Foobillardplus: Eine gepflegte Partie Billard gefällig?

Debian beherbergt einige, wenn nicht gar sehr viele freie Spiele. Die Palette reicht dabei vom rundenbasierten Strategiespiel, über den klassischen Ego-Shooter bis zum Puzzlespiel für Kinder.

Natürlich gibt es auch Simulationen und eine davon heißt Foobillard.

Foobillard ist eine sehr gelungene Umsetzung eines klassischen Billardspiels in OpenGL. Ein Tisch, ein paar Kugeln, ein Queue, realistische Geräusche. Nun ist Foobillard schon ein wenig älter und hat circa 10 Jahre auf dem Buckel. Im Allgemeinen muss das gar nichts bedeuten.

An Foobillard gibt es deswegen auch nichts auszusetzen, jedoch gab es schon seit Jahren keine Neuerungen mehr, weswegen es Zeit für Foobillard++ wurde. Ich bin auf diesen Nachfolger erstmals im Dezember letzten Jahres aufmerksam geworden, als jemand das Spiel in #debian-games erwähnte. Seit längerem lag hier eine kleine Liste mit Spielen herum, die ich gerne mal erneuert gesehen hätte und auch Foobillard gehörte dazu. Ich nahm also die Vorlage auf und kontaktierte den Entwickler von Foobillardplus, um herauszufinden ob das Spiel für Debian geeignet war.

Ich war neugierig, welche Neuerungen das Spiel bot, ob es alte Bugs in Foobillard beseitigte und ob die Lizenz passte, um in Debian integriert zu werden. So war es dann auch. Ich störte mich zuerst ein wenig an dem Buildsystem des Spiels, aber auch das ließ sich ausräumen. Ich bin heute fester denn je davon überzeugt, dass es besser für alle Billardspieler da draußen wäre diese Version in Debian zu haben als weiterhin an der älteren Foobillardversion festzuhalten.

Foobillardplus

Es gibt einfach zu viele Neuerungen. Zuerst einmal fixt Foobillardplus viele schon Jahre alte Fehler. Es gibt ein neues Interface, neue Spielmodi, neue Hintergrundgrafiken und die Möglichkeit Musik abzuspielen. Letztere musste ich leider wegen der unfreien Lizenz entfernen, jedoch empfehle ich dennoch mal einen Blick auf die Band „Zentriert ins Antlitz“ zu werfen, die ihre Musik für das Spiel zur Verfügung gestellt hat. Mir persönlich gefällt die Mucke sehr gut, jedoch ist BY-NC-ND keine Lizenz für Debian Main.

Musik ist auch nicht wirklich notwendig, um das Spiel zu genießen. Man kann auch eigene Tracks im Ogg-Format nach /usr/share/games/foobillardplus/data/music/ kopieren und die Musik im Spiel anhören.

Mein Ziel ist es die veraltete Version in Debian zu ersetzen. Mal schaun, was daraus wird. Ein fast komplettes Debianpaket könnt ihr bis zur offiziellen Veröffentlichung hier herunterladen:

Update: 05.09.2013 FooBillard++ ist nun offiziell im Debian-Archiv verfügbar!

Ich muss nur noch überprüfen, warum der Browser sich für die „History-Funktion“ nicht öffnet. Morgen oder Übermorgen füge ich die Dateien noch zum Reprepro-Archiv hinzu, so dass der Download auch über das Einbinden der Serveradresse in die sources.list funktioniert.

Wer Billard mag, unbedingt anschauen!. Man kann es sowohl zu zweit gegeneinander, als auch gegen den Computer spielen.

CrossOver für lau mit 12 Monaten Support

Ich wollte verdammt sein, wenn ich nicht diese kleine Meldung hier reintippe, die mir vorgestern schon per Mail zugeschickt worden ist. Falls du es nicht schon sonst irgendwo im Netz gelesen hast, dann lade dir jetzt, sofort und auf der Stelle

CrossOver

herunter. Tatsächlich gibt es diese verbesserte und ansonsten kommerzielle Version der freien Software Wine heute umsonst, ähm kostenlos! Jedoch nur heute am 31.10.2012.

Genialer Werbetrick meiner Meinung nach, die der CEO von Codeweavers, Jeremy White, sich da hat einfallen lassen.

Da ich heute erneut an diese Aktion erinnert worden bin (Danke!) und um eine Empfehlung gebeten worden bin, kann ich nur sagen: „Zugreifen!“ Die Jungs von CodeWeavers machen einen ausgezeichneten Job.

Meine Woche mit Linux, Spielen und Musik: Limbo, Humble Music Bundle, ScummVM 1.5, Warsow 1.0 und Tryst

Mal ein paar Neuigkeiten aus der Welt der Linuxspiele. Jeder einzelne Artikel wäre zu kurz geraten, deswegen gibt es heute ein Potpourri an Themen zum Thema Spiele und Linux.

Limbo

Ja, Limbo, war das nicht schon im letzten Humble Indie Bundle V enthalten? Richtig. Damals hatte ich es mir schon als „spielenswert“ herausgepickt und mich danach auf den Weg gemacht, um die düstere Welt eines kleinen Jungen zu erkunden. Da ich nicht zu viel spoilern will, sei hier nur gesagt, dass ich nicht einmal im Verlauf des Spiels gestorben bin und alle fiesen Fallen der Programmierer mit Hilfe der Matrix locker umgangen habe. (Was man nicht sehen kann, sind die Finger, die ich hinter meinem Rücken kreuze.)

Nein ehrlich, das Spiel ist von der Stimmung und Atmosphäre her sehr gelungen. Die Steuerung ist einfach zu erlernen, jedoch wird man praktisch ins kalte Wasser oder besser den Wald geworfen. Warum und wieso und wie es weitergeht, erfährt man durch das Ausprobieren des Spiels, was ich persönlich sehr spannend fand. Wer vollkommen in diese dunkle Fantasie eintauchen möchte, genug Geistige Gesundheit und Stabilitätspunkte auf dem Konto und keine Arachnophobie hat, dem kann ich das Spiel auf jeden Fall empfehlen. Linuxtechnisch ließ sich das Spiel unter Debian problemlos installieren. Es liegt aber nicht nativ vor, sondern wird mit Hilfe von Wine gespielt, dass im Deb-Paket von Limbo integriert wurde.

Limbo

Humble Music Bundle

Seit knapp einer Woche gibt es nun wieder was Neues von den Jungs und Mädels, die das Humble-Bundle-Projekt regelmäßig wieder auf die Beine stellen. Dieses Mal stehen keine Spiele, sondern Musik im Vordergrund. Sechs drm-freie Alben warten darauf gehört zu werden. Zumindest Christopher Tin, dessen Album Calling all Dawns im Bundle enthalten ist, scheint noch gewisse Probleme mit dem Begriff Linux zu haben: „Ehm Linux whatever that is.“

Die Musik ist zwar nicht wirklich frei, jedoch bietet sich wie gehabt die Möglichkeit so viel zu bezahlen, wie man selbst für angemessen hält und wie bisher werden gemeinnützige Organisationen und natürlich die Künstler davon unterstützt.

ScummVM 1.5 erschienen

ScummVM

Auf holarse-linuxgaming.de habe ich zum ersten Mal vom neuen Release 1.5 „Picnic Basket“ von ScummVM gelesen. Neben zwölf neu unterstützten Spielen gibt es dazu auch die passende neue Engine und eine Reihe von Fehlerbehebungen. ScummVM ist unter anderem jetzt auch auf dem Nokia 770 Tablet spielbar, dass mit Maemo betrieben wird. Dass ich ein großer Fan von ScummVM bin, hatte ich anderer Stelle schon einmal durchscheinen lassen. 🙂

Warsow 1.0

Nach sieben Jahren in der Betaphase wurde Warsow nun endlich in Version 1.0 veröffentlicht. Ich hatte es vor kurzem neben anderen bekannten FOSS-Spielen vorgestellt. Es hätte mit Sicherheit einen Platz auf meinem Server gefunden, wenn das Spiel nicht aus Wheezy entfernt worden wäre, da niemand sich um die Beseitigung der Bugs gekümmert hat. Es gibt mittlerweile Bestrebungen den Titel für Jessie auf Hochglanz zu bringen. Das Paket befindet sich auch weiterhin mit einer veralteten Version in Debian Unstable. Ich denke nach der Veröffentlichung von Wheezy wird es hier weitergehen und vielleicht sieht man es dann irgendwann auch auf linuxiuvat.de

Tryst

Auch zum Spieletitel Tryst gab es bei Holarse einen netten Artikel. Hierbei handelt es sich um ein Echtzeitstrategiespiel von BlueGiant Interactive. Auf einem fremden Planeten streiten Menschen und Aliens um die Vorherrschaft über Ressourcen. So weit so bekannt. Die Grafik ist Dank der Unigine Engine auf hohem Niveau. Interessanter als diese ist natürlich das Gameplay, was einen Kampf von bis zu 8 Spielern im Mehrspielermodus verspricht und mit Spezialfähigkeiten für jede Einheit wirbt. Optisch sieht es für mich auf den ersten Blick ein wenig nach Starcraft II aus, dass sich mit Wine auch unter Linux spielen lässt.

Das Beste von allem aber: Das Spiel wird laut diesem Forenbeitrag nach der Veröffentlichung auch für Linux nativ erscheinen. Ich bin gespannt.

Lecker – Cube 2: Sauerbraten

Es ist angerichtet. Anstatt kulinarischer Spezialitäten gibt es heute jedoch das native Linuxspiel Cube 2: Sauerbraten. Zugegeben für all die, wo Deutsch als Muttersprache haben tun, klingt dieser Name für einen waschechten Ego-Shooter erst einmal seltsam in den Ohren. Scheinbar aber nicht für den Erschaffer des Spiels, Wouter „Aardappel“ van Oortmerssen. Wen sollte das bei seinem Spitznamen, „Kartoffel“, auch wundern.

In diesem Beitrag stelle ich Cube 2: Sauerbraten vor, das seit mehr als vier Monaten zu meinem Spieleprojekt gehört. Ich beschreibe hier die wichtigsten Spielmerkmale, natürlich gibt es auch Bilder und Links und eine auf den Punkt gebrachte Anleitung, wie man selbst einen dedizierten und offenen Sauerbraten-Server mit Debian und Ubuntu aufsetzen kann.

Und was den Namen anbelangt…einfach Englisch aussprechen: Sourrrrbrrrääten. Perfekter Name für einen Ego-Shooter. 🙂

Warum Sauerbraten?

Nachdem ich mir ein paar Kriterien für in Frage kommende Spiele ausgedacht hatte, punktete Sauerbraten auf jeden Fall mit seinen außerordentlich geringen Hardwareanforderungen sowohl beim Client als auch beim Server.

Das Spiel ist schnell, wirklich schnell, genauso wie in den guten alten Zeiten. Neben 20 verschiedenen Spielmodi existieren auch noch mehr als 150 offizielle Karten, 7 Waffen, ein toller Soundtrack und ein bemerkenswertes Feature, neue Karten mit mehreren Spielern gleichzeitig online zu erschaffen. Von all den Spielen auf dem Server ist es jedoch am „unfreisten“. Richard Stallman wird es vermutlich nie spielen. Die Spielengine und damit der Server ist zwar unter einer freien Lizenz verfügbar, große Teile der Mediendateien jedoch nicht.

Dennoch glaube ich, dass Sauerbraten eine Chance verdient hat, da das Spiel nicht nur die Möglichkeit bietet neue freie Inhalte zu schaffen, sondern auch schon Projekte wie Red Eclipse inspiriert hat, deren Medieninhalte unter freien Lizenzen stehen.

Der Sauerbraten-Client

aptitude install sauerbraten

Die Spielanforderungen von Sauerbraten sind moderat. Eine 1-GHz-CPU, 256MB RAM und eine Geforce 4 MX sollten es mindestens sein. Wer jemals einen Ego-Shooter gespielt hat, kennt das grundlegende Prinzip. So lässt sich auch Sauerbraten mit den W-A-S-D-Tasten steuern, mit Space springt der eigene Avatar, mit der linken Maustaste wird geschossen und mit kreisenden Mausbewegungen das Sichtfeld geändert.

Danach sind noch erwähnenswert:

R – Sollte man trotz aller Versuche in einer Ecke zu campen über die Flagge gestolpert sein, dann kann man sie mit einem Druck auf R wieder fallenlassen. 😉
T – öffnet den Chat. Auf einem öffentlichen Server ohne AUTH kann man mit der Eingabe von /setmaster 1 Masterrechte erlangen. Dazu gleich mehr.
E – Startet den Bearbeitungsmodus, in dem es möglich ist, innerhalb des Coop-Edit-Modus mit mehreren Mitspielern gleichzeitig eine Karte zu verändern oder neuzugestalten! Auf ogros.org gibt es eine nette Übersicht zu einer (englischen) Videoanleitung zum Thema.

Mehr ist wirklich nicht notwendig, um in das Spiel einsteigen zu können.

Serverbrowser und das Menü

Das Spielmenü und insbesondere der Serverbrowser könnten übersichtlicher gestaltet sein. Es gibt jedoch die Möglichkeit ein eigenes zu erstellen, wie dieser Artikel auf ogros.org beschreibt. Da die Voreinstellungen gut sind und man intuitiv in das Spiel findet, muss man sich hier nicht lange aufhalten. Unter Keys lassen sich die Tastenbelegungen ändern.

Cube Server Lister

Ich hatte den Cube Server Lister schon an anderer Stelle erwähnt. Wer sich mit dem normalen Serverbrowser nicht anfreunden kann, sollte sich die Zeit nehmen und der Anleitung folgen, wie man sich ein eigenes CSL-Debianpaket erstellen kann. Mit diesem Hilfsprogramm, dass unter der GPL veröffentlicht worden ist, lassen sich Details zu allen Cube-2-Servern anzeigen und mit einem Doppelklick auf den Servernamen des jeweiligen Spiels tritt man einem Spiel bei.

Spielmodi

Sauerbraten bietet ein Wiki mit einem Multiplayer Guide und eine umfangreiche Dokumentation.

Im Mehrspielermodus gehört man entweder dem guten oder dem bösen Team an. Mit leisen Zwischentönen halten wir uns natürlich nicht auf. Unabhängig davon gilt: Die roten Spieler sind immer die Gegner und mit den blauen spielt man in einem Team zusammen.

In Sauerbraten gibt es sieben verschiedene Waffen: Doppelläufige Schrotflinte, Minigun, Gewehr, Raketenwerfer, Granaten, Pistole, Fäuste/Kettensäge. Dazu lassen sich in den meisten Modi Gesundheit, Rüstung und Munition aufsammeln.

Das Spiel bietet zur Zeit 20 verschiedene Spielmöglichkeiten und in der aktuellen Entwicklerversion stehen schon weitere parat. Neben dem klassischen Free For All (FFA) und InstaGib, wo es einfach nur um „Jeder gegen Jeden“ geht, gibt es natürlich auch noch Fahnenraub (alias Capture the Flag). Mir persönlich gefällt „Regen Capture“ ziemlich gut, wo man auf einer relativ großen Karte verschiedene Punkte kontrollieren muss. An einer eroberten Station erhält man Waffen, Leben und Punkte. Dieser Modus ist auch mit sehr vielen Spielern noch interessant und sehr dynamisch.

Der Screenshot zeigt eine Szene aus einem Spiel mit dem Modus „Regen Capture“. Außerdem erkennt man an der Servernachricht, dass der Server gepatcht wurde.

Coop-Edit-Modus

Auf meinem offenen Server wird sehr oft der Coop-Edit-Modus genutzt. Hier lassen sich gemeinsam mit anderen Spielern bestehende Karten modifizieren oder komplett neue erstellen. Die oben erwähnte Anleitung zum Kartenbau oder ein Blick auf die Wiki-Seite Mapping and Editing ist ein guter Start in die Materie. Das Wichtigste: Wenn ihr einem Server beitretet, auf dem an einer neuen Karte gearbeitet wird, einfach /getmap in den Chat schreiben und ihr seht den aktuellen Stand vor euch. Hier sind ein paar Screenshots von einer Coop-Edit-Sitzung auf dem Server.

In Natenoms Blog findet ihr unter anderem ein cooles Video zu einer selbst erstellten Karte, die eine in sich geschlossene kleine Stadt darstellt. Da steckt sicher eine Menge Arbeit drin.

Musik

Sauerbratens instrumentaler Metalsoundtrack stammt von Marc A. Pullen, lässt sich auf last.fm herunterladen und befindet sich selbstverständlich auch im OGG-Format in /usr/share/games/sauerbraten/fanatic/.

Der Sauerbraten-Server

Aufgrund des besonderen Client-Server-Modells ist der Sauerbraten-Server sehr leichtgewichtig. Der Speicherverbrauch liegt bei 2-3 MB RAM auf einem 64bit-System und auch die CPU-Anzeige von htop habe ich selbst bei einem vollen Server noch nie über 1% springen sehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Mehrspieler-Spielen ist es bei Sauerbraten nicht notwendig, dass Server und Client sich permanent über Treffer und Aktionen austauschen, was es erlaubt die wesentlichen Funktionen des Servers auf ein Minimum zu beschränken. Dadurch bleibt das Spiel selbst bei hohen Pings noch spielbar. Auf der anderen Seite macht es Sauerbraten gegenüber Cheatversuchen auch verwundbarer, was durch die Open-Source-Natur des Spiels noch begünstigt wird.

Die Authentifizierung

Sauerbraten begegnet diesem Problem mit einer ungewöhnlichen, aber nachvollziehbaren Entscheidung. Da selbst die populärsten proprietären Spiele mit einem Stab von bezahlten Entwicklern keinen vollkommenen Schutz gegen jede Art von Manipulationsversuch bieten können, haben die Entwickler die Verantwortung und Kontrolle an die Spielgemeinschaft zurückgegeben. Auf jedem Server kann ein Spieler sogenannter „Master“ werden und Verstöße mit einem Bann vom Server bestrafen. Die Funktion wird entweder über das Spielmenü oder durch Eingabe von /setmaster 1 im Chat (Taste t) aufgerufen.

Sauerbraten-Server kennen im Wesentlichen zwei Arten von Autorisation: Mit Auth-Schlüssel und ohne.

  • Auth-Schlüssel. Durch den Hauptentwickler des Spiels werden sogenannte Auth-Schlüssel vergeben, mit denen vertrauenswürdige Spieler auf jedem Server mit Auth-Status Master werden können.
  • Öffentliche Server. Jeder kann dem Server beitreten. Diejenige, welche zuerst /setmaster 1 in den Chat eingibt, erhält den Master-Status.

Von diesen beiden Formen der Registrierung ist der Administrator des Server mit seinem Admin-Passwort jedoch nicht betroffen. Er kann jederzeit mit /setmaster und der anschließenden Eingabe des Admin-Passworts selbst dann zum Master werden, wenn diese Rechte schon an einen anderen Spieler vergeben worden sind.

Für mein Projekt habe ich mich für einen öffentlichen Sauerbraten-Server entschieden, auf dem jeder Master werden kann. Zusätzlich ist es möglich den Server so zu sperren, dass zwar weiterhin Spieler beitreten können, diese aber nur zuschauen und den Chat mitlesen dürfen. (L=Locked)

Installation und Konfiguration

aptitude install sauerbraten-server

Zur Inbetriebnahme des Servers ist es sinnvoll einen unprivilegierten Benutzer mit adduser anzulegen, z.B. sauerbraten. In dessen Home-Verzeichnis wird die zentrale Konfigurationsdatei server-init.cfg erstellt. Die verfügbaren Einstellungsmöglichkeiten sind überschaubar, was es einfach macht sich zurechtzufinden. Es ist sinnvoll die Shell des Benutzer auf /bin/false zu setzen.

chsh sauerbraten -s /bin/false

Das Programm lässt sich am besten in einer Screen-Sitzung starten. Hierzu erstellt man eine ausführbare Datei start.sh mit folgendem Inhalt.

#!/bin/sh
while true
do
/usr/games/sauerbraten-server -q/home/sauerbraten  
echo "server abgestuerzt am `date`" > letzter_crash.txt
done

Den Server kann man danach auf diese Weise starten:

su sauerbraten -s /bin/dash -c "screen -m -d -S ffa_sauer sh start.sh"

Sollte es tatsächlich zu einem Absturz kommen, sorgt die While-Schleife automatisch für den Neustart und für einen kurzen Vermerk in der Datei „letzter_crash.txt“. Sauerbraten läuft sehr stabil. Bei einer Uptime von > 30 Tagen kam es jedoch auch schon zum Crash. Die oben genannte Konfiguration sorgt dann dafür, dass der Server nur wenige Sekunden nicht erreichbar ist.

Schließlich lässt er sich auch über eine Cron-Reboot-Aktion bei einem Neustart hochfahren. In /etc/crontab steht deswegen

@reboot sauerbraten screen -d -m -S ffa_sauer sh /home/sauerbraten/start.sh

Der Port des Servers lässt sich ändern. Wer eine Firewall betreibt muss den Standardport 28785 und 28786 freigeben. Spielt man im LAN gilt das auch für Port 28784. Allgemein gesprochen: Gebt immer Port und Port+1 frei und im LAN zusätzlich noch 28784.

Modifikationen

Ich betreibe den Server, so wie ihn Debian und auch Ubuntu ausliefern, ohne jede Form von Modifikation. Es gibt verschiedene Projekte, die die Standardfunktionen erweitert haben, jedoch weiterhin kompatibel zum Original sind. Neue Merkmale sind unter anderem veränderte Statistikanzeigen im Spiel, neue Kontrollmöglichkeiten durch den Admin und Integration mit IRC. Maßgeblich sind das die Projekte XSBS und Hopmod. Ebenfalls erwähnenswert ist Bandnudel, ein Skript um Statistiken für den Server zu erstellen. Da ich diese Modifikationen nicht benutze, seid ihr hier auf euch allein gestellt.

Des Weiteren bietet der gesamte Webauftritt des Ogros-Clans einen guten Überblick, was man mit selbst erstellen Servermodifikationen erreichen kann. Leider werden diese im Gegensatz zum Cube-Server-Lister, der ebenfalls von dort stammt, nicht frei zur Verfügung gestellt.

Screenshots

Hier sind ein paar Screenshots. Viele weitere gibt es hier.

Links

Bastion und das Humble Indie Bundle V

Das letzte Bundle war sein Geld auf jeden Fall wert und besänftigte meinen (sehr) leichten Unmut über die vorangegangene Aktion. Nein wirklich, es gab beim Humble Indie Bundle V nicht viel zu meckern. Das sahen wohl auch die meisten Käufer so, denn mit 599.001 verkauften Bundles war es die bisher erfolgreichste Aktion.

Und wer hat nun alle Spiele schon durchgespielt? Die alten auch? Ok, dann hake ich nicht weiter nach. Ich habe mich auf Bastion konzentriert und mir zumindest vorgenommen Psychonauts (ein Spiel von Monkey-Island-Tim-Schafer. Cool.) und Limbo näher anzuschauen. Weiterhin gab es auch noch:

Den Rest hatten wir schon. Bei so vielen Spielen musste ich Prioritäten setzen und nahm mir schließlich Bastion vor. Bei der Installation fiel mir gleich der Nixstaller auf, den ich bis dato noch nicht kannte. Sicherlich eine gute Alternative, wenn man nicht für jedes Unix-artige System ein eigenes Paket schnüren möchte. Die Installation verlief mit Debian Sid problemlos.

Bastion selbst fällt in die Kategorie der Action-Rollenspiele. Wer an Diablo denkt, weiß wovon ich rede. Man schlüpft in die Rolle von „the Kid“, eines Jungen, der auf einer Plattform in einer nach einer Katastrophe zerstörten Welt erwacht, die sich als die Bastion herausstellen soll. Begleitet wird man von der englischen „Cowboystimme“ des Erzählers Rucks, der jede Aktion von „the Kid“ kommentiert.

Die Grafik des Spiels hat mir auf Anhieb gefallen. Alles wirkt handgezeichnet, ist fantasievoll und einfach schön gestaltet. Man spielt das Spiel aus einer isometrischen Draufsicht. Dabei setzt sich der Boden während man in eine Richtung läuft unter den Füßen des Protagonisten zusammen. Die Handlung spielt zuerst auf einer schwebenden Plattform, wo man dem Erzähler zum ersten Mal begegnet. Dieser schickt einen dann auf die Reise zu anderen fliegenden Orten, wo man entweder seine neu entdeckten Waffen in einer Art Parkour ausprobieren kann und als Preis Gegenstände und Fragmente erhält oder gegen missliebige Gegner Hand Hammer anlegen muss.

Die Fragmente sind das Bezahlmittel des Spiels, welches von Gegnern und Kreaturen fallengelassen wird, denen sich „the Kid“ entgegenstellt. Hier sind wir dann wieder bei einem typischen Rollenspielelement. Nach jeder Mission erhält man einen Gegenstand, mit dem sich Gebäude errichten lassen, aus denen wiederum Tränke oder weitere Aufwertungen gekauft werden können.

Gut gelungen ist auf jeden Fall das Kampfsystem mit Spezialangriffen, die man planvoll einsetzen muss und die dazu erstellten Animationen. Die Musikuntermalung trägt das Spiel und ist stimmungsvoll. Der Soundtrack ließ sich sogar extra herunterladen und ist sein Geld auf jeden Fall wert. Die Handlung selbst hat mich nicht besonders in den Bann gezogen, aber da jede andere Facette des Spiels bis zur vollständigen Linuxkompatibilität hervorragend umgesetzt wurde, kann ich jedem das Spiel nur ans Herz legen. Insgesamt war es ein wirklich tolles und interessantes Bundle.