CrunchBang + ArchLinux = ArchBang

Es ist ArchBang Zeit. Als ich meine Liste zum Ausprobieren von leichtgewichtigen Distributionen schrieb, bezeichnete ich noch Crunchbang als „das andere Bang“. Wer war nun zuerst da? Archbang versteht sich selbst als Archlinux Derivat, welches dem Nutzer die Mühe abnimmt, Pakete für den Openbox Desktop selbst zu installieren und zu konfigurieren.
Archbang hat kaum eigene Dokumentation zu bieten und deshalb verwundert es auch nicht, dass neue Nutzer schnell an das herausragende Wiki von Archlinux verwiesen werden.
Ohne Umschweife, ist Archbang ein anderes Archlinux oder gar eine besondere neue Distribution? Nein.
Kurz zusammengefasst lässt sich der archtypische Installationsprozess durch Archbang ein wenig abkürzen, Paketquellen und Pakete müssen logischerweise nicht ausgewählt werden. Der Rest ist vollkommen identisch zur gewohnten Textinstallation.
Wenn man wie ich vor kurzem einen längeren Blick auf CrunchBang Linux werfen konnte, fallen sofort die frappierenden Ähnlichkeiten auf. Schwarz gehaltenes Desktopthema, Openbox mit einem nur in wenigen Punkten abgeänderten Rechtsklick-Menü und eine Konfiguration, die in vielen Punkten Crunchbang mehr als ähnlich ist.
Unterschiede in der Auswahl der vorinstallierten Anwendungen sind ebenfalls nur gering. Größte Auffälligkeiten sind MPlayer anstelle von VLC, das LXTerminal, geeqie als Bildbetrachter und das umfangreiche GIMP im Gegensatz zu dem auf einfache Grafikaufgaben beschränkten, aber dadurch auch schnelleren, MTPaint.


Natürlich ist das alles kein Zufall sondern auch ein wichtiger Bestandteil von Open Source. Mittlerweile gibt es vier Hauptentwickler des Projekts und irgendwann muss wohl dem Projektleiter und Initiator Crunchbang Linux so gut gefallen haben, weshalb er kurzerhand das ganze Konzept auf seine Lieblingsdistro Archlinux angewendet hat.
Im Gegensatz zu Crunchbang, welches auf das stabile Debian Squeeze setzt, hat Archbang sich die Vorteile einer rollenden Distribution wie Archlinux zu eigen gemacht. Einmal installiert und man erhält fortlaufend immer die neusten Versionen der Programme.
Wie halte ich es nun mit Archbang? Ich denke, wenn man eher zu Archlinux neigt und eine vorgefertigte, leichtgewichtige Distribution auf Basis von Openbox und Archlinux sucht, dann ist Archbang genau das Richtige. Da Archlinux-Nutzer sowieso zu den „Tu-es-selbst“-Kandidaten gehören, werden die sich auch kaum an der fehlenden Dokumentation stören und sich gleich am umfangreichen Fundus des Mutterprojekts bedienen.
Ist man mit Debian zufrieden, fällt es sicher leichter sich für Crunchbang zu entscheiden, wobei um das Projekt herum schon eine sehr aktive Gemeinschaft entstanden ist. Die Dokumentation ist zwar nicht perfekt, aber doch deutlich besser als bei Archbang. Persönlich neige ich mehr zu Crunchbang, nicht nur weil ich Debian favorisiere, sondern weil ich auch denke, dass Ruhm und Ehre für eine hervorragend konfigurierte Openbox-Distribution bei Crunchbang liegen sollte.
Beide Distributionen sind gleichermaßen geeignet, wenn man ein ressourcenschonendes Betriebssystem sucht. Am Ende ist die Frage scheinbar wirklich nur: Arch oder Debian?

Lubuntu 11.04 sparsam und trotzdem komfortabel

Alle sprechen über Ubuntu 11.04 und Unity, doch die Ubuntuwelt hat noch weitere interessante Ableger zu bieten. Lubuntu bemüht sich seit längerer Zeit als offizielles Ubuntu Derivat neben Kubuntu, Xubuntu und Ubuntustudio anerkannt zu werden.
Lubuntu setzt dabei auf die namensgebende LXDE Desktopumgebung, deren erklärtes Ziel es ist, einen ressourcensparenden Desktop zu erschaffen. Damit sind gleichermaßen geringer Speicherverbrauch und reaktionsfreudigere Programme als auch stromsparend und umweltfreundlich gemeint.
Deswegen hat Compiz und natürlich auch Unity keine Chance bei Lubuntu, was es auch einfacher macht die Distribution z.B. in Virtualbox auszuprobieren.

Lubuntu bietet für mich die gleichen Komfortanwendungen, die ich auch von Ubuntu gewohnt bin. Um das Installieren von notwendigen, aber leider unfreien Treibern zu vereinfachen, kommt wie gewohnt Jockey zum Einsatz.
Als Büroanwendungen sind Gnumeric und Abiword vorinstalliert, die zwar weniger umfangreich als die bekannte LibreOffice Suite sind, dafür sich in Sachen Geschwindigkeit besser schlagen und für allgemeine Aufgaben wie Briefe schreiben und Tabellenkalkulationen vollkommen ausreichend sind.
Zum Surfen ist Chromium vorinstalliert, Sylpheed für Emails, welches ich genau wie den Fork Claws-Mail empfehlen kann und dann wäre da noch Pidgin und Xchat zum Chatten. Mit Mplayer lassen sich alle Formate dieser Erde abspielen, Audacious zum Musikabspielen ist auch keine schlechte Wahl, wobei ich hier natürlich gerne cmus gesehen hätte. 😉
Drucken, CD/DVD Brennen, Notizen verfassen, Bilder bearbeiten Lubuntu bietet alle Voreinstellungen, die man auch aus Ubuntu kennt, nur mit dem Unterschied, dass es sich um andere Namen und leichtgewichtige Software handelt. Als Dateimanager ist PCManFM installiert, der ebenso wie Thunar zu den populären Alternativen zählt, wenn man reaktionsfreudige Anwendungen bevorzugt.
Als Fenstermanger setzt LXDE Openbox ein. Leider nutzt Lubuntu in der Voreinstellung nicht das Rechtsklickmenü von Openbox und lässt PCManFM den Desktop übernehmen. Für Ubuntuumsteiger ist das Verhalten dadurch zwar intuitiver, ein perfekt konfiguriertes Menü wie bei Crunchbang vermisste ich dadurch aber.
Lubuntu wirkt durch das LXPanel und durch die Desktopeinstellungen zwar traditionell, was durchaus aber auch Vorteile haben kann. Die Umgewöhnung dürfte für Ubuntunutzer eher gering sein, wodurch die Eingewöhnungsphase sich in Grenzen hält.
Ich denke Lubuntu kombiniert das Positive aus zwei Welten. Ubuntus komfortable Voreinstellungen und die Vorteile leichtgewichtiger Software für ältere Rechner, aber auch modernen Netbooks und Desktop PCs, die ihre Rechenzeit für wichtigere Aufgaben als den Compositing Manager benötigen.
Lubuntu 11.04 ist auf Grund der vorinstallierten Dienste und Anwendungen nicht ganz so ressourcensparend wie andere Debian Openbox Derivate oder eine selbst konfigurierte Debian Netzinstallation. Dafür lässt es sich bequem als Live CD ausprobieren und später installieren und bringt alles mit, was man auch von Ubuntu gewohnt ist.
Mit der nächsten Veröffentlichung von Ubuntu 11.10 soll Lubuntu auch endlich offiziell zur Familie gehören. Gute Entscheidung, es wurde Zeit. Wieder ein Haken auf der Liste. 😉

Ein minimales Debian für Spiele

Es ist nicht schwer ein minimales Debian zu erstellen, dessen einziger Zweck Spiele sind. Ich hatte eine Zeit lang überlegt, ob ich nicht direkt auf das vor kurzem vorgestellte Crunchbang Linux zurückgreifen sollte, welches auf Debian Stable mit Openbox aufbaut.
Stable schien zwar verlockend, hat aber auch den Nachteil nicht die aktuellsten Treiber für meine Nvidia Karte und den neusten Xorg Server und Linuxkernel mitzuliefern. Natürlich gab es noch die Möglichkeit mit Hilfe von Debians Backports die Lücke zu schließen, aber ich hatte das Gefühl, dass das System hier an seine Grenzen stieß und ich mehr eine „experimentellere“ Umgebung zum Testen der Spieleumgebung suchte.
Hier sind einige Punkte, die man berücksichtigen sollte, wenn man ein minimales, performantes und hochaktuelles Spielesystem auf Basis der Debian Distribution nutzen möchte.
1. Debians Netzinstallation: Eine Netzinstallation, bei der keine zusätzliche Pakete mit Tasksel installiert werden, ist genau richtig. Nach der Installation müssen in der /etc/apt/sources.list die Paketquellen von Squeeze auf Sid umgestellt werden.
2. Minimale grafische Desktopumgebung: aptitude install xorg alsa-base openbox
Die Wahl des Fenstermanagers ist Geschmackssache. Mit Openbox kann man nicht viel falsch machen.
3. X ohne Loginmanager starten: Bei Schritt zwei ist es natürlich möglich einen Loginmanager wie gdm oder slim zu installieren. Auf diese zusätzliche Last lässt sich mit dieser Lösung verzichten.
4. Openbox konfigurieren: Crunchbang Linux hat Openbox ausgezeichnet konfiguriert, weswegen ich Ideen von Crunchbang und eine eigene Konfiguration kombiniert habe.
Zusätzlich sollte das Paket menu installiert werden, welches automatisch ein zusätzliches Menü generiert. Besonders nützlich ist das bei Wine oder Crossover Games. Damit das reibungslos funktioniert sind die Pakete xdg-utils und ggf. xdg-user-dirs nützlich. Weitere Informationen gibt es auch im Openbox Wiki.
5. Desktop gestalten: Tint2 und Conky runden den Desktop wunderbar ab und lassen sich umfangreich konfigurieren. Um Zeit zu sparen habe ich auch hier nur eine leicht abgewandelte Version von Crunchbang eingesetzt. Zum Einrichten des Hintergrundbildes bleibe ich bei feh.
6. Schriften installieren: aptitude install ttf-sazanami-gothic ttf-dejavu ttf-bitstream-vera
7. Zusatzprogramme:
Dateimanager: Midnight Commander oder einfach nur die coreutils
Texteditor: Vim 😉
Browser: Iceweasel und/oder elinks
Terminal: rxvt-unicode
SSH: Gehört für mich bei jedem System dazu
8. Nvidia Treiber: Einfach „The Debian Way“ installieren.

Ergebnis

64 MB RAM Auslastung nach einem Neustart, kein unnötiger Ballast, nur das Notwendigste zum Spielen. 🙂


Download: openbox_tint2_conky_config.tar

Mach ein Bildschirmfoto mit scrot

Ein Bildschirmfoto zu machen gehört praktisch zum guten Ton, wenn man seinen Desktop präsentieren will oder ohne viel Worte in einem Forum auf ein Problem hinweisen möchte.
In der Regel genügt es mit vorinstallierten Programmen wie z.B. gnome-screenshot und einem Drücken der „Druck“ Taste den Bildschirm als Foto zu archivieren. Seit längerer Zeit nutze ich auch Shutter, was viele zusätzliche Optionen bietet und dessen Plugins mir sogar oft die Nachbearbeitung mit Gimp ersparen.
Meistens hilft mir hierbei ein ganz anderes Programm für diese Art von Aufgabe und das heißt scrot.
Scrot ist eine wunderbare, kleine Anwendung, welche verschiedene Funktionen hat, um den gesamten Bildschirm oder auch nur einen Teil davon aufzunehmen und alles als .jpg oder .png Datei abzuspeichern. Mit weiteren Parametern lassen sich leicht Zeitstempel, frei bestimmbare Zeichenketten oder die Bildschirmauflösung an den Dateinamen anhängen.
Scrot lässt sich prima von einem Terminal Emulator aus bedienen. Hier sind einige Beispiele:

Beispiele

1. Den gesamten Bildschirm aufnehmen und das Foto in das aktuelle Arbeitsverzeichnis speichern.

scrot

2. Den gesamten Bildschirm nach fünf Sekunden aufnehmen und dabei das Ganze mit einem Countdown visualisieren.

scrot -cd 5

3. Warte fünf Sekunden, visualisiere die Verzögerung und nimm nur das momentan ausgewählte Fenster auf.

scrot -u -cd 5

4. Warte fünf Sekunden, mache ein Bildschirmfoto und benenne den Dateinamen mit Datumsstempel, Bildschirmauflösung und scrot als Zeichenkette. Speichere das Bild im .png Format im Verzeichnis „bilder“ im Home Verzeichnis des Nutzers ab und öffne es danach mit dem Bildbetrachter feh. $f ist ein Platzhalter für die Datei.

scrot -d 5 ‚%Y%m%d-%s_$wx$h_scrot.png‘ -e ‚mv $f ~/bilder/ & feh ~/bilder/$f‘

Scrot im Menü von Openbox integrieren

Das vor kurzem vorgestellte Crunchbang Linux nutzt Openbox als Fenstermanager und hat scrot hier geschickt im Menü von Openbox integriert. Um sich das zuletzt gezeigte Kommando nicht merken zu müssen, kann man es einfach in der menu.xml wie folgt eintragen oder natürlich auch den grafischen Weg über obmenu gehen.

<menu id="graphicsScreenshots" label="Bildschirmfoto aufnehmen">
	<item label="Jetzt">
	 <action name="Execute">
	  <execute>
		scrot '%Y%m%d-%s_$wx$h_scrot.png' -e 'mv $f ~/bilder/ & feh ~/bilder/$f'
	  </execute>
	</action>
       </item>
       <item label="In 5 Sekunden...">
	<action name="Execute">
         <execute>
         	scrot -d 5 '%Y%m%d-%s_$wx$h_scrot.png' -e 'mv $f ~/bilder/ & feh ~/bilder/$f'
	 </execute>
	</action>
       </item>
       <item label="In 10 Sekunden...">
	<action name="Execute">
	 <execute>
		scrot -d 10 '%Y%m%d-%s_$wx$h_scrot.png' -e 'mv $f ~/bilder/ & feh ~/bilder/$f'
	 </execute>
	</action>
       </item>
       <item label="Ausgewaehlter Bereich....klicke und bewege die Maus">
        <action name="Execute">
         <execute>
		scrot -s '%Y%m%d-%s_$wx$h_scrot.png' -e 'mv $f ~/bilder/ & feh ~/bilder/$f'
	 </execute>
	</action>
      </item>
      <item label="Nur das Fenster">
	<action name="Execute">
	 <execute>
		scrot -u -d 5 '%Y%m%d-%s_$wx$h_scrot.png' -e 'mv $f ~/bilder/ & feh ~/bilder/$f'
	 </execute>
	</action>
      </item>
</menu>

Bei meiner ersten Begegnung mit Fluxbox bin ich damals auf tenr.de gestoßen. Ziemlich weit unten bei snippets befindet sich ein kleines Skript namens shot.sh, welches sich ebenfalls gut eignet, um den Umgang mit scrot zu vereinfachen. Ansonsten hilft wie immer auch man scrot weiter. Übrigens lässt sich mit der Option -q auch die Qualität der Aufnahme beeinflussen. 🙂

Debian und Openbox in schick: Crunchbang Linux

Auf dem Weg meine kleine Liste mit leichtgewichtigen Distributionen abzuarbeiten, bin ich nun bei Crunchbang Linux, einem Debian-Derivat, angelangt. „Wie kommt man nur auf einen solchen Namen?“, dachte ich mir.
Als ich auf der offiziellen Homepage zum Download der neuesten Version mit dem Codenamen „Statler“ steuerte, musste ich das erste Mal schmunzeln. Sinngemäß wurde dort gewarnt: „Crunchbang wird nicht für jemanden empfohlen, der ein stabiles System benötigt. Cruchbang kann aus deinem Computer CRUNCH! BANG! machen“, ihn also sprichwörtlich mit einem lauten Krachen in seine Einzelteile zerlegen.
Ich ließ mich von diesem doppelten Netz mit Boden der Entwickler nicht abschrecken, lud die 32 bit Openbox Variante mit Bittorrent herunter und gab der Distribution eine Chance.

Crunchbang Linux ist als Live-CD konzipiert und setzt als Grundlage für die Distribution auf das Debian-Live-Projekt. Des weiteren wird eine grafische- bzw. Textinstallation angeboten, die identisch mit den von Debian bekannten Werkzeugen ist. Da alle wichtigen Pakete sich schon auf der CD befinden, dauerte die ganze Installation bei mir nur wenige Minuten.
Nach dem Login wird man durch das dunkel gehaltene Thema von Cruchbang, den Openbox-Fenstermanager, Tint2 als Panel und den Systemmonitor Conky begrüßt. Besonders gut gefiel mir das optisch und funktional perfekt eingerichtete Openbox-Menü. Das Thema scheint übrigens eine Abwandlung von 1977 Openbox zu sein. Bemerkenswert ist auch das nach dem Start ausgeführte Konfigurationsskript, mit welchem sich Crunchbang je nach Wunsch weiter anpassen lässt. Eine gute Idee.
Anwendungen sind manuell in die entsprechenden Kategorien einsortiert, es gibt einen Eintrag für zuletzt geöffnete Dateien und einen Abschnitt, der sich ausschließlich mit den Einstellungen und Konfigurationsdateien beschäftigt. Alles lässt sich direkt aus dem Openbox-Menü heraus editieren. Zu den Programmen ist gleich auch noch die entsprechende man-Seite verknüpft.
Crunchbang macht hierbei von Pipe-Menüs regen Gebrauch. Insgesamt betrachtet bietet ein solches Openbox-Menü die gleichen Eigenschaften wie das dreigeteilte System von Anwendungen/Orte/System des Gnome 2 Panels. Indikatoren, Applets und die Uhr befinden sich hingegen im Tint2-Panel, welches so eingerichtet ist, dass es sowohl als Umschalter zwischen den beiden virtuellen Arbeitsflächen und als Ablage für geöffnete Programme dient.
Der Systemmonitor Conky liefert die wichtigsten Informationen am oberen rechten Rand und zeigt gleichzeitig auch noch eine Übersicht über die voreingestellten Tastaturkürzel.
An vorinstallierten Programmen lässt Crunchbang nichts zu wünschen übrig. Thunar als Dateimanager, VLC als Medienabspieler, Chromium als Browser sind standardmäßig dabei. Eine vollständige Liste gibt es hier. Neu für mich waren der Terminator Terminal und Viewnior als Bildbetrachter.
Vergeblich suchte ich hingegen ein E-Mail-Programm. Dieses lässt sich aber ganz leicht wie von Debian und Ubuntu gewohnt mit Hilfe von Apt nachinstallieren. Crunchbang ist vollständig kompatibel zu Debian „Squeeze“, weswegen man sich über die Eingangs erwähnte Warnung nicht allzu große Sorgen machen muss.
Crunchbangs Eigenleistung erstreckt sich hauptsächlich auf neuere Versionen von großen Anwendungen wie Chromium, eine sehr gute Openbox-Vorkonfiguration und proprietäre Codecs, die aus lizenzrechtlichen Gründen nicht bei Debian dabei sein können. Letzteres Problem wird Crunchbang ebenso treffen, sollte es jemals den gleichen Stellenwert wie das Debian-Projekt erreichen und vielleicht sogar kommerzielle Ambitionen entwickeln.
Über die Liste der Anwendungen lässt sich natürlich streiten. Mir persönlich gefiel sie, auch wenn man im Sinne von Geschwindigkeit und Speicherverbrauch auch andere Alternativen hätte wählen können. Crunchbang Linux hat sich aber nach eigenen Angaben auch nicht das Ziel gesetzt, primär auf allen alten Computern zu funktionieren.
Wie so oft bei Debian-Derivaten fällt die große Übereinstimmung mit dem Original auf. Prinzipiell finde ich es sehr gut, dass Debian Stable als Unterbau gewählt wurde und man sich dadurch auf vertraute Konzepte verlassen kann. Auch Crunchbang definiert Debian nicht neu. Mit Vorkenntnissen zu Openbox, Tint2 und Conky lässt sich ein vergleichbares Ergebnis mit Debians Netzinstallation und zusätzlich installierten Einzelanwendungen ohne weiteres erreichen.
Der Unterschied besteht darin, dass einem diese Arbeit durch Crunchbang Linux schon abgenommen wurde, weswegen diese inoffizielle Debian-Distribution durchaus Sinn macht. Wer gerne ein alternatives Desktopkonzept kennenlernen und den Unterschied zwischen Openbox und Unity auf dem gleichen Rechner spüren möchte, ohne dabei auf gewohnte Anwendungen zu verzichten, sollte CRUNCH! BANG! auf seinen Rechner loslassen. #! 😈

Openbox für Fortgeschrittene

Für mich waren die ersten Schritte in Openbox schon beinahe ausreichend. Nur ein paar Kleinigkeiten vermisste ich danach noch. Bei alten Laptops mag ich Software, die sich auf das Wichtigste konzentriert und trotzdem die Möglichkeit bietet fehlende Funktionen optional einbinden zu können.

Bildschirm sperren

Für einen Laptop oft ganz nützlich – das Sperren des Bildschirms. Dafür suchte ich eine kleinere Lösung als das Gnome-Programm gnome-screensaver.
Xlockmore löst das Problem. Um den Bildschirm mit der Tastenkombination Windows-L zu sperren und nur schlicht zu schwärzen, genügt folgender Eintrag in der ~/.config/openbox/rc.xml

<keybind key="W-l">
 <action name="Execute">
  <command>xlock -mousemotion +description -mode blank -bg black -fg white -font arial</command>
 </action>
</keybind>

Pipe Menüs

Ein nettes Feature von Openbox ist die Fähigkeit Einträge im Menü dynamisch erzeugen zu können. Dazu wird der Output eines Skripts an Openbox übergeben und in einer XML-Struktur dargestellt, so dass bei Veränderungen Einträge automatisch im Openbox-Menü angezeigt werden.
Im Openbox-Wiki wird hierzu schon alles Grundlegende erklärt. Dazu finden sich auch schon zahlreiche vorgefertigte Skripte.
Um zum Beispiel dynamische Menüeinträge zu erzeugen, die laufende Prozesse mit Speicherverbrauch darstellen, genügt es das Python Skript processes.py herunterzuladen und mit chmod +x ausführbar zu machen.
Damit das Menü auch sichtbar wird, muss die Datei ~/.config/openbox/menu.xml angepasst werden und folgender Eintrag je nach Geschmack entweder zwischen den item Tags oder ganz am Anfang untergebracht werden.
Das Skript kann z.B. in ~/.config/openbox/scripts/ abgespeichert werden und das Label beliebig angepasst werden.

<menu id="proc-menu" label="Prozesse" execute="~/.config/openbox/scripts/processes.py" />

Mit diesem Pipe Menü hat man nun eine schnelle Übersicht über laufende Prozesse und kann diese innerhalb seines Openbox-Menüs sogar anhalten oder beenden.

Abmelden, Neustarten, Herunterfahren

Wie schaltet man den Rechner in Openbox aus? Es gibt wie immer mehrere Möglichkeiten. Mit Exit im Openbox-Menü loggt man sich aus der laufenden Sitzung aus. Von dort lässt sich der Loginmanager zum Herunterfahren anweisen.
Am einfachsten ist sicherlich der Terminal und ein schnell eingetipptes reboot oder halt.
Das Menü im optionalen LXpanel hat ebenfalls einen Eintrag zum „Abmelden“. Der funktionierte bei meiner individuellen Installation aber anfangs noch nicht.
In der Datei ~/.config/lxpanel/default/config lässt sich aber ein Logout Befehl definieren, z.B.

Logout=killall -u user

Damit werden beim Abmelden alle Prozesse des Benutzers user beendet, womit man wieder zurück zum Loginmanager gelangen sollte. Der Logout-Befehl lässt sich natürlich je nach Wunsch anpassen.

Erste Schritte mit Openbox

Ich hatte vor einigen Monaten Openbox und Debian Sid auf den Inspiron 4000 aufgespielt und dabei vergessen zu erwähnen, wie man schnell die wichtigsten Einstellungen bei Openbox ändern kann. Genau wie im Beitrag Erste Schritte mit Fluxbox hole ich das jetzt nach.
Das zuvor installierte Xfce kann ich auch weiterhin empfehlen, da es gegenüber Gnome und KDE deutlich ressourcensparender auf alten Laptops ist. Dass es möglich ist noch effizienter zu sein, zeigt seit längerem auch die LXDE Desktopumgebung. Ich hatte auch kurz überlegt das LXDE-Metapaket zu installieren und damit dann glücklich zu sein, habe mich dann aber doch für die individuelle Konfiguration entschieden.

Vorbereitung

Die allgemeine Vorgehensweise, um sich eine leichtgewichtige, grafische Desktopumgebung mit Debian zu gestalten, ändert sich nicht. Die folgenden Schritte sind bei all meinen Debian-Installationen die gleichen. Ich tausche lediglich den Fenstermanager und den Loginmanager aus oder installiere wie bei meiner Debian Testing-Installation auf dem Dual Core Rechner Desktopumgebungen wie Gnome.

  1. Debian-Netzinstallation: Einen kleinen Leitfaden zum Inspiron 4000 gibt es schon hier.
  2. aptitude install slim xorg openbox alsa-base

Bei der Netzinstallation wähle ich an der Stelle, bei der es möglich ist zusätzliche Software zu installieren (Tasksel), alle Punkte ab. So erhält man ein minimales Debiansystem. Die essentiellen Pakete für eine grafische Desktopumgebung sind xorg für den X-Server, alsa-base für die Klangwiedergabe, slim als grafischer Loginmanager und schließlich openbox, der Fenstermanager in diesem Fall.

Der erste Eindruck

Nach dem Login sieht man nur einen nackten Hintergrund ohne Panels, ohne alles. Das ist Openbox. Der Fenstermanager kümmert sich wie der Name schon sagt, nur um das Zeichnen und Skalieren der Fenster auf dem Desktop, das aber ausgezeichnet und sehr effizient. Mit der rechten Maustaste kann man auf dem Hintergrund das Menü von Openbox öffnen, mit welchem man schnell Zugriff auf die installierten Programme und Konfigurationsmöglichkeiten hat.

Openbox an die eigenen Wünsche anpassen

Das Openbox-Menü

Damit die installierten Programme automatisch mit den Einträgen im Menü synchron gehalten werden, kann man das Debian-Paket menu installieren. Um das gesamte Menü seinen Wünschen anzupassen, sollte obmenu installiert sein. Zur Zeit gibt es einen kleinen Bug.
Wer mit dieser grafischen Lösung Probleme hat, kann aber auch das Menu direkt in ~/.config/openbox/menu.xml bearbeiten.

Hintergrundbild ändern

Ich benutze zum Ändern des Hintergrundbildes bei Openbox das kleine Programm feh. Damit lässt sich das Hintergrundbild setzen und auch mehrere Bilder im Wechsel anzeigen. Wie es geht habe ich hier beschrieben.

Aussehen von Openbox anpassen

Zum Ändern des Themas für die Fensterdekoration von Openbox empfehle ich die Anwendung obconf. Mit dem Extrapaket openbox-themes stehen noch weitere Themen zur Verfügung. Wem das immer noch nicht reicht sollte einen Blick auf box-look.org werfen. Neue Icons müssen im versteckten Ordner ~/.icons/ und neue GTK Themen in ~/.themes/ entpackt werden.
Zum Ändern der gtk-Themen, Schriften und Icons ist lxappearance empfehlenswert.

Ein Panel installieren


Openbox bietet zahlreiche Möglichkeiten zwischen Panels, Docks und Anwendungen für Systembenachrichtigungen zu wählen. Für den Anfang und schnellen Start bietet das lxpanel die wichtigsten Funktionen wie Panels größerer Desktopumgebungen.
Am leichtesten lassen sich Veränderungen mit einem Rechtsklick auf das Panel vornehmen, Anwendungen hinzufügen und die einzelnen Komponenten verschieben. Der oben angegebene Link zeigt auch wie man die Textdateien anpassen kann, um lxpanel nach seinen Wünschen zu gestalten. Um das lxpanel automatisch nach jedem Neustart auszuführen, muss in der Datei ~.config/openbox/autostart.sh einfach nur lxpanel & stehen.

Tastenbelegung ändern

Wie Fluxbox seine keys Datei hat, gibt es für Openbox die Datei ~/.config/openbox/rc.xml, die umfangreich in Englisch kommentiert ist und noch viele weitere Einstellungsmöglichkeiten bietet. Tastaturkürzel werden im Keyboard Bereich der rc.xml modifiziert. Der Aufbau ist ziemlich logisch und selbsterklärend.
Ein netter Tipp um z.B. die Lautstärke mit Alsa zu regeln und dafür in Openbox die Tasten Super-PfeiltasteOben und Super-PfeilTasteUnten zu belegen sieht z.B. so aus.

<keybind key="W-Up">
 <action name="Execute">
  <command>amixer set Master 5%+</command>
 </action> </keybind>
<keybind key="W-Down">
 <action name="Execute">
  <command>amixer set Master 5%-</command>
 </action>
</keybind>

Desktop Icons

Wie bei Fluxbox zeichnet auch Openbox keine Icons auf den Desktop. Man kann aber Dateimanager wie Nautilus oder Rox-Filer hierzu einsetzen. Als Alternative bietet sich idesk an. Die Konfiguration ist z.B. im Fluxbox Wiki erklärt.

Weiterführende Links

Urukramas Openbox Guide (englisch)
Openbox im ArchWiki (englisch)
Openbox bei ubuntuusers.de

Warum Ubuntu nicht braun sein muss

Bekanntlich sagen Bilder mehr als tausend Worte und nicht immer ist man in der Stimmung langatmige (Blog)-Texte zu lesen, nur um über die Unterschiede im Aussehen von Linux Distribution X zu Distribution Y informiert zu werden. Auf der anderen Seite lässt sich unter Linux jeder Desktop vielfältig konfigurieren, anpassen, umwandeln und auch austauschen.
Spricht man über das Aussehen von Ubuntu, ist damit oft implizit die Gnome-Desktopumgebung gemeint. Dass man bei Ubuntu und anderen Distributionen Desktopumgebungen wechseln und Fenstermanager wie Gnomes Metacity z.B. mit Openbox austauschen kann, taucht oft in der Beschreibung nicht auf. Ganz kurios wurde es, wenn man früher in Foren las, dass Ubuntu zu braun sei, das dem persönlichen Geschmack nicht entspreche und man es deswegen nicht installieren werde.
Anderen ist vielleicht Linux Mint zu grün oder RedHat zu rot. Bei all den Diskussionen um das Aussehen von Linux, kann man es nicht oft genug betonen. Das Äußere ist Geschmackssache und solange Linux im Inneren drin steckt, wird es immer möglich sein, sich sein eigenes Desktopideal zu gestalten.
Gnome steht allgemein für leichte und komfortable Bedienbarkeit, intuitive und einfache Gestaltung. Ideal für alle, die ein Desktop-Linux kennenlernen aber auch sofort damit produktiv sein wollen.
Xfce, LXDE oder gar nur einzelne Fenstermanager zielen mehr auf Geschwindigkeit und wenig Ballast mit externen Softwarebibliotheken, die das ganze System verlangsamen aber nur wenig zur Produktivität beitragen.
Doch was der eine an Gnome gut findet, missfällt dem anderen. Bevor nun gleich alles wieder deinstalliert wird, warum nicht einfach noch mal die Synaptic-Paketverwaltung nutzen oder das Terminal öffnen und

aptitude install kde-full openbox fluxbox xfce4 lxde

eingeben, installieren, ausloggen und beim Login aus weiteren fünf Alternativen wählen, alles testen, ausprobieren, Hintergrund und Themen ändern, Icons austauschen und und und.
Den schnellen Überblick über ein Standardthema einer Distribution und die vielen Möglichkeiten seinen Desktop zu ändern, bieten die folgenden Seiten.

  • thecodingstudio.com bietet eine komplette Übersicht mit Screenshots zu den Standardinstallationen der jeweiligen Distributionen. Wer also schnell wissen will wie sein Linux direkt nach der Installation aussieht, findet hier alles was er braucht.
  • Wie macht man aus seinem „braunen“ Ubuntu ein knall pinkes mit gelber Schrift? Wo kommen all die verschiedenen Schriften, Icons, Hintergrundbilder, Transparenzeffekte und Desktopthemen her, die man auf anderen Linuxdesktops sieht? Höchstwahrscheinlich von hier: gnome-look.org, kde-look.org, xfce-look.org ,box-look.org, deviantart.com.

Demnächst mehr schockierende Einblicke in meinen Ubuntudesktop. Stay tuned. 😉

Ein kurzer Leitfaden zur Debian-Netzinstallation auf dem Inspiron 4000

Als Gedankenstütze und Leitfaden, hier die Punkte, die man bei einer Netzinstallation mit Debian speziell für den Inspiron 4000, aber auch allgemein, beachten sollte. Mittlerweile gehe ich zwar oft dazu über mir nur noch Basisinstallationen als Image irgendwo abzuspeichern und wieder hervorzuholen, wenn irgendetwas ausprobiert werden soll.
Dennoch, im Laufe der Zeit vergisst man wieder das ein oder andere Schlagwort oder wo etwas zu finden war. Naturgemäß soll die Aufzählung nicht jedes mögliche Problem abdecken. Server Installationen haben mit Sicherheit andere Schwerpunkte als eine Desktopinstallation und über Vorzüge und Nachteile einzelner Anwendungen kann man mehrere Bücher füllen.
Wer sich gerade mit Linux vertraut macht, sollte sich von dem Leitfaden nicht abschrecken lassen. Viel mehr als eine grobe Merkliste zur Debian-Netzinstallation auf einem bestimmten Laptop Modell ist er nicht. Mit Ubuntu gibt es eine einfachere Möglichkeit Linux kennenzulernen. Für alle die Debian näher kennenlernen wollen.., nur zu. 🙂
Wer sich speziell für den Toshiba Portege 3110CT interessiert und vielleicht gerne mal die PEX Installation ausprobieren möchte, findet hier schon etwas dazu.

Debians Netzinstallation

Die Debian-Netzinstallation:
Für den Inspiron 4000 empfehle ich die inoffizielle Netzinstallations-CD von Squeeze oder die offizielle Lenny-Netzinstallation. Damit umgeht man das Problem fehlender, unfreier Firmware, ohne die man die Netzwerkkarte nicht einrichten kann.
Da ab Squeeze der ausgelieferte Debian-Kernel zu 100% aus freien Komponenten besteht, kann man die fehlende firmware-linux-nonfree aber auch während des Installationsvorgangs z.B. per USB in das Verzeichnis /lib/firmware kopieren. Der Weg über die genannten CDs ist aber hier der einfachere.

Welches Debian darf es sein?

Der nächste Schritt ist das Auswählen der Debian-Version. Dazu genügt es in der Datei /etc/apt/sources.list, bei der angesprochenen Lenny-Installation, das Wort lenny z.B. durch squeeze zu ersetzen, um die zukünftige stabile Debian-Version zu erhalten.
Wer gerne ein „Rolling Release“ möchte, um bei einem bekannten Schlagwort zu bleiben, ändert das Wort Lenny z.B. in stable, testing oder unstable/sid um. Der große Vorteil bei dieser Wahl, man brauch sich in Zukunft nicht mehr darum zu kümmern, welche Figur aus Toy Story gerade der neueste Projektname bei Debian ist. Mit der Wahl von stable, alias Lenny im Moment, wird das System permanent in diesem Zustand gehalten. Das heißt, sobald Squeeze fertig und stabil ist, wird es zu „stable“ und Lenny zu „old-stable“.
Wer experimentierfreudig ist wählt testing oder sogar sid (der Bösewicht von Toy Story, sid=sid is dangerous). Der Vorteil dieser beiden Zweige liegt bei der aktuelleren Software und dem Spass mehr Probleme zu lösen ;). Ich benutze auf dem Inspiron 4000 sid und habe außer bei Midori noch keine Bugs gefunden. Wirklich, sid läuft wirklich gut. Hoffentlich ändert sich das bald. 😈
Testing ist ein guter Mittelweg, Sicherheitslücken werden aber später als bei stable oder sid geschlossen.
Stable steht bei Debian für felsenfest solide, ausführlich getestet und unverwüstlich. Für Nicht-Debianer oft in einem Wort: langweilig. Größere Updates sind selten, Sicherheitsaktualisierung erfolgen schnell, gut auch für ältere Rechner, die schwer an apt zu schaffen haben und nicht so oft Rechenzeit mit Updates verbringen wollen.
Die Entscheidung liegt bei euch. Danach genügt ein

aptitude update
aptitude dist-upgrade

Meine sources.list, die mit # kommentierten Zeilen nur dann auskommentieren, wenn man stable als Version gewählt hat

deb http://ftp.de.debian.org/debian/ sid main contrib non-free
deb-src http://ftp.de.debian.org/debian/ sid main contrib non-free
#deb http://security.debian.org/ stable/updates main
#deb-src http://security.debian.org/ stable/updates main
#deb http://ftp.de.debian.org/debian/ squeeze-updates main contrib

Softwareauswahl Teil I

Was darf es sein? Vollständige Desktopumgebung oder doch lieber Eigenbau?

aptitude install gnome gdm (Gnome mit gdm als Loginmanager)
aptitude install kde-full kdm (KDE komplett mit kdm als Loginmanager)
aptitude install slim lxde (LXDE mit slim als Loginmanager)
aptitude install slim xfce4 (Xfce4 mit slim als Loginmanager)

Leicht zu merken oder? Danach nur noch einmal den Namen des Loginmanagers als root in den Terminal eingeben und voila! Für den Inspiron empfehle ich LXDE, Xfce4, am besten aber den Fenstermanager der Wahl und etwas Handarbeit.
Obwohl mein jetziger Desktop mit Openbox und dem Lxpanel zwei zentrale LXDE-Elemente enthält, wollte ich dennoch den spannenderen Weg gehen und das System weiter anpassen und nicht einfach lxde installieren.

aptitude install slim xorg openbox alsa-base

Der Ausgangspunkt für ein leichtgewichtiges Debian mit Openbox als Fenstermanager.

X-Server richtig konfigurieren

Dieser Punkt ist nur für Besitzer eines Dell Inspiron 4000 gedacht, bei denen die automatische X-Server-Konfiguration versagt. Um es kurz zu machen, hier ist meine xorg.conf. Entpacken und dann nach /etc/X11 kopieren, X Server neustarten und tada :D.

Softwareauswahl Teil II

Ab hier geht es nun erst richtig los mit dem Ausprobieren.
Bei Openbox muss man sich nur wenig merken: Erstens obconf und obmenu installieren. Aussehen von Openbox ändern leicht gemacht.
Zweitens:~/.config/openbox/autostart.sh. Alles was automatisch beim Start von Openbox ausgeführt werden soll, kommt hier herein. Insbesondere feh zum Anzeigen von Hintergrundbildern und das Lxpanel, unspektakulär, leichtgewichtig und alles was man für den Anfang braucht.
Für einen Laptop bevorzuge ich neuerdings den xfce4-power-manager gegenüber dem Gnome-Pendant. Er erfüllt seinen Zweck, hat aber weniger Abhängigkeiten und zusammen mit Thunar bleibt diese Anzahl weiterhin überschaubar.
Achja und Drittens Tipps zu Openbox finden sich im Netz reichlich. Sehr zu empfehlen sind der Openbox Guide von Urukrama und der Wikieintrag bei archlinux.org. Openbox ist selbst gut dokumentiert. Ein Blick in die ~/.config/openbox/rc.xml hilft oft schon weiter.
Ab nun fehlen nur noch ein paar leichtgewichtige Programme.

ESS-Maestro-Soundkarte in Betrieb nehmen

Auch bei der Maestro-Soundkarte ist die Firmware unfrei und muss nachträglich installiert werden. Um dennoch Musik hören zu können, genügt es den Anweisungen im Debian Wiki zu folgen.
Openbox ist ein klasse Fenstermanager mit einer Vielzahl an Konfigurationsmöglichkeiten. Ein anderes Mal mehr dazu. 😉

Rotierende Hintergrundbilder mit feh

Wer gerne reine Fenstermanager nutzt, stößt mitunter auf das Problem: „Wie lässt sich das Hintergrundbild einrichten?“
Hierzu gibt es unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten. Eine Variante ist z.B. einen Terminal-Emulator wie eterm zu benutzen, eine Variante, die sich bei meinen ersten Schritten mit Fluxbox recht unkompliziert einrichten ließ.
Andererseits lassen sich auch schnelle Dateimanager wie Rox oder PCManFM zum Setzen des Wallpapers bewegen. Nicht zu vergessen erledigt das Gnome-Pendant Nautilus genau diese Aufgabe, ist auf Grund der vielen Abhängigkeiten mit der Gnome-Desktopumgebung aber nicht immer die erste Wahl für eine leichtgewichtige Linuxumgebung.
Und dann wäre da noch feh. Feh ist kleines, aber mächtiges Kommandozeilen-Programm, welches Bilder blitzschnell anzeigen und auch manipulieren kann. Dabei lässt es sich über die Tastatur steuern, bietet aber ebenfalls die Möglichkeit mit der Maus Optionen auszuführen.
Seine Stärken spielt es auch in grafischen Dateimanagern wie Thunar oder Feedreadern wie canto aus, wo ich es als Bildbetrachter voreingestellt habe.

Einzelnes Hintergrundbild

Um das Hintergrundbild zu zeichnen, erstellt man eine versteckte Textdatei namens .fehbg im Homeverzeichnis und fügt diesen Code dort ein:

feh –bg-scale ‚~/Bilder/mein-hintergrund-bild.jpg‘

Damit das Hintergrundbild automatisch beim Start von X gezeichnet wird, ist es notwendig diesen Befehl entweder durch einen Eintrag in der Datei .xinitrc auszuführen oder wie z.B. beim Fenstermanager Openbox von der Datei autostart.sh auf .fehbg zu verweisen, die sich bei Debian in ~/.config/openbox/ befindet.
Neben anderen nützlichen Programmen zum Starten eines Panels oder Energieverwaltungsprogramms, sieht danach meine autostart.sh z.B. so aus:

sh ~/.fehbg
lxpanel&
xfce4-power-manager&

Rotierende Hintergrundbilder

Um mehrere Hintergrundbilder in einem Bilderverzeichnis nacheinander in einem Intervall von 15 Minuten anzuzeigen, kann man sich ein kleines Skript namens wallpaper anlegen und als versteckte Datei in Home abspeichern. Die Idee hierzu habe ich im englischen Archwiki gefunden.
Eine Do-While-Schleife durchsucht das Bilderverzeichnis nach Bildern mit der Dateiendung *.jpg und *.png. Nur die erste Zeile dieser Suche wird an xargs übergeben und man erhält den gleichen Befehl wie zuvor in .fehbg. Das Zeitintervall von 15 Minuten lässt sich natürlich genauso wie das Bilderverzeichnis frei anpassen.

#!/bin/sh
while true;
   do
   find $HOME/Bilder -type f -name '*.jpg' -o -name '*.png' | shuf -n 1 | xargs feh --bg-scale
   sleep 15m
done &

Indem man in der autostart.sh anstatt

sh ~/.fehbg

sh ~/.wallpaper

schreibt, hat man nun mehr Abwechslung auf seinem Desktop, z.B. mit den tollen Naturbildern von Ubuntu 10.10.