NFS-Dateiserver mit Slitaz

Im Hintergrund wird fleißig an Slitaz 4.0 gewerkelt und vielleicht gerade weil die letzte Cooking-Version vom Mai letzten Jahres stammt, gibt es trotzdem noch ein paar gute Gründe mit der aktuellen stabilen Ausgabe einige Aufgaben zu lösen. Ich habe mich etwas umgesehen und einen NFS-Server mit Slitaz 3.0 eingerichtet, mit dem ich Dateien zwischen den Clients im lokalen Netzwerk, sprich dieser kleinen Hardwaresammlung hier, austauschen kann.

Damit es halbwegs spannend wurde, habe ich den Toshiba Satellite 220CS zum NFS-Server umfunktioniert. Klingt beim ersten Lesen dramatischer als es ist, zum Schluss musste ich nur zwei Pakete installieren und ein Paar Textdateien bearbeiten.

Secure Shell – SSH

Beim lokalen Datenaustausch kommt bei mir im Regelfall immer SSH zum Einsatz und auch für einen sftp-Server finde ich ab und an Verwendung. Wenn ich Zugriff per SSH häufiger benötige, setze ich auch sshfs ein, wodurch sich entfernte Dateisysteme genauso problemlos wie Festplatten oder USB-Sticks einbinden lassen.

Die Secure Shell stellt bei älteren Rechnern eine wahrnehmbare Anforderung an CPU und Arbeitsspeicher, was außer für den Satellite 220CS bisher aber noch kein wirkliches Problem war. Erst bei einem Pentium I mit 16 MB RAM halte ich es für sinnvoll von OpenSSH zu Dropbear zu wechseln, weil man hier die bessere Performance tatsächlich spüren kann.

Network File System – NFS

Benötigt man hingegen keinen vollständigen Zugriff auf einen Rechner, lässt sich auch sehr gut mit dem Network File System leben, das nur geringe Anforderungen an die Hardware stellt. In Slitaz stabilen Repositorien existiert nur das Paket unfs3, welches den NFS-Server für den User Space mit der älteren Version 3 des Protokolls anbietet. Bei Debian hat sich hier seit längerem schon der nfs-kernel-server durchgesetzt, der zuverlässiger und schneller funktionieren soll. Unfs3 hingegen wurde 2010 aus Testing entfernt.

Er wird scheinbar auch nicht mehr weiterentwickelt. Das letzte Update auf sourceforge stammt aus 2009, dennoch eignet sich die Slitaz-Version noch für ein privates Heimnetzwerk mit einer überschaubaren Anzahl von Rechnern, denen man vertrauen kann. Die Installation ist denkbar einfach:

Installation

tazpkg get-install unfs3

Gleichzeitig wird portmap als Abhängigkeit mitinstalliert.

Konfiguration

Damit der NFS-Server beim Booten schon gestartet wird, muss die Datei /etc/rcS.conf editiert werden und in der Zeile RUN_DAEMONS noch die Dienste portmap und unfsd hinzugefügt werden. Meine Einstellungen sehen so aus.

RUN_DAEMONS=“dropbear portmap unfsd „

Der NFS Server lässt sich auch manuell mit
/etc/init.d/unfsd start

starten.

Schließlich werden die Pfade zu den Ordnern, die man freigeben möchte, in /etc/exports eingetragen und dort die entsprechenden Zugriffsrechte gesetzt.

#/home/tux/musik nur lesend für jeden Rechner freigeben

/home/tux/musik     (ro)

#/home/tux/downloads lesend und schreibend freigeben

/home/tux/downloads     (rw)

#/home/tux nur lesend für den Rechner 192.168.0.207 freigeben

/home/tux/     192.168.0.207(ro)

Die weiteren Optionen für die Freigabe werden gut im Artikel NFS im Wiki von ubuntuusers.de beschrieben. Um nicht in jeder Konfigurationsdatei mit einer statischen IP-Adresse zu hantieren, lohnt es sich auch einmalig in /etc/hosts einen Rechnernamen für eine IP festzulegen und nur noch mit diesem Namen zukünftig zu arbeiten. Ändert sich aus irgendwelchen Gründen die IP, muss sie nur noch in /etc/hosts geändert werden.

Zugriff als Client

Auf Debian basierenden Systemen lässt sich eine Freigabe mit folgendem Befehl manuell in ~/nfs einhängen, wenn der Server mit der IP 192.168.0.100 erreichbar ist. Zuvor muss das Paket nfs-common installiert worden sein.

mount 192.168.0.100:/home/tux/musik ~/nfs

Wer gerne automatisch diese Freigabe einbinden möchte, kann dies in der /etc/fstab festlegen. Über nützliche Optionen hierzu, gibt das ubuntuusers.de Wiki ebenfalls Aufschluss.

Mit

showmount -e 192.168.0.100

erhält man als root auch die Liste der Freigaben des Servers.

Fazit

NFS ist selbst auf dem 16 Jahre alten Laptop noch performant genug, um Musikdateien über das Netzwerk verzugslos abspielen zu können. Einen NFS-Server für den Hausgebrauch einzurichten ist gar nicht so schwierig. Fortgeschrittene Optionen wie Kerberos-Unterstützung wird man hier kaum brauchen. Gerade für ein homogenes Netzwerk, in dem UNIX/Linux Rechner zum Einsatz kommen, lohnt sich NFS als unkomplizierte Möglichkeit zur Dateifreigabe.

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