MPD mit Sonata und Pulseaudio unter Ubuntu einrichten

Es wurde Zeit Rhythmbox zu deinstallieren und ein schlankeres Stück Software für den Hauptrechner zu finden. Insbesondere störten mich die träge Reaktion der Oberfläche, die gewöhnungsbedürftige Playlist und die fehlende Ordneransicht zur Auswahl der Musik. Wie schon früher geschrieben halte ich den Music Player Daemon (MPD) für einen guten Ersatz. Mittelfristig könnte man damit auch eine eigene, unabhängige Audioanlage einrichten, die dann von allen im Haus benutzten PCs angesprochen werden kann. Ich habe mich für Sonata als Client entschieden, aber es gibt noch viele, viele andere.

Leider ist es mit

sudo aptitude install mpd sonata

noch nicht getan. In der Datei /etc/mpd.conf muss noch der richtige Pfad zum Musik Verzeichnis eingetragen werden, eventuell Rechte geändert und MPD für die Zusammenarbeit mit Pulseaudio fit gemacht werden.

Ich habe den ersten Abschnitt „Files and directories“ unverändert gelassen. Hier wäre es z.B. möglich alle Angaben auf das aktuelle HOME Verzeichnis des Nutzers zu ändern. Die Alternative ist einen symbolischen Link im voreingestellten Musikverzeichnis /var/lib/mpd/music anzulegen, der direkt auf den Musikordner verweist. Angenommen die Musikdateien liegen wie bei Ubuntu vorgesehen in /home/NUTZER/Musik, muss man in das Verzeichnis /var/lib/mpd/music wechseln und mit

sudo ln -s /home/NUTZER/Musik

den symbolischen Link anlegen. Natürlich ist es möglich weitere Links zu erstellen, die auf zusätzliche Verzeichnisse verweisen.Beachten sollte man, dass bei Sonata das HOME-Verzeichnis als Musikordner angegeben wird und nicht der Musikordner selbst. Dann lassen sich mit dieser Methode die Musikdateien direkt in Sonata editieren. Damit MPD den symbolischen Links sowohl innerhalb und außerhalb des angegebenen Musikverzeichnisses folgt, müssen die Zeilen

follow_outside_symlinks    „yes“
follow_inside_symlinks      „yes“

auskommentiert werden.

Damit der Music Player Daemon auch von anderen Computer innerhalb des Netzwerkes ansprechbar ist, muss die Zeile

bind_to_address        „localhost“

kommentiert sein.

MPD für Pulseaudio konfigurieren

In der Standardeinstellungen ist MPD für den Einsatz mit Alsa konfiguriert und läuft auch auf Anhieb unter Ubuntu. Das Problem besteht darin, dass in Ubuntu verschiedene Audioquellen über Pulseaudio gesteuert werden. Dadurch lässt sich in der MPD Standardkonfiguration der Client nicht über das indicator-sound Applet (Das Lautsprechersymbol in der oberen Taskleiste) steuern. Genauer gesagt hatte ich entweder Ton mit Sonata oder mit einem anderen Programm mit Soundausgabe, aber niemals bei beiden gleichzeitig.

Im MPD Wiki wird deshalb vorgeschlagen anstatt des Standardnutzers „mpd“ für den Daemon den eigenen Benutzernamen in die mpd.conf einzutragen. Damit MPD Pulseaudio nutzen kann, genügt es

audio_output {
type „alsa“
name „MPD“
device „pulse“
mixer_control „Master“
}

an die entsprechende Stelle in der mpd.conf einzutragen und die Zeile

user                „BENUTZERNAME“

an den eigenen Benutzernamen anzupassen.

Damit der neue Benutzer auch in den MPD Ordner /var/run/mpd schreiben darf, genügt es die Rechte abzuändern. Zum Beispiel mit

sudo chown -R BENUTZERNAME.audio /var/run/mpd/

MPD neustarten

sudo /etc/init.d/mpd restart

Damit werden die gemachten Einstellungen wirksam und MPD sollte nun auch mit Pulseaudio harmonieren. Praktisch hat man mit MPD nun die Möglichkeit von jedem beliebigen PC im Heimnetzwerk aus die eigene Musiksammlung abzuspielen, sofern ein passender MPD Client installiert worden ist.

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