Mageia: Die Magierin geht in die zweite Runde

Die Linuxdistribution Mageia hat vor zwei Monaten einjähriges Bestehen gefeiert und vor drei Tagen die erste Alpha ihrer zukünftigen Version 2 freigegeben. Da ich dieses Jahr schon einiges über Mageia gelesen hatte, dachte ich mir, dass ich selbst mal einen Blick darauf werfe und habe mir sowohl die alte 32bit-KDE-Ausgabe von Mageia 1 als auch die sehr neue Alpha angeschaut. Da das Team von Mageia ausdrücklich darum gebeten hat, keine Rezension über eine Alpha-Version zu schreiben, habe ich die Gelegenheit genutzt etwas in der Vergangenheit zu schwelgen.

Es ist ungefähr zehn Jahre her, dass ich meine ersten Schritte mit Linux und den Distributionen RedHat, SuSe Linux, Debian und Mandrake unternommen habe. Einige Zeit später wurde Mandrake dann in Mandriva umbenannt, ich war damals schon mit Debian sehr zufrieden, und spätestens mit der Veröffentlichung von Ubuntu 6.06 habe ich den Ursprung von Mageia ein wenig aus den Augen verloren. Letztes Jahr entschied sich dann ein Teil der Mandriva Community, unzufrieden mit der Strategie des hinter dem Projekt stehenden Unternehmens, sich abzuspalten und das Mageia-Projekt zu gründen.

Das alte und neue Mageia ähnelt sich optisch noch sehr, da das neue Design erst in einer späteren Testphase hinzugefügt wird. Der KDE-Desktop gibt, genauso wie bei dem vor ein paar Monaten vorgestellten Chakra Linux, den Ton beim Erscheinungsbild an, sofern man sich für die Live-CD mit KDE entschieden hat. Im Gegensatz zum Arch-Linux-Fork lässt sich der Mandriva-Fork schon mit weniger als 1GB RAM in Virtualbox testen, setzt aber genauso wie Chakra auf den KDE-Plasma-Desktop in der zur Zeit aktuellsten Version 4.7.

Als Alternative lässt sich auch Gnome 3.3.2 mit einer separaten Live-CD testen und insgesamt unterstützt Mageia auch noch viele weitere Desktopumgebungen. Der Mageia Kernel ist zur Zeit Linux 3.1.2. Etwas schmunzeln musste ich mal wieder über die Namensgebung der KDE-Programme, deren Schema sich leicht wiedererkennen lässt. 😛 KGet, Kopete, Konqueror, KMix, KOrganizer, KSnapshot und so weiter und so fort.

Am Auffallendsten ist sicherlich das Kontrollzentrum von Mageia. Hier werden alte Erinnerungen wach. Genauso wie bei Suse Linux und einer Reihe anderer RPM-basierter Distributionen gab es früher und heute einen zentralen Ort, mit dem sich alle Desktop- und Systemeinstellungen verändern lassen. Das macht es für Einsteiger oft einfacher den richtigen Schalter oder die gewünschte Funktion zu finden. Ich habe aber schon früh festgestellt, dass eine einzelne große und dazu noch grafische Anwendung schnell dazu führt, dass Einstellungen hinter der Schnittstelle verborgen werden und man in der Regel mit einem Texteditor und der Bearbeitung einer simplen Textdatei wesentlich schneller vorankommt. Aber wie so vieles, ist natürlich auch das Geschmackssache.

Wer noch keine RPM-basierte Distribution kannte, sollte sich irgendwann mal die Zeit nehmen und das Kennenlernen nachholen. Unter der Haube wird technisch manches anders gelöst, oberflächlich betrachtet ähneln sich natürlich die grafischen Konzepte, weswegen man als KDE-, Gnome-, LXDE- oder Xfce-Benutzer sich selten komplett umstellen muss, wenn man die Distribution wechselt. Einziges Manko ist meiner Meinung nach die noch dünne Dokumentation von Mageia, einem Download und ein paar Tests steht dem aber nichts entgegen.

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