MediathekView 3.2: Neues Release für Debian verzögert sich wegen des neuen Mac-Designs

Das neue Jahr hatte mit dem guten Vorsatz begonnen öfter mal kleinere Artikel zu schreiben und wie das mit guten Vorsätzen so ist, waren sie dann auch schon kurze später wieder vergessen und man war wieder im alten Trott gefangen.
Dass ich nicht nur Müßiggang betreibe, sondern einfach nur das Schreiben mit ein paar Aufgaben für Debian getauscht habe, will ich mit diesem kleinen Bericht zur aktuellen Version von MediathekView beweisen, dem Betrachter für die Mediatheken des deutschsprachigen Fernsehens.
130321_MediathekView_3_2

Eine neue Version

Die neue Version 3.2 von MediathekView erschien vor zwei Tagen und brachte vor allem als neues Feature eine “Blacklist”, mit der es möglich ist Sendungen und Abonnements herauszufiltern, die man nicht angezeigt bekommen möchte. Das ist vor allem für viele Trailer nützlich, deren Datum in der Zukunft liegt und die trotzdem bisher in der allgemeinen Übersicht angezeigt wurden.
Ebenso auffällig ist die neue Filteransicht, die sich z.B. durch Drücken von F8 aus- und einschalten lässt. Nun lässt sich die gesamte Filmliste, wie in der Adressleiste von Webbrowsern gewohnt, schon durch die Eingabe von einzelnen Buchstaben durchsuchen. Außerdem wurde mit der neuen Version eine optische Auffrischungskur eingeleitet, so dass sich das Design nun mehr an MacOSX orientiert.

Alles Aqua?

Murren und Knurren oder doch eher Jubel? Ich bin anfangs skeptisch gewesen, da die Veränderungen hauptsächlich für Mac-Benutzer zu sehen sind, jedoch werden davon langfristig alle profitieren, da ein neuer Entwickler zum Projekt hinzugestoßen ist, der die UI für alle verbessern möchte.
Obwohl ich die Entwicklung von MediathekView regelmäßig verfolge und auch im dortigen Forum aktiv bin, hat mich der Umfang der Veränderungen “unter der Haube” doch überrascht. Mir ist erst letzte Woche bewusst geworden, dass einige neue Abhängigkeiten, sprich Java-Bibliotheken, hinzugekommen sind. Das ist nichts Schlechtes, sondern erspart viel Entwicklungszeit, da man das Rad nicht wieder neu erfinden muss. Problematisch für mich als Betreuer des Pakets wurde es nur, als ich feststellte, dass noch niemand JIDE Common Layer (jide-oss) für Debian gepackt hatte.
Die Firma Jidesoft hat vor sechs Jahren Teile ihres ehemals proprietären Rahmenwerks für Java-Swing-Komponenten unter eine freie Lizenz gestellt und bietet mehr als 30 Komponenten und Werkzeuge an, damit komplexe Java-Anwendungen erstellt werden können. Das Angebot reicht von Buttons und Schiebereglern, über die Taschenrechnerkomponente, über Funktionen die Systeminformationen abgreifen bis hin zum Autocompletion-Feature und der SearchBar.
Als erstes stellte ich dann fest, dass die Lizenz nicht GPL-3 war, obwohl im Git-Repo von MV so ausgewiesen, sondern tatsächlich GPL-2 mit Classpath Exception. Eigentlich egal, GPL ist GPL, oder? Leider nein. GPL-3 und GPL-2 sind nicht kompatibel. Nach einiger Diskussion im Forum kamen wir jedoch zur Überzeugung, dass uns (mich) der Zusatz “mit Classpath Exception” rettet, weil es dadurch möglich wird MediathekView rechtmäßig gegen diese Bibliothek zu linken. Ansonsten hätte das Programm nicht in Debian erscheinen können. Umgehen lässt sich das Lizenz-Dilemma mit der GPL, indem man den Nutzern die Möglichkeit gibt, auch jede spätere Version der GPL nutzen zu dürfen. Das muss aber explizit in der Lizenz erwähnt sein, war aber hier nicht der Fall.
Ursprünglich sollte dem Programm auch nur die Jar-Datei von jide-oss beiliegen, also der schon übersetzte Bytecode der Bibliothek. Das widerspricht jedoch auch Debians Gesellschaftsvertrag, wir brauchen den Quellcode, so dass in der neuen Version auch dieser MediathekView beizufügen wäre. Der “saubere” Weg besteht jedoch darin Bibliotheken in separate Pakete auszulagern und extra zu packen. Im Klartext: Ich hatte mich gerade freiwillig als Maintainer für ein weiteres Javapaket gemeldet. 😉
Das neue Paket habe ich vergangene Woche auf der Mailingliste debian-java vorgestellt und kurz darauf auch darum gebeten dieses neue Paket in das Archiv hochzuladen. Natürlich kann das noch eine Weile dauern. Selbst wenn es augenblicklich passieren würde, müsste es erst mal durch die sogenannte Warteschlange für neue Pakete und von den FTP-Mastern gesichtet werden.
Ich erspare euch an dieser Stelle die Geschichte davon, wie ich den Code von Jide-OSS nach potentiellen Lizenzproblemen gescannt habe. Neben der allgemeinen Lizenz, GPL-2 with classpath exception, stehen Teile des Codes nämlich noch unter der BSD-, LGPL-2.1-, Apache-1.1- und Zlib-Lizenz.
Kurzum es wird wegen dieser neuen Bibliothek etwas länger bis zum Debian-Release dauern, jedoch verpasst ihr nicht allzu viel, wenn ihr noch Version 3.1 benutzt.
Wer mit Git nicht auf Kriegsfuß steht kann sich libjide-oss-java und MediathekView direkt aus dem Git-Repository herunterladen.
git://anonscm.debian.org/pkg-java/libjide-oss-java.git
git://anonscm.debian.org/collab-maint/mediathekview.git
Für alle, die nicht warten wollen, lassen sich Pakete hier herunterladen. Der Link verschwindet nach dem offiziellen Release wieder.

Installation

Installieren lässt sich MediathekView 3.2.1 dann mit

dpkg -i mediathekview_3.2.1-1_all.deb libjide-oss-java_3.5.3+dfsg-1_all.deb
aptitude install libmac-widgets-java libswingx-java libjgoodies-forms-java libcommons-compress-java libcommons-lang3-java

MediathekView 3.1.0: Neuigkeiten und Veränderungen im Debian-Paket

MediathekView GPL-3+
Am 07. Januar 2013 wurde offiziell MediathekView 3.1.0 freigegeben. Wer schon ein wenig im Forum gestöbert hatte, fand auch öfter den Hinweis auf Entwicklerversionen, von denen sich die jetzige Version kaum unterscheidet. Ich hatte zwischendurch immer mal wieder an einem Teil im Debianpaket geschraubt. Am Ende ist folgendes herausgekommen:

  • Abhängigkeit libjdom1-java ist nicht mehr notwendig und wurde entfernt. (Das ist natürlich mehr ein Dienst von W. Xaver, dem Entwickler 😉 )
  • Ich habe Mplayer2 als weiteren alternativen Videoplayer zu den empfohlenen Anwendungen hinzugefügt.
  • Es gibt ab sofort auch eine deutsche Manpage. Machte meiner Meinung nach Sinn, da MediathekView wohl hauptsächlich Leute anspricht, die Deutsch verstehen.
  • Es ist nun ganz einfach nachzuvollziehen wie ich auf die Quellen für Debians Source-Tarball gekommen bin. Einfach debian/rules get-orig-source des MediathekView-Pakets aufrufen. (und dabei natürlich vorher git installiert haben. 🙂 )

Ich werde die Version noch ein paar Tage testen, bin aber schon ziemlich zufrieden. Wer einen ersten Blick erhaschen möchte, findet MediathekView 3.1.0 auf meinem FTP-Server.
Ihr könnt auch dem Artikel über Reprepro folgen, meinen GPG-Schlüssel eurem Schlüsselring und diese Zeilen eurer /etc/apt/sources.list hinzufügen.

Ist nun im offiziellen Archiv. 😉

Ein umfangreicher Artikel zum Thema MediathekView folgt bald. Sollte der angegebene Link nicht mehr funktionieren, bedeutet das, dass MediathekView 3.1.0 Eingang ins offizielle Debian-Archiv gefunden hat.

Mehr als ein Feiertag: Mediathekview 3.0.0 ist in Debian Sid

MediathekView
Vorgestern war in zweifacher Hinsicht ein besonderer Tag. Es war Tag der Deutschen Einheit und mein erstes “richtiges” Debianpaket, MediathekView, wurde in das offizielle Archiv hochgeladen und befindet sich nun in Debian Unstable alias Sid. Wer meine MediathekView-Pakete bisher von diesem Blog aus bezogen hat, braucht sich nicht groß umstellen, bis auf ein paar interne Details hat sich zur Version 3.0.0 nicht viel geändert.
Ich werde nun einen sogenannten “Unblock”-Fehlerbericht verfassen, damit MediathekView 3.0.0 noch die Chance hat nach Wheezy zu migrieren und die nächste bzw. erste stabile Version in Debian wird. Die Chancen stehen leider nicht besonders gut, da sich gegenüber der alten Version viel verändert hat. Wenn das Release-Team den Daumen senkt, gibt es eben keine Version für Debian Wheezy. Liegt leider außerhalb meines Machtbereichs. Sorry.
Ansonsten wurden noch meine drei “RC-NMUs” (Abkürzungen sind toll) ebenfalls gestern hochgeladen. Die Sache mit der invaliden E-Mail-Adresse. Zugegeben das waren triviale Änderungen, aber ein Debianentwickler dachte sich scheinbar: “Egal. Es fixt drei veröffentlichungskritische Bugs”. Also wer immer schon mal Lust hatte Debian oder Freier Software im Allgemeinen zu helfen, dann zögert nicht und beseitigt RC-Bugs!
Der Vollständigkeit halber muss ich noch erwähnen, dass Bart Martens, ebenfalls Debian-Entwickler, die Sache leicht anders gesehen hat. Seine Aussage: Wenn ein Paketverwalter es nicht einmal für nötig halte seine Kontaktdaten aktuell zu halten, solle man das Paket gleich verwaisen lassen – sprich einen neuen Maintainer suchen.
Bart hat Recht. Ich denke, es ist vollkommen normal, wenn man irgendwann an einen Punkt gelangt und keine Zeit oder Lust mehr für Debian hat und weiterziehen möchte. Fairerweise sollte man jedoch das auch öffentlich machen und Leute dazu auffordern die eigenen Pakete zu übernehmen. Viele verschwinden jedoch und zurück bleibt Software, die keiner mehr betreut. Aus falscher Rücksichtnahme auf den Maintainer passiert dann auch schon einmal Monate lang gar nichts.
Ich denke hier hilft einfach gesunder Menschenverstand weiter. Wenn ein Paket tatsächlich in einem miserablen Zustand ist, erstellt einfach einen Patch oder ein neues, besseres Paket. Mit Sicherheit wird sich dann jemand finden, der es in Debian einstellt.

MediathekView 3.0 und Wbar 2.3.4 auf dem Weg nach Debian!?

Bevor es hier gleich mit einem anderen Zwischenfazit weitergeht, wie steht es um MediathekView und Wbar?
Entwicklung braucht Zeit. Einen Sponsor zu finden, der die Sache ins Archiv hochlädt, ist ein Geduldsspiel. Es gibt an die 30000 Pakete in Debian aber nur ca. 1000 Debian-Entwickler, die die Berechtigung besitzen Pakete überhaupt in das Archiv zu befördern, wo die FTP-Master mit Argusaugen über jeden Neuzugang wachen.
Tausend Leute, das klingt eigentlich gar nicht so schlecht. Manche davon kümmern sich jedoch um 100 verschiedene Pakete gleichzeitig und Debian ist nicht nur Softwareentwicklung. Es gibt Teams, die sich um die Übersetzung der Software und die Gestaltung und Aufrechterhaltung der Webpräsenz und von Mailinglisten kümmern. Und dann soll man auch noch die Verantwortung für unbekannte Neuentwickler übernehmen, sie anleiten und deren Pakete auf Korrektheit überprüfen? Wenn so ein Neuer Schaden anrichtet und man hat es vorher nicht gesehen…
Klingt nicht nach der dankbarsten Aufgabe, aber es gibt Freiwillige, die sich darum kümmern. Vor wenigen Tagen habe ich nach genau so einem Sponsor oder Mentor für Wbar gesucht (#688310). Mittlerweile ist sogar Version 2.3.4. erschienen und meine eingesandten Patches wurden freundlicherweise berücksichtigt. Etwas überrascht war ich dann doch als Bart Martens, seines Zeichens Debian-Entwickler und sehr aktiv bei den Mentoren Bug #575087 auf Schweregrad “Grave” hochgesetzt hat und mich gebeten hat diesen für Wheezy zu fixen.
Nun würde Version 2.3.4 von Wbar das Problem lösen, aber aus der kurzen Nachricht von Bart konnte ich nur entnehmen, dass ich wohl einen gezielten Fix für das aktuelle Paket in Wheezy einspielen soll. Wer sich nun fragt, warum Wbar plötzlich unbrauchbar wurde, der findet die Lösung vielleicht, wenn er versucht Wbar ohne empfohlene Pakete zu installieren. Die Schnellstartleiste verweigert ihren Dienst, weil der Pfad zu den Icons und/oder der Schrift dann den Rückgabewert NULL liefert. Kurzum das Ding startet nicht.
Also meine bescheidene Meinung ist: Wer Schellstartleisten ohne den korrekten Pfad zu den Symbolen startet, muss mindestens zweimal von e^(i*pi)+1 bis Unendlich zählen. Jedoch ganz abwegig ist der Fehlerbericht natürlich nicht und ja in Version 2.3.4. darf man auch den falschen Pfad zu seinen Symbolen und der Schrift angeben und das (transparente) Hintergrundbild von Wbar ist trotzdem zu sehen. 🙂
Ich denke jedoch, dass das kein veröffentlichungskritischer Fehler ist und werde das so auch noch einmal in den Fehlerbericht schreiben. Ist natürlich ein doofer Einstieg in Debian, wenn man erst einmal anderer Meinung als der Debianentwickler ist. 😐
MediathekView ist meiner Meinung nach in einem vorzeigbaren Zustand und wartet darauf einmal gründlich analysiert zu werden. Mittlerweile haben sogar zwei DDs Interesse daran bekundet. Der Witz daran ist, dass es bisher dabei geblieben ist. Die ganze Geschichte lässt sich in Fehlerbericht #681680 nachlesen. Ich bin aber weiterhin guter Hoffnung und ja 2.6.1 wurde aufgegeben, entweder schafft es 3.0.0 nach Wheezy oder gar nichts.
Ich habe die Downloadlinks von Mediathekview und Wbar aktualisiert. Wer also die Zeit verkürzen möchte, findet dort die entsprechenden Debianpakete. Danke auch an das bisherige Feedback zu MediathekView. Ich habe den Pfad zum flv.sh-Skript angepasst. Auch die Idee mit dem Shellskript halte ich weiterhin für gut. Vielleicht lässt sich damit in der Zukunft tatsächlich die Mediathek komplett ohne den Umweg über Java auf die Konsole holen. 😉

Mediathekview 3.0: Es ist angerichtet

Esst solange es heiß ist. Ich habe soeben Mediathekview 3.0 auf meinen FTP-Server hochgeladen.

Update 13.08.2012: Zusätzlich im Angebot nun auch Version 2.6.1, die letzte der 2er-Variante. Hier beschränken sich die Veränderungen nur auf das Notwendigste um Lintian-Fehler zu beseitigen und die Filmliste wieder funktionsfähig zu machen. Die Änderungen sind immer noch relativ groß, was es schwierig macht dafür eine Uploaderlaubnis nach Wheezy zu bekommen. Ich schicke den Patch auf jeden Fall an den Debian-Bugtracker und dann sehen wir einfach mal weiter.
Update 15.08.2012: Version 3.0 hat nun ein neues Menüicon, ein Changelog und die Kurzanleitung. So sieht das vorläufige neue Icon von W. Xaver, dem Entwickler von Mediathekview, aus.
Update 16.08.2012: Neue Anleitung.pdf für Version 3.0 und einige kosmetische Änderungen am Quellpaket.

Mediathekview 3 Icon
Update 22.08.2012: Wir nähern uns der finalen Version. Einen potentiellen Sponsor habe ich gefunden und es sieht so aus als ob ich auch der Paketverwalter von Mediathekview werde.
Update 28.09.2012: Fast geschafft. MediathekView 3.0 im September 2012.
Update 05.10.2012: Seit dem 03.10.2012 befindet sich Mediathekview in Debian Unstable. Von dort wird es “bald” auch nach Ubuntu gelangen. Deswegen entferne ich nun die hier zur Verfügung gestellten Pakete. Danke an alle Tester!

Was euch erwartet

Hoffentlich ein funktionsfähiges Paket. 😉 Ich habe es mit Lintian erfolgreich geprüft, es lässt sich installieren, deinstallieren und upgraden. Obwohl ich so sorgfältig wie möglich vorgegangen bin, gibt es wie immer keine Garantie. Wer Spaß an der Blutigen Kante/Schneide hat darf zugreifen. Ich will hier aber nicht lesen müssen, dass ihr eure über Jahrzehnte gesammelte Arbeit verloren habt, weil ihr Mediathekview 3.0 ausprobieren wolltet und das Backup ja eigentlich um Mitternacht angelaufen wäre. 😈
Angst? Gut.
Das Paket ist fast “fertig”, es fehlen aber noch folgende Dinge (und ein geübter Blick eines Debianentwicklers):

  • Changelog. Es hat sich viel verändert. Ich kann aber noch kein abschließendes Changelog erstellen, da ich nicht mal weiß, ob das Paket überhaupt akzeptiert wird. Ich erstelle nun noch eine weiteres Paket in Version 2.6.1, das vermutlich größere Chancen hat den gestern erwähnten RC-Bug zu fixen. Das Paket hier wäre dann regulär für Unstable gedacht.
  • Menüicon. Ist immer noch das Icon aus Version 2.4 und skaliert leider nicht sehr schön. Wer eine Idee für ein gutaussehendes Icon hat…immer her damit.
  • Dokumentation. Gibt es auf der offiziellen Mediathekview-Seite. Da ich seit kurzem über Quellcode und PDF-Dokument der Kurzanleitung verfüge, kommt diese später noch nach /usr/share/doc/mediathekview.
  • Geänderte Empfehlungen. Ich habe die Empfehlungen leicht geändert. Flvstreamer ist weiterhin empfohlen. Jedoch gibt es nun für VLC und den Mplayer eine ODER-Bedingung. Die alte Empfehlung für mplayer-nogui habe ich entfernt, da es dieses Paket für Debian gar nicht gibt. (wohl aber bei deb-multimedia.org)

Wer noch eine Knobelaufgabe sucht, hier ist sie:
Mit Mediathekview lassen sich sogenannte Programmsets einrichten. Ihr könnt also zum Abspielen und Speichern jeweils separate Videoabspieler festlegen. Gesucht ist ein Befehl, mit dem es möglich ist rtmp- und mms-Streams direkt über Mplayer abzuspielen ohne Zusatzprogramme. Ich bin mit dem momentanen Standardset für Linux nicht zufrieden. Praktischerweise lassen diese Sets sich aber als XML-Datei exportieren und über die Projektseite herunterladen.
Wenn ihr also ein cooles Programmset habt, dass es ermöglicht mit Flvstreamer, VLC und Mplayer alle Videos abzuspielen und zu speichern, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dies das neue Standardset wird. Behaupte ich einfach mal. 😉

Mediathekview 3 und Gnome 3

Mediathekview und Gnome3

Mediathekview 3.0: Bugs, Patches und Lösungen

In den letzten Wochen und Tagen habe ich versucht etwas Nützliches für Debian zu tun. Im Juni konnte ich noch meine Fehlerberichte der letzten Wochen vorstellen, die sich hauptsächlich mit den Spielen für meinen Spieleserver beschäftigten. Eine nicht ganz unlogische Schlussfolgerung war, wenn man sich intensiver mit einem Stück Software befasst, entdeckt man zwangsläufig Fehler.

LXAppearance

Dieser Binsenweisheit folgend meldete ich dann einige Wochen später einen Bug mit LXAppearance. LXAppearance ist meine bevorzugte Anwendung, wenn es darum geht das Icon- oder GTK-Thema meiner Fenstermanager-Lösungen auszutauschen. Im Regelfall kopiere ich ein neues Thema nach ~/.themes und neue Icons nach ~/.icons und wähle sie dann mit LXAppearance aus.
Mehr als merkwürdig war die Tatsache, dass LXAppearance immer dann abstürzte, wenn ich ein neues Icon-Thema installieren wollte. Da ich nicht jeden Tag das Aussehen des Desktops ändere, hat mich das bisher kaum gestört vor allem, weil das Thema trotz Absturz installiert worden war. Also erstellte ich einen Backtrace mit GDB und schickte ihn zusammen mit dem Core-Dump als Fehlerbericht #683146 zum Debian-BTS.

Aptitude

Es gibt Anwendungen, die man tagtäglich benutzt, aber von denen man dennoch gar nichts weiß. Ich probiere gerne neue Programme aus und so war es eines Tages an der Zeit mir Gnome-Packagekit näher anzuschauen. Ich bin mir sicher, dass die meisten Leser eher zu Konsolenwerkzeugen greifen und grafische Installationsprogramme verpönt sind. Gnome-Packagekit ist die Antwort der Gnome-Entwickler auf die Suche nach einer simplen, grafischen Anwendung, die Linuxpakete mit ein paar Mausklicks installieren und entfernen kann. Keine wirklich schlechte Sache, wenn man weniger technikaffinen Menschen Linux schmackhaft machen möchte.
Da ich wegen meines libcairo2-Problems (das übrigens nun gelöst ist, juhu) besagte Bibliothek mit Aptitude auf “hold” gesetzt hatte, wunderte ich mich sehr, dass Gnome-Packagekit dennoch ein vollständiges Upgrade vornahm. Schon kurze Zeit später war der Fehlerbericht #683099 verfasst. Was ich dabei nicht bedacht hatte war, auch Aptitude konnte Schuld sein.
Tatsächlich benutzt Aptitude derzeit noch einen anderen Mechanismus, um Pakete auf “hold” zu setzen, den apt-get nicht benutzen kann und umgekehrt. Da Gnome-Packagekit sich aber an Apt orientiert, führt das zu dem beschriebenen Fehler. Ich beneide den oder die derzeitigen Paketverwalter von Aptitude nicht. In der Vergangenheit wurden so viele Fehlerberichte gegen Aptitude verfasst, dass ich Probleme habe überhaupt noch die Übersicht zu behalten. Wäre ich der Maintainer von Aptitude, würde ich vermutlich zuerst einmal alle Fehlerberichte löschen und von Null anfangen. 😉

Mediathekview

Obwohl alle Fehlerberichte ihre Berechtigung hatten und ich versucht habe, so präzise wie möglich das Problem zu beschreiben, führte das nur in den wenigsten Fällen auch direkt zur Beseitigung des Problems.
Ich ging es also nun anders an. Anstatt Fehler zu melden, wollte ich jetzt nur noch Fehler lösen. Ihr denkt euer System sei fehlerfrei und nicht von schwerwiegenden Fehlern, sogenannten RC-Bugs, betroffen? Dann macht mal Folgendes:

aptitude install devscripts
rc-alert


Auf diese Art und Weise habe ich schließlich entdeckt, dass Mediathekview in einem kritischen Zustand ist. Ich habe noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich von dem jetzigen Zustand des deutschen Fernsehens maßlos enttäuscht bin. Auf der anderen Seite bedeutet das nicht, dass ich Filme im Allgemeinen verabscheuen würde. Ganz im Gegenteil. Ich liebe Filme. Ich genieße Blair Witch Project genauso wie Frühstück bei Tiffany und Sieben, insbesondere wenn es gerade regnet, wenn man aus dem Kino kommt. 🙂 Mittlerweile substituiere ich die Zeit vor der Glotze mit Dingen wie Bloggen, was immer das auch sein mag.
Mediathekview war bisher mein Hilfsmittel, um nicht ganz den Anschluss an das aktuelle Fernsehprogramm zu verlieren. Natürlich gibt es Reportagen und Sendungen, die sehenswert sind und um das Auffinden dieser zu erleichtern gab und gibt es eben diese in Java geschriebene Anwendung.
Ich schaute mir also Fehlerbericht #681680 näher an. Scheinbar hinkt das Paket mittlerweile zwei Hauptveröffentlichungen hinterher. Der Fehlerbericht ist absolut zutreffend und würde dazu führen, dass Mediathekview aus Wheezy entfernt wird. Da ich also Interesse an dem Paket hatte, sah ich den Augenblick gekommen um an einem Patch zu arbeiten.
Sofort taten sich folgende Fragestellungen auf: Wie sollte ich das Problem angehen? Konnte ein kleiner Patch das bestehende Paket wieder funktionsfähig machen oder musste es ein vollständiges Upgrade auf die aktuelle Version 3.0 sein? Was war mit dem Paketverwalter los? Und wie gelangte der Patch schließlich in das offizielle Debian-Archiv?
Ich beschloss zuerst das Quellpaket herunterzuladen:

apt-get source mediathekview


Danach lernte ich Git und klonte das Mediathekview-3-Repo.
Nach vielen Fehlschlägen und vor allem viel Lesen, baute ich schließlich erfolgreich Version 3.0 mit Debian Sid.
Mediathekview3 mit Debian und VLC
Fortgeschrittene erkennen an dem Screenshot den neusten Fenstermanager, mit dem ich mich derzeit beschäftige. 🙂
Im Moment bin ich mit der Feinarbeit beschäftigt. Die Man-Seite auf den aktuellen Stand bringen, debian/control und debian/rules anpassen, Testen und viele weitere Kleinigkeiten verändern. Die Entwickler von Mediakthekview haben sogar einen Patch veröffentlicht, der es mit Version 2.6.1 ermöglicht, wieder automatisch Filmlisten herunterladen zu können. Nun muss ich ein Paket bauen, das möglichst wenig Veränderungen zur aktuellen Version aufweist, aber dennoch alle Bugs zufriedenstellend löst, damit es noch eine Chance hat in Debian Wheezy akzeptiert zu werden. Mehr dazu und anderen Unwichtigkeiten, bald ™. 😉

Jamendo, Youtube, Arte: Musik und Unterhaltung mit Totem

Ich dachte bis heute alles über Totem, den Medienabspieler von Gnome, zu wissen. Zwei seiner Plugins aus dem Paket totem-plugins benutze ich häufiger. Sowohl das Youtube- als auch das Jamendo– Plugin eignen sich ausgezeichnet zum Anschauen von Videos oder zum Musik hören.
Manchmal benutze ich auf dem Core Duo auch Minitube, um gezielt Youtube-Videos aufrufen zu können, ohne dass ich dafür extra einen Browser bemühen müsste. Außer es handelt sich natürlich um den Elinks, Mplayer und Youtube-dl Trick. (Ich mag diese Lösung wirklich. 🙂 )
Da das Paket totem-plugins standardmäßig installiert war, fiel mir erst vor kurzem auf, dass es da noch ein weiteres Extrapaket bei Debian namens totem-plugin-arte gibt, mit welchem sich Sendungen des Deutsch-Französischen Senders Arte TV streamen lassen. Normalerweise sehe ich mir Arte mit Mediathekview an.

Ich will mich an dieser Stelle nun nicht über das Für-und-Wider von GEZ-Gebühren und die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland ereifern. Nur soviel sei gesagt: Ich könnte gut und gerne auf die meisten dort gezeigten Sendungen verzichten. Trotzdem muss ich mich hier als Arte Fan outen. Weniger weil ich ein Kulturfuzzi oder regelmäßiger Zuschauer wäre, sondern einfach nur, weil mir die Programmmischung und das zweisprachige Modell gefallen. Außerdem gab und gibt es dort immer wieder ziemlich coole Themenabende, ich erinnere mich da z.B. an Monty Python, Italowestern oder Anime.
Mit dem Plugin lassen sich spielend leicht auch hochauflösende Streams in Totem anschauen, zumindest solange sie nicht depubliziert werden.

Das Eingangs erwähnte Jamendo-Plugin rockt ebenfalls im wahrsten Sinne des Wortes. Damit lässt sich gezielt nach Künstlern suchen oder Schlagworte eingeben, um dazu passende Musikstile zu finden. Ebenfalls nett ist der Reiter mit den bekanntesten und meistabgerufenen Künstleralben. Etwas schade ist nur der teils zögerliche Verbindungsaufbau zu Jamendo. Die vorgestellten Linuxanwendungen sind zwar nur ein Teilausschnitt aus den Möglichkeiten, die sich mit Freier Software bieten, für den ein oder anderen (Film)Abend aber sicher ein guter Einstieg. 🙂

Freud und Leid mit der Mattscheibe

Es folgt ein Geständnis oder Bekenntnis, womöglich gar ein Outing. Ich schaue kein Fernsehen mehr, zumindest nicht auf die traditionelle Art. Was hat das mit Linux zu tun? Nun wahrscheinlich fast gar nichts und doch ein wenig. Um zu erklären, warum ich die konventionellen Pfade verlassen habe, muss ich etwas ausholen.
Mein erster Kontakt mit dem Medium Fernsehen war irgendwann in den 80iger Jahren. Damals konnten wir bei uns zu Hause genau vier Programme empfangen. Nein, wir lebten nicht im Wald, ernährten uns von Beeren und betrieben den Fernseher mit einem Fahrraddynamo. Es gab einfach noch keine privaten Sender geschweige denn PayTV, dass in Deutschland sowieso seit jeher ein Schattendasein fristet. Das war die Zeit des Öffentlich-Rechtlichen-Fernsehens als alles Schaubare auf ARD, ZDF und den Dritten Programmen lief und sogar das legendäre A-Team zur besten Sendezeit bei ARD über den Bildschirm flimmerte.
Die Zeit verging und irgendwann kamen dank Kabel die ersten privaten Sender dazu. Zuerst sei da natürlich RTL erwähnt, wo ich zum ersten Mal Knight Rider, der Inbegriff der 80iger Jahre Serien, sehen konnte. Schon damals zeichnete sich RTL durch einen eher ungewöhnlichen Programmmix aus, den man aus heutiger Sicht vielleicht als Vorbote für die kommenden Jahre sehen mag.
Erinnert sich noch jemand an Pronto Salvatore? Wer hätte auch auf Rot getippt?

Ohne Flachs lief der Hütchen- und Kartenspieler Salvatore zur besten Sendezeit zwischen zwei Spielfilmen oder direkt vor den Nachrichten im privaten Fernsehen. Wäre das heute eigentlich noch “politisch korrekt”? Ich weiß es nicht. Fest steht nur, dass danach das Angebot im deutschen Fernsehen weiter zunahm und als Kind war ich natürlich später glühender Fan von Tele 5 und seinen diversen Animesendungen.
In nur zehn Jahren vervielfachte sich dann das Fernsehprogramm. Leider nahm die Qualität nicht im gleichen Maße wie die Quantität zu. Bis zum Ende der 90iger gehörten noch Sender wie VIVA Zwei und dessen alternative Formate wie “Fast Forward” zu meinen persönlichen Favoriten. Auch das endete leider mit der Abschaltung von VIVA Zwei und des späteren Programmwechsels von Musikinhalten zu “Reality TV”.
Anfang des neuen Jahrtausends wurde ich dann zunehmend desillusionierter. War es erst ein Sender, der eine Talkshow nach amerikanischen Vorbild sendete, steigerte sich die Zahl später auf mehr als ein halbes Dutzend. Seelenstriptease vor laufender Kamera und niveaulose Unterhaltung auf Kosten anderer als Geist der Zeiten. Als “Richterin Babara Salesch” schließlich für ihre “Verdienste” 2002 sogar noch den Deutschen Fernsehpreis zuerkannt bekam, waren meine Erwartungen an Fernsehen auf einen Tiefpunkt gesunken. Selbst Oliver Kalkofe konnte mich mit seinem beißenden Sarkasmus nicht vor dem weiteren Abstumpfen bewahren.
Schließlich verlagerte sich mein Medienkonsum vom klassischen Fernseher immer mehr ins Internet. Heute beziehe ich fast alle meine Informationen nur noch hieraus. Dienste wie Youtube oder Vimeo und das immer weiter verbreitete Streaming auch bei Nachrichtensendungen ersetzen den Fernseher. Linux spielt hier als Betriebssystem natürlich eine wichtige Rolle. Neben den bekannten Streamingdiensten nutze ich z.B. das in Java programmierte Mediathekview, um mir Sendungen des öffentlich rechtlichen Fernsehens auf dem PC anschauen zu können. Das Ganze lässt sich ohne Schwierigkeiten auch auf betagteren Laptops ausführen.
Wie der Name des Programms schon andeutet, greift die Anwendung auf die Mediathek der einzelnen Sender zu.


Innerhalb von Mediathekview lässt sich nach Suchbegriffen filtern. Die einzelnen Sendungen lassen sich dann mit Hilfe von VLC, Mplayer oder flvstreamer entweder direkt anschauen oder auch zuerst auf die Festplatte herunterladen. Der Mplayer Knopf fehlt standardmäßig, lässt sich aber in sekundenschnelle selbst erstellen. Hierzu müsst ihr nur zu Einstellungen->Button->Einrichten wechseln, den bestehenden Eintrag für den VLC-Button duplizieren und das Wort vlc in den Formularfeldern durch Mplayer ersetzen. Fertig.

Einziger Makel an der Mediathek ist die unsägliche Depublizierung der Medieninhalte nach zumeist sieben Tagen. Wenn man sich ein staatliches und durch GEZ-Gebühren finanziertes Fernsehen leistet, sollte man dessen erarbeitete Inhalte auch öffentlich zeigen dürfen. Entweder man schafft das Öffentlich-Rechtliche-Fernsehen zu Gunsten der privaten Sender ganz ab oder man liefert den Kunden und Gebührenzahlern die Ware, für die sie bezahlt haben.
Ansonsten leistet mir gerade für Youtube Minitube gute Dienste, wenn ich nicht per Browser vorbeischaue oder gezielt und ressourcensparend mit der elinks,youtube-dl und mplayer Methode auf Videos zugreife.
Ich kann es nicht genauer erklären, aber klassisches Fernsehen ruft bei mir keine Entzugserscheinungen hervor. Ich halte das Zusammenstellen und die Suche nach Informationen im Internet auch nicht für besonders schwierig oder gar anstrengend. Wenn in den kommenden Jahren die Bandbreite weiter ansteigen wird, können auch Medieninhalte in weit höherer Qualität gestreamt werden, weshalb ich nicht glaube, dass diese Methode für mich in den nächsten Jahren an Attraktivität verlieren wird.