Ubuntustudio für angehende Videoproduzenten

Auf meiner Suche nach neuen und anderen Linuxdistributionen, musste ich gar nicht so weit in die Ferne schweifen, sondern schaute mir ein paar naheliegende an. Darunter war auch Ubuntustudio, ein Flavor der bekannten Ubuntu-Distribution.
Schon seit längerem interessiere ich mich für Open-Source-Programme für Videoschnitt und -bearbeitung und alle anderen Dinge, die man wohl unter „post production“ zusammenfassen kann.
Gerade zu diesem Themenfeld würde ich mir gerne noch mehr Anwendungen und Features für Linux wünschen. Für den Profi, der Final Cut Pro oder ähnliches gewohnt ist, sicher noch kein Grund mit wehenden Fahnen zu wechseln und sein Geschäft auf dieser Software aufzubauen.
Nun würde mir schon ein alltägliches Schnittprogramm mit einigen Optionen für zusätzliche Effekte ausreichen. Pitivi ist als Standardprogramm für solche Zwecke mit GNOME schon nicht schlecht. Ihm fehlt es aber noch an fortgeschrittenen Effekten und Features.
Von Ubuntustudio erwartete ich mir deshalb einen Überblick über das „Wer-ist-Wer“ der Linuxprogramme zu diesem Thema.
Ubuntustudio ist nur als alternative Installations-DVD erhältlich. Leider gab es deswegen keine Livevorschau, die ich gerade für ein Ubuntu-Flavor für sinnvoll gehalten hätte. Die Installation unterscheidet sich nur in einem Punkt von der gewohnten, der debian-installer lässt grüßen. Man hat bei der Softwareauswahl die Möglichkeit aus vier Optionen zu wählen, um eine vordefinierte Softwareauswahl für Video- oder Audiobearbeitung zu installieren.


Der Rest der Installation läuft wie gewohnt ab. Das Standardthema für Ubuntu wurde für Ubuntustudio abgewandelt, Hintergrundbild, Icons, Farben und Fensterrahmen sehen anders aus, für meinen Geschmack nicht unbedingt besser.
Da ich mich mehr für Video- als für Audiobearbeitung interessierte, hatte ich auch nur die Pakete hierfür heruntergeladen. Die beiden Screenshots zeigen, was Ubuntustudio bei dieser Auswahl installiert hatte.

Ubuntustudio bringt also die wichtigsten Werkzeuge für die Bildbearbeitung und Veröffentlichung wie GIMP, Inkscape oder Scribus mit, dazu mit Blender ein Vorzeigeprogramm freier Software zum Erstellen und Rendern von 3D-Objekten.
Weniger umfangreich war die Software zur Videobearbeitung. Kino, Stopmotion und Freemix fielen mir da ins Auge. Insgesamt zwar schon ausreichend um seinen eigenen Webfilm nachzubearbeiten, ein Hinweis oder sogar ein kleines Tutorial innerhalb der Distribution, welches Programm für welchen Einsatzzweck sinnvoll ist, hätte Ubuntustudio sicherlich hervorgehoben.
Ich denke Ubuntustudio ist für denjenigen zu empfehlen, der noch nie von den oben aufgezählten Programmen gehört hat und sich erst einmal einen Überblick verschaffen will. Alle anderen könnten auch direkt mit der normalen Ubuntu-Distribution anfangen und sich Schritt für Schritt alle benötigten Programme nachinstallieren.
Gerade für ein Blend oder Flavor halte ich eine Live-DVD für das Sinnvollste. Eine Alternative bietet sicherlich eine Suche nach Linux-Software zum Thema Videobearbeitung, wo man schnell auf Seiten wie List of video editing software bei wikipedia stößt und schließlich auch ein Programm namens Cinelerra entdeckt.
Aufgrund möglicherweise nicht eindeutiger Open-Source-Lizenzen und Urheberschaft befindet sich dieser Videoeditor nicht in den Repositorien von Debian und Ubuntu.
Ich werde mein Glück zuerst einmal mit einigen der Programme versuchen, die auch schon Ubuntustudio ausgewählt hat, sehr wahrscheinlich aber auf das Flavor verzichten und mir mein Ubuntu selbst zusammenstellen.

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