Warum Ubuntu nicht braun sein muss

Bekanntlich sagen Bilder mehr als tausend Worte und nicht immer ist man in der Stimmung langatmige (Blog)-Texte zu lesen, nur um über die Unterschiede im Aussehen von Linux Distribution X zu Distribution Y informiert zu werden. Auf der anderen Seite lässt sich unter Linux jeder Desktop vielfältig konfigurieren, anpassen, umwandeln und auch austauschen.
Spricht man über das Aussehen von Ubuntu, ist damit oft implizit die Gnome-Desktopumgebung gemeint. Dass man bei Ubuntu und anderen Distributionen Desktopumgebungen wechseln und Fenstermanager wie Gnomes Metacity z.B. mit Openbox austauschen kann, taucht oft in der Beschreibung nicht auf. Ganz kurios wurde es, wenn man früher in Foren las, dass Ubuntu zu braun sei, das dem persönlichen Geschmack nicht entspreche und man es deswegen nicht installieren werde.
Anderen ist vielleicht Linux Mint zu grün oder RedHat zu rot. Bei all den Diskussionen um das Aussehen von Linux, kann man es nicht oft genug betonen. Das Äußere ist Geschmackssache und solange Linux im Inneren drin steckt, wird es immer möglich sein, sich sein eigenes Desktopideal zu gestalten.
Gnome steht allgemein für leichte und komfortable Bedienbarkeit, intuitive und einfache Gestaltung. Ideal für alle, die ein Desktop-Linux kennenlernen aber auch sofort damit produktiv sein wollen.
Xfce, LXDE oder gar nur einzelne Fenstermanager zielen mehr auf Geschwindigkeit und wenig Ballast mit externen Softwarebibliotheken, die das ganze System verlangsamen aber nur wenig zur Produktivität beitragen.
Doch was der eine an Gnome gut findet, missfällt dem anderen. Bevor nun gleich alles wieder deinstalliert wird, warum nicht einfach noch mal die Synaptic-Paketverwaltung nutzen oder das Terminal öffnen und

aptitude install kde-full openbox fluxbox xfce4 lxde

eingeben, installieren, ausloggen und beim Login aus weiteren fünf Alternativen wählen, alles testen, ausprobieren, Hintergrund und Themen ändern, Icons austauschen und und und.
Den schnellen Überblick über ein Standardthema einer Distribution und die vielen Möglichkeiten seinen Desktop zu ändern, bieten die folgenden Seiten.

  • thecodingstudio.com bietet eine komplette Übersicht mit Screenshots zu den Standardinstallationen der jeweiligen Distributionen. Wer also schnell wissen will wie sein Linux direkt nach der Installation aussieht, findet hier alles was er braucht.
  • Wie macht man aus seinem "braunen" Ubuntu ein knall pinkes mit gelber Schrift? Wo kommen all die verschiedenen Schriften, Icons, Hintergrundbilder, Transparenzeffekte und Desktopthemen her, die man auf anderen Linuxdesktops sieht? Höchstwahrscheinlich von hier: gnome-look.org, kde-look.org, xfce-look.org ,box-look.org, deviantart.com.

Demnächst mehr schockierende Einblicke in meinen Ubuntudesktop. Stay tuned. 😉

Squeeze nicht mehr allzu fern

Das Debian Projekt hat heute die Veröffentlichung eines ersten Release Candidates des Debian-Installers bekanntgegeben.
Klingt zuerst einmal nicht spannend, deutet aber daraufhin, dass Debian 6.0 alias "Squeeze" nicht mehr lange auf sich warten lässt.
Nur zur Erinnerung "Lenny" erschien am 14.02.2009. Da würde eine Veröffentlichung im Februar doch ganz gut ins Bild passen. 🙂
Neben diversen Verbesserungen gegenüber dem Lenny-Installer ist vor allem die Liste mit den bekannten Problemen interessant. Wer glaubte, das fehlende Firmware beim Installieren eher eine Nachlässigkeit oder ein Fehler war, erfährt hier, dass das Problem bekannt sei und alles wie beabsichtigt funktioniert.
Obwohl das natürlich für viele ein Grund sein kann sich die Debian-Distribution nicht näher anzuschauen, halte ich die Entscheidung ein 100 % freies Betriebssystem zu entwickeln und dabei Debians eigene Richtlinien und Philosophie nicht aufzuweichen für den richtigen Weg.
Es geht dabei auch nicht darum, dass Debian generell unfreie Software für Debian ablehnt, sondern vielmehr darum, dass das gesamte System niemals von einer unfreien Komponente abhängig sein soll.
Vermutlich wird dadurch neuen Linuxanwendern der Zugang zu Debian erschwert. Auf der anderen Seite ist diese klare Ausrichtung, das Bekenntnis zu Freier Software und die Qualität von Debian der wesentliche Grund, warum die Hälfte aller Linuxdistributionen mittlerweile auf Debian basiert. Quelle: distrowatch.com
Eine gute Hilfe bietet bei solchen Firmwareproblemen die offizielle Installationsanleitung.

Ein kurzer Leitfaden zur Debian-Netzinstallation auf dem Inspiron 4000

Als Gedankenstütze und Leitfaden, hier die Punkte, die man bei einer Netzinstallation mit Debian speziell für den Inspiron 4000, aber auch allgemein, beachten sollte. Mittlerweile gehe ich zwar oft dazu über mir nur noch Basisinstallationen als Image irgendwo abzuspeichern und wieder hervorzuholen, wenn irgendetwas ausprobiert werden soll.
Dennoch, im Laufe der Zeit vergisst man wieder das ein oder andere Schlagwort oder wo etwas zu finden war. Naturgemäß soll die Aufzählung nicht jedes mögliche Problem abdecken. Server Installationen haben mit Sicherheit andere Schwerpunkte als eine Desktopinstallation und über Vorzüge und Nachteile einzelner Anwendungen kann man mehrere Bücher füllen.
Wer sich gerade mit Linux vertraut macht, sollte sich von dem Leitfaden nicht abschrecken lassen. Viel mehr als eine grobe Merkliste zur Debian-Netzinstallation auf einem bestimmten Laptop Modell ist er nicht. Mit Ubuntu gibt es eine einfachere Möglichkeit Linux kennenzulernen. Für alle die Debian näher kennenlernen wollen.., nur zu. 🙂
Wer sich speziell für den Toshiba Portege 3110CT interessiert und vielleicht gerne mal die PEX Installation ausprobieren möchte, findet hier schon etwas dazu.

Debians Netzinstallation

Die Debian-Netzinstallation:
Für den Inspiron 4000 empfehle ich die inoffizielle Netzinstallations-CD von Squeeze oder die offizielle Lenny-Netzinstallation. Damit umgeht man das Problem fehlender, unfreier Firmware, ohne die man die Netzwerkkarte nicht einrichten kann.
Da ab Squeeze der ausgelieferte Debian-Kernel zu 100% aus freien Komponenten besteht, kann man die fehlende firmware-linux-nonfree aber auch während des Installationsvorgangs z.B. per USB in das Verzeichnis /lib/firmware kopieren. Der Weg über die genannten CDs ist aber hier der einfachere.

Welches Debian darf es sein?

Der nächste Schritt ist das Auswählen der Debian-Version. Dazu genügt es in der Datei /etc/apt/sources.list, bei der angesprochenen Lenny-Installation, das Wort lenny z.B. durch squeeze zu ersetzen, um die zukünftige stabile Debian-Version zu erhalten.
Wer gerne ein "Rolling Release" möchte, um bei einem bekannten Schlagwort zu bleiben, ändert das Wort Lenny z.B. in stable, testing oder unstable/sid um. Der große Vorteil bei dieser Wahl, man brauch sich in Zukunft nicht mehr darum zu kümmern, welche Figur aus Toy Story gerade der neueste Projektname bei Debian ist. Mit der Wahl von stable, alias Lenny im Moment, wird das System permanent in diesem Zustand gehalten. Das heißt, sobald Squeeze fertig und stabil ist, wird es zu "stable" und Lenny zu "old-stable".
Wer experimentierfreudig ist wählt testing oder sogar sid (der Bösewicht von Toy Story, sid=sid is dangerous). Der Vorteil dieser beiden Zweige liegt bei der aktuelleren Software und dem Spass mehr Probleme zu lösen ;). Ich benutze auf dem Inspiron 4000 sid und habe außer bei Midori noch keine Bugs gefunden. Wirklich, sid läuft wirklich gut. Hoffentlich ändert sich das bald. 😈
Testing ist ein guter Mittelweg, Sicherheitslücken werden aber später als bei stable oder sid geschlossen.
Stable steht bei Debian für felsenfest solide, ausführlich getestet und unverwüstlich. Für Nicht-Debianer oft in einem Wort: langweilig. Größere Updates sind selten, Sicherheitsaktualisierung erfolgen schnell, gut auch für ältere Rechner, die schwer an apt zu schaffen haben und nicht so oft Rechenzeit mit Updates verbringen wollen.
Die Entscheidung liegt bei euch. Danach genügt ein

aptitude update
aptitude dist-upgrade

Meine sources.list, die mit # kommentierten Zeilen nur dann auskommentieren, wenn man stable als Version gewählt hat

deb http://ftp.de.debian.org/debian/ sid main contrib non-free
deb-src http://ftp.de.debian.org/debian/ sid main contrib non-free
#deb http://security.debian.org/ stable/updates main
#deb-src http://security.debian.org/ stable/updates main
#deb http://ftp.de.debian.org/debian/ squeeze-updates main contrib

Softwareauswahl Teil I

Was darf es sein? Vollständige Desktopumgebung oder doch lieber Eigenbau?

aptitude install gnome gdm (Gnome mit gdm als Loginmanager)
aptitude install kde-full kdm (KDE komplett mit kdm als Loginmanager)
aptitude install slim lxde (LXDE mit slim als Loginmanager)
aptitude install slim xfce4 (Xfce4 mit slim als Loginmanager)

Leicht zu merken oder? Danach nur noch einmal den Namen des Loginmanagers als root in den Terminal eingeben und voila! Für den Inspiron empfehle ich LXDE, Xfce4, am besten aber den Fenstermanager der Wahl und etwas Handarbeit.
Obwohl mein jetziger Desktop mit Openbox und dem Lxpanel zwei zentrale LXDE-Elemente enthält, wollte ich dennoch den spannenderen Weg gehen und das System weiter anpassen und nicht einfach lxde installieren.

aptitude install slim xorg openbox alsa-base

Der Ausgangspunkt für ein leichtgewichtiges Debian mit Openbox als Fenstermanager.

X-Server richtig konfigurieren

Dieser Punkt ist nur für Besitzer eines Dell Inspiron 4000 gedacht, bei denen die automatische X-Server-Konfiguration versagt. Um es kurz zu machen, hier ist meine xorg.conf. Entpacken und dann nach /etc/X11 kopieren, X Server neustarten und tada :D.

Softwareauswahl Teil II

Ab hier geht es nun erst richtig los mit dem Ausprobieren.
Bei Openbox muss man sich nur wenig merken: Erstens obconf und obmenu installieren. Aussehen von Openbox ändern leicht gemacht.
Zweitens:~/.config/openbox/autostart.sh. Alles was automatisch beim Start von Openbox ausgeführt werden soll, kommt hier herein. Insbesondere feh zum Anzeigen von Hintergrundbildern und das Lxpanel, unspektakulär, leichtgewichtig und alles was man für den Anfang braucht.
Für einen Laptop bevorzuge ich neuerdings den xfce4-power-manager gegenüber dem Gnome-Pendant. Er erfüllt seinen Zweck, hat aber weniger Abhängigkeiten und zusammen mit Thunar bleibt diese Anzahl weiterhin überschaubar.
Achja und Drittens Tipps zu Openbox finden sich im Netz reichlich. Sehr zu empfehlen sind der Openbox Guide von Urukrama und der Wikieintrag bei archlinux.org. Openbox ist selbst gut dokumentiert. Ein Blick in die ~/.config/openbox/rc.xml hilft oft schon weiter.
Ab nun fehlen nur noch ein paar leichtgewichtige Programme.

ESS-Maestro-Soundkarte in Betrieb nehmen

Auch bei der Maestro-Soundkarte ist die Firmware unfrei und muss nachträglich installiert werden. Um dennoch Musik hören zu können, genügt es den Anweisungen im Debian Wiki zu folgen.
Openbox ist ein klasse Fenstermanager mit einer Vielzahl an Konfigurationsmöglichkeiten. Ein anderes Mal mehr dazu. 😉

Wie alles begann

Irgendwann im Jahre 2001 brachte der berühmte Tropfen das Fass zum Überlaufen. Ich war bis dahin stolzer Besitzer eines typischen Komplett-PCs von der Stange mit einer für damalige Verhältnisse superschnellen GeForce-2-Grafikkarte, die man heute nicht mal mehr als Briefbeschwerer nutzen würde.
Ebenfalls typisch für die Zeit war das Betriebssystem Windows 98, mein erster Schritt in das große Internetzeitalter. Ich glaube damals war es noch normal, dass man mindestens ein halbes Dutzend verschiedener Programme zum Registry säubern, Viren vernichten und Adware entfernen installiert hatte. Irgendwo auf der Festplatte gab es einen Ort, wo man regelmäßig die neuesten Versionen diverser Freeware- und Sharewareprogramme aus dem Netz sammelte und einen Extra-Ordner nur für Videocodecpacks angelegt hatte.
Es war die Zeit als ein Browser namens Netscape dem Internet Explorer verstärkt Konkurrenz machte. Es war die Zeit des Bluescreens. Besonders immer dann, wenn man gerade bei CS 1.3 einen 10:0 Lauf hatte...
Nachdem die Entropie des Chaos beinahe stündlich auf meinem PC zuzunehmen schien, kam in mir die verzweifelte Frage auf: "War das alles, gibt es keine Alternative?"
Irgendjemand hatte mal von einem anderen Betriebssystem namens Linux gesprochen. Dies sei kostenlos und Open Source, so mit grafischer Oberfläche und Programmen wie bei Windows. "Aha, und wo kann man das herunterladen?" "Da gibt es verschiedene Distributionen von" "Distrib...wie bitte?"
Mit ziemlicher Sicherheit suchte ich damals unter anderem mit Suchbegriffen wie "Was ist die beste Linux-Distribution". Ich war ziemlich ahnungslos, wo nun die Vor- und Nachteile zu suchen waren. Jeder hatte eine andere Meinung, also musste ich zwangsläufig alle ausprobieren.
Die Suche nach Informationen zu Linux setzte sich bis in das Jahr 2002 fort. Meine ersten Distributionen waren RedHat Linux (heute Fedora), SuSe Linux, Mandrake (heute Mandriva) und Debian GNU/Linux. Am meisten lernte ich zuerst von RedHat und SuSe. Bis heute setzen beide auf das RPM-Format zum Installieren von Programmen. Dass sich plötzlich alles zentral über einen Paketmanager verwalten ließ, war ein Quantensprung.
RedHat konzentrierte sich damals auf die Gnome-Desktopumgebung während SuSe KDE bevorzugte. An Gnome mochte ich die Übersichtlichkeit, da aber zu dieser Zeit viele Programme noch mit GTK1-Bibliothek existierten, war das Erscheinungsbild gewöhnungsbedürftig. Lediglich bei Mandrake hatte ich immer das Gefühl, dass hier am besten mit der Konfiguration von Schriften und Aussehen umgegangen wurde.
Deswegen war ich auch anfangs bekennender Fan von KDE, das damals einfach besser aussah und auch viele nützliche Programme hatte, die ich in dieser Form bei Gnome vermisste. Dies änderte sich später mit Debian und Ubuntu wieder und heute ist meine Rundum-Sorglos-Desktopumgebung wieder Gnome, obwohl Xfce und vor allem die reinen Fenstermanager Openbox, Fluxbox und Awesome auf älterer Hardware klar vorne liegen.
Wie schon erwähnt setzte SuSe auf KDE, weshalb ich anfangs viel mit dieser Distribution experimentierte. Das zentrale Konfigurationswerkzeug YAST stach bei SuSe sofort ins Auge. Als Newbie wusste man bei SuSe sofort, wenn man etwas ändern möchte, muss man YAST benutzen. Da aber nie auf Anhieb alles klappte und viele Anleitungen im Netz immer vorschlugen irgendetwas an der Textdatei xy zu ändern, war man bei YAST aufgeschmissen, wenn mal etwas nicht funktionierte.
Zur damaligen Zeit wurden die meisten Infos zu Linux auf privaten Heimseiten und in Foren gesammelt und wissenswerte Informationen gab es meistens nur in Englisch. Auch in dieser Hinsicht punktete SuSe, denn die Kaufversion enthielt eine gute Dokumentation, die viele Fragen beantwortete.
Jep, ich kaufte mir SuSe Linux. Auch heute bin ich der Überzeugung, dass es kein Widerspruch ist für freie Software Geld auszugeben und die Ausgabe war es sicher wert. Und wenn wir gerade von Geld ausgeben sprechen, auch einen dicken Wälzer zu Linux kaufte ich mir. Michael Koflers Linux-Bibel steht bei mir noch heute in der 6. Auflage im Schrank. Als Nachschlagewerk würde ich es selbst heute noch empfehlen, auch wenn viele Informationen natürlich nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind. Sicher gibt es mittlerweile aber schon eine viel aktuellere Auflage.
Dann kam irgendwann der Tag, an dem ich auf einer Netzwerkparty in die Geheimnisse von Debian GNU/Linux eingeweiht worden bin. *epische Musik im Hintergrund*
Anfangs konnte ich mit Debian wenig anfangen, da insbesondere das Installationsprogramm dselect Guru-Kenntnisse voraussetzte und die Bedienung im Gegensatz zu anderen Linux-Distributionen wenig intuitiv war. Heutzutage hat sich das Bild vollkommen gewandelt, der debian-installer ist logisch und leicht zu bedienen und ist einer der vielen Stärken von Debian geworden.
Auf der LAN-Party lernte ich dann mit apt umzugehen inklusive dist-upgrade auf sid und wie man den Kernel selbst baut. Alles andere war ja langweilig 🙂
Entscheidender war, dass ich mit Debian zum ersten Mal eine Distribution gefunden hatte, wo man nach einiger Zeit sofort wusste, an welcher Stelle man suchen musste, wenn etwas nicht so funktionierte, wie man es erwartete. Mit apt wurde das Ausprobieren neuer Software zum Kinderspiel und wenn Debian läuft vergisst man schnell, warum es früher notwendig war den PC zig mal neuzustarten nur um ein Update aufzuspielen.
Heute würde ich jedem Linux-Neugierigen Ubuntu als Einstieg empfehlen und danach Debian zum Vertiefen. Vor allem gibt es mittlerweile viele gute Wikis und Informationen, die den Umstieg auf Linux einfach machen.
Danach sollte man sich auf jeden Fall einmal umschauen, was es sonst noch so gibt, denn es gibt noch ca 300-400 Distributionen zum Ausprobieren 😉
Momentan ist Ubuntu auf meinem Intel Core Duo Rechner installiert. Mit Debian experimentiere ich zur Zeit am meisten. Aber insbesondere kleine Distributionen wie z.B. Slitaz, die selbst noch einen alten Toshiba 220 CS zum Laufen bewegen, werden für mich immer interessanter. Dazu später mehr.
Achja und last but not least, LinuxMintDebian wird derzeit in Virtualbox getestet. Je nach dem wie sich Ubuntu mit der nächsten Version entwickelt, wage ich den Umstieg auf LMDE. Wer rastet, der rostet 🙂

Nützliche Mplayer Optionen für altersschwache Rechner

Mplayer spielt so ziemlich alles ab, was die Multimediawelt zu bieten hat. Selbst fehlerhafte Videos lassen sich mit einigen Optionen noch zum Abspielen bewegen. Vor allem mit älterer Hardware endet das Anschauen von HD Videos oft in Geruckel und stotternder Audiovergabe. Mit einer kleinen Auswahl aus den Myriaden an Mplayer Optionen lässt sich so manches h264 Video auch noch auf einem Dell Inspiron 4000 mit 800 MHz Pentium III CPU anschauen.

Hier nun meine kleine Liste mit einigen nützlichen Mplayer Optionen. Die Werte vor dem | lassen sich direkt in der Kommandozeile an mplayer übergeben, die Werte danach können in dieser Form in der Konfigurationsdatei .mplayer/config stehen.

  • -quiet / -really-quiet | quiet="1"

Die Ausgabe von Meldungen in der Konsole werden weniger, was bei manchen Terminalemulatoren zu deutlich weniger Speicherverbrauch führt.

  • -vo xv | vo=xv

Setzt die Videoausgabe auf den Standard X11 Treiber, der für ältere Rechner die beste Performance verspricht. Wer spezielle Grafikkarten nutzt, sollte hier auch mal die anderen Werte von vo ausprobieren.

  • -vf scale=400:300 | vf="scale=400:300"

Damit lässt sich die Höhe und Breite der Wiedergabe festlegen und verkleinern. Bei einem Bildschirm mit einer maximalen Auflösung von 800x600 Pixeln, würde bei dieser Einstellung das Video also 1/4 des Bildschirms einnehmen.

  • - framedrop | framedrop="1"

Verwirft einige Frames ohne sie anzuzeigen. Dadurch kann eventuell ein Problem mit der Audio/Video Synchronisation behoben werden.

  • -cache 8192 | cache="8192"

Erhöht den Zwischenspeicher auf 8 MB. Gerade bei langsamen Netzwerkverbindungen können dadurch Ruckler und Aussetzer vermieden werden.

  • -vfm ffmpeg -lavdopts lowres=1:fast:skiploopfilter=all

Mit dieser magischen Zeile lassen sich selbst h264 Videos auf älteren Kisten anschauen. Der Performancegewinn kann aber zu Lasten der Bildqualität gehen. Auf meinem Dell Inspiron 4000 fiel das aber nicht auf. Mit -vfm ffmpeg wird der libavcodec ausgewählt, der Rest bewirkt, dass beim Dekodieren manche Frames nicht mehr in Abhängigkeit zu anderen Frames ausgewertet werden und somit weniger Informationen berechnet werden müssen. Außerdem bewirkt die Option lowres=1, dass das Video nur mit der Hälfte der normalen Auflösung dargestellt wird.

Die Option skipframe=all geht sogar noch weiter und lässt alle Frames beim Dekodieren aus. Letzteres hat aber meist eine sehr schlechte Wiedergabequalität zur Folge.

Noch ein paar nützliche Tips in Englisch gibt es z.B. im Wiki auf multimedia.cx.

Awesome: Ein kachelnder Fenstermanager

Nachdem ich mit Fluxbox meine ersten Erfahrungen mit reinen Fenstermanagern gemacht hatte, bin ich bei Urukramas Blog auf Awesome, einen sogenannten Tiling-Fenstermanager, gestoßen. Tiling lässt sich mit kachelartig übersetzen und am besten so erklären, dass die Fenster automatisch in einem bestimmten Raster angeordnet werden und es keinen Grund mehr gibt, diese z.B. mit der Maus in die richtige Position zu ziehen. Obwohl Awesome nach Aussage der Entwickler für die Zielgruppe der "Poweruser" entwickelt wurde, sind die grundlegenden Funktionen sehr intuitiv und unterscheiden sich nur wenig von anderen Fenstermanagern.
Urukrama beschreibt Awesome als Fenstermanager für die "coolen Kids". Positiv ist, dass er sich über die Skriptsprache LUA vielseitig an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt. Auf vielen Screenshots mit mehrfach geöffneten Terminals wirkt er aber manchmal wie eine Sonderlösung nur für Geeks (zu Unrecht wie ich finde).
Nachdem ich Awesome einfach mit Hilfe von apt installiert habe, gefiel mir auf Anhieb die simple Funktionsweise, die sich auf den ersten Blick nicht besonders von anderen Fenstermanagern unterscheidet. Durch einen Klick auf das links-oben angebrachte Awesome Logo oder mit einem Rechtsklick auf den Desktop erhält man Zugriff auf das Awesome Menü. Wie von Debian gewohnt findet man dort eine übersichtliche Zusammenfassung aller installierten Anwendungen und Möglichkeiten Awesome neu zu starten oder zu beenden.
Auf der anderen Seite lässt sich Awesome auch komfortabel ausschließlich über Tastenkürzel steuern und es ist möglich die geöffneten Fenster nach einem definierten Schema auf dem Desktop anzuordnen. Der erste Anlaufpunkt jedes Awesome Beginners sollte der englische Wiki Artikel "My first Awesome" auf der offiziellen Projekthomepage sein.


Die globale Konfigurationsdatei rc.lua befindet sich standardmäßig in /etc/xdg/awesome und sollte für den lokalen Nutzer immer nach ~/.config/awesome kopiert und dort auch angepasst werden. Alle wichtigen Optionen lassen sich ausschließlich über die Datei rc.lua steuern. Um das Hintergrundbild anzupassen genügt z.B. eine Suche nach dem Begriff "wallpaper" und das Anpassen des Bildpfades. Um Awesome im Regelfall mit der Tastatur zu steuern, ist die "Windows-Taste" (Mod4) als Funktionstaste voreingestellt. In Kombination mit weiteren Tasten lässt sich damit Awesome problemlos steuern.
Die wichtigsten Funktionen sind:

  • Mod4+Enter - Öffnet ein Terminalfenster
  • Mod4+r - Ermöglicht die Eingabe eines Befehls zum Starten von Programmen
  • Mod4+Space - Schaltet zwischen den verschiedenen Tiling Modi um
  • Mod4+f - Vergrößert das aktuelle Fenster zum Vollbild
  • Mod4+Zahl(1-9) - Wechselt zum Tag mit der Nummer 1-9
  • Mod4+Shift+Zahl(1-9) - Sendet das aktuelle Fenster an das Tag mit der Nummer 1-9
  • Mod4+Shift+c - Schließt das aktuelle Fenster / Programm

Awesome unterscheidet sich auch durch das Verwenden sogenannter "Tags". Sie sind zwar mit den gewohnten Arbeitsflächen vergleichbar, bieten aber zusätzlich z.B. die Möglichkeit Anwendungen in einem bestimmten Tiling Modus und auf einem bestimmten Tag starten zu lassen.
Mit Hilfe vorgefertigter Bibliotheken lassen sich Widgets (kleine Anwendungen in LUA) erstellen. Eine dieser Bibliotheken heißt Vicious und lässt sich als Tarball von http://git.sysphere.org/vicious/ herunterladen und muss danach nur noch in ~/.config/awesome/ entpackt werden. Um eine Netzwerklastanzeige wie im Screenshot dauerhaft anzuzeigen, muss nach der Codezeile --{{{ Wibox und vor dem "textclock" Widget folgender Code eingefügt werden:

-- {{{ Wibox
-- Netzwerklastanzeige
-- Widget initialisieren
netwidget = widget({ type = "textbox" })
-- Widget registrieren
vicious.register(netwidget, vicious.widgets.net, ‘${eth0 down_kb} ${eth0 up_kb}’, 3)

Danach muss das neue Netzwerk Widget noch sichtbar gemacht werden:

-- Wibox erstellen
mywibox[s] = awful.wibox({ position = "top", screen = s })
-- Widgets zur Wibox hinzufügen - Reihenfolge spielt eine Rolle
mywibox[s].widgets = {
{
mylauncher,
mytaglist[s],
mypromptbox[s],
layout = awful.widget.layout.horizontal.leftright
},
mylayoutbox[s],
mytextclock,
netwidget,       -- DAS HINZUFÜGEN und Komma nicht vergessen!
s == 1 and mysystray or nil,
mytasklist[s],
layout = awful.widget.layout.horizontal.rightleft
}
end
-- }}}

Fazit

Awesome ist ein kleiner, flexibler und stabiler Fenstermanager. Wer am liebsten seine Anwendungen und Fenster mit der Tastatur bedient und gleichzeitig gerne von Haus aus durch verschiedene Tiling Modi alles am rechten Platz haben möchte, findet mit Awesome einen sehr guten Fenstermanager. Zusätzlich bietet Awesome mit einem Rechtsklickmenü und einem Panel aus anderen Fenstermanagern gewohnte Funktionen. Im Gegensatz zu diesen lässt sich Awesome komplett über die Datei rc.lua konfigurieren. Etwas Lust und Verständnis für Code in Textdateien gehört aber mit dazu. Bequeme grafische Lösungen zum Installieren der Widgets gibt es (noch) nicht. Awesome gehört für mich neben Fluxbox und Openbox zu ernsthaften Alternativen um eine flexible und gleichzeitig ressourcenschonende Desktopumgebung zu erstellen.
Wer komplett auf die Maus verzichten kann, sollte sich auch mal den Fenstermanager ratpoison anschauen. Zur weiteren Lektüre empfehle ich das Wiki auf der offiziellen Awesome Seite.

Der Energieverbrauch alter und neuer Computer

Schon seit langem hat mich die Antwort auf die Frage interessiert, ob ältere oder neuere Rechner die größeren Energieverbraucher sind. Seltsamerweise liest man immer wieder, dass durch den technischen Fortschritt insbesondere CPU und Grafikkarten immer leistungshungriger werden und deswegen der Energieverbrauch weiter zunimmt. Auf der anderen Seite wird gerade älteren PC unterstellt, dass sie große Energieverschwender und ineffizient seien.
Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, habe ich die Leistungsaufnahme meiner Heim-Rechner mit einem Strommessgerät gemessen.
Continue reading "Der Energieverbrauch alter und neuer Computer"

Tapping mit Squeeze und Synaptics Touchpad

Nach dem ansonsten reibungslos verlaufenden dist-upgrade meines Dell Inspiron 4000 mit Xfce Desktopumgebung, funktionierte das Tapping mit dem Laptop Touchpad plötzlich nicht mehr. Das Touchpad bei Dell und anderen namhaften Herstellern wird von der Firma Synaptics hergestellt. In den meisten Fällen wird es automatisch erkannt. In manchen Fällen lässt sich mit ein paar Handgriffen nachhelfen.
Continue reading "Tapping mit Squeeze und Synaptics Touchpad"

Festplatten und USB-Sticks mit dm-crypt und LUKS verschlüsseln

Seit der Veröffentlichung von Debian Etch nutze ich standardmäßig die Festplattenverschlüsselung mit LVM des Debian-Installationsprogramms. Im folgenden möchte ich kurz die wichtigsten Schritte aufzählen, die nötig sind um eine einzelne USB-Festplatte oder einen USB-Stick zu verschlüsseln und über dabei gemachte Erfahrungen berichten. Mir hat der umfangreiche Artikel Festplattenverschlüsselung mit Debian GNU/Linux sehr geholfen, welchen ich ebenfalls unbedingt empfehle zu lesen.
Continue reading "Festplatten und USB-Sticks mit dm-crypt und LUKS verschlüsseln"

Wie ein 20 Jahre alter Laptop das Kaffeekochen nicht lernen wollte

An dieser Stelle sollte eigentlich die heroische Geschichte erzählt werden, wie es mir gelungen ist, einen knapp 20 Jahre alten Highscreen-486er-SLC-33-Laptop mit 2 MB RAM, dem Linuxkernel und GNU-Programmen in einen furiosen Server mit einigen sehr nützlichen Konsolenanwendungen zu verwandeln. Leider begannen die Probleme schon bei der Suche nach einer geeigneten Installationsmöglichkeit, denn außer einem 1,44 Zoll Diskettenlaufwerk und einer seriellen Schnittstelle hatte der alte Highscreen nicht viel zu bieten.
Angefangen hatte es mit einer Suche nach günstigen alten Rechnern auf einer allseits bekannten Onlineplattform. Mit dem Filter für Netbooks/Notebooks, Bald Endend und einer Obergrenze von 10 Euro ging ich auf Schnäppchenjagd. Nachdem ich einige Pentium-II-Laptops mit 32 MB RAM im Visier hatte, fiel meine Aufmerksamkeit plötzlich auf einen 486er-Highscreen-Laptop, einen wirklichen Oldy. Viel war aus der Beschreibung nicht zu entnehmen und weder die Größe des Arbeitsspeichers noch die Festplattengröße waren bekannt. Eine weitere Suche im Internet brachte einen wahrscheinlichen Arbeitsspeicher von 4-8 MB zu Tage und dass es sich vermutlich um eine CPU der Firma Cyrix handeln musste.
Für knapp 6 Euro + Versandkosten erhielt ich den Zuschlag und eine Woche später machte ich mich daran herauszufinden, was ich da eigentlich ersteigert hatte und wo die Grenzen einer sinnvollen Linuxinstallation lagen.
Das BIOS gab sich am Anfang wenig aussagefreudig. Mal waren Werte falsch eingestellt oder fehlten ganz, so dass es anfangs so aussah als wäre nicht einmal eine Festplatte eingebaut worden. Die Angabe "Mainprocessor 386" half auch nicht viel weiter. Zu guter Letzt musste ich erkennen, dass weder acht noch vier sondern lediglich 2 MB RAM im Inneren steckten und für einen Netzwerkbetrieb zusätzlich ein Adapter für RJ45 notwendig war.
Zum Glück hatte ich noch eine alte Rettungsdiskette meiner ersten Linuxdistribution RedHat 8.0 in auffallend roter Farbe herumliegen. Im Bootmenü ließen sich verschiedene Optionen an den Linuxkernel übergeben, darunter auch die Option "lowmem", die mir bei nur 2 MB RAM vernünftig erschien. Nach einigen klackernden Geräuschen des sich drehenden 1,44 Zoll Laufwerks, kam aber leider nur die nüchterne Nachricht

Less than 4 MB RAM
System halted

Auch mit verschiedenen anderen Optionen oder mit dem normalen Bootvorgang ging es nicht weiter. An dieser Stelle ahnte ich schon, dass es schwieriger als gedacht werden würde überhaupt etwas herauszufinden.
Danach begab ich mich auf die Suche nach Linuxdistributionen bei Wikipedia.org oder anderen Projekten, die versprachen mit 2 MB RAM zurecht zu kommen. Auch diese Liste mit kleinen Linuxdistributionen war hilfreich. Obwohl es viele Linuxsysteme gab, die geringe Anforderungen an die Hardware hatten, war bei den meisten dennoch bei 6-8 MB RAM Mindestvoraussetzung Schluss. Vielleicht am nächsten dran waren Tiny Core Linux oder Slitaz. Im Grunde genommen kamen aber nur Distributionen in Frage, die sich auch über 1,44 Zoll Disketten installieren ließen. Außerdem sollten grundlegende Linuxprogramme vorhanden sein.
Schließlich landete ich auf der Seite von BusyBox, einem Programm, dass viele verschiedene UNIX-Werkzeuge in einem Programm enthält und gemessen an der Vielseitigkeit winzig klein ist. Zahlreiche Distributionen setzen BusyBox standardmäßig ein darunter auch Debian. Wer schon einmal während einer Debian-Installation auf die Konsole gewechselt ist, wird BusyBox schnell finden.
Auf der Produktseite von BusyBox gab es eine weitere Liste mit interessanten Projekten, die für eine absolute Minimalinstallation in Frage kamen. Wenn man es richtig machen möchte,gibt es auch die Möglichkeit sich sein eigenes BusyBox-System zusammenzustellen.
Trotzdem es viele gute Hinweise gab und sogar eine Anleitung wie man seine eigene Linux-Bootdiskette erstellt, suchte ich immer noch nach einer fertigen Distribution, die ohne Murren auch 2 MB RAM akzeptieren wollte.
Die letzte Chance schienen Small Linux und Basic Linux zu sein, wobei erstere tatsächlich 2 MB Arbeitsspeicher als Minimalvoraussetzung versprach. Scheinbar wird Small Linux aber schon seit Jahren nicht mehr weiterentwickelt und nur der erste Link auf der Small Linux Downloadseite führte mich zum Download der Version 0.75. Mit dem Programm dd und zwei 1,44 Zoll Disketten erstellte ich dann eine Boot- und Rootdiskette.

dd if=Pfad_zur_Image_Datei of=/dev/fd0

Tatsächlich konnte ich mit der Lowmem-Einstellung hier zum ersten Mal mehr über den Laptop herausfinden ohne ihn komplett auseinander nehmen zu müssen. Dabei stellte ich fest, dass eine 60 MB Festplatte von Western Digital vorhanden war. Als es aber an das Wechseln zur Rootdiskette kam und sogar schon "Welcome to Small Linux" erschien, wurden alle weiteren Versuche mit einer Fehlernachricht beendet.

can't load library libc.so.5
can't map /lib/libc.so.5

Vielleicht war die Datei libc.so.5 nur defekt, eventuell saß das Problem auch tiefer. An dieser Stelle war vorerst Schluss. Nachdem ich die Festplatte im Bios aktiviert hatte und von dort bootete, landete ich bei einer alten DOS-Installation. Der DOS Befehl msd verriet leider auch nicht mehr über das Innenleben des Highscreen-Laptops. Letztlich versuchte ich es noch einmal mit dem DOS-Programm chkcpu, welches einen 386-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 20 MHz ermittelte. Wie das mit dem Logo eines 486 SLC 33 zusammenpasst, konnte ich mir nur so erklären, dass die Hybrid-CPU von Cyrix nicht richtig erkannt worden war oder hier tatsächlich ein wahrer Oldtimer vor mir stand.
Hierher und nicht weiter. Ich hatte noch in Erwägung gezogen die Festplatte auszubauen und mit Hilfe von debootstrap ein Debian-Komplettsystem zu installieren oder ein in VirtualBox erzeugtes Image mit dd auf die Festplatte zu schreiben.  Auch im FTP-Archiv von Debian war ich unterwegs und habe mir dort mit der alten Version Hamm Startdisketten erstellt. Leider kam es zum gleichen Ergebnis wie mit der RedHat-Rettungsdiskette.
Alles in allem hat es Spaß gemacht nach Möglichkeiten zu suchen um einen 20 Jahre alten Laptop wieder zum Laufen zu bringen. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass 2 MB Arbeitsspeicher zu wenig sind um irgendetwas Sinnvolles damit anzustellen. Die absolute Untergrenze sehe ich nun bei 4 MB RAM besser aber 8 MB. Neben der interessanten Einsicht, dass es immer noch Projekte gibt, die sich mit solch alter Hardware beschäftigen, habe ich nun ein paar Ideen bekommen wie man seine eigene Mini-Linuxdistribution erstellen könnte. Einen schnellen und einfachen Weg gibt es aber bei dieser Minimalkonfiguration nicht.
Mein Tipp ist deswegen auch nach preisgünstigen Pentium Laptops mit 32 MB RAM und mehr Ausschau zu halten. Teilweise gibt es diese schon zwischen 10-20 Euro zu haben und es eröffnen sich gleichzeitig zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten. Zum Kaffeekochen bleibe ich bei meiner Kaffeemaschine.
Und so sah ein Laptop vor 20 Jahren mit Monochrom Display aus.