Linux im RAM: TinyCore auf einem USB-Stick

Ein aktueller Trend ist der Austausch der althergebrachten elektromechanischen Festplatte gegen ein Solid State Drive und über kurz oder lang wird SSD die hergebrachte Magnetfestplatte vollständig ersetzen. Einziger Nachteil momentan ist der relativ hohe Preis pro GB für die neue Technologie. Für einen älteren Laptop mit einer zehnjährigen Vergangenheit lohnt ein solcher Umbau schon nicht mehr. Wer aber dennoch mit SD-Technik liebäugelt, aber nicht gerne Geld zum Fenster herauswirft, sollte sich auch einmal K.Mandlas SSD-Lösung näher anschauen. ;)

Für meinen Teil sehe ich sowohl für ältere als auch für brandneue Rechner eine noch preisgünstigere und noch schnellere Alternative.

RAM Installation

Machen wir uns nichts vor, heutzutage sind ja nun mehr 8 GB RAM Standard. Tendenz weiter steigend. Man muss schon ein außergewöhnliches Kunststück vollbringen, um mit einem Desktop-PC hier an die Grenzen zu stoßen. Hält man das System hingegen sogar schlank und minimal, lässt sich auch mit weit weniger RAM eine Linuxdistribution komplett in den RAM kopieren und darin dann ausführen. Und mal ehrlich, welchen Grund außer Nostalgie könnte es geben, dass Anwendungen nicht mit Lichtgeschwindigkeit starten sollten?

In der Vergangenheit habe ich mir einige Linuxe angeschaut, die sich zur Hauptaufgabe gemacht haben, ein Betriebssystem für den RAM zu entwickeln. Darunter waren Slitaz, Puppy Linux, auch ArchBang bietet einen RAM-Modus an und nicht zu vergessen das winzige TinyCore.

Im Grunde genommen lässt sich jede Linuxdistribution zum RAM-Linux umrüsten. Der Unterschied besteht hauptsächlich darin, wie viel Arbeitsspeicher vorausgesetzt wird und wie einfach oder schwer es gemacht wird das System an die eigenen Vorstellungen anzupassen. Gut gefallen hat mir das einfache Konzept von Slitaz, wo man dem im RAM laufenden Linux Anwendungen hinzufügen oder entfernen kann und mit dem sich das fertige Ergebnis sofort wieder zu einer neuen ISO-Datei zusammenstellen lässt.

TinyCore auf einem USB-Stick

Um den Horizont zu erweitern versuche ich mich derzeit an TinyCore Linux, welches den Thinkpad 600 und vielleicht später sogar den Toshiba Portégé 3110CT komplett als RAM-Distribution antreiben soll. Ähnlich wie bei Slitaz bietet TinyCore einen eigenen Installer, der das Image auf den USB-Stick schreibt und diesen zugleich bootfähig macht.

Die Dokumentation dazu ist meiner Meinung nach etwas inkonsistent. Gleichzeitig ist die Installation auf den USB-Stick aber ziemlich einfach. Ansehen sollte man sich die Installationsanleitung, das Quick&Easy Overview und auch das TinyCore-Wiki.

  1. Zuerst habe ich mir das MultiCore Image heruntergeladen, auf dem sich die zusätzlichen Programme zum Installieren befinden.
  2. Anschließend wurde die ISO-Datei in Virtualbox als CD-Laufwerk in einer virtuellen Maschine gemountet und von dort die MultiCore-Version gestartet. Natürlich habt ihr auch die Möglichkeit das Abbild auf CD zu brennen.
  3. Auf dem Desktop angekommen, startet ihr den TC-Installer (zweites Icon von rechts auf dem Screenshot).
  4. Wählt die Datei tinycore.gz aus, die sich im Boot-Verzeichnis der gemounteten ISO-Datei befindet. (hier Laufwerk sr0) und selektiert alles so wie auf dem Screenshot. Mein USB-Stick wurde an die virtuelle Maschine als Laufwerk sdb durchgereicht. Anschließend wird eine “Frugal”-Installation durchgeführt und der Inhalt des gesamten USB-Sticks überschrieben.
  5. Die folgenden Installationsschritte können wie in der Voreinstellung beibehalten werden. Lediglich als Dateisystem sollte ext2 gewählt werden, um zusätzliche Schreibvorgänge auf den USB-Stick zu vermeiden, die bei Journaling-Dateisystemen wie z.B. ext3 und ext4 auftreten.

Nach einer weiteren Bestätigung wird daraufhin TinyCore auf den USB-Stick geschrieben. Mit Hilfe des ausgezeichneten Plop Bootmanagers lässt sich dann mit dem Thinkpad 600 TinyCore von USB starten.

Probleme und To-Do

Mit TinyCore auf USB bootet der Thinkpad 600 ohne Probleme. Problematisch ist aber der verwendete XVesa-Treiber, der zwar die Auflösung mit 1024×768 korrekt einrichtet, die Darstellung jedoch grünlich verzerrt, so dass sich praktisch nichts erkennen lässt. Ich muss hier in Zukunft einen Weg finden, um XVesa in Einklang mit meiner MagicGraph-Grafikkarte zu bringen oder TinyCore mit dem X-Server von Xorg zu remastern. Da ich sowieso zusätzliche Erweiterungen installieren möchte, komme ich um das Remastern nicht herum.

TinyCore auf einen USB-Stick zu installieren war einfach. Die Konfiguration kann aber unter Umständen länger dauern.

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