Das Humble Bundle für Android und Linux

…und noch ein paar andere Betriebssysteme. Ihr habt es erst zum zehnten Mal heute und gestern gelesen, deswegen schnell für die Geschichtsschreibung noch Nummer 11 hinterher, da ich mir zumindest vorgenommen habe alle Humble Bundles in diesem Blog zu dokumentieren.

Das Humble Bundle für Android, Windows, MacOS und Linux hat folgende Spiele zu bieten:

Das Besondere: Android ist als vierte unterstützte Plattform mit von der Partie, was das Bundle noch attraktiver als sonst macht. Wie bei den Vorgängern bestimmt ihr den Kaufpreis! Er lässt sich wie gehabt zwischen Entwicklern, gemeinnützigen Projekten und den Organisatoren aufteilen.

OSMOS und World of Goo kannte ich schon. Das letztere Spiel hatte ich vor fast genau einem Jahr mit zwei weiteren interessanten Projekten vorgestellt. Es ist wirklich kurzweilig und bietet eine ebenso unterhaltsame Grafik.

Anomaly und EDGE werde ich mir später noch einmal ansehen. Zumindest Anomaly scheint eine interessante Mischung aus Strategie und Actionspiel zu sein und auch optisch wird etwas geboten, wie das folgende Promovideo zeigt. Achja, auf der offiziellen Seite sind noch 3 Knöpfe des Smartphones unausgefüllt. Möglicherweise gibt es also im Verlauf der Aktion noch einen Spielenachschlag. 😉

Humble Indie Bundle 4, Shank, Bit.Trip Runner und Aquaria im Überblick

Der Verkauf des Humble Indie Bundle 4 läuft schon seit einigen Tagen, doch ich wollte mir dieses Mal etwas Zeit nehmen um drei Spiele aus dem aktuellen und erst vor kurzem zu Ende gegangenen letzten Bundle vorzustellen.

Zuletzt habe ich ein paar kritische Stimmen wie z.B. auf linuxundich.de gelesen, ob man als Blog wirklich jedes neue Bundle ankündigen muss, wenn mittlerweile in jeder Linuxecke des Internets darüber berichtet wird. Da ist was Wahres dran. Ich sehe den Sinn eines Blogs ebenfalls nicht in Ankündigungen und Nachrichtenmeldungen. Es gibt mehr als genug Seiten, die sich darauf spezialisiert haben.

Beim Humblebundle werde ich dennoch eine Ausnahme machen, auch wenn die Meldungen nicht immer zeitnah erscheinen. Zum einen ist es schwer einzuschätzen, wie viele Menschen tatsächlich schon die Humble-Bundle-Aktionen kennen und zum anderen kann ich zumindest mit dem Verlinken auf die entsprechenden Spieleseiten oder Rezensionen ein kleines Nachschlagewerk zu Indiespielen mit Linux für mich erstellen, dass ich unter dem Schlagwort Humblebundle schnell aufrufen kann.

Auch wenn kaum Zeit bei der in letzter Zeit hohen Frequenz bleibt alle Titel auch durchzuspielen, könnte von mir aus jeden Tag ein neues Bundle erscheinen, denn das bedeutet, dass wieder ein paar Spiele nativ für Linux angeboten werden. Und solange man frei entscheiden kann, ob man 1 Cent oder 100 Euro dafür zahlen möchte oder das Ganze ganz ignorieren kann, ist es die kurze Erwähnung für alle Linuxspieler und alle die es werden wollen sicher wert.

Aquaria

In der zweidimensionalen Unterwasserwelt von Aquaria schlüpft man in die Rolle von Naija, mit der man sich auf die Reise nach ihrer Vergangenheit begibt. Gleichzeitig erfährt man durch die Erzählerin, Naijas Stimme aus der Zukunft, über besondere Ereignisse und Orte, womit sich das Puzzle um ihre Erinnerung nach und nach zusammensetzt.

Naija ist in der Lage mit Hilfe der Aquaria durchströmenden Kraft des Verse mit Objekten zu interagieren und Zauber zu wirken. Die Entwickler haben diesen Teil des Spiels phantasievoll gelöst, indem Naija kurze Töne in einer bestimmten Reihenfolge singen oder einen Ton passend zur Farbe eines Gegenstands längere Zeit halten muss, um an den Inhalt zu gelangen.

Das Spiel vereinigt einige Rollenspielelemente wie das Zubereiten von Speisen und ein Zaubersystem mit typischen Aufgaben wie dem Erkunden der Unterwasserwelt, das Lösen von Rätseln und Kämpfe mit feindlich gesonnenen Kreaturen.

Als Adjektive zu Aquaria fallen mir charmant, bezaubernd und phantasievoll ein. Die Atmosphäre des Spiels ist dicht, wozu auch die sehr gelungene Musik und die Stimme der englischen Erzählerin beiträgt. Eine deutsche Übersetzung scheint es in Form von Untertiteln zu geben. Das Spiel ist für Kinder perfekt geeignet.

Die Installation unter Linux ist sehr gut. Es gibt sowohl 32bit- als auch 64bit-Deb- oder RPM-Pakete. Das Spiel wird nach /opt installiert. Wer eine Fehlermeldung beim Installieren erhält, die auf ein fehlendes Verzeichnis hinweist, sollte den leeren Ordner /usr/local/share/desktop-directories/ anlegen. Das Problem scheint aber ein spezifisches Problem bei einer reinen Lösung mit Fenstermanagern zu sein. Besonders auch: Die Spielengine von Aquaria wurde unter der GPL veröffentlicht.

Shank

Das Erste was mir in den Sinn kam war ein Spruch des Duke : „I’m here to kick ass and chew bubblegum and i’m all outta gum.“ Shank ist ein im Comicstil gezeichnetes 2D-Haudraufspiel mit Stil. Wer Desperado mochte, wird Shank lieben. Obwohl das Spiel „nur“ zweidimensional ist, hat man stellenweise das Gefühl in einem echten Film zu sitzen, der alles hat, was einen guten Actionfilm auszeichnet: Rache, fiese Typen, coole Sprüche und sinnlose Gewalt.

Mit Hilfe zweier Messer und Pistolen, Granaten, einer Schrotflinte und der Kettensäge (fehlt nur noch die BFG9000) macht sich Shank auf seinen Rachefeldzug um den „Butcher“ zur Strecke zu bringen. Dass er dabei nicht immer sehr subtil vorgeht versteht sich von selbst, was dem Spiel in Deutschland zu einer USK-18-Freigabe verholfen hat. Ein weiterer Bonus von Shank: Es gibt einen Mehrspielermodus.

Der Bin-Installer für Linux funktionierte problemlos. Das Spielverzeichnis lässt sich frei wählen. Das Einzige was ich bedauert habe war mein fehlender Gamecontroller, mit dem die Komboangriffe sicher noch mehr Spaß machen würden.

Bit.Trip Runner

Bit.Trip Runner ist ein in Retromanier gezeichnetes…Rennspiel? Die Spielfigur, CommanderVideo, läuft dazu ununterbrochen, worin die Schwierigkeit des Spiels liegt, zu Chiptuneklängen in dieser seitwärts scrollenden Pixelwelt. Man muss zum richtigen Zeitpunkt über ein Hindernis springen, hinunter durchgleiten oder es durch einen Tritt aus dem Weg räumen. Der Musikrhythmus passt sich dann passend zu den Aktionen an, was bei 50 verschiedenen Leveln, eben auch zu 50 vollkommen verschiedenen Musikstücken führt.

Am Anfang muss man lediglich über Hindernisse springen, der Schwierigkeitsgrad steigt, wie sollte es anders sein, von Level zu Level an. Ich hatte teilweise Probleme auf Grund der großen Pixel noch die Spielfigur und die Hindernisse zu sehen und bis man den Dreh mit dem Timing raus hat, kann es teilweise mehrere Anläufe brauchen. Ich denke das Youtube-Video zeigt das Spielprinzip ziemlich gut.

Die Installation ist dank vorgefertigter 32bit- und 64bit-Deb-Pakete ein Kinderspiel.

Ansonsten befinden sich im Humble Indie Bundle 4 noch folgende Spiele und Soundtracks.

Humblebundle Introversion Bundle

Es gibt neue Spiele für Linux aus dem Humblebundle Introversion Bundle. Im Rampenlicht stehen dieses Mal vier Spiele der englischen Spieleschmiede Introversion und die Klassiker Aquaria und Crayon Physics Deluxe.

  1. Darwinia
  2. Multiwinia
  3. DEFCON
  4. Uplink
  5. Aquaria
  6. Crayon Physics Deluxe

Dazu gibt es noch zwei Demospiele, die aber nur unter Windows spielbar sind, Subversion City Generator und Voxel Demo. Eventuell lassen sie sich mit Wine spielen.

Aquaria wurde schon im ersten Humblebundle verkauft und ist meiner Meinung nach den Kauf des Bundles alleine wert. Crayon Physics Deluxe wurde hingegen im Humble Indie Bundle #3 angeboten. Der einzige Nachteil im Moment, es fehlt einfach an Zeit alle Titel durchzuspielen. 😉

Wie immer bestimmt der Kunde den Preis, der sich zwischen Entwicklern, gemeinnützigen Projekten und dem Organisator aufteilen lässt.

Humblebundle Voxatron Debut plus Zwei vielleicht auch mehr

Es ist schon wieder so weit und das Humblebundle-Team hat den nächsten Event gestartet. Dieses Mal dreht sich alles um Voxatron, ein Action- und Abenteuerspiel, dass in einer Welt voller bunter Würfel und Bausteine spielt. Wer jetzt ein wenig an Minecraft gedacht hat, erahnt sicherlich die Grafik des Spiels. Voxatron ist noch Alpha scheint aber schon spielbereit zu sein. Der Käufer erhält natürlich später auch das vollständige Spiel.

Als Bonus gibt es zur Zeit noch Blocks That Matter, eine Kombination aus einem levelbasierten Jump&Run und Puzzlespiel, und The Binding of Isaac, ein Mix aus zufällig generierten Dungeons, 2D-Comic-Grafik und einem Actionshooter. Natürlich sind das nur die Spiele für den Moment, nicht auszuschließen, dass im Laufe der Aktion weitere hinzugefügt werden.

Wie immer bestimmt ihr den Preis und alle Spiele gibt es für Linux und noch zwei andere exotische Plattformen. 😉

Frozen Synapse: Mit kühlem Kopf zum Sieg

Also habe ich mir das Humble Bundle gekauft und mir den Aufmacher genauer angeschaut. Dieses mal stand Frozen Synapse im Fokus. Aus der ursprünglichen Beschreibung zum Spiel war nur zu erahnen, was da auf mich zukommen würde. Taktischer Shooter, rundenbasiert, Kampagnenmodus und Multiplayer.

Vorneweg darf man schon sagen, dass der Linuxinstaller gelungen ist. Frozen Synapse wird in einer Bin-Datei ausgeliefert, die man nur noch ausführbar machen muss. Damit hebt es sich deutlich von Atomzombiesmasher ab, bei dem ich immer noch auf den angekündigten Installer oder zumindest eine Anleitung zum Installieren der richtigen Bibliotheken warte.

Im Optionsmenü lässt sich die Auflösung des Spiels schnell ändern und die Wahl zwischen Fenstermodus oder Vollbild ist kein Problem. Als erstes wählte ich danach das Tutorial aus, um mir meine ersten Sporen zu verdienen. Ein androider, cyberspaceiger Avatar, dessen Geschichte später in der Kampagne etwas deutlicher wird, führt einen durch mehrere Trainingskapitel.

Am Anfang lernt man noch Wegmarken richtig zu setzen und die Bewegungen seiner Spielfigur vorauszuplanen. Die Schwierigkeit steigt danach leicht an, bis man zum ersten Mal gegen zwei Gegner gleichzeitig vorgehen muss. Jetzt muss man nicht nur die Figur in die richtige Richtung schauen lassen, sondern auch von Fähigkeiten wie Ducken, Schießen auf Sichtweite und Warten Gebrauch machen.

Schnell wird klar, dass man hier die Züge des Gegners vorausahnen muss. Hier unterschied sich Frozen Synapse klar von anderen Taktikspielen. Das Spiel ist in zwei Phasen eingeteilt. In der Planungsphase werden die Aktionen der eigenen Figuren festgelegt. Drückt man danach auf die „Prime“-Taste ist der Gegenspieler oder Computer an der Reihe und es wird ein Ergebnis berechnet. Je nach dem wie gut man dessen Züge antizipiert hat, fällt der eigene Erfolg aus.

Nach dem Tutorial kennt man alle wichtigen Fähigkeiten, die sich mit Tastatur oder Maus auswählen lassen. Im Kampagnenmodus erhält man als „Taktierer“ die Kontrolle über mehrere Einheiten, die die andere Fraktion ausschalten sollen. Die Story klammere ich hier ein wenig aus. Irgendetwas zwischen Ghost in the Shell, Matrix und Cyberpunk. Wirklich mitgerissen hat sie mich nicht, aber das tut dem Spiel keinen Abbruch. Die Szenarien, in die man geschickt wird, werden immer komplexer. Mit Hilfe von Granaten lassen sich auch Wände später wegsprengen, was die Handlungsmöglichkeiten stark erweitert.

Gut gefällt mir, dass man mit dem Mausrad in das Spielfeld rein- und rausscrollen kann und man alle Zeit der Welt hat seinen Zug zu planen. Bevor man in die zweite Phase übergeht, hat man immer noch Gelegenheit seine Schritte wie in einem Film abspielen zu lassen. Gefällt einem das Ergebnis dieser Vorschau nicht, lassen sich die taktischen Züge noch einmal ändern.

Die Musik des Spiels ist ebenfalls gut gelungen. Ich würde sie mal als Elektro-Pop bezeichnen, der unaufdringlich den Spielablauf untermalt. Ein bemerkenswertes Feature war die eingebaute Videoaufnahme, mit der sich das komplette Szenario aufnehmen lässt. Wer Starcraft oder Warcraft mit den Replays kennt weiß bescheid. Die Videos werden als OGV-Container mit Theora für Video- und Vorbis als Audiocodec abgespeichert und lassen sich direkt auf youtube.com hochladen. Toll!

Fazit

Frozen Synapase ist kein Spiel, welches man mal schnell durchzockt und dann zur Seite legt. Es hat nichts mit einem Actionshooter gemein, sondern konzentriert sich allein auf taktisches und planvolles Spiel. Es ist also mehr was für Leute, die eine Knobelaufgabe wie im Schach suchen und schon immer mal so etwas wie ein SWAT-Team fernsteuern wollten. Frozen Synapse unterstreicht, dass Indiespiele sehr kreativ sein können und dass es auch möglich ist gute Spiele für mehr als nur eine Plattform zu entwickeln.

Als zusätzlichen Bonus gibt es beim Kauf des Humble Bundles noch SpaceChem und Trauma dazu. Letzteres zeichnet sich nicht nur durch eine fotorealistische Grafik aus, sondern zieht einem auch durch das ungewöhnliche Umfeld in seinen Bann. Trauma lädt zu einer Reise in die Träume einer verunglückten jungen Frau ein, die man deuten muss, um mehr über sie und ihr Schicksal herauszufinden. Lohnt sich, einfach mal selbst ausprobieren. 😉