CrossOver für lau mit 12 Monaten Support

Ich wollte verdammt sein, wenn ich nicht diese kleine Meldung hier reintippe, die mir vorgestern schon per Mail zugeschickt worden ist. Falls du es nicht schon sonst irgendwo im Netz gelesen hast, dann lade dir jetzt, sofort und auf der Stelle

CrossOver

herunter. Tatsächlich gibt es diese verbesserte und ansonsten kommerzielle Version der freien Software Wine heute umsonst, ähm kostenlos! Jedoch nur heute am 31.10.2012.

Genialer Werbetrick meiner Meinung nach, die der CEO von Codeweavers, Jeremy White, sich da hat einfallen lassen.

Da ich heute erneut an diese Aktion erinnert worden bin (Danke!) und um eine Empfehlung gebeten worden bin, kann ich nur sagen: „Zugreifen!“ Die Jungs von CodeWeavers machen einen ausgezeichneten Job.

Meine Woche mit Linux, Spielen und Musik: Limbo, Humble Music Bundle, ScummVM 1.5, Warsow 1.0 und Tryst

Mal ein paar Neuigkeiten aus der Welt der Linuxspiele. Jeder einzelne Artikel wäre zu kurz geraten, deswegen gibt es heute ein Potpourri an Themen zum Thema Spiele und Linux.

Limbo

Ja, Limbo, war das nicht schon im letzten Humble Indie Bundle V enthalten? Richtig. Damals hatte ich es mir schon als „spielenswert“ herausgepickt und mich danach auf den Weg gemacht, um die düstere Welt eines kleinen Jungen zu erkunden. Da ich nicht zu viel spoilern will, sei hier nur gesagt, dass ich nicht einmal im Verlauf des Spiels gestorben bin und alle fiesen Fallen der Programmierer mit Hilfe der Matrix locker umgangen habe. (Was man nicht sehen kann, sind die Finger, die ich hinter meinem Rücken kreuze.)

Nein ehrlich, das Spiel ist von der Stimmung und Atmosphäre her sehr gelungen. Die Steuerung ist einfach zu erlernen, jedoch wird man praktisch ins kalte Wasser oder besser den Wald geworfen. Warum und wieso und wie es weitergeht, erfährt man durch das Ausprobieren des Spiels, was ich persönlich sehr spannend fand. Wer vollkommen in diese dunkle Fantasie eintauchen möchte, genug Geistige Gesundheit und Stabilitätspunkte auf dem Konto und keine Arachnophobie hat, dem kann ich das Spiel auf jeden Fall empfehlen. Linuxtechnisch ließ sich das Spiel unter Debian problemlos installieren. Es liegt aber nicht nativ vor, sondern wird mit Hilfe von Wine gespielt, dass im Deb-Paket von Limbo integriert wurde.

Limbo

Humble Music Bundle

Seit knapp einer Woche gibt es nun wieder was Neues von den Jungs und Mädels, die das Humble-Bundle-Projekt regelmäßig wieder auf die Beine stellen. Dieses Mal stehen keine Spiele, sondern Musik im Vordergrund. Sechs drm-freie Alben warten darauf gehört zu werden. Zumindest Christopher Tin, dessen Album Calling all Dawns im Bundle enthalten ist, scheint noch gewisse Probleme mit dem Begriff Linux zu haben: „Ehm Linux whatever that is.“

Die Musik ist zwar nicht wirklich frei, jedoch bietet sich wie gehabt die Möglichkeit so viel zu bezahlen, wie man selbst für angemessen hält und wie bisher werden gemeinnützige Organisationen und natürlich die Künstler davon unterstützt.

ScummVM 1.5 erschienen

ScummVM

Auf holarse-linuxgaming.de habe ich zum ersten Mal vom neuen Release 1.5 „Picnic Basket“ von ScummVM gelesen. Neben zwölf neu unterstützten Spielen gibt es dazu auch die passende neue Engine und eine Reihe von Fehlerbehebungen. ScummVM ist unter anderem jetzt auch auf dem Nokia 770 Tablet spielbar, dass mit Maemo betrieben wird. Dass ich ein großer Fan von ScummVM bin, hatte ich anderer Stelle schon einmal durchscheinen lassen. 🙂

Warsow 1.0

Nach sieben Jahren in der Betaphase wurde Warsow nun endlich in Version 1.0 veröffentlicht. Ich hatte es vor kurzem neben anderen bekannten FOSS-Spielen vorgestellt. Es hätte mit Sicherheit einen Platz auf meinem Server gefunden, wenn das Spiel nicht aus Wheezy entfernt worden wäre, da niemand sich um die Beseitigung der Bugs gekümmert hat. Es gibt mittlerweile Bestrebungen den Titel für Jessie auf Hochglanz zu bringen. Das Paket befindet sich auch weiterhin mit einer veralteten Version in Debian Unstable. Ich denke nach der Veröffentlichung von Wheezy wird es hier weitergehen und vielleicht sieht man es dann irgendwann auch auf linuxiuvat.de

Tryst

Auch zum Spieletitel Tryst gab es bei Holarse einen netten Artikel. Hierbei handelt es sich um ein Echtzeitstrategiespiel von BlueGiant Interactive. Auf einem fremden Planeten streiten Menschen und Aliens um die Vorherrschaft über Ressourcen. So weit so bekannt. Die Grafik ist Dank der Unigine Engine auf hohem Niveau. Interessanter als diese ist natürlich das Gameplay, was einen Kampf von bis zu 8 Spielern im Mehrspielermodus verspricht und mit Spezialfähigkeiten für jede Einheit wirbt. Optisch sieht es für mich auf den ersten Blick ein wenig nach Starcraft II aus, dass sich mit Wine auch unter Linux spielen lässt.

Das Beste von allem aber: Das Spiel wird laut diesem Forenbeitrag nach der Veröffentlichung auch für Linux nativ erscheinen. Ich bin gespannt.

Der lange Weg von Wine 1.4 nach Debian Wheezy

Es hat länger gedauert als viele gedacht hätten. Doch nun ist es soweit und Debian hat ein aktuelles und stabiles Wine in Version 1.4 in seinen Repos. Da ich Wine in der Vergangenheit für einige bekannte Spiele wie World of Warcraft oder Starcraft II benutzt habe, hat mich das Schicksal dieses Pakets nicht kalt gelassen und mir später auch einige interessante Einsichten in die Entwicklung von Debian GNU/Linux gebracht.

Es stimmt, nicht jeder hält Wine, eine Zwischenschicht für Windows entwickelte Programme und dem Linuxkernel, für einen Segen. Ich denke jedoch, dass Wine denjenigen hilft, die irgendwo noch dieses eine, scheinbar unersetzbare, Windowsprogramm haben, dass sie vom kompletten Umstieg auf Linux abhält. Ich habe privat mit Windows nichts mehr am Hut, doch mir hat es in der Vergangenheit beim Wechseln auch geholfen, zugegeben bei einer sehr optionalen Sache wie Computerspielen.

Nun machte mich seit zwei Jahren stutzig, warum Debian mit einer vollkommen veralteten Wine-Version ausgeliefert wurde. Im Sommer letzten Jahres erfuhr ich dann, dass Wine einem sogenannten Code-Audit unterzogen wurde und das gesamte Paket so umgebaut werden musste, dass es sich mit den in Debian verfügbaren freien Werkzeugen auch bauen ließ.

Danach passierte lange Zeit nichts. Der Paketverwalter hatte keine Zeit mehr. Einige engagierte Helfer arbeiteten trotzdem weiter, hatten aber nur eingeschränkte Rechte. Sie wurden vom ursprünglichen Paketverwalter nicht als Teammitglieder aufgenommen und hatten deswegen keine Möglichkeit eine neuere Version hochzuladen.

Erst als einer der Helfer, Michael Gilbert, schließlich zum Debianentwickler „befördert“ wurde, durfte er sogenannte NMUs von Wine einstellen. Diese Non-Maintainer-Uploads sind in der Regel nur dafür gedacht um ein gravierendes Problem mit einem Paket zu lösen, wenn der ursprüngliche Paketverwalter keine Zeit dafür hat. Jeder Debianentwickler hat das Recht dazu. Die Pakete werden je nach Dringlichkeit in eine Warteschlange gepackt, so dass Zeit bleibt das Paket zu begutachten oder auch wieder zu entfernen, wenn es den Ansprüchen nicht genügen sollte.

Obwohl der Paketverwalter selbst nicht aktiv sein konnte, forderte er jedoch, dass jede einzelne Wine-Version in den letzten zwei Jahren nach und nach hochgeladen werden sollte. Spätestens hier begannen einige dann den Kopf zu schütteln.

Joey Hess brachte es dann auf den Punkt. Der Bug demonstriere Schwächen in prozeduralen und administrativen Bereichen. Anstatt zu versuchen ein perfektes Paket zu bauen, wäre es für die Mehrheit der Benutzer besser gewesen, wenn man einfach ein aktuelles Wine-Paket verfügbar gemacht hätte. Notfalls hätte man sich auch der Ubuntu-Version bedienen können, die nachweislich einwandfrei funktioniere.

Was mich später beeindruckt hat, war das Verhalten von Michael Gilbert, der wiederholt geschrieben hat, dass es ihm besser gefällt auf Zusammenarbeit zu setzen als die Konfrontation mit dem Paketverwalter zu suchen. Optionen wie Wine für sich zu beanspruchen („Hijacking“) schloss er z.B. ausdrücklich aus. Steve Langasek ging soweit zu sagen, dass Hijacking schlicht „asozial“ sei und es weitere Prozeduren wie z.B. „Orphaning“ oder das Technische Komitee gebe, womit dem Paket ein neuer Paketverwalter zugewiesen werden könne.

Am Ende wurden alle Helfer schließlich zu offiziellen Teammitgliedern des Wine-Pakets gemacht und die Arbeit konnte normal fortgesetzt werden. Der ganze Vorgang hat exemplarisch gezeigt, welche dynamischen Prozesse in einem Projekt wie Debian ablaufen, in dem jeder einzelne Entwickler eine sehr starke Stellung, aber auch viel Verantwortung hat.

Für alle Benutzer gibt es als Ergebnis nun zu vermelden, dass es sowohl möglich sein wird Wine 1.4 (stable) als auch die Entwicklerversion (im Moment 1.5) in Zukunft parallel zu installieren und Dank Multiarch sollte es später ebenfalls möglich sein, sogar 4 verschiedene Wine-Versionen parallel einzurichten. Happy End.

Noch 48h – Ein Rückblick auf das Humble Botanicula Debut

Der Themenschwerpunkt stimmte. Die Erstveröffentlichung von Botanicula und die Spende für den gemeinnützigen World Land Trust, der sich unter anderem um die Bewahrung der Regenwälder kümmert. Da fügte sich Botanicula natürlich mit seiner Umweltthematik und einer Spielperspektive aus der Sicht von Insekten und Baumbewohnern perfekt ins Bild ein.

Als Linuxbenutzer und jemand, der sich über jede Spieleportierung auf die Linuxplattform freut, war ich hingegen ziemlich enttäuscht, dass Botanicula nur mit Adobe AIR funktionierte, ein Produkt, welches Adobe letztes Jahr offiziell für den Linuxdesktop begraben hatte.

Deswegen landet dieser Artikel zu den Humblebundles auch unter der Rubrik Spiele mit Linux und Wine, wo er besser aufgehoben ist als in der nativen Kategorie. Denn so groß ist mein Anspruch schon, dass man ein Spiel nur für die Linuxplattform bewerben sollte, wenn zumindest sichergestellt ist, dass die externen Programme dafür in einer aktuellen Version existieren, wenn sie nicht einmal zur freien Software zählen.

Ok, Schwund ist bekanntlich immer. Das Hauptprodukt hat mich nicht zum Kauf bewogen. Da waren aber noch Machinarium und Samorost2. Beide laufen wunderbar mit GNU Gnash. Da es Machinarium aber z.B schon im Humble Bundle 3 gab, lagen meine Hoffnungen auf Samorost2. Beide Point-and-Click-Abenteuer sind optisch sehr ansprechend, sehr detailreich und phantasievoll. Den Entwicklern kann man für das Design nur ein Lob aussprechen.

Wer mehr als der Durchschnitt gezahlt hatte, konnte sich auch den animierten Film Kooky herunterladen oder per Stream anschauen, der die Geschichte eines Spielzeug-Bären erzählt, welcher den Weg zurück nach Hause finden muss.

Schließlich gab es auch noch das Puzzlespiel Windosill. Es lief auf Anhieb, da der Adobe Flashplayer integriert war und wirkte schon durch die bizarren Objekte und Figuren ein wenig surreal.

Das Humble Botanicula Bundle rief gemischte Gefühle bei mir hervor. Die Linuxversionen waren einfach nicht im selben Maße herausragend, wie das z.B. beim Frozenbyte Bundle oder dem Humble Indie Bundle 4 der Fall war.

Auf der anderen Seite funktionierten alle Spiele außer Botanicula auf Anhieb mit GNU Gnash oder selbständig und es gab noch weiteres Bonusmaterial, das noch einmal Optik und Design der Spiele hervorgehoben hat. Wirklich, die herausragenden Designfähigkeiten der Entwickler sind unbestritten.

Und schließlich kann man sich bei einem „Bezahl-was-du-willst“-Angebot nicht beschweren, wo man jederzeit die Möglichkeit hat sich die Spiele für 1 Cent vorher anzusehen und dann immer noch entscheiden kann, ob sie es wert sind oder nicht. Von daher: Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Crossover XI und Wine: Freie Software mit Support in neuem Gewand

Es gibt neue Artikel zu einem meiner Lieblingsthemen „ältere Rechner“, doch bevor es hier ab morgen heute wieder Neues geben wird, möchte ich auf Grund der fortgeschrittenen Stunde nur kurz auf ein Softwarepaket hinweisen, dass vor kurzem in einem neuen Gewand erschienen ist.

Die Rede ist von Codeweavers Crossover XI. Normalerweise versuche ich Produktwerbung in diesem Blog zu meiden, da ich nicht den leisesten Anschein erwecken möchte in Verbindung zu einem Produkt zu stehen, dass ich unter Umständen nicht einmal regelmäßig benutze. Auf der anderen Seite sind solche Gedanken ziemlicher Quark, da man permanent Dinge kauft und seine Brötchen unter Umständen mit dem Verkauf der selben verdient. Ich habe manchmal das Gefühl viele vergessen, dass es zwar Open Source und Freie Software heißt, damit aber nicht ausgeschlossen ist, dass man diese Produkte auch ausdrücklich verkaufen darf und bezahlte Dienstleistungen selbstverständlich sind oder zumindest sein sollten. Gerade mit Freier Software scheint es aber oft so zu sein, dass viele immer noch frei und kostenlos durcheinander würfeln.

Wie in der Vergangenheit schon geschrieben, sehe ich auch Ubuntus SoftwareCenter gelassen entgegen und finde es sogar gut, dass dort auch kommerzielle Angebote unterbreitet werden. Die Frage ist dabei immer, brauche ich tatsächlich ein solches Produkt oder gibt es Alternativen, die ich nutzen kann. Schon ein paar Mal wurde mir als Grund genannt, warum er oder sie noch nicht mit Linux arbeiten würde, weil Software X oder Y fehlen würde. Doch trifft das tatsächlich auf den „normalen“ Desktop-Konsumenten immer zu?

Kurz gesagt: Nenne mir deinen privaten Anwendungsfall und ich sage dir wie die Freie Software-Lösung dazu heißt!

Ähnlich aber doch anders stellt es sich bei dem kommerziellen Wine-Ableger von Codeweavers dar. Hier muss ich mich nicht einmal zwischen freier und unfreier Software entscheiden. Hier kann ich problemlos zwischen der durch die Gemeinschaft betreuten Wine-Software und diesem kommerziellen Produkt mit Support wählen.

Ich werde nicht gezwungen, dennoch denke ich, dass es sich lohnt zumindest ab und zu auch einmal etwas Geld für die kommerzielle Version auszugeben, insbesondere dann, wenn man der Überzeugung ist, dass populäre Spiele für die Windows-Plattform nicht unter Linux laufen würden. Im Gegenteil Starcraft II funktioniert bestens mit Linux und Wine.

Meine Erfahrungen mit Crossover und Starcraft II waren ebenso positiv. Ich sage damit nicht, dass ich mir jede Crossover Version gekauft habe oder kaufen würde und seit ein paar Monaten spiele ich gar keine Wine-Spiele mehr und andere Software habe ich noch nie unter Linux vermisst. Ich denke nur bei Crossover wird ein sehr positiver Aspekt von Freier Software deutlich, da ich für das investierte Geld nicht nur Support und ein stabiles Produkt erhalte, sondern auch die Weiterentwicklung der Software unterstützen kann. Codeweavers trägt nämlich zu einem wesentlichen Teil Code zum Wine-Projekt bei, was schließlich allen zu Gute kommt.

Was ist schließlich neu an Crossover XI? Es gibt nur noch ein Produkt, dass sowohl Spiele als auch alle anderen Windows-Anwendungen unterstützt und auf der seit gestern veröffentlichten stabilen Wine 1.4 Version basiert.

Meiner Meinung nach ein sehr fairer Schritt von Codeweavers, da man das Produkt vorher kostenlos testen kann. Gerade in ungewissen Zeiten um Wine in Debian kann das eine Alternative sein.