Meine Woche mit Linux, Spielen und Musik: Limbo, Humble Music Bundle, ScummVM 1.5, Warsow 1.0 und Tryst

Mal ein paar Neuigkeiten aus der Welt der Linuxspiele. Jeder einzelne Artikel wäre zu kurz geraten, deswegen gibt es heute ein Potpourri an Themen zum Thema Spiele und Linux.

Limbo

Ja, Limbo, war das nicht schon im letzten Humble Indie Bundle V enthalten? Richtig. Damals hatte ich es mir schon als “spielenswert” herausgepickt und mich danach auf den Weg gemacht, um die düstere Welt eines kleinen Jungen zu erkunden. Da ich nicht zu viel spoilern will, sei hier nur gesagt, dass ich nicht einmal im Verlauf des Spiels gestorben bin und alle fiesen Fallen der Programmierer mit Hilfe der Matrix locker umgangen habe. (Was man nicht sehen kann, sind die Finger, die ich hinter meinem Rücken kreuze.)
Nein ehrlich, das Spiel ist von der Stimmung und Atmosphäre her sehr gelungen. Die Steuerung ist einfach zu erlernen, jedoch wird man praktisch ins kalte Wasser oder besser den Wald geworfen. Warum und wieso und wie es weitergeht, erfährt man durch das Ausprobieren des Spiels, was ich persönlich sehr spannend fand. Wer vollkommen in diese dunkle Fantasie eintauchen möchte, genug Geistige Gesundheit und Stabilitätspunkte auf dem Konto und keine Arachnophobie hat, dem kann ich das Spiel auf jeden Fall empfehlen. Linuxtechnisch ließ sich das Spiel unter Debian problemlos installieren. Es liegt aber nicht nativ vor, sondern wird mit Hilfe von Wine gespielt, dass im Deb-Paket von Limbo integriert wurde.
Limbo

Humble Music Bundle

Seit knapp einer Woche gibt es nun wieder was Neues von den Jungs und Mädels, die das Humble-Bundle-Projekt regelmäßig wieder auf die Beine stellen. Dieses Mal stehen keine Spiele, sondern Musik im Vordergrund. Sechs drm-freie Alben warten darauf gehört zu werden. Zumindest Christopher Tin, dessen Album Calling all Dawns im Bundle enthalten ist, scheint noch gewisse Probleme mit dem Begriff Linux zu haben: “Ehm Linux whatever that is.”
Die Musik ist zwar nicht wirklich frei, jedoch bietet sich wie gehabt die Möglichkeit so viel zu bezahlen, wie man selbst für angemessen hält und wie bisher werden gemeinnützige Organisationen und natürlich die Künstler davon unterstützt.

ScummVM 1.5 erschienen

ScummVM
Auf holarse-linuxgaming.de habe ich zum ersten Mal vom neuen Release 1.5 “Picnic Basket” von ScummVM gelesen. Neben zwölf neu unterstützten Spielen gibt es dazu auch die passende neue Engine und eine Reihe von Fehlerbehebungen. ScummVM ist unter anderem jetzt auch auf dem Nokia 770 Tablet spielbar, dass mit Maemo betrieben wird. Dass ich ein großer Fan von ScummVM bin, hatte ich anderer Stelle schon einmal durchscheinen lassen. 🙂

Warsow 1.0

Nach sieben Jahren in der Betaphase wurde Warsow nun endlich in Version 1.0 veröffentlicht. Ich hatte es vor kurzem neben anderen bekannten FOSS-Spielen vorgestellt. Es hätte mit Sicherheit einen Platz auf meinem Server gefunden, wenn das Spiel nicht aus Wheezy entfernt worden wäre, da niemand sich um die Beseitigung der Bugs gekümmert hat. Es gibt mittlerweile Bestrebungen den Titel für Jessie auf Hochglanz zu bringen. Das Paket befindet sich auch weiterhin mit einer veralteten Version in Debian Unstable. Ich denke nach der Veröffentlichung von Wheezy wird es hier weitergehen und vielleicht sieht man es dann irgendwann auch auf linuxiuvat.de

Tryst

Auch zum Spieletitel Tryst gab es bei Holarse einen netten Artikel. Hierbei handelt es sich um ein Echtzeitstrategiespiel von BlueGiant Interactive. Auf einem fremden Planeten streiten Menschen und Aliens um die Vorherrschaft über Ressourcen. So weit so bekannt. Die Grafik ist Dank der Unigine Engine auf hohem Niveau. Interessanter als diese ist natürlich das Gameplay, was einen Kampf von bis zu 8 Spielern im Mehrspielermodus verspricht und mit Spezialfähigkeiten für jede Einheit wirbt. Optisch sieht es für mich auf den ersten Blick ein wenig nach Starcraft II aus, dass sich mit Wine auch unter Linux spielen lässt.
Das Beste von allem aber: Das Spiel wird laut diesem Forenbeitrag nach der Veröffentlichung auch für Linux nativ erscheinen. Ich bin gespannt.

Bastion und das Humble Indie Bundle V

Das letzte Bundle war sein Geld auf jeden Fall wert und besänftigte meinen (sehr) leichten Unmut über die vorangegangene Aktion. Nein wirklich, es gab beim Humble Indie Bundle V nicht viel zu meckern. Das sahen wohl auch die meisten Käufer so, denn mit 599.001 verkauften Bundles war es die bisher erfolgreichste Aktion.
Und wer hat nun alle Spiele schon durchgespielt? Die alten auch? Ok, dann hake ich nicht weiter nach. Ich habe mich auf Bastion konzentriert und mir zumindest vorgenommen Psychonauts (ein Spiel von Monkey-Island-Tim-Schafer. Cool.) und Limbo näher anzuschauen. Weiterhin gab es auch noch:

Den Rest hatten wir schon. Bei so vielen Spielen musste ich Prioritäten setzen und nahm mir schließlich Bastion vor. Bei der Installation fiel mir gleich der Nixstaller auf, den ich bis dato noch nicht kannte. Sicherlich eine gute Alternative, wenn man nicht für jedes Unix-artige System ein eigenes Paket schnüren möchte. Die Installation verlief mit Debian Sid problemlos.


Bastion selbst fällt in die Kategorie der Action-Rollenspiele. Wer an Diablo denkt, weiß wovon ich rede. Man schlüpft in die Rolle von “the Kid”, eines Jungen, der auf einer Plattform in einer nach einer Katastrophe zerstörten Welt erwacht, die sich als die Bastion herausstellen soll. Begleitet wird man von der englischen “Cowboystimme” des Erzählers Rucks, der jede Aktion von “the Kid” kommentiert.
Die Grafik des Spiels hat mir auf Anhieb gefallen. Alles wirkt handgezeichnet, ist fantasievoll und einfach schön gestaltet. Man spielt das Spiel aus einer isometrischen Draufsicht. Dabei setzt sich der Boden während man in eine Richtung läuft unter den Füßen des Protagonisten zusammen. Die Handlung spielt zuerst auf einer schwebenden Plattform, wo man dem Erzähler zum ersten Mal begegnet. Dieser schickt einen dann auf die Reise zu anderen fliegenden Orten, wo man entweder seine neu entdeckten Waffen in einer Art Parkour ausprobieren kann und als Preis Gegenstände und Fragmente erhält oder gegen missliebige Gegner Hand Hammer anlegen muss.


Die Fragmente sind das Bezahlmittel des Spiels, welches von Gegnern und Kreaturen fallengelassen wird, denen sich “the Kid” entgegenstellt. Hier sind wir dann wieder bei einem typischen Rollenspielelement. Nach jeder Mission erhält man einen Gegenstand, mit dem sich Gebäude errichten lassen, aus denen wiederum Tränke oder weitere Aufwertungen gekauft werden können.
Gut gelungen ist auf jeden Fall das Kampfsystem mit Spezialangriffen, die man planvoll einsetzen muss und die dazu erstellten Animationen. Die Musikuntermalung trägt das Spiel und ist stimmungsvoll. Der Soundtrack ließ sich sogar extra herunterladen und ist sein Geld auf jeden Fall wert. Die Handlung selbst hat mich nicht besonders in den Bann gezogen, aber da jede andere Facette des Spiels bis zur vollständigen Linuxkompatibilität hervorragend umgesetzt wurde, kann ich jedem das Spiel nur ans Herz legen. Insgesamt war es ein wirklich tolles und interessantes Bundle.

Noch 48h – Ein Rückblick auf das Humble Botanicula Debut

Der Themenschwerpunkt stimmte. Die Erstveröffentlichung von Botanicula und die Spende für den gemeinnützigen World Land Trust, der sich unter anderem um die Bewahrung der Regenwälder kümmert. Da fügte sich Botanicula natürlich mit seiner Umweltthematik und einer Spielperspektive aus der Sicht von Insekten und Baumbewohnern perfekt ins Bild ein.
Als Linuxbenutzer und jemand, der sich über jede Spieleportierung auf die Linuxplattform freut, war ich hingegen ziemlich enttäuscht, dass Botanicula nur mit Adobe AIR funktionierte, ein Produkt, welches Adobe letztes Jahr offiziell für den Linuxdesktop begraben hatte.
Deswegen landet dieser Artikel zu den Humblebundles auch unter der Rubrik Spiele mit Linux und Wine, wo er besser aufgehoben ist als in der nativen Kategorie. Denn so groß ist mein Anspruch schon, dass man ein Spiel nur für die Linuxplattform bewerben sollte, wenn zumindest sichergestellt ist, dass die externen Programme dafür in einer aktuellen Version existieren, wenn sie nicht einmal zur freien Software zählen.
Ok, Schwund ist bekanntlich immer. Das Hauptprodukt hat mich nicht zum Kauf bewogen. Da waren aber noch Machinarium und Samorost2. Beide laufen wunderbar mit GNU Gnash. Da es Machinarium aber z.B schon im Humble Bundle 3 gab, lagen meine Hoffnungen auf Samorost2. Beide Point-and-Click-Abenteuer sind optisch sehr ansprechend, sehr detailreich und phantasievoll. Den Entwicklern kann man für das Design nur ein Lob aussprechen.

Wer mehr als der Durchschnitt gezahlt hatte, konnte sich auch den animierten Film Kooky herunterladen oder per Stream anschauen, der die Geschichte eines Spielzeug-Bären erzählt, welcher den Weg zurück nach Hause finden muss.
Schließlich gab es auch noch das Puzzlespiel Windosill. Es lief auf Anhieb, da der Adobe Flashplayer integriert war und wirkte schon durch die bizarren Objekte und Figuren ein wenig surreal.

Das Humble Botanicula Bundle rief gemischte Gefühle bei mir hervor. Die Linuxversionen waren einfach nicht im selben Maße herausragend, wie das z.B. beim Frozenbyte Bundle oder dem Humble Indie Bundle 4 der Fall war.
Auf der anderen Seite funktionierten alle Spiele außer Botanicula auf Anhieb mit GNU Gnash oder selbständig und es gab noch weiteres Bonusmaterial, das noch einmal Optik und Design der Spiele hervorgehoben hat. Wirklich, die herausragenden Designfähigkeiten der Entwickler sind unbestritten.
Und schließlich kann man sich bei einem “Bezahl-was-du-willst”-Angebot nicht beschweren, wo man jederzeit die Möglichkeit hat sich die Spiele für 1 Cent vorher anzusehen und dann immer noch entscheiden kann, ob sie es wert sind oder nicht. Von daher: Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Humble Bundle für Android 2 – etwas verspätet

Leicht verspätet, ein kurzer Rückblick auf Humble Bundle for Android 2. Noch etwa eine Stunde und die vorerst letzte Runde geht zu Ende. Der große Knaller war dieses Mal aus meiner Sicht nicht dabei, obwohl eine gute Mischung angeboten wurde. Wie immer gilt ihr bestimmt den Preis, der zwischen Entwicklern, gemeinnützigen Organisationen und den Veranstaltern der Aktion aufgeteilt werden kann.
Obwohl mir dieses Mal ein wenig die Muse fehlte um jedem Spiel die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken, habe ich zumindest Swords & Soldiers angespielt. Mein erster Eindruck bestätigte sich schnell, dass es spieltechnisch etwas leichtere Kost war. Die Grafik ist comichaft und bunt, das Spielprinzip darf sich wohl seitwärtsbewegende Strategie nennen. Für Debian und Derivate lässt sich das Ganze spielend leicht per .deb-Paket installieren.

Im Kampagnenmodus startet man zuerst als Volk der Wikinger, die ihr Essen gegen diverse angreifende Bösewichte verteidigen müssen. Ja richtig gelesen, genauer gesagt ist es ihr Barbecue.
Als Ressourcen hat man am Anfang Gold und Mana vorrätig, die man dazu einsetzen muss um neue goldschürfende Maiden anzuwerben, blutrünstige Berserker und Axtwerfer den Flächentarifvertrag schmackhaft zu machen und schließlich mit Blitzen aus dem Himmel, die durch das Mana gespeist werden, die Gegner ordentlich zu vermöbeln.
Im Prinzip geht es darum, wie in so vielen anderen Spielen auch, zur richtigen Zeit die richtigen Knöpfe zu drücken, welche deutlich am oberen Bildschirmrand hervorleuchten. Die eigenen Kämpfer lassen sich nicht steuern. Sie marschieren unaufhaltsam ihrem Schicksal entgegen und beginnen beim ersten Feindkontakt wild um sich zu schlagen. Mit Heilzaubern, die ebenfalls durch Mana gespeist werden, kann man gezielt einzelne Kämpfe für sich entscheiden. Je nach dem wie gut man spielt, werden zusätzliche Herausforderungen in Form neuer Aufträge freigeschaltet.
Also kurzum ein typisches Spiel für Zwischendurch, dass wirklich selbsterklärend ist und niemanden überfordern will und sich meiner Meinung als Smartphonespiel hervorragend macht.
Ich denke, das war auch das Ziel dieses Bundles, es für Androidnutzer interessant zu gestalten. Das Gute dabei ist, dass wieder neue DRM-freie Spiele für Linux dazugekommen sind! Wer die Gelegenheit hatte mal bei Google Play reinzuschauen, findet das ein oder andere Spiel aus den letzten Bundles auch dort. Wohlgemerkt natürlich nur für Android. Wenn ich mir die Verkaufszahlen da so anschaue, kennen scheinbar noch nicht alle die Humble Bundles.
Verpasst habt ihr noch:

  • Snuggle Truck: Vermutlich das Aushängeschild der Aktion. Mit dem Truck und einer Ladung voll Tieren geht es durch teilweise äußerst schwieriges Terrain. Ziel ist es die Tiere sicher durch Loopings und Schluchten zum nächsten Zoo zu bringen.
  • Canabalt: Jump&Run, dass man auch zu Zweit spielen kann.
  • Zen Bound 2: Ein interessantes Puzzlespiel mit der Aufgabe eine hölzerne, dreidimensionale Figur durch Rotation in so wenig Schnur wie möglich einzuwickeln.
  • Cogs: Aus einem der letzteren Bundles schon bekannt. Ein kniffliges dreidimensionales Puzzlespiel, bei dem es darum geht eine Maschine durch geschicktes Zusammensetzen zum Laufen zu bekommen.
  • Avadon – The Black Fortress: Ein Rollenspiel mit isometrischer Draufsicht. Sieht auf den ersten Blick ziemlich nach alter Schule aus. Verschiedene Klassen, Zaubersprüche, Gegenstände und die obligatorischen Dungeons mit finsteren Gegnern dürfen nicht fehlen.

Wir kommen in Frieden: Anomaly Warzone Earth und Toki Tori

Noch ein Tag und dann ist die letzte Humblebundle-Aktion vorerst wieder zu Ende gegangen. Ich vermute die Verkäufe für Android und Linux wurden zusammengezählt, weswegen dieses Mal 25% der Kaufsumme auf das Konto der beiden Systeme geht.
Ich habe am Wochenende die Gelegenheit genutzt, um Anomaly Warzone Earth und Toki Tori kurz anzuspielen. Beide Spiele lassen sich mit den vorgefertigten .deb-Paketen für i386 problemlos installieren. Gespielt wurde mit Debian Sid, diesem Core Duo und einer Geforce 9600 GT. Anomaly scheint keine echte 64bit Version auszuliefern, sofern dieser Eintrag im offiziellen Forum richtig ist.

Anomaly – Warzone Earth

Anomaly definiert sich über zwei Spielmodi und lässt sich mit dem Schlagwort “Tower Offense” einordnen. Als Kommandeur einer Spezialeinheit plant man die Route des bewaffneten Konvois zum Zielgebiet. Dieser Modus lässt sich jederzeit mit Hilfe des Mausrads aufrufen und da die Zeit angehalten wird, bleibt genügend davon übrig um den Pfad zum Ziel neu zu planen, wenn gerade einmal wieder neue Aliens um die Ecke auftauchen.
Im normalen Spielmodus hat man die Möglichkeit die Einheiten zu reparieren und Spezialfähigkeiten zum Täuschen des Gegners einzusetzen. Außerdem muss man von Zeit zu Zeit Objekte einsammeln, die vom Nachschub abgeworfen werden und den Vorrat wieder auffüllen. Warum wieder einmal eine technisch weit fortgeschrittene außerirdische Spezies als Gegner herhalten musste, wissen natürlich nur die Entwickler, aber wäre das Raumschiff derselben nicht auf der Erde abgestürzt, könnte man die bösen Eindringlinge auch nicht mit Waffengewalt bekämpfen. Die weiteren Spielelemente werden ganz gut in dem verlinkten Video aus meinem ersten Beitrag zum Spiel gezeigt.
Gut gefallen hat mir die englische Stimme des Commanders. Die Musik gehört zum typischen Action-Genre, treibend aber nicht nervend. Anomaly ist ein gutes Indiespiel und erinnerte mich durch den Planungsmodus auch ein wenig an Frozen Synapse.

Toki Tori

Es ist wohl ausgeschlossen, dass man jemals Toki Tori mit Anomaly verwechseln würde. Bei diesem Spiel dreht sich alles um das Aufsammeln von Eiern. Der Weg dorthin ist durch verschiedene Hindernisse und Gefahren blockiert und Toki Tori muss mit Hilfe von Fähigkeiten wie Brückenbau oder Teleport zum Ziel gelangen. Das Spiel bietet verschiedene Schwierigkeitsgrade und auch die Möglichkeit mit Hilfe einer Wildcard einen Level zu überspringen, falls dieser zu schwierig sein sollte, dazu auch eine Taste zum “Zurückspulen”, wenn man an einem Ort festsitzt und es keinen Ausweg mehr gibt.
Insgesamt war mir das Spiel etwas zu ..hmm.. süß und die Optik entspricht meinem Vorurteil eines typischen Smartphonespiels. Dennoch glaube ich, dass man sich bei wichtigen Besprechungen mit diesem Puzzlespiel die Zeit vertreiben kann, auch wenn es mich persönlich nicht vom Stuhl gerissen hat. Doch entscheidet selbst. Noch 1 Tag ist Zeit und hier gibt es die Vorschau zu Toki Tori.

Das Humble Bundle für Android und Linux

…und noch ein paar andere Betriebssysteme. Ihr habt es erst zum zehnten Mal heute und gestern gelesen, deswegen schnell für die Geschichtsschreibung noch Nummer 11 hinterher, da ich mir zumindest vorgenommen habe alle Humble Bundles in diesem Blog zu dokumentieren.
Das Humble Bundle für Android, Windows, MacOS und Linux hat folgende Spiele zu bieten:

Das Besondere: Android ist als vierte unterstützte Plattform mit von der Partie, was das Bundle noch attraktiver als sonst macht. Wie bei den Vorgängern bestimmt ihr den Kaufpreis! Er lässt sich wie gehabt zwischen Entwicklern, gemeinnützigen Projekten und den Organisatoren aufteilen.
OSMOS und World of Goo kannte ich schon. Das letztere Spiel hatte ich vor fast genau einem Jahr mit zwei weiteren interessanten Projekten vorgestellt. Es ist wirklich kurzweilig und bietet eine ebenso unterhaltsame Grafik.
Anomaly und EDGE werde ich mir später noch einmal ansehen. Zumindest Anomaly scheint eine interessante Mischung aus Strategie und Actionspiel zu sein und auch optisch wird etwas geboten, wie das folgende Promovideo zeigt. Achja, auf der offiziellen Seite sind noch 3 Knöpfe des Smartphones unausgefüllt. Möglicherweise gibt es also im Verlauf der Aktion noch einen Spielenachschlag. 😉

Humble Indie Bundle 4, Shank, Bit.Trip Runner und Aquaria im Überblick

Der Verkauf des Humble Indie Bundle 4 läuft schon seit einigen Tagen, doch ich wollte mir dieses Mal etwas Zeit nehmen um drei Spiele aus dem aktuellen und erst vor kurzem zu Ende gegangenen letzten Bundle vorzustellen.
Zuletzt habe ich ein paar kritische Stimmen wie z.B. auf linuxundich.de gelesen, ob man als Blog wirklich jedes neue Bundle ankündigen muss, wenn mittlerweile in jeder Linuxecke des Internets darüber berichtet wird. Da ist was Wahres dran. Ich sehe den Sinn eines Blogs ebenfalls nicht in Ankündigungen und Nachrichtenmeldungen. Es gibt mehr als genug Seiten, die sich darauf spezialisiert haben.
Beim Humblebundle werde ich dennoch eine Ausnahme machen, auch wenn die Meldungen nicht immer zeitnah erscheinen. Zum einen ist es schwer einzuschätzen, wie viele Menschen tatsächlich schon die Humble-Bundle-Aktionen kennen und zum anderen kann ich zumindest mit dem Verlinken auf die entsprechenden Spieleseiten oder Rezensionen ein kleines Nachschlagewerk zu Indiespielen mit Linux für mich erstellen, dass ich unter dem Schlagwort Humblebundle schnell aufrufen kann.
Auch wenn kaum Zeit bei der in letzter Zeit hohen Frequenz bleibt alle Titel auch durchzuspielen, könnte von mir aus jeden Tag ein neues Bundle erscheinen, denn das bedeutet, dass wieder ein paar Spiele nativ für Linux angeboten werden. Und solange man frei entscheiden kann, ob man 1 Cent oder 100 Euro dafür zahlen möchte oder das Ganze ganz ignorieren kann, ist es die kurze Erwähnung für alle Linuxspieler und alle die es werden wollen sicher wert.

Aquaria

In der zweidimensionalen Unterwasserwelt von Aquaria schlüpft man in die Rolle von Naija, mit der man sich auf die Reise nach ihrer Vergangenheit begibt. Gleichzeitig erfährt man durch die Erzählerin, Naijas Stimme aus der Zukunft, über besondere Ereignisse und Orte, womit sich das Puzzle um ihre Erinnerung nach und nach zusammensetzt.
Naija ist in der Lage mit Hilfe der Aquaria durchströmenden Kraft des Verse mit Objekten zu interagieren und Zauber zu wirken. Die Entwickler haben diesen Teil des Spiels phantasievoll gelöst, indem Naija kurze Töne in einer bestimmten Reihenfolge singen oder einen Ton passend zur Farbe eines Gegenstands längere Zeit halten muss, um an den Inhalt zu gelangen.
Das Spiel vereinigt einige Rollenspielelemente wie das Zubereiten von Speisen und ein Zaubersystem mit typischen Aufgaben wie dem Erkunden der Unterwasserwelt, das Lösen von Rätseln und Kämpfe mit feindlich gesonnenen Kreaturen.
Als Adjektive zu Aquaria fallen mir charmant, bezaubernd und phantasievoll ein. Die Atmosphäre des Spiels ist dicht, wozu auch die sehr gelungene Musik und die Stimme der englischen Erzählerin beiträgt. Eine deutsche Übersetzung scheint es in Form von Untertiteln zu geben. Das Spiel ist für Kinder perfekt geeignet.
Die Installation unter Linux ist sehr gut. Es gibt sowohl 32bit- als auch 64bit-Deb- oder RPM-Pakete. Das Spiel wird nach /opt installiert. Wer eine Fehlermeldung beim Installieren erhält, die auf ein fehlendes Verzeichnis hinweist, sollte den leeren Ordner /usr/local/share/desktop-directories/ anlegen. Das Problem scheint aber ein spezifisches Problem bei einer reinen Lösung mit Fenstermanagern zu sein. Besonders auch: Die Spielengine von Aquaria wurde unter der GPL veröffentlicht.

Shank

Das Erste was mir in den Sinn kam war ein Spruch des Duke : “I’m here to kick ass and chew bubblegum and i’m all outta gum.” Shank ist ein im Comicstil gezeichnetes 2D-Haudraufspiel mit Stil. Wer Desperado mochte, wird Shank lieben. Obwohl das Spiel “nur” zweidimensional ist, hat man stellenweise das Gefühl in einem echten Film zu sitzen, der alles hat, was einen guten Actionfilm auszeichnet: Rache, fiese Typen, coole Sprüche und sinnlose Gewalt.
Mit Hilfe zweier Messer und Pistolen, Granaten, einer Schrotflinte und der Kettensäge (fehlt nur noch die BFG9000) macht sich Shank auf seinen Rachefeldzug um den “Butcher” zur Strecke zu bringen. Dass er dabei nicht immer sehr subtil vorgeht versteht sich von selbst, was dem Spiel in Deutschland zu einer USK-18-Freigabe verholfen hat. Ein weiterer Bonus von Shank: Es gibt einen Mehrspielermodus.
Der Bin-Installer für Linux funktionierte problemlos. Das Spielverzeichnis lässt sich frei wählen. Das Einzige was ich bedauert habe war mein fehlender Gamecontroller, mit dem die Komboangriffe sicher noch mehr Spaß machen würden.

Bit.Trip Runner

Bit.Trip Runner ist ein in Retromanier gezeichnetes…Rennspiel? Die Spielfigur, CommanderVideo, läuft dazu ununterbrochen, worin die Schwierigkeit des Spiels liegt, zu Chiptuneklängen in dieser seitwärts scrollenden Pixelwelt. Man muss zum richtigen Zeitpunkt über ein Hindernis springen, hinunter durchgleiten oder es durch einen Tritt aus dem Weg räumen. Der Musikrhythmus passt sich dann passend zu den Aktionen an, was bei 50 verschiedenen Leveln, eben auch zu 50 vollkommen verschiedenen Musikstücken führt.
Am Anfang muss man lediglich über Hindernisse springen, der Schwierigkeitsgrad steigt, wie sollte es anders sein, von Level zu Level an. Ich hatte teilweise Probleme auf Grund der großen Pixel noch die Spielfigur und die Hindernisse zu sehen und bis man den Dreh mit dem Timing raus hat, kann es teilweise mehrere Anläufe brauchen. Ich denke das Youtube-Video zeigt das Spielprinzip ziemlich gut.
Die Installation ist dank vorgefertigter 32bit- und 64bit-Deb-Pakete ein Kinderspiel.

Ansonsten befinden sich im Humble Indie Bundle 4 noch folgende Spiele und Soundtracks.

Humblebundle Introversion Bundle

Es gibt neue Spiele für Linux aus dem Humblebundle Introversion Bundle. Im Rampenlicht stehen dieses Mal vier Spiele der englischen Spieleschmiede Introversion und die Klassiker Aquaria und Crayon Physics Deluxe.

  1. Darwinia
  2. Multiwinia
  3. DEFCON
  4. Uplink
  5. Aquaria
  6. Crayon Physics Deluxe

Dazu gibt es noch zwei Demospiele, die aber nur unter Windows spielbar sind, Subversion City Generator und Voxel Demo. Eventuell lassen sie sich mit Wine spielen.
Aquaria wurde schon im ersten Humblebundle verkauft und ist meiner Meinung nach den Kauf des Bundles alleine wert. Crayon Physics Deluxe wurde hingegen im Humble Indie Bundle #3 angeboten. Der einzige Nachteil im Moment, es fehlt einfach an Zeit alle Titel durchzuspielen. 😉
Wie immer bestimmt der Kunde den Preis, der sich zwischen Entwicklern, gemeinnützigen Projekten und dem Organisator aufteilen lässt.

Humblebundle Voxatron Debut plus Zwei vielleicht auch mehr

Es ist schon wieder so weit und das Humblebundle-Team hat den nächsten Event gestartet. Dieses Mal dreht sich alles um Voxatron, ein Action- und Abenteuerspiel, dass in einer Welt voller bunter Würfel und Bausteine spielt. Wer jetzt ein wenig an Minecraft gedacht hat, erahnt sicherlich die Grafik des Spiels. Voxatron ist noch Alpha scheint aber schon spielbereit zu sein. Der Käufer erhält natürlich später auch das vollständige Spiel.
Als Bonus gibt es zur Zeit noch Blocks That Matter, eine Kombination aus einem levelbasierten Jump&Run und Puzzlespiel, und The Binding of Isaac, ein Mix aus zufällig generierten Dungeons, 2D-Comic-Grafik und einem Actionshooter. Natürlich sind das nur die Spiele für den Moment, nicht auszuschließen, dass im Laufe der Aktion weitere hinzugefügt werden.
Wie immer bestimmt ihr den Preis und alle Spiele gibt es für Linux und noch zwei andere exotische Plattformen. 😉

Frozen Synapse: Mit kühlem Kopf zum Sieg

Also habe ich mir das Humble Bundle gekauft und mir den Aufmacher genauer angeschaut. Dieses mal stand Frozen Synapse im Fokus. Aus der ursprünglichen Beschreibung zum Spiel war nur zu erahnen, was da auf mich zukommen würde. Taktischer Shooter, rundenbasiert, Kampagnenmodus und Multiplayer.
Vorneweg darf man schon sagen, dass der Linuxinstaller gelungen ist. Frozen Synapse wird in einer Bin-Datei ausgeliefert, die man nur noch ausführbar machen muss. Damit hebt es sich deutlich von Atomzombiesmasher ab, bei dem ich immer noch auf den angekündigten Installer oder zumindest eine Anleitung zum Installieren der richtigen Bibliotheken warte.
Im Optionsmenü lässt sich die Auflösung des Spiels schnell ändern und die Wahl zwischen Fenstermodus oder Vollbild ist kein Problem. Als erstes wählte ich danach das Tutorial aus, um mir meine ersten Sporen zu verdienen. Ein androider, cyberspaceiger Avatar, dessen Geschichte später in der Kampagne etwas deutlicher wird, führt einen durch mehrere Trainingskapitel.

Am Anfang lernt man noch Wegmarken richtig zu setzen und die Bewegungen seiner Spielfigur vorauszuplanen. Die Schwierigkeit steigt danach leicht an, bis man zum ersten Mal gegen zwei Gegner gleichzeitig vorgehen muss. Jetzt muss man nicht nur die Figur in die richtige Richtung schauen lassen, sondern auch von Fähigkeiten wie Ducken, Schießen auf Sichtweite und Warten Gebrauch machen.
Schnell wird klar, dass man hier die Züge des Gegners vorausahnen muss. Hier unterschied sich Frozen Synapse klar von anderen Taktikspielen. Das Spiel ist in zwei Phasen eingeteilt. In der Planungsphase werden die Aktionen der eigenen Figuren festgelegt. Drückt man danach auf die “Prime”-Taste ist der Gegenspieler oder Computer an der Reihe und es wird ein Ergebnis berechnet. Je nach dem wie gut man dessen Züge antizipiert hat, fällt der eigene Erfolg aus.
Nach dem Tutorial kennt man alle wichtigen Fähigkeiten, die sich mit Tastatur oder Maus auswählen lassen. Im Kampagnenmodus erhält man als “Taktierer” die Kontrolle über mehrere Einheiten, die die andere Fraktion ausschalten sollen. Die Story klammere ich hier ein wenig aus. Irgendetwas zwischen Ghost in the Shell, Matrix und Cyberpunk. Wirklich mitgerissen hat sie mich nicht, aber das tut dem Spiel keinen Abbruch. Die Szenarien, in die man geschickt wird, werden immer komplexer. Mit Hilfe von Granaten lassen sich auch Wände später wegsprengen, was die Handlungsmöglichkeiten stark erweitert.

Gut gefällt mir, dass man mit dem Mausrad in das Spielfeld rein- und rausscrollen kann und man alle Zeit der Welt hat seinen Zug zu planen. Bevor man in die zweite Phase übergeht, hat man immer noch Gelegenheit seine Schritte wie in einem Film abspielen zu lassen. Gefällt einem das Ergebnis dieser Vorschau nicht, lassen sich die taktischen Züge noch einmal ändern.
Die Musik des Spiels ist ebenfalls gut gelungen. Ich würde sie mal als Elektro-Pop bezeichnen, der unaufdringlich den Spielablauf untermalt. Ein bemerkenswertes Feature war die eingebaute Videoaufnahme, mit der sich das komplette Szenario aufnehmen lässt. Wer Starcraft oder Warcraft mit den Replays kennt weiß bescheid. Die Videos werden als OGV-Container mit Theora für Video- und Vorbis als Audiocodec abgespeichert und lassen sich direkt auf youtube.com hochladen. Toll!

Fazit

Frozen Synapase ist kein Spiel, welches man mal schnell durchzockt und dann zur Seite legt. Es hat nichts mit einem Actionshooter gemein, sondern konzentriert sich allein auf taktisches und planvolles Spiel. Es ist also mehr was für Leute, die eine Knobelaufgabe wie im Schach suchen und schon immer mal so etwas wie ein SWAT-Team fernsteuern wollten. Frozen Synapse unterstreicht, dass Indiespiele sehr kreativ sein können und dass es auch möglich ist gute Spiele für mehr als nur eine Plattform zu entwickeln.
Als zusätzlichen Bonus gibt es beim Kauf des Humble Bundles noch SpaceChem und Trauma dazu. Letzteres zeichnet sich nicht nur durch eine fotorealistische Grafik aus, sondern zieht einem auch durch das ungewöhnliche Umfeld in seinen Bann. Trauma lädt zu einer Reise in die Träume einer verunglückten jungen Frau ein, die man deuten muss, um mehr über sie und ihr Schicksal herauszufinden. Lohnt sich, einfach mal selbst ausprobieren. 😉