Erste Schritte mit Openbox

Ich hatte vor einigen Monaten Openbox und Debian Sid auf den Inspiron 4000 aufgespielt und dabei vergessen zu erwähnen, wie man schnell die wichtigsten Einstellungen bei Openbox ändern kann. Genau wie im Beitrag Erste Schritte mit Fluxbox hole ich das jetzt nach.

Das zuvor installierte Xfce kann ich auch weiterhin empfehlen, da es gegenüber Gnome und KDE deutlich ressourcensparender auf alten Laptops ist. Dass es möglich ist noch effizienter zu sein, zeigt seit längerem auch die LXDE Desktopumgebung. Ich hatte auch kurz überlegt das LXDE-Metapaket zu installieren und damit dann glücklich zu sein, habe mich dann aber doch für die individuelle Konfiguration entschieden.

Vorbereitung

Die allgemeine Vorgehensweise, um sich eine leichtgewichtige, grafische Desktopumgebung mit Debian zu gestalten, ändert sich nicht. Die folgenden Schritte sind bei all meinen Debian-Installationen die gleichen. Ich tausche lediglich den Fenstermanager und den Loginmanager aus oder installiere wie bei meiner Debian Testing-Installation auf dem Dual Core Rechner Desktopumgebungen wie Gnome.

  1. Debian-Netzinstallation: Einen kleinen Leitfaden zum Inspiron 4000 gibt es schon hier.
  2. aptitude install slim xorg openbox alsa-base

Bei der Netzinstallation wähle ich an der Stelle, bei der es möglich ist zusätzliche Software zu installieren (Tasksel), alle Punkte ab. So erhält man ein minimales Debiansystem. Die essentiellen Pakete für eine grafische Desktopumgebung sind xorg für den X-Server, alsa-base für die Klangwiedergabe, slim als grafischer Loginmanager und schließlich openbox, der Fenstermanager in diesem Fall.

Der erste Eindruck

Nach dem Login sieht man nur einen nackten Hintergrund ohne Panels, ohne alles. Das ist Openbox. Der Fenstermanager kümmert sich wie der Name schon sagt, nur um das Zeichnen und Skalieren der Fenster auf dem Desktop, das aber ausgezeichnet und sehr effizient. Mit der rechten Maustaste kann man auf dem Hintergrund das Menü von Openbox öffnen, mit welchem man schnell Zugriff auf die installierten Programme und Konfigurationsmöglichkeiten hat.

Openbox an die eigenen Wünsche anpassen

Das Openbox-Menü

Damit die installierten Programme automatisch mit den Einträgen im Menü synchron gehalten werden, kann man das Debian-Paket menu installieren. Um das gesamte Menü seinen Wünschen anzupassen, sollte obmenu installiert sein. Zur Zeit gibt es einen kleinen Bug.

Wer mit dieser grafischen Lösung Probleme hat, kann aber auch das Menu direkt in ~/.config/openbox/menu.xml bearbeiten.

Hintergrundbild ändern

Ich benutze zum Ändern des Hintergrundbildes bei Openbox das kleine Programm feh. Damit lässt sich das Hintergrundbild setzen und auch mehrere Bilder im Wechsel anzeigen. Wie es geht habe ich hier beschrieben.

Aussehen von Openbox anpassen

Zum Ändern des Themas für die Fensterdekoration von Openbox empfehle ich die Anwendung obconf. Mit dem Extrapaket openbox-themes stehen noch weitere Themen zur Verfügung. Wem das immer noch nicht reicht sollte einen Blick auf box-look.org werfen. Neue Icons müssen im versteckten Ordner ~/.icons/ und neue GTK Themen in ~/.themes/ entpackt werden.

Zum Ändern der gtk-Themen, Schriften und Icons ist lxappearance empfehlenswert.

Ein Panel installieren


Openbox bietet zahlreiche Möglichkeiten zwischen Panels, Docks und Anwendungen für Systembenachrichtigungen zu wählen. Für den Anfang und schnellen Start bietet das lxpanel die wichtigsten Funktionen wie Panels größerer Desktopumgebungen.

Am leichtesten lassen sich Veränderungen mit einem Rechtsklick auf das Panel vornehmen, Anwendungen hinzufügen und die einzelnen Komponenten verschieben. Der oben angegebene Link zeigt auch wie man die Textdateien anpassen kann, um lxpanel nach seinen Wünschen zu gestalten. Um das lxpanel automatisch nach jedem Neustart auszuführen, muss in der Datei ~.config/openbox/autostart.sh einfach nur lxpanel & stehen.

Tastenbelegung ändern

Wie Fluxbox seine keys Datei hat, gibt es für Openbox die Datei ~/.config/openbox/rc.xml, die umfangreich in Englisch kommentiert ist und noch viele weitere Einstellungsmöglichkeiten bietet. Tastaturkürzel werden im Keyboard Bereich der rc.xml modifiziert. Der Aufbau ist ziemlich logisch und selbsterklärend.

Ein netter Tipp um z.B. die Lautstärke mit Alsa zu regeln und dafür in Openbox die Tasten Super-PfeiltasteOben und Super-PfeilTasteUnten zu belegen sieht z.B. so aus.

<keybind key="W-Up"> 
 <action name="Execute"> 
  <command>amixer set Master 5%+</command>
 </action> </keybind>
<keybind key="W-Down"> 
 <action name="Execute"> 
  <command>amixer set Master 5%-</command>
 </action> 
</keybind>

Desktop Icons

Wie bei Fluxbox zeichnet auch Openbox keine Icons auf den Desktop. Man kann aber Dateimanager wie Nautilus oder Rox-Filer hierzu einsetzen. Als Alternative bietet sich idesk an. Die Konfiguration ist z.B. im Fluxbox Wiki erklärt.

Weiterführende Links

Urukramas Openbox Guide (englisch)
Openbox im ArchWiki (englisch)
Openbox bei ubuntuusers.de

10 Replies to “Erste Schritte mit Openbox”

    1. Danke für den Hinweis. Scheinbar ist x-window-system-core jetzt nur noch ein virtuelles Paket und kein Metapaket mehr. Die gleichen Pakete werden nun durch das Paket xorg bereitgestellt. Ich frage mich nur, wann das umgestellt wurde.

  1. Hi Chris,

    ich benutze IRC oder andere IMs nur selten, aber du findest mich in #debian-games auf irc.debian.org als „Apo“. Da idle ich aber auch nur. 😉

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