[HowTo] World of Warcraft Installation mit Wine und Ubuntu Linux

Vorbemerkungen:

Über Jahre hinweg nutzte ich ein Dual-Boot-System mit Windows XP und Ubuntu. Hauptgrund Windows XP zu benutzen war World of Warcraft, welches nativ nur für Windows und MacOS entwickelt wird. Das OpenSource-Programm Wine bietet die Möglichkeit WoW auch unter Linux spielen zu können und damit Windows für WoW-Spieler überflüssig zu machen. Die Entwickler beschreiben ihr Programm selbst als eine Zwischenschicht zwischen Programm und Linuxkernel, welche windowsspezifische Befehle in eine für den Linuxkernel verständliche Sprache umwandelt. Wine ist deshalb auch ein Akronym und steht für Wine is not an emulator.

Wichtige Quellen:

Es gibt hervorragende englischsprachige Quellen, die mir für meine eigene WoW-Linuxinstallation geholfen haben. Insbesondere die Wine Datenbank bietet fortlaufend aktuelle Informationen und ggf. spezifische Problemlösungen.

Installation:

Zuerst muss Wine installiert werden. Grafisch geht das am besten mit Synaptic oder dem neuen Software-Center von Ubuntu. Alternativ geht natürlich auch

sudo aptitude install wine

im Terminalfenster. Anschließend erscheint unter Anwendungen eine eigene Kategorie für Programme, die unter Wine ausgeführt werden.

Kopiert anschließend den kompletten Inhalt der ersten WoW CD z.B. in ein Verzeichnis namens wowinstall auf euren Desktop. Von den anderen Installations-CDs benötigt ihr nur die Datei Installer Tome *.mpq, wobei * die Zahlen 1-4 meint. Für die spätere Installation der Addons benötigt ihr die gleichen Daten auf den BC Installations-CDs, welche ihr in ein neues Verzeichnis kopieren oder nachdem die alten Dateien gelöscht wurden auch wieder in wowinstall schreiben könnt. Anschließend genügt ein Doppelklick auf die Installer.exe im Verzeichnis wowinstall oder das direkte Ausführen mit wine in der Konsole a la wine <Pfad zum Verzeichnis> Installer.exe

Die Installation läuft danach genauso wie unter Windows ab, wobei ihr natürlich keine CDs mehr wechseln müsst. Nach der Installation können diese Dateien alle wieder gelöscht werden. Alle WoW-Dateien befinden sich dann im versteckten Wine-Verzeichnis eures Home-Ordners. Solltet ihr bei der Bestätigung der Nutzungsbestimmung von Blizzard Entertainment nur Quadrate sehen, liegt das an den fehlenden Windowsschriftarten unter Linux. Ihr könnt diese mit Hilfe des Pakets msttcorefonts nachinstallieren oder ihr bestätigt blindlings eure Seele World of Warcraft zu überlassen.

Nachdem auf die gleiche Weise die Installation der Erweiterungs-CDs abgeschlossen wurde, muss nun noch die Config.wtf im WoW Verzeichnis angepasst werden.

Konfiguration:

Öffnet die Datei Config.wtf mit einem Editor eurer Wahl. Diese Datei sollte sich in eurem Home-Ordner im versteckten Verzeichnis .wine/drive_c/Programme/World of Warcraft/WTF befinden. Zwar bietet Wine auch einen DirectX-Support an, dieser ist aber noch im Entwicklungsstadium und für WoW noch nicht ausgereift. Am besten ist es deshalb als Grafikschnittstelle OpenGL zu aktivieren. Fügt als erstes

SET gxApi „opengl“

hinzu. Startet ihr dann das Spiel werdet ihr eventuell nur einen schwarzen Startbildschirm sehen. Der folgende Eintrag in die Config.wtf löst das Problem.

SET M2UseShaders „0“

Damit wären die wichtigsten Konfigurationsschritte schon abgeschlossen. Falls Performanceprobleme auftreten helfen folgende Zeilen weiter:

SET ffxDeath „0“

SET ffxGlow „0“

Damit deaktiviert ihr Leuchteffekte und die Todesanimationen während ihr als Geist unterwegs seid. Bei Soundproblemen sollte auch noch folgendes hinzugefügt werden:

SET Sound_SoundOutputSystem „1“
SET Sound_SoundBufferSize „150“

Generell lässt sich unter Anwendungen->Wine->Konfiguriere Wine noch einiges an der Performance verändern. Sollten die Soundprobleme weiter andauern, hilft unter Umständen das Verändern der SoundBufferSize auf einen anderen Wert zwischen 50-250. Im Wine-Konfigurationsmenü unter Audio hat mir z.B. das Setzen des Häkchens bei Treiber Emulation geholfen. Für den letzten Performance Kick könnte auch noch ein Eintrag in der Wine-Registry helfen.

Teamspeak und WoW:

Teamspeak lässt sich einfach durch sudo aptitude install teamspeak-client installieren. Da Teamspeak immer noch auf dem Soundsystem OSS beruht, benötigt ihr unter Ubuntu das Paket alsa-oss. Ihr müsst euch nur noch einen Starter für Teamspeak erstellen und als Befehl aoss teamspeak schreiben. Danach lässt sich Teamspeak gleichzeitig mit WoW benutzen. Seit 2010 gibt es nun auch endlich Teamspeak 3. Pakete für Debian/Ubuntu können von der offiziellen Teamspeak Homepage heruntergeladen werden. Bei Problemen mit Pulseaudio unter Ubuntu hilft eventuell der Wrapper padsp weiter. Der Befehl

padsp wine /Pfad/zum/WoW Ordner/WoW.exe

führt dazu, dass sowohl WoW-Sound als auch Teamspeak gleichzeitig funktionieren.

Fazit:

WoW funktioniert mit Wine unter Linux hervorragend. Bisher ließen sich auch alle Addons wie unter Windows spielen. Ein bekanntes Problem tritt aber bei der Installation der Erweiterung „Wrath of the Lich King“ von DVD auf. Mit der Lösung habe ich mich im Artikel Probleme mit Wrath of the Lich King unter Wine gelöst beschäftigt.

6 Replies to “[HowTo] World of Warcraft Installation mit Wine und Ubuntu Linux”

  1. Hallo, ich hab alle einstellungen in der config.wtf im wtf ordner übernommen… eigentlich hatte crossover games alle einstellungen bereits so vorgenommen… aber der schwarze bildschirm beim öffnen der wow.exe bleibt trotzdem… das einzige lebenszeichen der wow.exe sind gelegentliche wow-error…

    sogar das mesa plugin hab ich installiert… nix gebracht… irgendwas läuft da noch nicht rund

    1. Hallo
      Der schwarze Bildschirm trat damals nur bei ATI Grafikkarten auf. Solltest du also eine Nvidia Karte besitzen, brauchst du die config Einstellung nicht vornehmen.

      Benutzt du die freien Treiber? Du solltest auch überprüfen,ob du 3D Beschleunigung aktiviert hast und als Alternative deine Einstellungen an einem Open Source Shooter wie z.B. Openarena testen.

      Ansonsten empfehle ich dir die wow.exe von einem Terminal aus zu starten und ggf. die Fehlermeldungen zu notieren.

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