Xarchivers Zukunft: Wie es nach der Problemerkennung weiterging

Im vergangenen November hatte ich einen Beitrag veröffentlicht, in dem es um die Problemerkennung bei Debianpaketen ging. Im Mittelpunkt stand dabei Xarchiver. Nachdem offensichtlich niemand von euch da draußen gierig genug darauf war Bugs zu fixen, habe ich mich an die Beseitigung derselben gemacht. Da ich immer in privaten Mails „bedrängt“ wurde, blieb mir auch nichts anderes übrig. 😛 Zugegeben nachdem ich mir das Paket eine längere Zeit angesehen hatte, dachte ich mir, komm, das versuchst du jetzt einfach.

Der Patch um den 7z-bug zu beseitigen, stellte sich tatsächlich als Einzeiler heraus. Mein herzlicher Dank geht an Debianer, der nicht nur auf das Problem hingewiesen hat, sondern auch den Patch dazu entdeckt hat. Des weiteren wurde noch der MIME-Type-Eintrag in der .desktop-Datei entfernt und die Paketbeschreibung ausgebessert und schon waren zwei weitere kleine Bugs, #656301 und #692261 beseitigt.

Die Suche nach einem Sponsor hat danach nur wenige Stunden gedauert und das Paket konnte hochgeladen werden. In vielerlei Hinsicht gleicht Debian mehr einem Supertanker als einem wendigen Schnellboot. Die Suche nach einem Debianentwickler kann insbesondere während des „Freeze“ zur Herausforderung werden. Zum Glück trifft das nicht auf veröffentlichungskritische Fehler zu. Hier funktioniert das System ausgezeichnet, vorausgesetzt jemand findet sich um den Fehler zu beseitigen.

Wie ich schon andeutete, war es ziemlich offensichtlich, dass der Betreuer das Paket gar nicht wirklich betreute. Ich schrieb im Dezember eine Mail an das MIA-Team, die solchen Fällen nachgehen und erhielt zuerst keine Antwort. Ich probierte es vor einigen Tagen nochmal und erhielt prompt eine von Ricardo Mones. Für ihn war der Fall klar und nach zwei Stunden wurde Xarchiver freigegeben und nun mache ich mich daran eine neue Version zu erstellen.

Xarchiver

Ich habe mir vorgenommen einige der Bugs, die lösbar scheinen, auch tatsächlich zu lösen. Das wären z.B.

  • xarchiver: fails to open pre-posix tar files

    Der Hintergrund ist, dass Xarchiver Tar-Archive anhand einer sogenannten Magischen Zahl erkennt. Das sind spezielle Werte, mit denen sich Dateien am Dateianfang ausweisen. Es gibt tatsächlich mehrere Tar-Formate und nur das ustar-Format wird unterstützt. In der Regel werdet ihr davon nichts mitbekommen, weil Debians tar genau dieses Format produziert, greift ihr aber auf ein Archiv in einem anderen Format zu, tja…

  • xarchiver: Unusuable GUI on eeePC

    Hat einer von euch schon mal einen eeePC besessen und darauf dann Xarchiver laufen lassen? Also ich noch nicht. Scheinbar werden Dateimenüs viel zu groß dargestellt, weswegen das Programm auf sehr kleinen Bildschirmen unbenutzbar wird. Ich denke, ich teste das irgendwann mal auf dem Toshiba Portégé 3110CT.

  • xarchiver: crashes when using drag’n’drop

    Den Bug kann ich hier bestätigen. Versucht man eine Datei von Xarchiver in den Dateimanager PCmanFM herüberzuziehen, crasht Xarchiver. Das scheint aber eher an PCmanFM zu liegen. Leider benutzt Debian hier eine ältere Version, die noch viele Bugs aufweist und 1.0 hat es nicht mehr nach Wheezy geschafft. File Roller hat übrigens die gleichen Probleme mit PCmanFM, stürzt zwar nicht ab, sperrt aber bei mir den Desktop, was nicht minder ärgerlich ist.

Die restlichen Bugs sind so lala.

xarchiver: doesn’t respect $TMP ist, pardon, ziemlicher Quark, weil Xarchiver sogar eine Extraoption anbietet, um das TMP-Verzeichnis zu definieren.

xarchiver: executes arbitrary files in archives klingt erstmal ziemlich wild. Jedoch scheint das ein Bedienungsfehler zu sein, denn bei mir wird bei einem klick auf ausführbare Dateien der Texteditor geöffnet, genau was zu erwarten war.

Mein großes Ziel für Jessie wäre einen Patch zu finden, der XZ-Kompression in Xarchiver ermöglichen würde. *wink mit dem Zaunpfahl* Also immer her damit. 🙂
Edit 07.01.13: gefunden

3 Replies to “Xarchivers Zukunft: Wie es nach der Problemerkennung weiterging”

  1. Hi Ikem,

    das Paket ist noch nicht hochgeladen worden. Ich hoffe jedoch, dass das nächste Woche klappt. Wenn du selbst Pakete betreuen möchtest, musst du den üblichen Weg bei Debian gehen. Also entweder ein verwaistes Paket wie Xarchiver übernehmen (ITA) oder ein ITP-Fehlerbericht erstellen, wenn du ein neues Paket einbringen möchtest. Anschließen musst du einen Sponsor finden. Am besten geht das bei mentors.debian.net.

    Hier mal ein Link:

    http://mentors.debian.net/

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