Compositing für den Linux Desktop mit Ubuntu 8.04

Unter compositing versteht man allgemein das Mischen von verschiedenen Datenströmen um damit wiederum neue (visuelle) Effekte zu erzeugen. Mit einem Fenstermanager, der diese Funktionalität beherrscht, werden Desktopelemente wie Fenster, Knöpfe oder Leisten nicht mehr direkt auf dem Bildschirm angezeigt, sondern zuerst getrennt im Speicher erzeugt und mit Hilfe des Fenstermanagers zu neuen 2D oder 3D Effekten zusammengeführt. Dadurch entstehen dann visuelle Effekte wie z.B. Transparenz, Verzerrung und Transformation von Fenstern, live Vorschaubilder des Bildschirms oder der berühmte 3D Würfel von compiz.

Unter Ubuntu 8.04 werden standardmäßig nur wenige visuelle Desktop Effekte angezeigt. Je nach persönlicher Vorliebe oder Hardwareausstattung kann man sie ganz abschalten oder erweitern. Da ich wissen wollte, was meine AMD Athlon 1800+ CPU, 1GB DDR RAM und eine Radeon 9600 Grafikkarte für Effekte erzeugen können, habe ich mir noch zusätzlich den compizconfig-settings-manager installiert.

Danach erscheint unter System->Einstellungen->Erweiterte Einstellungen für Desktop Effekte

ein Menü um verschiedene Elemente von compiz besser einstellen zu können. Dort ist es zum Beispiel möglich den 3D Würfel einzustellen. Man sollte nur sicher gehen, dass vier Arbeitsflächen eingestellt sind. Anschließend lassen sich die vier Desktopoberflächen durch Druck auf die mittlere Maustaste als Würfel rotieren. Dabei abgespielte Filme laufen während der Darstellung weiter auf den Seitenflächen des Würfels ab. Zwischen den verschiedenen Arbeitsflächen lässt sich ohne Würfelansicht dann leicht mit einem einfach Dreh des Mausrades wechseln.

Selbst auf meinem betagten Rechner funktionieren diese „Spielereien“ noch ruckelfrei. Problematisch wird es erst als ich den Würfel benutzte und gleichzeitig versuche ein mit mpeg4 h.264 codiertes Video anschauen zu wollen. Der Prozessor ist hier beim Abspielen voll ausgelastet und stößt an seine Grenzen. Auch bei 2D Ansicht stockt das Video noch und erst das Abschalten aller Effekte hilft weiter. Ansonsten läuft compiz erstaunlich flüssig.

Ich denke je nach Geschmack und Rechner ist es für die einen Schnick-Schnack, andere wiederum können den Standarddesktop nicht mehr sehen. Mit heutigen Computern kann man alle compiz Effekte voll ausschöpfen. Dadurch entsteht nicht nur ein optisch viel ansprechender Desktop, sondern in vielerlei Hinsicht auch mehr Bedienungskomfort, sei es durch schnelles Wechseln zwischen den Arbeitsflächen oder automatischer Ausrichtung von Fenstern auf dem Desktop.

Warten wir mal ab was die Zukunft noch alles bringt. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf Touchpads und Sprachsteuerung für den PC. 🙂

Das folgende Video zeigt einen Vergleich von Windows Vista mit Aero und Beryl. Mitlerweile sind Beryl und compiz zu compiz-fusion zusammengeschlossen worden. Da sage noch mal jemand Linux Desktops seien langweilig.

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