Debian Stable mit Backports fit machen

In der c’t Ausgabe 16/2011 gab es mal wieder einen interessanten Artikel zum Thema Linuxdistributionen, die auf den Prüfstand kamen. Testkandidaten waren Debian 6.0, Fedora 15, Linux Mint 11, Mageia 1, OpenSuSe 11.4 und Ubuntu 11.04.

Getestet wurden unter anderem die Installation, mitgelieferte Software und Hardwareunterstützung. Mir war total klar wie auch dieser Test ausgehen würde. Natürlich hatte Debian die älteste Software und die schlechteste Hardwareunterstützung. Die c’t wäre aber nicht die c’t, wenn sie nicht differenziert und darauf hingewiesen hätte, dass bei Debian Stabilität wichtiger als aktuelle Software sei und man Probleme mit der Hardware durch das Hinzufügen von Debian Backports beheben könne.

  1. Einfach diese Zeile in die /etc/apt/sources.list hinzufügen:

    deb http://backports.debian.org/debian-backports squeeze-backports main

  2. aptitude update

Um ein Paket aus den Backports-Archiven zu installieren lautet der Installationsbefehl:

aptitude -t squeeze-backports install "paketname"

Bei sehr neuen Rechnern wird man in der Regel einen aktualisierten Linuxkernel benötigen. Welche Version gerade aktuell ist, erfährt man mit

aptitude search linux-image

Allgemein lässt sich ein Paket auch einfach über das Webfrontend bei Debian.org finden. Einziger Nachteil der Backports ist, dass Sicherheitsupdates nicht durch das Debian Security Team bereitgestellt werden und diese zeitverzögert durch das Backports Team nachgeliefert werden.

Gerade für Anfänger oder den viel beschworenen Durchschnitts-User würde ich immer Debian Stable empfehlen, auch wenn die Software vielleicht nicht auf dem neuesten Stand sein sollte. Denn was macht das in der Regel auch schon aus? Ich konnte schon vor Jahren Musik mit Debian hören, Briefe schreiben, Drucken, Chatten, Emails schreiben und im Internet surfen. Otto-Normal User würde auch heute nichts vermissen. Das Debian Stable veraltet sei hört man meistens aus der Ecke der fortgeschrittenen Nutzer, die unbedingt bei jedem Softwaretrend vorne dabei sein wollen.

Nein, man sollte die Schuld nicht bei Debian abladen, wenn einem zwei Jahre bis zur nächsten stabilen Version als zu lange erscheinen. Wer es aktueller mag, wechselt zu Debian Testing oder gar zu Debian Unstable.

Was aber wirklich fehlt ist ein automatischer Hinweis, wenn Hardware mit Debian nicht funktioniert, dass hierzu ein Update auf einen aktuelleren Kernel vollzogen werden muss. Ein paar Informationen können sicher nicht schaden.

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