Freie Klänge und Audacity: Erschaffe deine eigenen Spielesounds

Vor ein paar Wochen war es endlich soweit und ich betätigte mich zum ersten Mal als Spieleentwickler oder besser Ersetzer-von-unfreien-Spieleinhalten. Mein Ansporn war ein rundenbasiertes Strategiespiel namens LGeneral, dessen Vorbild die „ältere“ Generation vielleicht noch als Panzer General kennt. Das Spiel hat mich dazu gebracht diverse Leute zu kontaktieren, eine Reise in die Vergangenheit anzutreten und LGeneral für Debian schließlich wiederzubeleben.

Das Spiel ist sicher einen Extraartikel wert, deswegen wollte ich heute nur zeigen wie man ein häufig auftretendes Problem bei freien Spielen lösen kann. Das Ersetzen von unfreien Inhalten durch eben freie.

LGenerals Spielengine ist in C programmiert und unter der GPL-2 lizenziert, der Spielinhalt selbst wird jedoch aus dem kommerziellen Spiel „Panzer General“ in das native Format von LGeneral mittels eines Konverters umgewandelt, so dass die alten Kampagnen und Szenarios spielbar bleiben. Die Community geht davon aus, dass der Publisher von Panzer General mittlerweile das Interesse an dem Spiel verloren hat und es nun als „Abandonware“ verfügbar ist, also ungefähr so wie vom Laster gefallen.

Wie ihr euch sicher denken könnt, sieht das Debian etwas anders, weswegen das Spiel bis heute nur in der contrib-Sektion verfügbar ist und der Spielinhalt es nicht einmal nach non-free schafft. Als ich mich dem Spiel angenommen habe, schwor ich mir zumindest die Spielengine zukunftssicher zu machen und die dort verwendeten Sounds und Bilder aus Panzer General zu ersetzen und zu verändern.

Eine mögliche Quelle für freie Klänge und Geräusche findet sich z.B. bei freesound.org.

Freie Klänge bei freesound.org suchen

Ich musste eine Reihe von Geräuschen ersetzen, die alle selten länger als 2-3 Sekunden andauerten. Darunter waren die Propeller- und Turbinengeräusche eines Flugzeugs, ein fahrendes Auto und das typische Heranschwappen von Wellen.

Wenn man bei freesound.org z.B. den Suchbegriff „sea“ eingibt, findet man als ersten Treffer eine hervorragende und kristallklare Aufnahme von Wellengeräuschen, oceanwavecrushing.wav, die an einem dänischen Fjord aufgenommen worden ist. Es brach mir fast das Herz diese Aufnahme zu zerstückeln und in die gleiche Soundqualität wie bei LGeneral zu überführen, aber das Ergebnis kam dem Original sehr nahe und war dennoch eigenständig und verschieden.

Audacity

Für eine solche Aufgabe bietet sich das freie Audiobearbeitungsprogramm Audacity an. Damit lassen sich nicht nur Teile einer Musikaufnahme „ausschneiden“, sondern auch diverse Effekte auf diese Probe anwenden und schließlich in ein eigenständiges Stück abspeichern. Nachdem man die verlustfreie .wav-Datei mit Audacity geöffnet hat, kann man mit Hilfe der gedrückten linken Maustaste und der Entf-Taste das passende Stück aus dem Sample ausschneiden und dann weiterbearbeiten. Mit Strg+1 oder mit der Option „Einzoomen“ unter Ansicht könnt ihr den Ausschnitt auf die Millisekunde genau bearbeiten.

Audacity zurechtschneiden

Hat man die richtige Stelle gefunden, kann man nun diverse Effekte darauf anwenden. Damit der Klang nicht zu abrupt beginnt und endet gibt es z.B. die Effekte Ein- und Ausblenden. Dreht noch etwas an der Tonhöhe und dem Tempo und schon habt ihr den Sound für ein Spiel. Der ganze Rest ist Ausprobieren und Experimentieren. Die fertige Datei lässt sich in alle populären Musikformate exportieren, darunter *.mp3, *.ogg und *.flac.

Audacity-Effekte

Das fertige Stück klang dann so:

sea.wav

Weitere Beispiele

air.wav

Original: http://www.freesound.org/people/daveincamas/sounds/43807/

air2.wav

Original: http://www.freesound.org/people/digifishmusic/sounds/47347/

battle.wav

Original: http://www.freesound.org/people/Omar%20Alvarado/sounds/93741/

Wbar 2.3.1 mit lxde-icon-theme und fonts-liberation

Ich bin einen großen Schritt weitergekommen und das Einzige was mich davon abhält, Wbar einem Sponsor für Debian anzutragen, ist die fehlende Veröffentlichung von Version 2.3.2. Zur Zeit sind die Veränderungen nur in Subversion sichtbar, aber zum ersten Mal seit drei Jahren sind Code und Inhalt wieder mit Debians Gesellschaftsvertrag kompatibel.

Das Problem mit den Icons habe ich durch das Empfehlen des Pakets lxde-icon-theme gelöst. Als Standardschrift verwende ich fonts-liberation. Sowohl Icons als auch Schrift lassen sich beliebig ersetzen.

Zwar hatte ich in der Zwischenzeit herausgefunden, dass viele der alten Pixmaps unter der GPL2-Lizenz standen, dennoch war es einfacher und langfristig wohl auch sinnvoller sich unabhängig von einem spezifischen Set von Icons zu machen.

Wbar 2.3.1

Die Leiste macht einen guten Eindruck unter Lubuntu und Wbar ist generell eine gute Alternative für Fenstermanger. Nur bei älteren Rechnern wie dem Toshiba Portégé 3110CT, sollte man damit rechnen, dass die CPU bei der Animation der Icons ins Schwitzen gerät. Meist hilft hier aber schon eine geringere Auflösung bei den verwendeten Symbolen.

Einen Downloadlink gibt es weiterhin im alten Beitrag zur Entwicklung von WBar.

Partition verschwunden: blkid rettet den Tag

Ich war etwas überrascht als ich eines Tages Lubuntu startete und meine Swap-Partition verschwunden war. Während ich noch darüber grübelte, was ich zuvor wieder angestellt hatte, kam mir als erstes die gute alte /etc/fstab in den Sinn. Wer 10 Jahre zurückdenkt schwelgt sicher noch in seeligen Erinnerungen über die manuelle Bearbeitung dieser Datei. (Ok, ich übertreibe ein wenig.) Neue Partitionen konnten und können dort manuell z.B. mit einer Zeile wie dieser eingehängt werden.

/dev/sda5    /mnt/daten    ext2    user, noauto   0      0

Mittlerweile gibt es mit sogenannten UUIDs eine flexiblere und vor allem präzisere Möglichkeit verschiedene Geräte und Partitionen einzigartig zu identifizieren. In meinem Fall erkannte ich schnell, dass sich die UUID der Swap-Partition aus mir unbekannten Gründen verändert hatte. Meine Vermutung ist, dass ein Zurückspielen eines Backups mit Partclone auf eine andere Datenpartition die Logik irgendwie aus dem Tritt gebracht hat.

Will man nun wissen, wie die aktuelle UUID lautet, kann man mit

blkid

Attribute von Blockgeräten abfragen. Diese aktuelle UUID ersetzt die alte in /etc/fstab, womit nach einem Neustart die Swap-Partition wiederhergestellt sein sollte. Voilà. 🙂

Wbar: Bericht von der Entwicklung einer neuen Debian-Version der leichten Schnellstartleiste

Irgendwie hat mich in den letzten Wochen die Lust am Paketeerstellen für Debian gepackt. Während MediathekView gut vorankommt und ich noch auf das Feedback eines Debianentwicklers warte, der sich das Paket gerade ansieht, sitze ich hier an Version 2.3.0. der „Warlock Bar“, auch kurz Wbar genannt.

Die Frage, die man sich nicht nur bei Debian manchmal stellt: „Wie findet man den richtigen Einstieg?“. Ich wendete mich schnell der FAQ der Debian-Mentoren zu. Entgegen allen Gerüchten ist Debian gar kein ganz so elitärer Haufen, der sich gerne gegenüber der Außenwelt abschottet. Für Newbies im Paketeerstellen gibt es Freiwillige, die sich den Fragen angehender Paketverwalter stellen, sei es auf der Mailingliste debian-mentors oder im gleichnamigen IRC-Channel #debian-mentors im OFTC.net.

Von dort gelangte ich auf die Übersichtsseite der Arbeit-bedürfenden und voraussichtlichen Pakete, in Englisch kurz wnpp genannt.

Schnell sieht man hier, dass ca. 600 Pakete auf einen Nachfolger als Paketverwalter warten und die Mehrzahl davon sogar verwaist ist. Hier kümmert sich außer dem QA-Team niemand mehr darum. Irgendwann blieb mein Blick dann an wbar kleben, da mir der Name bekannt vorkam. Im Jahr 2009 bin ich zum ersten Mal auf diese leichtgewichtige Anwendung gestoßen und habe sie dann 2010 als Schnellstartleiste für Fluxbox auf dem Toshiba Portégé 3110CT installiert.

Wieder zwei Jahre später schließt sich der Kreis. Denn genau diese Version, die ich damals benutzt habe, ist auch heute noch die aktuellste. Leider. Zum einen gab es erst wieder 2011 ein paar Neuerungen des neuen Entwicklers zu vermelden, der das Projekt übernommen hatte und schließlich fehlte dem Paketverwalter die Zeit, um das Paket weiter zu betreuen. Wir schreiben Juni 2012 und wbar wird als „verwaist“ markiert.

Also dachte ich, wäre es eine coole Idee ein leichtgewichtiges Programm zu betreuen, dass immer noch auf einem der älteren Laptops läuft, aber von niemandem mehr gewartet wird!

Wbar 2.3.0 – Neuigkeiten aus dem Changelog

Da Details zur Paketerstellung erfahrungsgemäß keine Begeisterungsstürme unter den Lesern dieses Blogs entfachen, fasse ich mich kurz, verweise auf das Changelog im Quellpaket, dass ich gleich verlinke und lasse später einfach Bilder sprechen.

  1. Es gibt eine neue Veröffentlichung! Version 2.3.0 ausgecheckt aus dem Subversion-Repo am 16.08.2012 ist meine aktuelle Arbeitsversion.
  2. Die Konfiguration findet nun ordnungsgemäß global unter /etc statt und nicht mehr unter /usr/share/wbar. Die Bearbeitung von ~/.wbar ist weiterhin für den lokalen Benutzer möglich.
  3. Es gibt ein neues grafisches Programm namens wbar-config, das die Konfiguration und Gestaltung von wbar sehr vereinfacht, aber vollkommen optional ist.
  4. Das Paket wird mit LDFLAGS=Wl, –as-needed gebaut, wodurch überflüssige Abhängigkeiten wegfallen, was sicher nicht nur Fans von leichtgewichtigen Desktops freuen dürfte.
  5. Das Paket ist gehärtet.
  6. Alle empfohlenen Abhängigkeiten sind jetzt nur noch vorgeschlagen. Auch das hält den Rechner schlank. Ob es dabei bleibt, hängt aber von einer Lizenzfrage ab.
  7. Des Weiteren habe ich noch einige Tippfehler und Sprachunebenheiten ausgebessert (und mich dabei hoffentlich nicht selbst in die Nesseln gesetzt *schluck*).

Offene Baustellen sind momentan keine technischen Probleme, sondern ausschließlich Lizenzfragen. Aufmerksamen Menschen fällt der Zusatz „+dfsg2“ am offiziellen Debianpaket auf. Das bedeutet, dass das Quellpaket der Entwickler schon zwei Mal „umgepackt“ werden musste, um den Richtlinien für Debian und für Freie Software zu genügen. Konkret geht es darum, dass damals offensichtlich Icons aus dem bekannten MacOS-Dock für Wbar benutzt worden sind. Da diese aber unfrei sind, können sie mit Debian nicht vertrieben werden.

Ich stehe nun vor ähnlichen Problem. Zum einen liegt dem Quellpaket eine COPYRIGHT-Datei bei, worin die GPL-3-Lizenz enthalten ist. Die Projektseite genauso wie das alte Paket stellen jedoch klar, dass der Code unter GPL-2 steht. Im Prinzip kein Problem, da es maximal zwei Entwickler gibt, die frei entscheiden können, ob sie neuere Versionen nun unter GPL-3 oder weiterhin GPL-2 verfügbar machen. Welche von beiden es aber ist bleibt unklar.

Die zweite Sache sind die Icons. Das alte Verzeichnis mit den „Mac“-Icons gibt es mittlerweile nur noch im SVN. Neu hinzugekommen sind die Icons im „pixmaps“-Ordner. Eine gute Gelegenheit mal ein Bildschirmfoto von der aktuellen wbar-Version zu zeigen, so wie sie auf meinem angepassten Lubuntu läuft.

wbar 2.3.0

Mal von links nach rechts betrachtet: Das erste Symbol ist für wbar-config gedacht und ich ordne es optimistischerweise den Entwicklern zu. Dann kommt Pidgin und Anjuta. Anjuta steht unter der GPL-2, Pidgin ist ebenfalls ein freies Programm. Das nächste Symbol sieht lustig aus, ist aber nicht das offizielle Logo von Bluefish, dem Editor. Woher kommt es? Ok, den Gimp hat sicherlich jeder erkannt. OpenOffice, oha. „Bitte beachten Sie, dass das Logo nicht unter einer freien Lizenz steht. Und zum Schluss stehen da noch Synaptic und ein typisches Terminal-Symbol. Keine Ahnung, wer sie erstellt hat.

Also wenn es gut läuft, kann ich bis auf zwei Symbole alle zuordnen und die passende Lizenz finden und den ursprünglichen Rechteinhaber ausfindig machen. Da die Entwickler aber jederzeit diese Symbole auch wieder ersetzen können, fahre ich fast besser damit, einfach wieder das Paket gnome-extra-icons zu empfehlen, dass nachweislich nur freie Symbole enthält.

Beim Schreiben des Artikels ist mir dieser alte Screenshot von 2009 aufgefallen. Hier sieht man noch die Version von Wbar mit den unfreien Symbolen, bevor diese vom damaligen Paketverwalter entfernt worden sind. Das ist übrigens Fluxbox und Conky.

Das zweite Bild zeigt wiederum die aktuellen Symbole in der Version 1.3.3 von Wbar.

Fluxbox und Wbar

Ich habe die Entwickler angeschrieben und bin mal gespannt, ob es eine Antwort geben wird. Wie gesagt, es gibt Alternativen bei dem Lizenzproblem und technisch scheint das Paket gut zu funktionieren. Wer es ausprobieren will….ihr kennt den Spruch.

Update 28.09.2012:
– Neue Version 2.3.4 online

Update 10.01.2013
Ein offizieller Upload scheint nicht mehr weit entfernt. Die Downloadlinks werden deshalb in nächster Zeit ins Leere führen. Bitte benutzt dann die offizielle Version.

Quellpaket 2.3.4

dget -x ftp://46.182.19.209/debian/pool/main/w/wbar/wbar_2.3.4-1.dsc

Binärpaket wbar-2.3.4

i386

wget ftp://46.182.19.209/debian/pool/main/w/wbar/wbar_2.3.4-1_i386.deb

amd64

wget ftp://46.182.19.209/debian/pool/main/w/wbar/wbar_2.3.4-1_amd64.deb

Binärpaket wbar-config-2.3.4

i386

wget ftp://46.182.19.209/debian/pool/main/w/wbar/wbar-config_2.3.4-1_i386.deb

amd64

wget ftp://46.182.19.209/debian/pool/main/w/wbar/wbar-config_2.3.4-1_amd64.deb

Hier ist der aktuelle ITA-Bug von Wbar, #678865, der den aktuellen Stand dokumentiert.

Und noch ein erster Eindruck von wbar-config.

wbar-config 2.3.0

Die Rätselfrage wie gewohnt zum Schluss: Welche Schriftdatei ist standardmäßig in jeder Debianinstallation enthalten, damit ich von Wbar darauf verweisen kann, ohne Gefahr laufen zu müssen, dass sie doch nicht existiert? 😉

Lubuntu: Der Weg von LXDE zu einem reinen Openbox-Desktop mit Tint2 und Conky

Ich wollte meinem Lubuntu einen neuen Anstrich verpassen und die standardmäßige LXDE-Desktopumgebung gegen meinen Openbox-Arbeitsplatz austauschen. Ziel war es aber nicht wie üblich von einer minimalen Installation das System aufzubauen, sondern so wenig wie möglich an den vorinstallierten Einstellungen von Lubuntu zu ändern. Ich habe die einzelnen Schritte hier noch einmal dokumentiert, nützliche Quellen angegeben und meine eigene Konfiguration vorgestellt. Ich hoffe, es ist für diejenigen nützlich, die eine schnelle Lubuntu-Installation schätzen, aber anschließend gerne mit wenig Aufwand den Desktop an die eigenen Vorstellungen anpassen möchten.

Vorher und Nachher

Lubuntu benutzt von Haus aus das LXPanel am unteren Bildschirmrand und den Dateimanager PCManFM zum Verwalten des Desktops und der darauf befindlichen Icons. Damit entsteht das klassische Desktopgefühl, wodurch Lubuntu sich in der Standardeinstellung als perfekter Ersatz für all diejenigen eignet, die Gnome 3 und den zahlreichen Gnome-Shell-Varianten nichts abgewinnen können.

Mit ein paar Handgriffen lässt sich aus Lubuntu aber auch ein typischer Openbox-Desktop machen mit Rechsklickmenü, Tint2-Panel und Conky. Zusätzlich habe ich noch Ubuntu One installiert, in das PCManFM-Menü integriert und mir die Alpha des Lubuntu-Software-Centers angeschaut.

vorher
nachher

Konfiguration

Die folgenden Abschnitte sollen nur kurz erklären, was installiert und konfiguriert wurde ohne dabei zu sehr jedes Detail auszuschmücken. Im Idealfall könnt ihr meine Konfigurationsdateien an den entsprechenden Ort kopieren und die Textdateien bearbeiten, wonach sich das entsprechende Ergebnis einstellen sollte.

Wer mehr Informationen zu LXDE und Openbox haben möchte, sollte einen Blick auf die Artikel im Wiki von ubuntuusers.de oder meine kurze Übersicht „Erste Schritte mit Openbox“ werfen.

Diese Pakete haben ich insgesamt entfernt oder zusätzlich installiert.

  • Entfernte Pakete: lxpanel
  • Installierte Pakete: tint2, conky, menu, obmenu, nitrogen, ubuntuone-client, ubuntuone-control-panel, lubuntu-software-center

Hintergrundbild

Der einfachste Teil des Ganzen. Damit nicht mehr PCManFM das Hintergrundbild zeichnet, bietet sich dafür z.B. das Programm Nitrogen an, das leicht zu bedienen ist. Programm aufrufen, Bilderverzeichnis mit dem gewünschten Hintergrundbild auswählen, fertig. Eine gute Alternative dazu bleibt weiterhin feh. Das Bild habe ich auf wallbase.cc gefunden.

Openbox- und GTK-Thema

Das Thema des Fenstermanagers lässt sich mit obconf, die Themen der GTK-Anwendungen bequem mit LXAppearance ändern. Ich habe mich erneut für Alghattas entschieden, da es mir schon als Thema für meinen Openbox-Desktop mit Arch Linux gefiel. Ein Problem scheint derzeit zu sein, dass Alghattas nicht für GTK3-Applikationen geeignet ist oder LXAppearance hier einfach schlapp macht.

Lösungen: Wählt ein anderes Thema, tauscht die GTK3-Anwendungen aus oder ignoriert das Ganze. 😉

Entpackt Alghattas nach ~/.themes/ und ihr solltet keine Probleme haben das neue Thema mit obconf und LXAppearance auszuwählen.

Conky

Normalerweise bevorzuge ich eher schlichte Conky-Themen. Mir genügen die wichtigsten Systeminformationen in Textform. Das wars. Langweilig, ich weiß. Für den Showeffekt habe ich deswegen mal nach etwas anderem gesucht und bin bei webupd8.org fündig geworden. Ihr könnt euch das Original des Benutzers despot77 von gnome-look.org herunterladen.

Ich habe die Version leicht angepasst, die Farben geändert und das Lubuntu-Logo verwendet. Mit diesem Conky-Beispiel sieht man recht gut die Möglichkeiten von Lua, womit die Kreise und die Uhr dynamisch gezeichnet werden.

Damit Conky sauber beim Abmelden beendet wird, ist es derzeit noch notwendig in der Datei /etc/lxdm/PostLogout

pkill -9 conky

einzutragen.

Download: Mein Conky
Kopieren nach: ~

Tint2

Ich weiß auch nicht genau, was mich an Tint2 so begeistert. Ich denke, es ist dieser schlichte, aber trotzdem so effektive Ansatz. Aufmerksame Leser erkennen auch hier wieder die Vorlage von Crunchbang Linux. Dieses Mal habe ich mich für einen transparenten Hintergrund und vier Arbeitsflächen entschieden. Da ich mit Conky schon Datum und Uhrzeit darstelle, entfiel der entsprechende Konfigurationsteil bei Tint2. Die Anzahl der Desktops lässt sich mit obconf unter dem Reiter „Arbeitsfläche“ ändern.

Download: Meine tint2rc
Kopieren nach: ~/.config/tint2/

Autostart

Es ist ziemlich umständlich bei jedem Neustart das neue Panel, Conky und Nitrogen manuell auszuführen. Damit dies automatisch geschieht, gibt es eine Autostartfunktion, die man bei Lubuntu meiner Meinung nach an zu vielen Stellen suchen muss.

LXDE greift auf die freedesktop.org Standards zurück, was ungewohnt erscheint, wenn man es bisher lediglich mit der Datei autostart im Ordner ~/.config/openbox/ zu tun hatte.

Anwendungen lassen sich bei Lubuntu global in /etc/xdg/lxsession/Lubuntu/autostart automatisch ausführen. Diese Datei sieht bei mir so aus.

@nitrogen --restore
@xscreensaver -no-splash
@xfce4-power-manager
@/usr/lib/policykit-1-gnome/polkit-gnome-authentication-agent-1

Wo sind Tint2 und Conky geblieben? Aus Gründen, die ich nicht nachvollziehen konnte, wurden beide trotz des Eintrags nicht gestartet. Die Alternative ist eine .desktop Datei, z.B. tint2.desktop, anzulegen, sie gemäß dem folgenden Muster zu editieren und dann nach ~/.config/autostart/ zu kopieren.

[Desktop Entry]
Encoding=UTF-8
Name=Tint2
Comment=Panel
GenericName=Tint2
Categories=GTK;Utility;
Exec=tint2
Icon=/usr/share/pixmaps/gksu.png
Terminal=false
Type=Application
NoDisplay=false
StartupNotify=true

Mehr Informationen dazu gibt es im Wiki von ubuntuusers.de unter dem Stichwort Menue.

Rootmenü

Mir gefällt das Openbox-Menü, weil ich hiermit schnellen Zugriff auf alle Anwendungen an jedem Punkt der Arbeitsfläche haben kann, indem ich nur die rechte Maustaste drücke. Im Zusammenspiel mit Tastenkürzeln ist das eine große Zeitersparnis. Zuerst muss man das Menü wie folgt aktivieren.

Rechsklick auf den Desktop -> Einstellungen der Arbeitsfläche -> Fortgeschritten -> Option „Menü mit Fenstermanager anzeigen“ aktivieren.

Um den Vorgang rückgängig zu machen, kann man pcmanfm --desktop-pref in einem Terminal ausführen.

Ein Nachteil ist aber am Anfang, dass man dieses Menü zum einen mit obmenu manuell an seine Vorstellungen anpassen muss. In der Regel ändere ich aber nur einige wenige Einträge von Hand, der Rest wird automatisch mit Hilfe des Debian-Menüs generiert. Nach der Installation von menu, trägt man noch folgende Zeilen an die passende Stelle in ~./config/openbox/lubuntu-rc.xml ein.

<!-- You can specify more than one menu file in here and they are all loaded,
       just don't make menu ids clash or, well, it'll be kind of pointless -->

<file>debian-menu.xml</file>
<file>menu.xml</file>

Die beiden Namen zwischen den tags verweisen auf die gleichlautenden Dateinamen in ~/.config/openbox/. Mit dem Befehl update-menus als normaler Benutzer wird das spezielle Debian-Menü neu generiert. Einziger Nachteil, wenn man es nicht global benutzt: Man muss nach dem Entfernen oder einer Neuinstallation von Software update-menus erneut ausführen, damit das Menü angepasst wird.

Download: Meine Openbox-Konfiguration
Kopieren nach:~/.config/openbox/

Ubuntu One und Software-Center

Ubuntu One und das Software-Center werden beide standardmäßig bei Lubuntu nicht vorinstalliert. Sie lassen sich aber schnell mit

aptitude install ubuntuone-client ubuntuone-control-panel software-center

nachinstallieren. Möchte man mit PCManFM Ordner zur Synchronisation freigeben, kann man sich einen zusätzlichen Menüeintrag im Dateimanager erstellen.

Rechtsklick auf einen Ordner -> Öffnen mit -> Befehlszeile -> u1sdtool --create-folder %f

Das Kommandozeilenprogramm u1sdtool lässt sich dann auch genauso zum Auflisten und Entfernen von Ordnern aus UbuntuOne benutzen.

u1sdtool --list-folder
u1sdtool --delete-folder "ID"

Lubuntu entwickelt zusätzlich zum normalen Software-Center noch eine leichtgewichtige Version, die schlicht Lubuntu-Software-Center heißt. Es lässt sich aus dem Lubuntu-Desktop PPA einbinden. Da es sich um eine Entwicklungsversion handelt, sollte man dementsprechend mit dem Paket umgehen. Zur Zeit bemerkt man deutlich das reaktionsfreudige Verhalten, einige der Funktionen des normalen Software-Centers wurden aber noch nicht integriert.

Fazit

Ich denke die größte Hürde bei der Umstellung auf einen klassischen Openbox-Desktop ist zum einen das Finden der passenden Stelle für den Autostart und das Anpassen des Rechtsklickmenüs. Der Rest ist Geschmackssache und schnell erledigt. Zum Schluss noch der Desktop ohne geöffnete Fenster.