Festplattentausch: Nicht immer ist die Software schuld

Gestern kam sie an, die 30 GB Travelstar-Festplatte für meinen Inspiron 4000. Damit ist der alte Laptop wieder komplett. Die zwischenzeitliche 6 GB Ersatzfestplatte war, man muss es wohl so sagen, ein Fehlkauf. Zumindest in dem Sinne, dass sie verhältnismäßig langsam war und Geräusche von sich gab, die mich mehr an einen alten Kadett mit löchrigem Auspuff erinnerten als an ein Stück Hardware, dem ich meine Daten anvertraue.

Zwei Dinge habe ich gelernt:

  1. Es gibt immer jemanden, der beim Bieten noch verrückter ist als du selbst. Wenn drei Leute auf den Artikel bieten, rechne damit, dass ein Vierter zwei Sekunden vor Schluss die anderen aussticht. 😈
  2. Gib nicht immer der Software die Schuld, wenn ein Programm eine gefühlte Ewigkeit zum Starten braucht. Das Übel ist meist die veraltete und total langsame Festplatte.

Wie bekommt man nun seine Daten unfallfrei von der uralten 6 GB Festplatte von ’99 auf die etwas jüngere 30 GB Festplatte? Der Retter in der Not ist wieder einmal: Clonezilla

Ich erstellte ein komplettes Abbild mit meinem favorisierten Backuptool und überspielte es anschließend auf die neue 30 GB Festplatte. Wie zu erwarten verlief die Transplantation ohne Komplikationen, wovon dieser mit charm geschriebene Blogeintrag zeugt. 😉

Nun hatte ich aber noch mehr als 20 GB frei. Heillose Verschwendung, wenn ihr mich fragt. Da meine Debian-Sid-Installation mit Openbox auf einem verschlüsselten Datenträger mit LVM installiert worden war, erweiterte ich einfach den Platz.

LVM ist dafür ideal geeignet. Das 6 GB Abbild bestand aus einer /boot und /root Partition. Der Rest war freier Speicher. Ich startete also cfdisk und erstellte eine dritte 5 GB große Partition. Dabei griff ich auf die alten Erfahrungen mit LVM zurück.

Der Befehl pvs zeigt bei einem LVM-System die verschiedenen physikalischen Volumes an. In diesem Fall /dev/mapper/hda2_crypt (6GB) und die neue partition /dev/sda3 (5GB), die ich zuvor mit

pvcreate /dev/sda3

initialisiert hatte.

Als nächstes musste die Volumegruppe erweitert werden und die beiden physikalische Volumes darin “verschmolzen” werden.

vgextend Name der Volumegruppe /dev/sda3

In meinem Fall: vgextend darko /dev/sda3

Innerhalb der Volumegruppe befanden sich die logischen Volumes für /boot und /root. Ich wollte das Root-Volume erweitern.

lvextend -L +5G /dev/mapper/darko-root

Schließlich musste noch das Dateisystem an die neue Größe angepasst werden.

resize2fs -p /dev/mapper/darko-root

Fertig! Danach hatte ich mein verschlüsseltes /root Volume um 5 GB vergrößert und dabei immer noch mehr als 15 GB Festplattenspeicher frei.

Damit ließe sich nun neben KolibriOS und dem Plopbootmanager weitere Betriebssysteme installieren, wobei die Vor- und Nachteile schon bekannt sind. Mal schaun. 🙄

Noch keine Kommentare zu Festplattentausch: Nicht immer ist die Software schuld

Hinterlasse eine Antwort

Du kannst diese HTML tags benutzen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>