Debian Testing: Leb wohl Gnome 2, Willkommen Gnome 3

Am 08. November 2011 landete schließlich Gnome 3.0 beinahe vollständig (nautilus-dropbox erreichte mich gestern) in Debian Testing und damit auf dem Core Duo. An diesem Tag sollten über 100 Pakete aktualisiert oder installiert werden, wozu ein full-upgrade mit aptitude nötig war. Der ganze Vorgang verlief bei mir vollkommen reibungslos.

Gnome 3 ist da

Der Post ist etwas ausführlicher geworden als geplant und speziell für Debiannutzer gedacht, die erst seit kurzem mit Gnome 3 konfrontiert werden. Der Beitrag zeigt Alternativen zu Gnome 3 auf, meine ersten Erfahrungen und Schritte mit der neuen Desktopumgebung sowie einige Hinweise zum Entwicklungsstand spezieller Gnome-3-Pakete in Debian. Viel Spaß.

Bevor ich nun ein paar Worte über das neue Gnome 3 in Debian Testing verliere, hier gleich das Wichtigste für alle Gnome-2-Fans vorne weg. Solltet ihr längere Zeit kein Upgrade gemacht haben, Vorsicht, Gnome 3 ersetzt Gnome 2 in Testing komplett, eine beschauliche Koexistenz ist leider nicht möglich. Wer auf gar keinen Fall upgraden will hat folgende Optionen zur Hand:

Lang lebe Gnome 2!

  1. Debian Squeeze. Wer ohne das richtige Gnome 2 nicht leben kann, hat nur eine ernsthafte Alternative (ist alternativlos sozusagen) – der Wechsel zu Debian Stable. Was Debian immer von allen Desktopbenutzern angekreidet bekommt, entpuppt sich hier als zusätzliche Stärke. Die Gnomepakete sind nicht etwa veraltet, sondern genau auf dem Stand (2.32), woran Milliarden von Menschen beinahe 10 Jahre lang gearbeitet haben. Und das Beste: Gnome 2 wird noch mindestens bis 2013 unterstützt und wer sich dann weigert ein Upgrade zu machen, kommt noch einmal für ein weiteres Jahr in den Genuss von Gnome 2 in Oldstable Squeeze. Sprich Support und Sicherheitsaktualisierungen bis 2014. Außerdem wird es keine Gnome-3-Backports für Squeeze geben. Denkt darüber nach.
  2. Den Ausweichmodus benutzen. Na gut, es gibt doch ein paar Alternativen. Gnome 3 wird mit einem sogenannten Ausweichmodus ausgeliefert, der dazu gedacht ist Leuten mit Hardware- oder Treiberproblemen dennoch eine grafische Desktopumgebung zur Verfügung zu stellen. Praktischerweise bietet Debian direkt beim Login mit Hilfe von GDM3 die Möglichkeit sich zwischen dem neuen Gnome und diesem Fallbackmodus zu entscheiden. Dieser sieht dem alten Gnome 2 verblüffend ähnlich und lässt sich über das Gnome Tweak Tool (dazu später mehr) auch optisch über Themen anpassen.
  3. Eine andere Desktopumgebung muss her. Wenn dich das alles nicht überzeugt hat und du bei Debian Testing/Sid bleiben willst, kommt nur der Wechsel der Desktopumgebung in Frage, was bei auf Debian-basierenden Systemen nicht schwierig zu verwirklichen ist. Als Alternativen bieten sich hier natürlich Xfce, zumindest solange die Entwickler nicht die Xfce-Shell einführen, und LXDE an. Solltest du dich für letzteres entscheiden liegt ein selbst zusammengestelltes System mit Openbox, Fluxbox oder Awesome nicht weit entfernt und da du schon Testing oder Unstable benutzt, hast du sicherlich nichts gegen Experimente und bist flexibel.

Bringt mir ein Gebüsch Gnome 3

Gnome 2

Gnome 3

Im folgenden möchte ich speziell zu den Erfahrungen bei der Umstellung von Gnome 2 zu Gnome 3 mit Debian Testing schreiben und aus meiner Sicht erklären, was nun anders ist und wie mein “Workflow” mit der neuen Desktopumgebung funktioniert.

Nachdem das Upgrade vollendet war, startete ich den X-Server mit invoke-rc.d gdm3 restart neu und befand mich danach im sogenannten Ausweichmodus von Gnome 3.

Gnome 3 Ausweichmodus

3D Support aktivieren

Das Problem war, dass ich zur Zeit wegen eines Bugs im Nvidia-Treiber, der übrigens in Sid nun behoben ist, die Nouveau-Treiber verwende. Die Freien Treiber verfügen zur Zeit größtenteils nur über einen experimentellen 3D-Support, den man bei Debian erst durch das Installieren des Pakets libgl1-mesa-dri-experimental vollständig für meine Geforce 9600GT aktivieren konnte. Gleichzeitig muss man sicherstellen, dass die alten Nvidia-Pakete hier nicht dazwischenfunken. Der sicherste Weg ist alle installierten Nvidia-Pakete zu deinstallieren. Finden lassen sie sich z.B. mit dem Kommando aptitude search 'nvidia ~i'. Startet man danach den X-Server neu, lässt sich Gnome 3 problemlos mit den Freien Nouveau-Treibern bedienen.

Was ist deine Lieblingsfarbe? – Gnome-3-Aussehen anpassen

Gnome 3 ersetzt wie schon gesagt das alte Gnome 2. Das schließt mit ein, dass man an einigen Stellen beim Aussehen Hand anlegen muss.

Gnome 3 Shell

Anfangs ist noch das Standardhintergrundbild von Debian eingerichtet. Dieses lässt sich aber schnell mit einem Klick auf den Benutzernamen oben rechts -> Systemeinstellungen -> Hintergrund ändern. Auch Icons und das Thema entsprechen den Default-Einstellungen. Um zum alten Aussehen des Gnome 2 Desktops, wie auf den obigen Screenshots gezeigt, zurückzukehren, habe ich zuerst das Gnome-Tweak-Tool installiert, welches dafür da ist “fortgeschrittene” Einstellungen wie Schriften und Thema des Desktops zu ändern, die für den “gewöhnlichen” Benutzer nicht von Interesse seien, so die Beschreibung des Pakets. Das GUI-Fenster des Tweak-Tools lässt sich in Version 3.0 nicht richtig skalieren. Der Fehler läuft bei Debian unter #648005 und ist in Version 3.2 behoben.

Mein Icon-Thema ist das ausgezeichnete Faenza, welches sich auf gnome-look.org herunterladen lässt. Am besten man kopiert es nach /usr/share/icons für alle Benutzer oder lokal nach ~/.icons. Als Thema habe ich mit Gnome 2 Orta benutzt. Für die Gnome Shell gibt es eine angepasste Version auf deviantart.com. Das Thema kann im Allgemeinen nach ~/.themes für den lokalen Benutzer und nach /usr/share/gnome-shell für alle User entpackt werden. Bei mir führte die lokale Variante zu Problemen und erst nach der Installation in /usr/share/gnome-shell/theme/ funktionierte alles. Der “theme”-Ordner sollte vorher noch gesichert werden, falls man später zum Default-Thema zurückwechseln möchte. Icons, Themen und Schriften lassen sich nach der Installation dann mit dem Tweak-Tool auswählen. Solange die “Extensions” zur Gnome-Shell in Debian nicht verfügbar sind, kann man das Thema der Shell mit dem gconf-editor ändern. Dort muss man nach desktop->gnome->shell->windows suchen und die Variable theme auf z.B. Orta setzen.

Ich war mit der Deckkraft der Gnome-Shell bei diesem Thema noch nicht zufrieden. Veränderungen lassen sich bei Gnome 3 aber über CSS Dateien vornehmen. Um das Hintergrundbild deutlicher hervorzuheben, habe ich die entsprechende Stelle in der gnome-shell.css von Orta angepasst. Die letzte Zahl bei background-color löst das Problem.

/* Overview */

#overview {
    spacing: 12px;
    background-color: rgba(226,226,228,0.1);
}

Gnome-Shell-Extensions

Um den Prozess der Desktopgestaltung zu vereinfachen, gibt es Upstream das Feature Erweiterungen zur Gnome Shell zu implementieren. Das entsprechende Paket wird demnächst in Debian Experimental eingestellt. Der Vorgang lässt sich unter Bug #627515 verfolgen. Michael Biebl, einer der Gnome-Betreuer bei Debian, stellte vor wenigen Tagen auf der “pkg-gnome-maintainers”-Mailingliste einen baldigen Upload in Unstable in Aussicht. Mit den Extensions lässt sich nicht nur das Thema intuitiv ändern, sondern auch kontroverse Einstellungen wie die nicht sichtbare “Ausschalten”-Funktion verändern. Ausschalten lässt sich der Computer direkt nur, indem man auf den Benutzernamen oben rechts im Panel klickt und dann die ALT-Taste gedrückt hält, wonach die Funktion erscheint. Ich weiß. 🙄

Unico Engine

Gnome 3 anzupassen bleibt auf jeden Fall ein spannendes Thema. Es gibt z.B. das Projekt Unico, mit dem eine Engine entwickelt werden soll, mit der sich ansprechendere Themen mit Hilfe von GTK und CSS erschaffen lassen. Vielleicht so etwas wie das Gegenstück zur Murrine Engine bei Gnome 2. Bei Debian wartet das Paket noch auf die Aufnahme. Viele sehr gut bewertete Gnome 3 Themen basieren mittlerweile auf Unico, welches sich mit Ubuntu schon ausprobieren lässt.

Wie man die Heilige Handgranate bedient – Gnome 3 Workflow

Die Dash

Kurzum für mich hat sich nicht besonders viel verändert. Früher benutzte ich entweder das Panel oder das AWN-Dock um oft verwendete Anwendungen schnell starten zu können. Anwendungen lassen sich nun nicht mehr auf das Panel ziehen. Diese Funktion ist tatsächlich überflüssig geworden. Die Funktion des AWN-Docks übernimmt die Dash, welche anstatt am unteren Bildschirmrand nun auf der linken Seite angebracht ist. Hervorholen lässt sie sich mit der Super/Windows-Taste oder durch die Bewegung des Mauscursor in die obere linke Ecke. In der Regel habe ich nur eine Handvoll von Anwendungen, die ich wirklich oft brauche und die Dash spart mir hier sogar noch mehrere zusätzlich installierte Pakete.

Die Shell

Früher gab es die simple Aufteilung Anwendungen/Orte/System. Jeder wusste sofort, wo er was suchen musste. Heute lassen sich die Anwendungen direkt über die Shell suchen, die mit der Super-Taste geöffnet wird. Man kann entweder den gesuchten Programmnamen eintippen, die Anwendung mit den Pfeiltasten auswählen und das Ganze bestätigen. Oder man navigiert mit der Maus im rechten Anwendungsmenü, welches wahrscheinlich nicht ganz zufällig Erinnerungen an Gnome 2 Zeiten weckt. Wie man es nimmt, Programme zu finden ist mit Gnome 3 kein bisschen schwieriger als früher.

Gnome 3 ermutigt einen auch regen Gebrauch vom Arbeitsflächenumschalter auf der rechten Seite zu machen. Ich finde es am einfachsten die wichtigsten Programme wie z.B. Browser oder E-Mail-Anwendung auf eine separate Arbeitsfläche zu verschieben und dann mit STRG+ALT+Pfeiltaste oder ALT+TAB zwischen ihnen zu navigieren. Zwar lassen sich die alten Minimierung/Maximierung-Symbole mit dem Tweak-Tool wieder hervorholen, wenn man sich aber auf die Gnome-3-Philosophie einlässt, muss man diese Einstellung nicht in Frage stellen. Fenster müssen nicht zwangsläufig minimiert werden um Übersicht zu schaffen.

Ein kleines Fazit

Ich denke das Konzept von Gnome 3 ist schlüssig, wenn man davon ausgeht, dass der “normale” Anwender nur eine Handvoll von Programmen regelmäßig benutzt und dieser eine größtmögliche Übersichtlichkeit über laufende Anwendungen haben möchte. Die Statusanzeige am unteren Bildschirmrand, welche dezent verborgen ist, ist meiner Meinung nach gut gelungen. Diese Art von Anzeige muss auch nicht unbedingt im Panel erscheinen.

Im Moment stört mich nur die eingeschränkte und meiner Meinung nach auch benutzerunfreundliche Konfiguration von Desktopeinstellungen und der Themen. Diese Probleme werden aber schon bald ausgeräumt werden. Man sollte auch immer im Hinterkopf behalten, dass Gnome 3 noch am Anfang des Entwicklungszyklus steht. Gnome 2 brauchte auch 8-9 Jahre bis es vollständig gereift war. Das neue Gnome 3 ist definitiv anders als alle anderen Desktopkonzepte. Man kann ihm nicht vorwerfen, dass es irgendwo abgekupfert hätte. Gerade für den sogenannten Arbeitsplatzrechner halte ich Gnome 3 für geeignet. Compizfunktionen vermisste ich bei den getroffenen Designentscheidungen nicht.

Kontrovers werden auch die Entscheidungen in Debian diskutiert, warum das Metapaket gnome-core das Bluetooth-Paket als Abhängigkeit besitzt oder ob es zwingend notwendig sein muss, dass der Network-Manager immer installiert ist und dabei teilweise andere Netzwerkeinstellungen ignoriert. Nachlesen lässt sich der Thread auf der debian-devel Mailingliste.

Ausblick

Schon Gnome 3.2 bringt wieder einige Verbesserungen in Debian mit sich. Wie der aktuelle Stand von 3.2 ist lässt sich nach wie vor hier erfahren. Ich hoffe, dass bald auch wieder eine Verschlüsselungsfunktion in Nautilus mit Hilfe von Seahorse integriert sein wird. Das frühere Paket seahorse-plugins wurde komplett aus Debian auf Grund schwerwiegender Fehler entfernt. Laut den Seahorse Entwicklern ist eine Wiedereinführung für Gnome 3.4 geplant.

Zum Schluss das Wichtigste: Am besten Gnome 3 selbst installieren und sich eine eigene Meinung bilden. 😉

18 Kommentare zu Debian Testing: Leb wohl Gnome 2, Willkommen Gnome 3

  • E17 nicht vergessen als desktop 🙂 obwohl ich ja auch awesome anhänger bin, aber Enlightenment ist echt top. Unterstützt jetzt sogar tiling 🙂

  • apo

    Stimmt. Ich wollte zuerst erst einmal die erwähnen, die ich schon selbst ausführlicher ausprobiert habe und benutze. Für die Unentschlossenen empfehle ich auch die sehr gute Übersicht zu Windowmanagern im Arch Linux Wiki. 🙂

  • papa schlumpf

    ich benutze auch Debian testing nun mit Gnome3, leider, aber ohne Shell die mag ich überhaupt nich. Wenn schon dann Classic Desktop ist stabieler als Ubuntu 11.10 findet auf der Live CD nicht mal Wlan, im übrigen Linux Mint 12 ist auch gut gemacht. Besser ist vieleicht eine Classic Desktop Shell in Stiel von Gnome 2 für die die es mögen oder Beruflich nutzen

  • Oscar alias xpenguin

    Muß man denn ein Experte sein, um dieses merkwürdige Ding, das auch noch mit GNOME betitelt wurde, ohne damit viel zu tun zu haben, einigermaßen ästhetisch aussehen zu lassen? Einem Otto Normaluser graust es bei dem, was man hier liest! Mit Eurer quasi-professionellen Lobhudelei auf dieses (für nicht Quasi-Profis) unkonfigurierbare Ding seid Ihr doch schon Lichtjahre vom ursprünglichen Unix-Gedanken entfernt, daß es für JEDEN dasein soll! Scheinbar merkt Ihr das nicht einmal, während Ihr mit Konsolen-Kürzel-Kauderwelsch um Euch werft! Und das anderswo ebenfalls über den grünen Klee gelobte neue Software Center, das man zur Hälfte in eine Art Supermarkt mit angeschlossener Kasse umfunktioniert hat, macht diesen Abstand nun auch nicht gerade kleiner! Wohin will sich Linux entwickeln? Zu einer Art Super-Spielzeug für klugscheißende Yuppies, die ebenso wie M$-Kunden für Software einen Haufen Kohle zahlen? Da kommt man allerdings zu spät, denn den Platz hat bekanntlich das angebissene Obst für sich gepachtet! Kommt wieder auf die Erde zurück und macht das Ding wieder auch für ganz normale Leute konfigurierbar, wie es das richtige GNOME ist, das diesen Namen auch verdient!
    Wem ich zu sehr schimpfe, der wende sich an mich:
    xtremetux@gmx.de

  • Thomas

    Danke für den ausführlichen Bericht!

  • hypnotoad

    Ich muss ehrlich zugeben das ich gnome3 auch ziemlich skeptisch gegenüberstand.
    Man liest soviel und bildet sich dann darüber eine Meinung.
    Seit 10min teste ich aber mit ner Fedora Live CD gnome3 und muss sagen die ist um weiten besser als ich mir das vorgestellt habe. Hut ab!
    Debian testing kann also zwischend en Jahren auf meinem Desktop einziehen

  • Robert

    Bin heute von Ubuntu 11.10 wieder auf Debian-Testing gewechselt mir wurde auch gleich Gnome 3 installiert und muß echt sagen ich bin begeistert. Es läuft einfach alles stabil und sieht auch noch trendy aus.
    Bin ich froh von diesem wirklich furchtbaren Ubuntu-Unity weg zu sein. Das ist so was von nicht zu gebrauchen. Ich weiß man hätte auch Gnome nachinstallieren können doch irgendwie lief es nicht so rund wie jetzt mit Debian-Testing.
    Freue mich schon auf die weitere Entwicklung von Gnome 3. 🙂

  • Oscar alias xpenguin

    @Robert:
    Sieht trendy aus? Was denn, daß man die Hälfte weggelassen hat? Soll ich die lange Liste aufschreiben, was sich alles gegenüber GNOME 2 verschlechtert hat? Und was hat sich verbessert? Jaja, die WLAN-Treiber… Und sonst? Wo man bisher mit einem Klick die Arbeitsfläche gewechselt hat, muß man jetzt erst in eine zweite Ebene wechseln. Wo man bisher ganz leicht hübsche .tar.gz-Themes und -Icons installieren konnte, muß man jetzt mit Nautilus im Root-Modus herumdoktern. In der Fallback-Version habe ich das Ding (LMDE) halbwegs verträglich hinbekommen. Es ist aber immer noch Lichtjahre von dem entfernt, was wir mal hatten. Und den Cursor, den ich mir im “Tweak-Tool” aussuche, kriege ich nicht einmal ohne Compiz. Es bleibt einfach immer derselbe weiße vom Anfang! Aber ist ja alles “trendy”. Vor allem “GNOME” 3 in Rein-Kultur: ohne Panel, ohne Menü und ohne aktiven Hiintergrund, dafür allerdings mit einer zweiten Desktop-Ebene, die einem die Arbeit erschwert. Und ein bißchen konfigurierbar nur mit Konsolenarbeit, damit das Zeug überhaupt in dieses merkwürdige Tweak-Tool reinkommt. Wunderbare Trends…

  • Ich hab das Debian Testing mini.iso benutzt um LXDE zu installieren.

    Als ich mit der Installation fertig war, wurde ich mit Gnome 3 begrüsst.

    Das war das Ergebnis von Paket-Abhängigkeiten.

    Find ich irgendwie blöde.

  • In diesem Zusammenhang ist SolusOS noch interessant.

    Die aktuellste Version basiert auf Debian “Wheezy” und Gnome 3,

    das so modifiziert wurde, das es sich so bedienen lässt wie Gnome 2.

    Und trotzdem 100% Upstream kompatibel bleibt.

    Es gibt dazu ein interessantes Interview mit Ikey Doherty, dem Entwickler von SolusOS.

  • apo

    Welches Abbild hast du genau benutzt? Ich vermute einen Snapshot von Debian Testing mit der Netinst-CD?

    Wenn du die aktuelle stabile Netzinstallation wählst oder eine der Live-CDs mit LXDE sollten keine Probleme auftreten. Entweder hast du aus Versehen den Haken “Grafische Desktopumgebung” bei Tasksel aktiviert gelassen oder aber einen Bug mit dem Upgradepfad von Squeeze nach Wheezy gefunden.

    Bitte melde und fixe ihn. 😛

    SolusOS höre ich zum ersten Mal. Kommt zu den Testdistributionen dazu. In der zweiten Jahreshälfte werde ich all die Vorschläge von dir und den anderen mal unter die Lupe nehmen. 🙂

  • Oscar alias xpenguin

    @ikem: LMDE ist ja auch nur Mint, bloß mit Debian-Repos. Da könntest du auch recht bequem und schnell auf Maté umsteigen, wenn es dich nicht stört, daß du dann etliche Tools doppelt im Menü hast. Die selben oder fast die selben Dinger haben neue Namen bekommen und funktionieren nur in Matè. Da kann es leicht zu Verwechslungen kommen. Obwohl ich eigentlich eingefleischter GNOME-Fan bin und Pseudo-GNOME 3 daher als hinterhältigen Meuchelmord am Stinkefuß betrachte, für den es keine Notwendigkeit gab, nehme ich trotzdem Maté nicht und richte mir den GNOME-3-Fallback-Modus einigermaßen verträglich ein. Auf ppa:webupd8team/themes ist zwar auch nur ein einziges dunkles Thema (gnomishdark), aber das sieht ganz gut aus. Dazu die Titelleiste von Blue Joy und die Ultimate-Edition-Dark-One-Icons, und schon ist das Ding viel hübscher, als es den GNOME-Entwicklern mit ihrer Einheitsdesktop-Philosophie lieb ist…
    @apo: Lies mal meinen ersten Kommentar oben vom November! Was meinst du, wieviel Prozent der “normalen” Linux-User können “Bugs fixen”? Wieviel Prozent können überhaupt etwas mit diesem Terminus anfangen? Kommt auf die Erde zurück und werdet wieder Menschen! Oder steckt ihr mittlerweile euer “bestes Stück” in die Steckdose anstatt zu essen? “Fixe” doch mal den Bug, daß sich Alacarte in Mageia 2 nicht starten läßt (“no modul named gmenu”) und verrate mir dann, wie das geht. Meine Mailadresse findest du auch dort oben…

  • Papa Schlumpf

    Hallo Oscar alias xpenguin

    Auch wenn ich ein Freund von Debian bin und eigentlich Whezzy mit Mate laufen lassen wollte so bin ich vor einigen Wochen doch zu Linux Mint 13 mit Mate gewechselt. Was soll ich sagen, nichts ist doppelt und es summt wie ein Bienchen, es ist fast wie in alten Tagen nur besser. Habe alles was ich brauche, installieren und loslegen ohne groß anzupassen. Wer möchte, kann auch ohne Mint Menü und Klassisch wie das alte Gnome 2 einrichten.

    Papa Schlumpf

  • Oscar alias xpenguin

    Hi, Papa Schlumpf! Wenn ich nur Mint 12 mit Maté installiere (habe ich auch vorrätig), dann habe auch ich nichts doppelt im Menü. Wenn ich aber außer Maté auch noch XFCE oder LXDE nutzen will und obendrein die Anwendungen von GNOME (die schon über die Abhängigkeiten jede Menge Systemtools mitbringen), dann sieht das schon anders aus. Zum Beispiel Alacarte brauche ich, um das Menü in XFCE zu editieren. Nichts gegen XFCE an sich, aber mit 6000 oder mehr installierten Paketen ist das ursprüngliche Menü nicht brauchbar. Mit der Maté-Variante von Alacarte (mir fällt der neue, spanische Name nicht ein) kann ich aber nur das Maté-Menü editieren. Also habe ich schon was doppelt. Und als Abhängigkeiten kriege ich noch etliche weitere doppelte Menü-Einträge. Außerdem glaube ich auch nicht, daß sich Maté sehr lange halten wird bei den wenigen Hanseln, die daran basteln. Ich halte einen vollständigen Fork von GNOME 2 nicht für sehr sinnvoll, denn der wird sich auf Dauer nicht behaupten können. Cinnamon mit Lancelot-Menü, einem Panel, das eigentlich auch nur noch wie eines aussieht und ebenso wie “GNOME” 3 ebenfalls mit Themes, die man sich nicht zurechtbasteln kann, wird auch nicht den Anklang finden, von dem die wenigen Entwickler, die das “verbrochen” haben, anscheinend träumen. Bei den GNOME-2-Usern, die Pseudo-GNOME nicht mögen, wird es wohl eher 3 Gruppen geben: Die, die garnichts basteln können oder wollen, werden zu anderen Desktops abwandern, mehr noch zu XFCE als zu KDE, weil das ähnlicher ist. Solche Leute wie ich, die keine “Nerds” sind aber ein wenig können, werden sich den Fallback zurechtzubasteln versuchen, solange es den noch gibt. Und eine dritte Gruppe wird sich, wenn auch nicht gern, mit Dashbord und zweiter Ebene, mit häßlichen Fenstern und einer toten schwarzen Leiste herumquälen. Mit einem guten Dock (Ich kann Docks nicht leiden!) mag das ja noch halbwegs gehen. Und die Smartphone-Generation hat ohnehin nichts gegen Uniformismus, die kennt ja die DDR nicht mehr. Das sind Denglisch kauderwelschende Halb-Amis, die sich in ihrer hohlen Klugscheißerei darin übertrumpfen, den modernen und fortschrittlichen Nicht-Desktop mit den riesigen Klunker-Icons in den Himmel zu heben. Der sieht schließlich so ähnlich aus wie ihr Android auf dem Handy, das nie Pause hat, und für das sie allein wegen der “coolen” Klingeltöne ein Vermögen ausgeben. Die Welt mag verrückt geworden sein, aber irgendwie funktioniert sie weiter – auch wenn keine Sau mehr weiß, wie und warum eigentlich…

  • Papa Schlumpf

    Hallo Oscar alias xpenguin

    Habe deine beiden Kommentare gelesen, finde sie wunderbar. Zum ersten, Linux Mint 12 bassiert auf Ubuntu 11.10 das war eigentlich ein Schuss in den Ofen so wie ich das sehe und da kann Mint nicht besser sein. Linux Mint 13 ist besser als Mint 12, Ubuntu 12.04 genauso da gibt es nichts. Was die sache mit den Panel unten oder dem Fallback-Modus angeht das hatte ich auch, es ging nicht und der Gnome Classic Desktop ist für mich nur eine Notlösung. Mate gibt mir alles was ich brauche und Mint für die nächsten 5 Jahre, wie lange es lebt ?. Alles ist vergänglich auf Gnome 3 folgt Gnome 4 und das mit der Schell da stimme ich dir zu. Übrigens Solus OS Alpha 5 ist das ansehen wert in diese Richtung kann es mal laufen, wer weiss das schon und es baut auf Debian Whezzy. Egal was die Zukunft bringt wir sollten dankbar sein das es Leute gibt die uns das geben was wir lieben, ein Freies Betriebsystem nebst Freier Software, dafür kann man wenigstens mal Danke sagen und nicht immer nur nörgeln. Ich finde Debian ist mit Whezzy auf einen guten Weg nur mit dem Gnome 3 Desktop da habe ich ein Problem, sonst würde ich nicht bei Linux Mint mit Mate sein. Übrigens wir kennen uns nicht von früher, macht nichts.

    Papa Schlumpf

  • Oscar alias xpenguin

    Du hast recht, ich meinte gestern natürlich nicht Mint 12, sondern 13. Lisa habe ich aber auch noch da. Da konnte man Maté noch nicht verwenden, weil es noch halb fertig war. Und ein halbes GNOME 2 ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Cinnamon als halbes GNOME 3 aber auch bloß nicht. Mint mit Ubuntu hat außerdem gegenüber LMDE den Nachteil, daß es die “ungefixten Bugs” von Ubuntu auch drin hat. Seit Natty kann man z.B. in Alacarte nichts mehr von oben nach unten verschieben, und Trennlinien setzen geht auch nicht mehr. Mit Sicherheit hatte es schon damals Tausende Fehlermeldungen gegeben, das scheint Canonical aber am Allerwertesten vorbeizugehen. Auch aus diesem Grunde melde ich keine Fehler, und damit mir “Apport” nicht bei jedem “Paketfehler” auf die Nerven geht, lösche ich das Ding einfach. Das ist übrigens auch so eine Sache: RPM-basierte Distros kennen keine “Paketfehler”, bei Debian gibt es einige, bei Ubuntu aber massenweise! Zuweilen kommt es einem so vor, als würden die das mit Absicht machen. Noch schlimmer ist es allerdings, wenn ein Paket steckenbleibt! Installiere mal “urd”. Das Ding geht nicht rein, weil Fehlerwert 1, es geht dann aber auch nicht wieder raus! Bei Mandriva und SuSE ist sowas unbekannt. Und “urd” macht das nun schon mindestens seit Lucid! Man sollte Canonical mal fragen, warum sie diese “Falle” nicht vom Repo schmeißen. Und die “Erfindung”, daß bei manchen Paketen seit Natty nicht mehr angezeigt wird, daß sie nicht installierbar sind, sondern daß sie einfach als kaputt angezeigt werden, ist nun auch nicht gerade eine Verbesserung in puncto User-Freundlichkeit. Einfach wieder rausklicken geht nämlich nicht, denn dann wird angezeigt, daß Synaptic wegen “zurückgehaltener defekter Pakete” nicht installieren könne. Da heißt es dann: alle Markierungen wieder weg und von vorn anfangen. Das gibt es wohl nicht einmal bei Debian, zumindest nicht in dieser Häufigkeit. Daß das bei Mint auch so ist, wo die sich doch Benutzer-Freundlichkeit auf die Fahne geschrieben haben, kann nur bedeuten, daß die Mint-Leute daran nichts ändern können. Ich gebe dir recht, daß wir uns bei den Entwicklern und Distributoren für ihre Arbeit bedanken sollten, die uns nichts kostet. Aber einige dieser Leute – allen voran der erklärte GNOME-Hasser Mark Shuttlewood – machen einem das nicht gerade leicht. Ich will natürlich auch den “GNOME”-3-Entwicklern nicht unterstellen, daß sie uns mit ihrem “Machwerk” ärgern wollten (???), aber besonders weitsichtig haben sie nicht gehandelt. Außerdem hat man mit 50 schon eine ganze Menge an Menschenkenntnis angesammelt, vor allem, wenn man in früherer Zeit auch noch ganze Bibliotheken über psychologische und psychoanalytische Themen “verschlungen” hat (Damals therapierte ich mich selbst, denn ich hatte in meiner Jugend Minderwertigkeits-Komplexe.). Hinter “GNOME” 3 stecken zwei Philosophien: 1. Individualismus ist dekadent und gehört so weit als möglich eingeschränkt. 2. Touch-Screens gehört die Zukunft, Desktop-PCs und Notebooks sind Auslaufmodelle. Dazu, was ich von Punkt 1 halte, brauche ich wohl nur zu erwähnen, daß ich ein alter “Ossi” bin und schon daher schlechte Erfahrungen mit dem Konformismus habe. Rechte, linke und religiöse Konformisten sind mir zutiefst zuwider. Ebenso, wenn mir etwas aufgezwungen werden soll, was ich (zumindest in dieser Form) nicht will. Darauf habe ich schon vor dem Mauerfall sehr säuerlich reagiert, was mir damals nicht zum Vorteil gereichte. Und zu Punkt 2 bleibt zu sagen: Das Entwickler-Team muß sich in jüngerer Zeit stark verjüngt haben, daß es beinahe ohne groß nachzudenken auf diesen Tablet-PC- & SmartPhone-Zug aufgesprungen ist. Apple hat mit diesen Dingern zwar in kurzer Zeit Unmengen Geld gescheffelt, aber wohl weniger deshalb, weil diese Dinger so gut sind oder erst recht den Desktop-PCs und Laptops überlegen. Da spielte vor allem der “Steve-Jobs-Effekt” eine entscheidende Rolle. Als die ebenso kurzsichtigen anderen Apple-Chefs Jobs damals rausgeschmissen hatten, sind sie innerhalb von nicht einmal zwei Jahren fast in die Pleite gerutscht, obwohl sich an der Produkt-Palette nichts verschlechtert hatte. Denen hatte aber das Talent gefehlt, den Leuten für teures Geld Geräte anzudrehen, mit denen sie eigentlich nicht viel anfangen können. Also haben sie Jobs reumütig zurückgeholt. Der hat sich dann auf die Bühne gestellt und im Laufe kurzer Zeit dem staunenden Publikum mehrere Geräte wie absolute Neuheiten präsentiert, die es in Wahrheit schon länger gab, von denen bis dahin aber niemand etwas wissen wollte. Kein Wunder, denn sie können allesamt fast nichts. iPhone, iPod und dann auch noch iPad sind nichts anderes als werbemäßig aufpolierte Flops mit niedrigem Gebrauchswert, aber hohem Preis. Auf Deutsch gesagt: Das staunende Publikum hat sich ganz einfach von Jobs verarschen lassen! Wenn es einen typischen Vertreter des “Kapitalisten” gibt, dann wohl er! Er hat ja nicht einmal davor zurückgeschreckt, seine Krankheit und daß man sie ihm zunehmend angesehen hat, werbewirksam einzusetzen! Übrigens ist das Einzige, was Apple jemals selbst erfunden hat, der iMac gewesen, das erste Betriebssystem mit brauchbarer grafischer Oberfläche. Der ehemalige Apple-Mitarbeiter William Gates hat das Ding ausspioniert, sich dann abgeseilt und es in modifizierter Form als seine Erfindung ausgegeben. Die Sache mit dem Kumpel in der Garage ist eine fromme Betriebs-Legende von Microsoft!
    Zum anderen ist dieser Run auf iPads und ähnliche Fast-Nichts-Könner aber auch dem Charakter der momentanen Jugend in der westlichen Welt UND in den aufstrebenden Ländern geschuldet. Ohne den Besitz bestimmter Markenartikel gehört man nicht dazu. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Teile überhaupt etwas taugen oder nicht, man MUSS sie eben haben! Dieser freiwillige Konformismus unter jungen Leuten beginnt bereits im Kindergarten-Alter! Jenseits der 30 fangen dann die ersten dieser Leute an, darüber nachzudenken und erwachsen zu werden. Nicht Wenige allerdings packen das ein Leben lang nicht! Und das begann quasi auch mit dem Mauerfall…

  • Oscar alias xpenguin

    Sorry, Mark! Your name is naturally Shuttleworth and not Shuttlewood. But my friend you don’t are nevertheless…

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