Loginmanager für die virtuelle Konsole

Die meiste Zeit meines Linuxlebens hat mich das Thema Loginmanager wenig beschäftigt. Sie verschwinden so schnell in den Hintergrund wie sie erschienen sind und ich brauche sie tatsächlich nur zum Login in meinen Desktop. Auffallend ist, dass jede Desktopumgebung ihren eigenen Loginmanager mitbringt, der in aller Regel eine Weiterentwicklung von xdm ist. KDM für KDE, GDM3 für Gnome, Slim als unabhängige Alternative und nun auch noch LightDM, welcher der neue Standard für Loginmanager werden und ebenfalls unabhängig von einer speziellen Desktopumgebung sein soll.
Wer sich nicht mit den Unterschieden auseinandersetzen möchte und tatsächlich nur einen Weg sucht sich in seinen Desktop einzuloggen, kann auch ganz auf einen grafischen Loginmanager verzichten. Die ressourcenschonendste Alternative ist sicherlich startx bei einem Login in eine virtuelle Konsole automatisch auszuführen.
In der Regel gibt es auf jedem Linuxsystem schon einen Loginmanager für die virtuelle Konsole. Bei Debian ist das getty. Aus Interesse habe ich das schlankere, aber mit weniger Funktionen ausgestattete, mingetty installiert und ausprobiert. Ich konnte allein vom Speicherverbrauch her keine großen Unterschiede entdecken. Um mingetty anstelle von getty zu aktivieren, muss die Datei /etc/inittab editiert werden.

1:2345:respawn:/sbin/getty 38400 tty1

Dort gibt es mehrere ähnlich aussehende Zeilen, bei denen nur der Pfad geändert und die Baudzahl für Modems entfernt werden muss. (Ja, da war mal was. 😉 ) Tut man das übrigens nicht, erscheint eine Fehlermeldung wie diese und man kann sich nicht mehr einloggen.

respawning too fast

Die neue Zeile:

1:2345:respawn:/sbin/mingetty tty1

Es ist auch möglich für jede virtuelle Konsole einen anderen Loginmanager festzulegen. Momentan habe ich drei virtuelle Konsolen für den Thinkpad 600 aktiviert. In den ersten beiden kommt getty zum Einsatz und in die dritte kann man sich mit Hilfe von Qingy einloggen.
Eine Besonderheit von Qingy ist, dass dieser Loginmanager auf das Framebuffer Device zugreift und somit auch ohne X ein grafisches Login bietet, welches sich durch verschiedene Themen weiter ausgestalten lässt. Qingy verbraucht etwas mehr Speicher als getty oder mingetty, bietet aber neben dem Augenschmaus auch Autologin, PAM-Unterstützung und einen Bildschirmschoner. Insgesamt ein interessantes Programm, was wie die anderen auch die wichtigste Aufgabe, den Login, problemlos erledigt. Der Pfad ist geringfügig anders als bei den anderen beiden.

1:23:respawn:/usr/sbin/qingy tty3

Also alles in allem die Alternativen sind da. Für ein reines Konsolensystem würde ich einfach bei dem voreingestellten getty bleiben, das einfach funktioniert. Wer mit seiner Desktopumgebung zufrieden ist, sollte auch mit dem mitgelieferten grafischen Loginmanager ausharren. Vielleicht entschließen sich aber Gnome und KDE in Zukunft auch auf das neue LightDM umzusteigen, welches mit Oneiric Ocelot der neue Loginmanager bei Ubuntu werden wird.

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