Schnell und schmerzlos: Editiere das MoinMoin-Wiki mit editmoin

Ich habe nun damit begonnen auch endlich mal einen Beitrag zu Debians Wiki zu leisten. Das Ganze wird durch MoinMoin angetrieben. Nur zur Erklärung für alle, die südlich der Donau wohnen, das ist nicht nur der abstruse Morgen-, Mittag- und Abendgruß der Nordlichter, sondern auch der Name einer freien Wiki-Software.

Wie gesagt habe ich mir nun schwer vorgenommen auch ein paar Einträge dort zu hinterlassen und das Ganze etwas mit Informationen zu füllen. Mein ultimatives Ziel jedoch ist es, dass irgendwann bei jedem Spiel ein kurzer, informativer Beitrag steht. Um was geht es, wie wird es installiert und konfiguriert und wie spielt man es eigentlich. Jetzt denke man sich noch ein grafisches Feuerwerk dazu und schon entsteht das „Debian Games Portal“. So oder so ähnlich.

Bevor es soweit ist, brauchte ich zuerst einmal ein schlankes Werkzeug, mit dem sich das MoinMoin-Wiki bearbeiten ließ. Womit wir bei editmoin wären.

Wer schon mal das Debian Wiki mit dem Webbrowser angesteuert hat und versucht hat Seiten darin zu editieren, bemerkt unter anderem eine extreme Verzögerung beim Aufbau der Seiten. Ich habe keine Ahnung, woran das genau liegt, aber eigentlich kommt dafür nur die Hardware in Frage (Debian kann ja nicht Schuld sein. 😉 )

Mit editmoin hingegen geht das Editieren ganz leicht von der Hand, mit Hilfe des favorisierten Editors, in diesem Fall Vim.

aptitude install editmoin
aptitude install vim-addon-manager
vim-addons install editmoin

Mit diesen Befehlen wird editmoin installiert und zugleich auch die auf Vim zugeschnittene Syntax-Datei, mit der die Wiki-Syntax farblich hervorgehoben wird.

Nun muss man nur noch die Datei ~/.moin_users editieren und die URL des Wikis und den Benutzernamen angeben.

http://wiki.debian.org DEBIANBENUTZERIN

Danach genügt einfach editmoin und die entsprechende Seite, die man bearbeiten möchte, als Aufruf.

editmoin http://wiki.debian.org/Games/Atomix

Das ist alles. Der Vorteil: Keine Verzögerungen mehr beim Aufbau der Seite und bequemes Editieren im Lieblingseditor. Gerüchten nach zu urteilen funktioniert das auch auf etwas älterer Hardware. 🙂

editmoin

I3: ein verbesserter kachelnder Fenstermanager

In den letzten Monaten dominierten drei Desktopumgebungen bzw. Fenstermanager meine Rechner.

Gnome 3, Openbox und i3.

Zu meiner Vorliebe für Openbox, wenn es um einen klassischen Fenstermanager geht, brauche ich hier nicht mehr viel zu schreiben. Auch die Gemütslage zu Gnome 3 hatte ich letztes und vorletztes Jahr ausführlich beschrieben und immer noch ist 3.4 das Maß aller Dinge hier auf Debian Testing, was den Vorteil hat, dass man kontroversen Diskussion, wie den Veränderungen von Nautilus in 3.6, ein wenig entkommen kann.

Nun also i3. Zum einen lag das daran, dass ich mir letztes Jahr einen neuen Laptop kaufen musste und später feststellte, dass der Entwickler von i3 den gleichen benutzte. Zum anderen hatte ich schon seit längerem mit dem Gedanken gespielt einen neuen Fenstermanager auszuprobieren. Zwischenzeitlich hatte ich schon Awesome, Ratpoison und DWM angetestet, die allesamt für den Inbegriff ressourcenschonender, kachelnder Fenstermanager stehen.

Während DWM einfach nur die pure Effizienz inkarniert und Awesome sich mit etwas Geschick in LUA beliebig erweitern lässt, steht i3 seit Monaten für mich für eine Sache.

Einfachheit

Leute denken immer, wenn sie kachelnde Fenstermanager sehen und davon lesen, das sei nur was für Geeks und Programmierer. Lasst euch bitte bei i3 davon nicht blenden! Es brauchte nur ein Video und das typische

aptitude install i3

um sofort loszulegen, ohne Dokumentation zu wälzen und ohne den Fenstermanager neuzukompilieren. Ich werde an anderer Stelle noch kurz beschreiben, was man noch verändern kann und wo man ansetzen muss, um die kleinen Feinheiten herauszuarbeiten. Jedoch zum einfachen Loslegen genügt tatsächlich nur dieses Video und die Installation.

15.11.2015:
Damit die Warterei endlich ein Ende hat, hier einmal meine I3-config-Datei. Zum Ausprobieren einfach nach ~/.config/i3/ kopieren. Seit zwei Jahren hat sich hier kaum etwas bei mir verändert und ich bin immer noch mit den gleichen Einstellungen unterwegs. Interessant ist der letzte Absatz, wo ein paar zusätzliche Programme beim Einloggen gestartet werden und z.B. Chromium auf Arbeitsfläche 3 erscheint, wenn man die Supertaste+c drückt.

I3-config

Nicht vergessen auch noch i3status und i3lock zu installieren.

I3 läuft nun seit sechs Monaten auf meinem neuen Laptop und ist die Desktopumgebung meiner Wahl zum Erstellen von Debianpaketen. Man kann mit gutem Gewissen sagen: Schaut euch i3 an, ihr werdet es nicht bereuen.

http://i3wm.org/screenshots/

Das Video ist in Englisch, jedoch für Kenner der deutschen Sprache leicht zu verstehen. (Niemand möchte mein hessisches Englisch hören) 🙂

Also wenn ihr auf der Suche nach interessanten Fenstermanagern seid, vergesst nicht i3 einen Besuch abzustatten, mein persönlicher Favorit in den letzten sechs Monaten. Genug der Lobhuddelei, hier noch ein Bildschirmfoto

Fenstermanager i3

K.Mandla is back: inconsolation.wordpress.com

Sag niemals nie!. Passend zum Jahresanfang verkündete K.Mandla in seinem Blog kmandla.wordpress.com das Ende seiner Abstinenz vom Bloggen. Marlon war so freundlich und hat mich darauf auch per Mail hingewiesen, jedoch… ich war noch Abonnent seiner Posts und konnte deswegen auch sofort reagieren und das erste Kommentar im neuen Blog posten. 🙂

Warum soviel Aufhebens um ein anderes Blog? Nun, wer hier in den etwas älteren Artikeln liest, stößt immer wieder mal auf den Namen K.Mandla, dessen Blog mich inspiriert hat etwas Ähnliches zu machen und mich mehr mit älterer Hardware und Linuxanwendungen für die Konsole zu beschäftigen. Deswegen gehen eine Menge „kudos“ an ihn. Bis heute habe ich noch nicht alle Ideen selbst ausprobieren können, die er in seinem alten Blog veröffentlicht hat, was ein Indiz für den immensen Output dieses Mannes ist.

In seinem neuen Blog inconsolation.wordpress.com, soll es etwas ruhiger weitergehen. Nicht mehr ganz so viele esoterische Systemeinstellungen, na wers glaubt. 😛

Wer Freude an Linux, älterer Hardware, kuriosen Systemeinstellungen und Anwendungen für die Konsole hat, sollte sich inconsolation.wordpress.com als Lesezeichen setzen.

unworkable: BitTorrent-Client für die Konsole und benutzbar

Eure guten Vorsätze für das neue Jahr? Meine, oder besser gesagt einer davon, sind: Auch mal was Kurzes schreiben. 🙂 Ich habe in letzter Zeit zu viele Ideen und eine davon war der Frage nachzugehen, was es denn sonst noch so für die Konsole an BitTorrent-Programmen gibt.

Zugegebenerweise an rTorrent kommt niemand vorbei. Ich bin nach wie vor überzeugt und fasziniert von diesem Programm. Es hat alles, was man sich von einem BitTorrent-Client wünschen kann und es kommt dazu noch mit dieser schicken Ncurses-Oberfläche.

rTorrent 2013

Übrigens enthält dieses Bild einen versteckten Fingerzeig auf ein anderes cooles Projekt. 🙂

Wieso sollte man sich also von rTorrent abwenden, wenn man eine tastengesteuerte Menüführung, mehrere Übersichtsseiten und zahllose Informationen praktisch zum Nulltarif geboten bekommt, will heißen, nichts was einen selbst 10 Jahre alten Rechner ins Schwitzen bringen könnte.

Noch mehr Minimalismus. Unworkable ist praktisch der Gegenansatz zu aria2. Während letzteres auch HTTP-, HTTPS-, FTP-, BitTorrent-Protokolle und ebenso Metalink beherrscht, konzentriert sich unworkable ausschließlich auf eine Sache – BitTorrent.

Bedienung?

unworkable Pfad zur Torrent-Datei

Kein Ncurses. Jedoch kann unworkable natürlich auch seeden. Standardmäßig jedoch werden eingehende BitTorrent-Verbindungen unterbunden und müssen erst mit der -p Option freigeschaltet werden. Das erhöht ein wenig die Sicherheit und trägt noch mehr zum minimalistischen Charme bei. Wer also nur ein BitTorrent-Programm für die Konsole sucht, das einzig und allein auf einen Zweck getrimmt ist und sehr ressourcenschonend ist, findet hier alles was er braucht.

ZNC: Ein funktionsreicher IRC-Bouncer – mit Anleitung

Was macht man, wenn man nicht nur eine Mailingliste verfolgen, sondern auch einem IRC-Channel beitreten soll, um dort über die aktuellsten Geschehnisse des Debian-Games-Teams auf dem Laufenden zu bleiben? Man greift zu ZNC, einem IRC-Proxy oder auch Bouncer genannt. Das tolle daran ist, dass die Verbindung zum Channel nie unterbrochen wird und man von überall, unterwegs und mit verschiedenen IRC-Klienten gleichzeitig sich zum Bouncer verbinden kann, der unter anderem die Fähigkeit besitzt den eigenen Channel-Nick zu reservieren und die Konversationen der letzten Stunden wiederzugeben, so dass man nichts verpasst.

In diesem Beitrag geht es um die Inbetriebnahme von ZNC auf einem vServer (natürlich funktioniert auch jeder Heimserver) für ein Netzwerk (irc.oftc.net) und mehrere Channel.

Installation

Wie immer einfach.

aptitude install znc

Konfiguration

Die Konfiguration ist genauso geradlinig. Immer wenn es in dem animierten GIF etwas schneller geht, müsst ihr nur die Standardeinstellung mit ENTER bestätigen.

ZNC-Anleitung

Der Port auf dem ZNC lauschen soll lässt sich beliebig festlegen. Sollte der IRC-Server, wie dies bei irc.debian.org der Fall ist, SSL unterstützen, muss ein Pluszeichen vor den Port des IRC-Servers gestellt werden. Ob es IPv4 oder doch schon IPv6 sein soll, Benutzername und Passwort, ist natürlich individuell verschieden.

Wer sich nicht sofort für das Aktivieren von zusätzlichen Modulen entscheiden möchte, kann das später immer noch nachholen. Dazu müsst ihr lediglich

/msg *status help

in eurem favorisierten IRC-Client eingeben, sobald ihr euch mit ZNC verbunden habt. Mit Befehlen wie

/msg *status ListAvailMods
/msg *status LoadMod Name-des-Moduls

erhaltet ihr Hilfe und könnt euren bevorzugten IRC-Gehilfen nachladen. Für mich war z.B. die log-Funktion wichtig, damit ich Nachrichten später noch lesen konnte. Für ZNC gibt es selbstverständlich auch ein Wiki, wo sich viele Hinweise und Antworten finden lassen und auch die obligatorische FAQ für ZNC.

Beispielkonfiguration mit Irssi

Wenn ZNC erst einmal auf dem Heim- oder vServer läuft, muss nur noch der favorisierte IRC-Klient so eingerichtet werden, dass dieser sich nun zuerst mit ZNC verbindet.

Für Irssi genügt z.B. folgender Eintrag in $HOME/.irssi/config:

servers = (
{
    address = "123.123.123.123";
    chatnet = "OFTC";
    port = "55555";
    use_ssl = "yes";
    ssl_verify = "no";
    autoconnect = "yes";
    password = "Apo:meingeheimesPasswort";
}

Die Adresse des ZNC-Servers, Port, Netzwerk, Benutzername und Passwort, das wars. Nach dem Start verbindet sich dann Irssi sofort verschlüsselt via SSL mit dem Bouncer, der wiederum eine verschlüsselte Verbindung zum IRC-Server irc.debian.org aufgebaut hat.

Wer sich E-Mail lesen gar nicht abgewöhnen kann, darf auch einen Cronjob einrichten und danach Logrotate anweisen einem die tägliche IRC-Logdatei per Mail zukommen zu lassen. 😉