am liebsten bis an das Ende aller Tage Gnome 2 benutzen möchten, genauso wie für alle euphorischen Enthusiasten, die die Veränderungen um der Veränderung willen bejubeln. Ihr habt nun die Möglichkeit das Rad der Zeit zurückzudrehen oder selbst Teil eines neuen Zeitalters zu werden. *Pathos Schilder und epische Musik im Hintergrund*

Linux Mint Gnome Shell Extensions (MGSE)

Seit dem 26. November 2011 steht Linux Mint 12 “Lisa” in den Internetregalen. Wer dachte, dass Linux Mint Ubuntus Unity-Desktop hinterherhecheln würde, sah sich getäuscht. Mit der aktuellen Version führt das Mint-Team eine neue Erweiterung zu Gnome 3 ein, die schlicht Mint Gnome Shell Extensions genannt wird. Im Prinzip gelingt Linux Mint der Spagat, zum einen den traditionellen Mint-Desktop im Stil von Gnome 2 mit dem besonderen Mintmenü beizubehalten und zum anderen alle neuen Schmankerl von Gnome 3 hinüber zu retten. So wird Gnome 3 äußerlich und optisch wieder zu Gnome 2.

Ich denke Linux Mint hat hier gute Arbeit geleistet, den eigenen Markenkern aufpoliert und eine sehr gute Gnome-Shell-Erweiterung entwickelt. Idealerweise sollte MGSE aber bald Upstream, also vom Gnome 3 Projekt selbst, als Erweiterung aufgenommen werden und dann der gesamten Freien Software Welt zur Verfügung gestellt werden.
Im Moment lassen sich Mints Gnome Shell Extensions außerhalb von Linux Mint zum Beispiel als PPA bei Ubuntu installieren, was unter dem Stichwort “Gnome Shell Extensions” im Wiki von ubuntuusers.de wie immer gut erklärt wird.
Auf MGSE bin ich aufmerksam geworden, als ich die “debian-devel”-Mailingliste überflogen habe, wo es schon die erste Anfrage gab, ob nicht irgendjemand MGSE für Debian paketieren möchte. Für Debian gibt es zwar noch kein Paket, wer aber Sid benutzt kann die Erweiterung MGSE direkt aus GIT herunterladen und den dortigen Anweisungen zur manuellen Installation folgen.

MATE

MATE ist eine Abspaltung von Gnome 2, die sich zumindest bei Linux Mint 12 und bei Arch Linux aus AUR parallel zu Gnome 3 installieren lässt. Das MATE-Projekt scheint im Juni diesen Jahres im Arch-Linux-Forum entstanden oder zumindest angekündigt worden zu sein. Der dortige MATE-Thread wird bis heute fortgeführt.
Ohne Zweifel ein sehr ambitioniertes Projekt, das scheinbar im Moment nur von einigen Einzelpersonen aus Argentinien vorangetrieben wird. Viele zentrale Gnome-2-Anwendungen sind schon auf GTK3 portiert worden. An vielen Stellen wurde aber auch nur der Name umbenannt und aus Nautilus wurde Maja, aus Metacity Marco und aus gconf mate-conf. Ziel soll es sein Gnome 2 fortzuführen und den “klassischen” Desktop weiterzuentwickeln. Wie ein Debian-Entwickler im oben genannten Link auf der Mailingliste schon kritisch bemerkte, muss MATE zuerst einmal eine kritische Masse erreichen, damit überhaupt jemand daran denkt diese neue alte Desktopumgebung für Debian zu packen.
Ich denke, dass es nicht damit getan ist ein paar Anwendungen umzubenennen und für GTK3 zu kompilieren. Eine Weiterentwicklung kostet viel Zeit und Aufmerksamkeit, weshalb ich nicht daran glaube, dass MATE langfristig erfolgreich sein kann. Es ist deutlich einfacher den MGSE-Weg von Linux Mint zu gehen und die Gnome-Shell auf Grundlage von Gnome 3 neu zu designen, wobei gleichzeitig sicher gestellt ist, dass erfahrene Gnome-3-Entwickler diesen Weg für die Zukunft unterstützen werden. Trotzdem zeigt es aber auch den großen Vorteil Freier Software. Wenn man mit etwas unzufrieden ist, ist es ausdrücklich erlaubt es zu ändern und man muss nicht damit rechnen mit Patentklagen überzogen zu werden.
Wer wirklich an Gnome 2 hängt sollte die Installations-CD von Debian Squeeze mit Gnome-Desktop herunterladen und sich bis 2014 an einem äußerst zuverlässigen und stabilen System freuen oder trotz aller Nostalgie ernsthaft über eine reine Fenstermanager-Lösung wie Openbox plus Tint2 nachdenken (oder Enlightenment 😉 ), die ein vergleichbares Desktoperlebnis bieten können und wesentlich reaktionsfreudiger sind.

Gnome Shell Extensions per Mausklick installieren

Wer kennt nicht Minority Report, wo Tom Cruise spielend leicht mit ein paar Handbewegungen Bilder und Anwendungen seines gläsernen Computers bewegt. (Den uncoolen und nicht-drahtlosen Datenaustausch mit Hilfe einer Plexiglasscheibe vergessen wir besser).
Was spricht dagegen in nicht allzu ferner Zukunft seinen Desktop online einfach per Sprachsteuerung oder wilden Bewegungen zusammenzustellen? Warum nicht schon heute?
Mit extensions.gnome.org gibt es nun die brandneue Möglichkeit Gnome-3-Shell-Erweiterungen per Mausklick direkt im Browser zu installieren. Denkt an Firefox Addons und ihr ahnt wie das Ganze funktioniert. Im Moment ist die Anzahl zwar noch begrenzt, aber dort findet sich z.B. schon ein Anwendungsmenü im Stil von Gnome 2, ein Panel und die Möglichkeit Anwendungen aus dem Gnome Panel zu starten.
Einziger Haken bei der Sache: Man muss Gnome 3.2 installiert haben und auf Grund eines Bugs mit Webkit-Browsern vorerst besser Firefox/Iceweasel zum Installieren benutzen.

Moment…das bedeutet.
Gnome 2 ist zurück!
MGSE ist schön, MATE ist eine weitere Alternative, doch die Zukunft des modernen Linuxdesktops ist heute, hier und jetzt Gnome 3 mit seinen per Mausklick installierbaren Erweiterungen! (Nun, muss ich nur noch die versprochenen Millionen der Gnome-Entwickler für diese schamlose Werbung eintreiben. So geht das KDE :P)

Schriftgröße des Standardthemas Adwaita in der Gnome-Shell ändern

Nachdem ich mein altes Thema Orta für Gnome 3 gefunden hatte, habe ich mich nun doch entschieden vorerst bei Adwaita, dem Standardthema, zu bleiben. Erst bei genauerem Hinschauen erkennt man einige kleine Fehler im neuen Orta-Design und ehrlich gesagt gefällt mir Adwaita einfach besser. Eine Kleinigkeit gab es dann doch noch zu ändern.
Die Schriftgröße in der Gnome Shell bei den Anwendungen ist sehr klein geraten. Gerade einmal 7.5pt wurde dafür ausgewählt. Ändern lässt sich diese Einstellung in /usr/share/gnome-shell/theme/gnome-shell.css. Dort muss man zu folgendem CSS Block navigieren und den Parameter font-size von 7.5pt auf z.B. 11pt setzen.

.app-well-app > .overview-icon,
.remove-favorite > .overview-icon,
.search-result-content > .overview-icon {
    border-radius: 4px;
    padding: 3px;
    border: 1px rgba(0,0,0,0);
    font-size: 11pt;
    color: white;
    transition-duration: 100;
    text-align: center;
}

Praktisch jedes Detail des Themas lässt sich in dieser Datei justieren. Und so sieht das fertige Ergebnis aus.

Die Taste zum Löschen von Dateien in Nautilus neu belegen

Scheinbar um die Benutzer vor sich selbst zu schützen, haben die Entwickler von Gnome 3 es vorgezogen die alte Löschentaste Entf durch STRG+Entf in Nautilus zu ersetzen. Wer schon immer wissen wollte, wie sich die Tastenkombinationen in Nautilus 3 neu belegen lassen, sollte sich den sehr anschaulich erklärten englischen Blogpost gnome 3 delete key not deleting/working in nautilus nicht entgehen lassen.
In Kürze funktioniert das Umändern so:

  1. dconf-tools installieren
  2. ALT+F2 drücken und den dconf-editor starten.
  3. Zu org > gnome > desktop > interface navigieren und die Variable can-change-accels selektieren.
  4. Nautilus öffnen und eine beliebige Datei auswählen.
  5. Zu Bearbeiten im Nautilusmenü wechseln und den Eintrag “In den Müll verschieben” mit der Maus auswählen.
  6. Zweimal die Taste drücken, mit der die Funktion belegt werden soll. In diesem Fall Entf.

Anschließend ist das alte Verhalten in Nautilus wieder hergestellt.