Ein Abstecher in die Welt der Web- und vServer

Zuerst die Vorgeschichte. Vor einigen Tagen wurde angekündigt, dass Debian Wheezy Kernel 3.2 an Bord haben wird und nicht alle scheinen damit glücklich zu sein. Eine interessante Randnotiz dieser Meldung war, dass Debian Wheezy keine zusätzlichen Kernel für die Virtualisierungslösungen OpenVZ und VServer anbieten wird. Als normaler Desktopkonsument bin ich davon zwar nicht betroffen, ich kann mir aber vorstellen, dass Anbieter von vServern auf Basis dieser Technologie schon nach Alternativen Ausschau halten.

Zwischen all den Beiträgen und Kommentaren auf der Mailingliste der Debianentwickler hob schließlich jemand hervor, dass einer der Vorteile von OpenVZ und des Linux VServer im geringen Speicherverbrauch läge und schon 128 MB RAM und weniger zum Betrieb ausreichen würden. Dagegen wurde gekontert, dass auch mit Xen virtualisierte Server schon ab 128 MB RAM angeboten werden.
Nun war mein Interesse geweckt und ich wollte wissen, welche weiteren Angebote in dieser Leistungs- und Preisklasse existieren. Nicht besonders überraschend: Die Auswahl ist groß. Leider ist nicht immer ersichtlich, welche Virtualisierungstechnologie verwendet wird und das Preis- Leistungsverhältnis schwankt gewaltig. Am interessantesten erscheint mir im Moment der vServer “Neptun Light” von netcup.de zu sein, ein Einsteigermodell, aber das ist wie gesagt nur ein erster Eindruck. Ich bin weder Kunde noch anders mit dem Unternehmen verbunden und kann deswegen hier keine Empfehlung abgeben.

Während der Suche nach einem passenden vServer stolperte ich immer wieder mal über die Webserver-Frage. Welcher ist am besten für ein typisches vServer-Szenario mit wenig RAM und begrenzten Ressourcen geeignet? Das brachte mich dazu mir Lighttpd wieder einmal näher anzusehen und nginx durfte dieses Mal auch nicht fehlen.
Die englische Wikipedia bietet einen übersichtlichen Vergleich von Webservern, der deutlich macht, dass es noch weit mehr Alternativen gibt, darunter auch wesentlich kleinere Server wie thttpd, mini-httpd und micro-httpd.
Da ich den Apachen schon besser kenne und etwas Neues ausprobieren möchte, habe ich einige Zeit damit verbracht um nach geeigneter Dokumentation für Lighttpd zu suchen, der schon erfolgreich auf dem ältesten Laptop mit nur 16 MB RAM lief. Auch nach einer kompletten Installation mit PHP und MySQL auf meinem Portégé 3110CT hat Lighttpd immer noch nichts von seinem Charme verloren.
Bevor es gleich mit einem vServer ernst wird, bietet sich quasi als Trockenübung ein älterer Rechner an, der nur darauf wartet zum Web-, Mail- und Streamingserver ausgebaut zu werden. Die Dokumentation dazu ist ein wenig verstreut, aber es gibt einige hervorragende englische Quellen, die ich weiterempfehlen möchte.

  • lighttpd.net: Das Wiki und die vollständige Dokumentation zu Lighttpd mit vielen HowTos.
  • nanotux.com: Exzellente Anleitung wie man Lighty mit PHP und MySQL einrichtet und dazu noch weitere Tipps zum Einrichten eines vServers.
  • library.linode.com: WoW! Tutorials, Tutorials, Tutorials. Wer jemals mit dem Gedanken gespielt hat einen vServer produktiv zu nutzen, sollte sich diese Seite als Lesezeichen setzen.
  • howtoforge.com: Gute HowTos zu Lighttpd.
  • cyberciti.biz: Schon seit Jahren ein Quell ausgezeichneter Anleitungen, nicht nur für Lighty.

Ich war ziemlich begeistert, was es alles an ausführlicher Doku zum Thema Web- und vServer im Netz gibt. Zum Testen genügt mir im Moment einer der älteren Laptops mit Debian Squeeze. Ein Fazit? Es gibt immer wieder Neues mit Freier Software zu lernen. 🙂

7 Replies to “Ein Abstecher in die Welt der Web- und vServer”

  1. Die vServer von Netcup erscheinen erst sehr gut und günstig. Für Anwendungen wie Web-Server o.ä. auch durchaus zu gebrauchen. Sollte man aber einen vServer benutzen für solche dinge wie OpenVPN sind diese nicht geeignet da diese vServer keinen eigenen Kernel haben. Netcup nutzt nur pro Root einen Kernel. Somit sind es genauer gesehen keine vServer. Aber bevor ich hier so etwas wie Rufmord/Verleumdung betreibe verlinke ich einfach mal auf einen vorhandenen Blogeintrag: http://mark.ossdl.de/2010/02/erfahrungen-mit-netcup/
    Daher kann ich nur jedem empfehlen einen richtigen vServer zu nutzen. Diese sind zwar ein wenig teurer oder haben schlechtere Werte (RAM, CPU, etc.) dafür hat man meines erachtens mehr möglichkeiten.
    Gruß

  2. Hi
    Das ist interessant. Wie schon geschrieben, ich bin bei netcup.de kein Kunde. Deswegen interessieren mich natürlich Erfahrungsberichte anderer Nutzer. Mein idealer vServer-Anbieter hat keine Mindestvertragslaufzeit, kostet weniger als 5 Euro im Monat, hat keine Setup-Gebühr, bietet 512 MB RAM und dementsprechende Prozessorleistung und lässt sich nach den eigenen Vorstellungen konfigurieren.
    Ich weiß: 3 Wünsche auf einmal, das geht nun wirklich nicht. Auf der anderen Seite habe ich auch viele positive Kommentare gelesen, möchte aber da nicht einstimmen, solange ich den Anbieter nicht selbst getestet habe.
    Danke für deinen Kommentar!

  3. Also ich kann dir deine Wünsche fast erfüllen. 8€ mit 512MB Fix und 1024MB dynamischer RAM. Fast jede erdenkliche Distribution aber 3 Monate Laufzeit ohne Einrichtungsgebühr. Hier gibt es richtige vServer mit jeglichen Sachen die man sich nur wünschen kann. Der Anbieter hat noch nicht lange vServer im Programm aber hat damit seit sehr langer Zeit Erfahrungen im Root Server Bereich.
    Nach Netcup bin ich dorthin gewechselt. War damals schon in der Beta Phase bei den. Guck es dir einfach mal an: euserv.de
    Gruß

  4. Den richtigen Hoster zu finden ist ein leidiges Thema. Ueber netcup habe ich bis auf den Preis nichts gutes gehoert. Persoenlich habe ich Ende vorletzten Jahres von dedicated Server mit KVM bei Hetzner zu Hosteurope mit Vserver gewechselt. Man muss sich immer ueberlegen wofuer man den Server nutzen will, wenn es nur ein bisschen Rumgedaddel sein soll kann man auch zu http://vollmar.net/virtual gehen un sich fuer 4,95 einen Vserver holen, glaube die nutzen XEN. Sind nicht perfekt, aber billig. Will man aber Mailer, Webserver, owncloud und weissderteufel was noch betreiben, sollte man sich ueberlegen ob man nicht doch noch 10 euro drauflegen will. Ich bin mit Hosteurope (bis auf ein verungluecktes snapshot zurueckspielen) eigentlich sehr (sehr) zu frieden.

  5. Ich denke auch, der Preis ist nicht das Entscheidende. Wenn ich mir sicher sein kann, dass alle meine Wünsche erfüllt werden, wäre mir das sicher auch ein paar Euro mehr wert. Ich würde auch Anbieter vorziehen, die keine Mindestvertragslaufzeit haben oder zumindest einen Probemonat anbieten, damit man sich ggf. anders entscheiden kann und nicht lange gebunden ist.
    Hosteurope ist natürlich eine bekannte Marke. Deren Leistungsumfang scheint sehr ordentlich zu sein. Backups, SSL-Zertifikate und keine Mindestvertragslaufzeit, klingt gut. Hetzner bietet auch interessante vServer an und netcup benutzt scheinbar auch deren Rechenzentrum.
    Wie du schon schreibst, man sollte überlegen, was man sich eigentlich erwartet. Mich würde interessieren, ob es eben gute vServer für < 5€ gibt, mit denen OpenVPN und kleine Webprojekte möglich sind und mit denen die Leute gute Erfahrungen gemacht haben.

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