Slitaz rootfs in Virtualbox gefunden und erfolgreich transplantiert

„Good news everyone“. Nein, ich musste weder eine Lieferung zum Planeten Kannibalia machen noch ist mir ein Rechner um die Ohren geflogen. Die kleine gute Nachricht ist, Virtualbox 4.1 hat nun eine benutzerfreundliche GUI-Option zum Klonen von Virtuellen Maschinen und man ist nicht mehr gezwungen auf der Kommandozeile rumzukrauchen, wenn man das Gleiche erreichen will. Wirklich neu ist diese Meldung nicht, aber mit Debian Testing kann man sich über so etwas ja eben immer zeitversetzt noch einmal freuen. Auch das Schaf als Icon für das Klonen rang mir einen Schmunzler ab. In 100 Jahren wird sicher mal ein Mensch daraus. 😉

Doch nun zu den harten Fakten. Ich habe mir Slitaz Base, das 8 MB kleine Miniimage, geschnappt und eine VM mit einer 1 GB großen virtuellen Festplatte erstellt. Da war ich noch so im alten Trott gefangen, dass ich die Größe mindestens um den Faktor 10 überdimensioniert hatte. Am Ende belegte Slitaz in der Minimalinstalltion nämlich nur 16 MB auf der Platte. Irgendetwas war aber bei der Installation anders als noch vor ein paar Monaten mit Qemu und ich erhielt nach Eingabe von slitaz-installer auf der Konsole die Fehlermeldung

unable to find rootfs.gz

Der Installer wollte mir damit sagen, dass er das als sekundären Master eingehängte slitaz-base.iso nicht als CD-ROM in /media/cdrom finden konnte, von wo aus er alle Daten zur Installation bezog. Der Trick war das schon entpackte Root-Dateisystem in / noch einmal in /media/cdrom als loop device zu mounten.

mount -o loop / /media/cdrom

Danach wurde alles wieder gefunden und die ganze Geschichte ratterte in wenigen Sekunden durch bis schließlich alles auf die zuvor mit fdisk eingerichtete Partition /dev/sda2 installiert worden war und sda1 mir wieder als Swap-Partition dienen sollte. Danach drehte und schraubte ich noch kurz an der ein oder anderen Config-Datei und wandelte schließlich das VDI-Image in ein Raw-Image um, was ich hier schon mal als Gedankenstütze niedergeschrieben habe.

Nun sollte alles wieder auf die Festplatte des Toshiba Satellite 220cs transplantiert werden, wozu ich meinen USB zu IDE Adapter auspackte und die 1,4GB große Festplatte mit dem Hauptrechner verband. Das Operationsbesteck war erneut der wunderbare Disk Destroyer dd.

dd if=slitaz.img of=/dev/sdb

Die Zeile führte nach kopierten 41 MB erst einmal zu einer Input/Output-Fehlermeldung und das bitweise Kopieren brach einfach ab. Erst als ich die Anzahl der Bytes, die auf einmal mit der Option bs gelesen und geschrieben werden vergrößerte, klappte es dann.

dd if=slitaz.img of=/dev/sdb bs=1M

Das war in der Tat seltsam und ich war auch schon kurz davor die Kiste aus dem Fenster zu werfen, konnte mich aber beherrschen und als Belohnung das erfolgreiche Booten in eine superminimale Slitazinstallation beobachten.

Als Fazit bleibt, dass man sowohl ein Image in Qemu als auch in Virtualbox erstellen und nach der ggf. notwendigen Umwandlung in ein Rohformat, dieses auch mit dd auf eine Festplatte schreiben kann. Ein Kinderspiel. 🙂

4 Replies to “Slitaz rootfs in Virtualbox gefunden und erfolgreich transplantiert”

  1. Hallo apo,
    ich lese deinen Blog nun schon eine ganze Weile und die Kategorie Leben auf der Konsole hat bei mir besonderes Interesse erregt. Daher wollte ich fragen ob du vielleicht für Konsolenanfänger mal ein paar Tips schreiben kannst, da ich mir, um ein wenig mehr über Linux zu lernen, ein Notebook besorgt habe auf dem ich ohne grafische Oberfläche agieren will. Vielleicht kannst du mir auch noch andere Blogs über Linux empfehlen die dieses Thema verstärkt behandeln.

    1. Hallo
      Das ist eine interessante Idee. Ich würde gerne darüber etwas nachdenken und in den nächsten Tagen einen Post dazu veröffentlichen. Ich selbst beziehe viele Informationen aus der englischen Blogosphäre. Mein Lieblingsblog ist Motho ke motho ka boto von KMandla, den ich auch permanent hier auf meiner Seite verlinkt habe. Gerade wenn es darum geht sehr alte Laptops mit Konsolenanwendungen aufzupäppeln ist sein Blog eine wahre Fundgrube und selbst mit Google Übersetzer noch lesenswert. 😉
      Es gibt sicher auch deutsche Blogs, die viel über die Konsole schreiben, ich bin bisher aber vor allem auf eher kurze Posts gestoßen oder sehr in die tiefe gehende Blogs zum Thema Programmierung mit bash. Auf meiner Feedliste stehen vor allem Blogs, die gerade nicht über diese Thematik schreiben und mehr „Mainstream“ sind.

      Es kommt auch darauf an für was du dich genau interessierst. Die essentiellen Werkzeuge für die Konsole sind z.B. die GNU coreutils also die Kommandos cp,mv,rm usw. Dann gibt es unter Linux verschiedene Shells. Die meisten Leute nutzen bash, weil sie POSIX kompatibel ist und die meisten Distributionen sie vorinstalliert haben. Manche Seite dreht sich nur um Bash Befehle und Programmierung.

      Wenn es dir mehr um Konsolenanwendungen geht, dazu habe ich schon ein paar sehr nützliche vorgestellt und Kmandlas Seite zu Software und sein Wiki decken eigentlich alle guten und wichtigen Programme ab. Wenn du noch etwas warten kannst, demnächst habe ich so eine Seite für mich auch auf Deutsch. Also gib mir noch etwas Zeit für eine ausführlichere Antwort. 😉

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