Aus elinks mach Firefox

„Seltsam“, dachte ich. Als ich eine der Vorzüge des modernen Web, Google Mail, einmal mit elinks erkunden wollte, scheiterte der Spaß schon beim Login.
Sollte er aber nicht, da elinks mit Formularfeldern und der Übertragung von Daten mit POST ansonsten gut zurecht kommt. Ich erninnerte mich dann wieder in der c’t gelesen zu haben, dass selbst Opera mittlerweile von einigen prominenten Seiten ausgeschlossen wird. Wie sollte es da einem Exot wie elinks anders gehen?
Natürlich fiel K.Mandla dieses Problem vor einiger Zeit auch schon auf, weswegen ich nur noch seinen Tipp in die Tat umsetzen und den user-agent von elinks auf Firefox umändern musste.
In Elinks findet sich die Option hierfür im Optionsmanager „o“ unter Protokolle->HTTP->Benutzer-Programm Identifikation.
Die magische Zeichenkette könnte z.B. so aussehen, womit man sowohl Firefox als auch ein 64 bit Betriebssystem und englische Sprache vorgaukelt.

Mozilla/5.0 (X11; U; Linux i686 (x86_64); en-US; rv:1.9.1.5) Gecko/20091102 Firefox/3.5.5

Die Weisheit „Kleider machen Leute“ trifft so auch unumwunden auf die elektronische Welt zu.
Als netter Nebeneffekt konnte ich mich danach nicht nur in Google Mail einloggen, auch der kurze Lag bei Aufruf größerer Seiten war verschwunden. Die Darstellung mancher Seiten ändert sich im positiven Sinne ebenfalls, da der Webserver nun davon ausgeht mit Firefox zu kommunizieren.

Fazit: Elinks war unschuldig. Sollten in Zukunft ähnliche Probleme auftreten, hat Google vermutlich Firefox 3.5 auf die Schwarze Liste gesetzt, wodurch wiederum nur ein erneutes Ändern des user-agents hilft.
Falls euch Alpine oder Mutt also zu langweilig wird, leistet elinks beim Email lesen gerne Hilfe.
Und so sieht Google Mail in elinks aus. 😉

Der universelle Browser namens elinks

Als ich vor zwei Jahren ernsthaft damit begann nach alternativer Software für die Konsole zu suchen, assoziierte ich mit Textbrowsern noch so etwas wie w3m oder lynx, die ich in den ersten Jahren mit Linux ausprobiert hatte. Schließlich bin ich dann auf K.Mandlas Artikel „Howto: Use elinks like a pro“ gestoßen, der zu diesem Zeitpunkt auch schon wieder drei Jahre alt war.
Irgendwie erscheint die Verwendung eines Textbrowsers im Jahr 2011 ein Anachronismus zu sein, etwas was in die flashige, Javascript-animierte Online-Welt nicht mehr richtig passen mag. Dabei ist Elinks wohl der Textbrowser, der am ehesten an die Funktionalität eines grafischen Browsers heranreicht. Die Darstellung und Formatierung von Webseiten ist erstaunlich gut, obwohl er sich nur der universellen Schnittstelle schlechthin bedient – Text .
Elinks lässt sich auch durch verschiedene Skriptsprachen wie LUA, Perl oder Ruby erweitern. Dafür verzichtet man auf Javascript, Javaapplets und Flash. Ich kenne zwar keine Sicherheitsstudien zu elinks, aber allein das Fehlen dieser potentiellen Einfallstore und die Tatsache, dass https und SSL unterstützt wird, lassen mich ruhig schlafen.
Was ist nun so toll an einem Textbrowser? Für mich besteht das Universelle in elinks darin, dass er mich nicht darauf einschränkt, welche Hardware ich nutzen muss, um eine Information im Internet zu finden. Egal ob es der 15 Jahre alte Toshiba Satellite 220 cs mit 16 MB RAM oder der vor Kraft strotzende Intel 2 Duo mit 4 GB RAM ist, elinks erledigt einfach die Arbeit.
Arbeite ich unter X öffne ich einfach den Terminalemulator, gebe elinks ein und 1 Sekunde später befinde ich mich in der Adresszeile des Browsers. Adresse eintippen, Enter, Seite ist da. Da die Google-Suche schon als Smart Prefix definiert worden ist, genügt ein vorangestelltes g und der Suchbegriff um direkt zu den Suchergebnissen zu gelangen.

Das Angenehme: Elinks lässt sich sowohl effizient von der Tastatur als auch mit der Maus steuern. Ein typischer Ablauf sieht so aus:

  1. Elinks starten, URL in Adresszeile eingeben oder mit Hilfe eines Smart Prefix direkt nach einem Suchbegriff suchen. Elinks merkt sich Eingaben. Pfeiltaste Hoch und Runter bringt alte Eingaben hervor. Mit „g“ ruft man jederzeit die Adresszeile wieder hervor.
  2. Mit den Pfeiltasten für Hoch- und Runter zu den Links navigieren.
  3. Mit ENTER oder der Pfeiltaste nach Rechts folgst du dem Link. Mit der Pfeiltaste nach links geht es eine Seite zurück.
  4. Drücke „t“ und ein Tab öffnet sich (ja elinks kann Tabs!). Wechsle mit <> zwischen den Tabs hin und her und schließe sie wieder mit „c„.
  5. Gefällt dir eine Seite, drücke „a“ und speichere sie als Lesezeichen. Um alle deine Lesezeichen anzuzeigen, drücke „s„.
  6. Zeigt der Link zu einer Datei, die du herunterladen möchtest, drücke „d„. Es können mehrere Downloads parallel und auch im Hintergrund ausgeführt werden.
  7. Am schnellsten findet man eine bestimmte Information indem man wie bei vim mit „/“ die Suche öffnet, den Suchbegriff eingibt und mit n vorwärts und mit N rückwärts sucht. Als Alternative bietet sich auch die Zeichenweise Suche an, die mit „#“ gestartet wird.

Mit einem Linksklick am oberen Rand von elinks lässt sich das Menü öffnen, welches man auch mit F10 oder ESC erreichen kann. In einer grafischen Umgebung gibt es auch ein Rechtsklick-Menü.
Die Einstellungsmöglichkeiten sind zahllos. Mit „o“ lässt sich der Optionsmanager und mit „k“ der Tastenbelegungsmanager öffnen.
Die Darstellung der Farben in Elinks ist abhängig von den individuellen Vorlieben und des verwendeten Terminals. Am besten man navigiert im Menü zu Einstellungen->Terminaleinstellungen und passt das Ganze an.
Benutzt man also z.B. das solarized Thema könnte ein Blogpost z.B. so aussehen.


Wordpress-Blogs und jede Webseite, die Wert auf Standards legt, lassen sich gut darstellen und angenehm lesen:


Auch Bilder lassen sich in einem Textbrowser mit Hilfe externer Programme wie feh anzeigen.

Wie bei jedem neuen Programm brauch man etwas Zeit um alle Fähigkeiten kennenzulernen. Verwirrend ist am Anfang sicherlich das Verhalten von Elinks bei Formularfeldern. Man sollte zuerst auf das Feld mit den Pfeiltasten für Hoch- und Runter navigieren und danach ENTER drücken. Erst dann lässt sich etwas in das Feld schreiben. Gibt es mehrere Felder, muss man unbedingt mit den Pfeiltasten zum nächsten Feld navigieren, bevor man aus Versehen erneut ENTER drückt, was dazu führt, dass die Eingabe per POST gesendet wird.
Ich benutze mittlerweile Elinks regelmäßig auf den älteren Laptops und auf dem modernen Dual-Core-Rechner als Sekundärbrowser neben Firefox/Iceweasel. Insbesondere ist Elinks in Kombination mit meinem Feedreader canto zu gebrauchen, für das Rtorrent-Setup und, man glaubt es kaum, auch als Hilfsmittel um Youtube-Videos ohne Flashplayer mit Elinks und Mplayer abzuspielen.
Elinks kann zwar nicht alles, aber gerade wenn es nur um Text und Informationssuche geht, gelingt mit ihm vieles schneller. Fotoblogs und Flashseiten sind nicht seine Domäne. Gut geeignet ist er hingegen, wenn man überprüfen möchte, ob die eigene Seite standardkonform und barrierefrei ist. Für weitere Screenshots und Ideen empfehle ich nochmal K.Mandlas Post. Viel Spass mit Elinks!

Effizient und schnell: rtorrent, screen und elinks

Heute möchte ich rtorrent, einen kleinen und sehr effizienten Bittorrent Client vorstellen und wie man ihn bequem aus der Ferne mit ssh kontrollieren kann. Im Zusammenspiel mit dem Terminal Multiplexer screen sind rtorrent und der Textbrowser elinks eine komfortable Lösung, um einen Bittorrent Client fernzusteuern, schnell und einfach neue Torrents hinzuzufügen und gleichzeitig äußerst effizient mit Systemressourcen umzugehen.
Durch die geringen Anforderungen an die Hardware eignet sich rtorrent auch für ältere Rechner und für Lösungen ohne grafische Desktopumgebung und lässt sich insbesondere für einen dedizierten Server, eine sogenannte Seedbox, nutzen.
Rtorrent ist eine auf ncurses basierende Oberfläche der Bittorrent Bibliothek libtorrent und ist derzeit bei Debian und Ubuntu in der Version 0.8.6 (rtorrent) und 0.12.6 (libtorrent) verfügbar. Zentrale Konfigurationsdatei bei rtorrent ist die im Home Ordner versteckte Datei .rtorrent.rc.

1. Schritt: Programme installieren

aptitude install ssh rtorrent elinks screen

2. Schritt: Konfiguration

Eine Beispieldatei der .rtorrent.rc gibt es auf der offiziellen Homepage. Hier findet man unter anderem die üblichen Einstellungen zur minimalen und maximalen Anzahl von peers pro Torrent, Anzahl der gleichzeitigen Verbindungen beim Upload und eine Option für die Beschränkung der Upload/Download Rate.
Ein interessantes Feature von rtorrent ist das Überwachen von Ordnern auf neue Torrents. Diese werden dann automatisch in rtorrent gestartet und nach erfolgreichem Download in einen anderen Ordner verschoben. Um ein solches Szenario einzurichten, geht man einfach so vor:
Im Home Verzeichnis einen Ordner Downloads erstellen und in diesem dann z.B. die Unterverzeichnisse watch, session, todo, fertig anlegen. In der .rtorrent.rc müssen danach nur noch folgende Angaben gemacht werden:

directory = ~/Downloads/todo
session = ~/Downloads/session
schedule = watch_directory,10,10,“load_start=~/Downloads/watch/*.torrent,d.set_custom1=~/Downloads/fertig/“
schedule = tied_directory,10,10,start_tied=
schedule = untied_directory,10,10,stop_untied=
system.method.set_key=event.download.finished,move_complete,“d.set_directory=$d.get_custom1=;execute=mv, -u,$d.get_base_path=,$d.get_custom1=“

Die letzte Zeile sieht zwar etwas kryptisch aus, bewirkt aber, dass nach der Fertigstellung des Downloads dieser vom Ordner todo nach fertig verschoben wird. Um die Torrent Datei automatisch aus dem watch Ordner zu entfernen und somit das Seeden bei einem Verhältnis von 1:1 zu beenden, muss noch dieser Code eingefügt werden.

ratio.enable=
ratio.min.set=100
ratio.max.set=120
ratio.upload.set=20M
system.method.set = group.seeding.ratio.command, d.close=, d.erase=

Verschlüsselung des Datenverkehrs erreicht man in rtorrent durch den Eintrag folgender Zeile in die .rtorrent.rc

encryption = allow_incoming, try_outgoing, require, require_RC4

3. Bedienung

Nachdem man sich mit ssh auf dem Rechner eingeloggt hat, startet man zunächst mit dem Befehl screen den Terminal Multiplexer. In screen gestartete Programme laufen auch nach dem Ausloggen mit ssh weiter. Diese können gleichzeitig in unterschiedlichen Fenstern laufen und auch nebeneinander in der Konsole dargestellt werden. Hat man rtorrent ausgeführt, kann man mit der Tastenkombination STRG+A und dann SHIFT+S die Darstellung horizontal teilen. Mit STRG+A und TAB wechselt man zur nächsten Hälfte und kann dort mit STRG+A und c eine neue Konsole öffnen. Hier startet man elinks, mit welchem man nach neuen Torrents suchen kann. Im Optionsmenü lässt sich als Standard Ordner für Downloads dann auf den watch Ordner verweisen. Heruntergeladene Torrents landen also direkt bei rtorrent!
Indem man eine Torrent Datei aus dem watch Ordner löscht, lässt sich das Herunterladen oder Verteilen beenden. Mit dem Kommando STRG+A und d verlässt man screen und schickt es in den Hintergrund. Mit dem Befehl screen -r kann man sich erneut zu seiner Session und aller darin laufenden Programme verbinden. Für weitere nützliche Kommandos innerhalb von screen einfach STRG+A und ? eingeben. Das vertikale Teilen von screen funktioniert bei Debian mit der Kombination STRG+A und |. Mehr Screenshots und weitere Informationen zu screen gibt es hier.

Wie lässt sich rtorrent bedienen?

Rtorrent lässt sich komplett über die Tastatur steuern. Mit den Pfeiltasten bewegt man sich zwischen Torrents und den Menüoptionen. Mit der Pfeiltaste nach Rechts kommt man in ein Untermenü, wo man mehr über die heruntergeladenen Dateien, Peers und Tracker erfährt. In rtorrent gibt es mehrere Ansichten, die sich über die Tasten 1-9 erreichen lassen. Das Upload Verhältnis lässt sich mit a/s/d erhöhen und mit y/x/c reduzieren. Für das Download Verhältnis ist es entsprechend A/S/D und Y/X/C. Möchte man, dass rtorrent für ein bestimmtes Torrent die globalen Einstellungen ignoriert muss man SHIFT+i drücken. Drückt man einmal STRG+d stoppt der Up-und Download des ausgewählten Torrents, ein weiteres STRG+d entfernt das Torrent. Schließlich kann man rtorrent mit STRG+q beenden.

4. Fazit

Diese Erklärung sollte nur einen kurzen Eindruck vermitteln, was man mit drei Konsolenprogrammen erreichen kann. Transmission ist sicherlich mit einer grafischen Oberfläche intuitiver zu bedienen. Wer sich jedoch von der Konfiguration einer Textdatei und der Tastensteuerung nicht abschrecken lässt, erhält einen hocheffizienten Bittorrent Client und eine hervorragende Lösung sowohl für Low als auch High End Rechner.

5. Links

Offizielle Projektseite mit umfangreicher Dokumentation für rtorrent und libtorrent

Youtube-Videos mit Elinks und Mplayer anschauen

Wer kennt nicht das Problem. Man möchte schnell mal ein interessantes Video auf Youtube anschauen, aber der Browser braucht wieder eine gefühlte Ewigkeit um es abzuspielen. Die CPU ächzt, das Surfen wird zur Qual, Browser abgestürzt, Moment mal! Sieht man von „ab und zu“ auftretenden Sicherheitslücken in Flash ab und der Tatsache, dass man mit Flash- und Super-Cookies recht leicht das Benutzerverhalten erfassen kann, ohne dass die meisten Nutzer überhaupt etwas davon ahnen, bringt Flash einige wirklich hübsche visuelle Animationen auf den Bildschirm.
Fraglich bleibt nur, wozu man eigentlich Flash benötigt, wenn man nur ein Video im Netz anschauen möchte. Zwar ist HTML5 unterwegs, doch wer schon heute zum Videos anschauen auf Flash verzichten möchte, dem kann mit Hilfe eines simplen Textbrowsers namens Elinks und dem Multimedia-Alleskönner Mplayer geholfen werden.
Die Grundidee ist einfach. Ausführlich vorgestellt wurde sie Anfang des Jahres in Englisch von Urukrama. Gesucht ist eine Anwendung, welche schnell Suchergebnisse von Youtube zurückliefert, die URL des Videos auflöst und per Tastendruck diese an eine weitere Multimediaanwendung zur Darstellung übergibt. Dabei kommen drei verschiedene Programme zum Einsatz.

  1. youtube-dl
  2. Youtube-dl ist ein Skript, welches Videos von youtube direkt von der Kommandozeile herunterladen kann.

  3. elinks
  4. Ein hervorragender Textbrowser mit einer Vielzahl an Optionen.

  5. mplayer
  6. DER Multimediaabspieler unter Linux. Mplayer ohne GUI ist die ressourcenschonendste Möglichkeit Videos anzuschauen.

15.01.2011 Update:
Seit dem 10.12.2010 hat youtube.com neue Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Cookies dienen nun der Identifikation des Clients. Die notwendigen Veränderungen habe ich in die Skripte eingetragen. Alles funktioniert wieder wie beabsichtigt 😉
Vielen Dank an diesen Post auf multimedia.cx für die Lösung.
Als Alternative für youtube-dl bietet sich auch clive an.

utube-Skript erstellen

Als erstes muss ein ausführbares Skript erstellt werden, welches mit Hilfe von youtube-dl die youtube Video-URL auflöst und diese an mplayer übergibt, damit es direkt abgespielt werden kann. Das Skript kann z.B. utube heißen und muss mit chmod+x utube ausführbar gemacht werden. Danach wird es nach /usr/local/bin oder /usr/bin kopiert, damit es systemweit auf der Konsole ausgeführt werden kann. Neu seit dem 10.12.2010 ist die Notwendigkeit ein Cookie abzuspeichern, mit welchem man sich beim youtube Server identifiziert.
 

#!/bin/sh
COOKIE_FILE=/var/tmp/youtube-dl-cookies.txt
mplayer -cookies -cookies-file ${COOKIE_FILE} $(youtube-dl -g --cookies ${COOKIE_FILE} $1) > /dev/null 2>&1

Elinks konfigurieren

In Elinks die Taste „O“ drücken und der Optionsmanager öffnet sich. Unter Dokument(e)>URI Deligierung einen neuen Eintrag hinzufügen und ihm z.B. den Namen youtube geben. Als Wert trägt man utube %c ein. Alles sichern und den Optionsmanager schließen.
Anschließend mit der Taste „K“ den Tastenbelegungsmanager öffnen. In der Haupttabelle bis zur Option „Die URI des aktuellen Links an ein externes Programm übergeben“ scrollen. An dieser Stelle lässt sich der Name der Taste definieren, z.B. y, mit der das utube Skript aufgerufen wird, sobald man auf youtube.com einen Videolink ausgewählt hat. Damit sind die Videolinks gemeint, die nach einer Suchanfrage auf youtube erscheinen. Es genügt also mit der Tastatur auf einen dieser Links zu steuern und y zu drücken, wonach das Skript seine Arbeit verrichtet und mplayer sofort mit dem Abspielen beginnt.
Um ein Video abspielen zu können, wenn man sich direkt auf der Videoseite befindet, muss im Tastenbelegungsmanager die Option „Die URI der aktuellen Ansicht an ein externes Programm übergeben“ mit einer Taste oder Tastenkombination belegt sein. Ich habe hier Alt-y gewählt.

Youtube-Videos suchen leicht gemacht

Elinks bietet die Möglichkeit mit Hilfe eines sogenannten smart prefix eine Zeichenfolge durch eine kürzere zu ersetzen. Innerhalb von elinks öffnet sich mit der Taste „G“ die Adresszeile des Textbrowsers. Hier könnte man z.B. youtube.com eingeben und landet dann auf der Seite des Videoportals. Von dort aus lässt sich über das Suchfeld nach Videos suchen, mit der Tastatur auf einen Videolink steuern und mit y das Video abspielen. Einfacher geht es, wenn man direkt in der Adresszeile nach den Videos suchen kann. Die direkte URL für Suchanfragen bei youtube lautet:

http://www.youtube.com/results?search_query=

Die Zeichenkette nach dem = wird von youtube ausgewertet und man erhält eine Liste von Videos zurück. Um nicht jedesmal erneut diese URL eingeben zu müssen, lässt sich diese in elinks zu einem einzelnen Buchstaben, einem smart prefix, umdefinieren.
Dazu muss man im Optionsmanager unter Protokolle>URI Veränderung>Komplexe Präfixe ein neues Zeichen hinzufügen und als Wert die oben genannte Such-URL eintragen und den Parameter %s anfügen. Ich habe hier ebenfalls y gewählt. Drückt man nun in elinks „G“ und gibt

y beethoven mondscheinsonate

ein, erhält man eine Liste mit Videos zu Beethovens berühmter Sonate zurück und kann diese mit der Tastatur auswählen und durch Drücken von y abspielen, ohne den Umweg über youtube.com und das Suchfeld gehen zu müssen.

Youtube-Videos herunterladen

Natürlich funktioniert auch der direkte Download eines Videos. Folgendes Miniskript ebenfalls in /usr/local/bin/ abspeichern und wie oben beschrieben mit dem Optionsmanager in Elinks z.B. unter dem Namen „download“ verfügbar machen. Danach erscheint ein weiterer Menüeintrag „download“ sobald die Taste „y“ bei ausgewähltem youtube Link gedrückt wird.

#!/bin/sh
cd ~/Videos/youtube/
youtube-dl -t $1 > /dev/null 2>&1

Zum Schluss

Es gibt zwar tolle Addons für den Firefox, mit denen sich Videos leicht von youtube herunterladen und dann mit einem Player der Wahl abspielen lassen. Auch bietet z.B. Totem mit Plugins die Möglichkeit Videos direkt aus dieser Multimediaanwendung abzuspielen.
Wer aber eine sehr effiziente und leichtgewichtige Lösung sucht um Youtube Videos auf nahezu jedem Rechner abzuspielen, ohne sie vorher herunterzuladen, sollte youtube-dl, elinks und mplayer eine Chance geben. Die oben genannte Lösung funktionierte sogar auf meinem Toshiba Laptop mit 64 MB RAM und 300 MHz CPU. Wer schafft es außer mplayer youtube Videos im Framebuffer abspielen zu können? 😛

Meine elinks.conf

elinks.conf.tar

Leichtgewichtige Linux Anwendungen

Eine aktuellere Übersicht über leichtgewichtige Software, die ich verwende, gibt es unter Software.
Nach der Wahl des Fenstermanagers stand die Frage im Raum: „Welche Programme laufen überhaupt noch schnell genug auf einem PII Laptop mit 64MB RAM?“ Dabei ist wohl die wichtigste Frage, was man mit dem Computer überhaupt noch anstellen will. Im folgenden möchte ich eine Auswahl von Programmen vorstellen, die selbst auf älterer Hardware wie meinem Toshiba Portégé 3110CT (speedy) noch schnell funktionieren, wenig Speicher verbrauchen und oft sehr wenig Abhängigkeiten mit anderen Programmen aufweisen und damit ideal sind, wenn man sein Linuxsystem selbst zusammenstellen möchte.
Für meinen Laptop war mir vor allem Netzwerkfähigkeit wichtig. Browsen, Chatten, Emails versenden sollte möglich sein und Musik abspielen musste problemlos funktionieren. Weniger wert legte ich auf Textverarbeitung, Grafiken und Fotos bearbeiten.

Terminal-Emulatoren

Welches Terminal Programm man unter X benutzen möchte ist letztendlich Geschmackssache. Das Fluxbox-Wiki listet hierzu ein paar gängige Alternativen auf. Nach langer Suche im Netz bin ich immer wieder auf rxvt-unicode (kurz urxvt) und xterm gestoßen. Beiden wird geringer Speicherverbrauch nachgesagt, was ich nach einigem Ausprobieren auf meinem Laptop mit 64 MB RAM bestätigen kann. Urxvt lässt sich hierbei umfangreich konfigurieren, so dass man schließlich alle Funktionen erhält, die man z.B. von dem ebenfalls umfangreichen, aber schwerfälligen Gnome-Terminal auch gewohnt ist. Urxvt bietet unter anderem Unicode Support, Pseudo-Transparenz, Tabs, anklickbare Links, ein-/ausschaltbare Scrollbar und weitere Möglichkeiten Farben und Aussehen anzupassen.

Grafik

Ein einfacher Bildbetrachter ist Standard auf jedem Computersystem und sollte auch auf einem Minimalsystem nicht fehlen. Ein schnelles Programm ist hier z.B. gpicview. Wer auf eine grafische Oberfläche verzichten kann, findet mit feh einen mehr als vollwertigen, Kommandozeilen basierten Ersatz, der sehr flexibel ist und bei fluxbox oder openbox sich auch als Programm zum Anzeigen des Hintergrundbilds eignet. Damit kann feh andere Anwendungen wie z.B. eterm als Hintergrundbildzeichner ersetzen.

Email

Normalerweise benutze ich unter Ubuntu für Emails und Kalenderfunktionen die Groupware Suite Evolution und bin seit langem sehr zufrieden damit. Leider möchte Evolution bei einer Einzelinstallation beinahe die gesamte Gnome Desktopumgebung mit installieren und ist auch nicht gerade genügsam was Systemanforderungen angeht. Die zweite sehr gute Alternative ist Mozilla Thunderbird oder Icedove wie es bei Debian genannt wird.
Auf meinem Laptop war aber auch Thunderbird eine Nummer zu groß, weshalb ich nach anderen Alternativen Ausschau gehalten habe. Wer einen grafischen Email Client mit ähnlichen Funktionen, gutem Spamfilter und Verschlüsselungsmöglichkeiten wie bei Thunderbird sucht, findet mit claws-mail ein würdiges Programm. Claws-Mail kam selbst mit 64 MB noch gut zurecht. Zwar dauert es ebenfalls eine Weile bis das Programm gestartet ist, danach ist die Reaktionsfähigkeit in Ordnung, was man über Thunderbird nicht mehr sagen konnte.
Auf der weiteren Suche bin ich schließlich auf mutt und alpine gestoßen. Dabei handelt es sich um zwei reine Text basierte Email Clients. Mutt gilt allgemein als stark konfigurierbar und flexibel anpassbar. Die Konfiguration des Programms nimmt einen aber dafür für eine Weile in Anspruch. Schließlich bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass mutt, nur um ein paar Emails abzurufen und zu verfassen, eine Nummer zu konfigurierbar war.
Wer es etwas einfacher möchte, aber einen ebenso leichtgewichtigen Email Client sucht, sollte sich mal alpine anschauen. Alpine ist eine Weiterentwicklung des Email Clients pine der Universität von Washington und wird unter der Apache Lizenz veröffentlicht. Ausgeschrieben würde Alpine dann wohl „Apache License Pine is not Elm“ heißen oder „Alternatively Licensed Program for Internet News and Email“.
Im Gegensatz zu mutt ist die Installation unkompliziert abgeschlossen sobald man aptitude install alpine ausgeführt hat. Die Konfiguration danach gestaltet sich auch deutlich einfacher. Was man noch beachten sollte und wie man z.B einen GMX Account einrichtet, wird an dieser Stelle berichtet.

Dateimanager

Dateien kopieren, bewegen und löschen gehört zur Standardaufgabe eines jeden Rechners. Meine Lieblingsprogramme, wenn es um schnelle Dateimanager geht, sind Thunar und PCManFM. Wer es noch eine Spur genügsamer haben möchte, findet mit dem Midnight Commander, eine gute Alternative, welche dem legendären Norton Commander nachempfunden wurde. Wer wie ich feststellt, dass er selten große Mengen an Daten verschieben und kopieren muss, kommt sicherlich auch mit den Shell Kommandos mv, cp und rm prima aus.

Browser

Die Zahl der Browser scheint unter Linux Myriade zu sein. Zwar habe ich noch einige weitere ausprobiert, aber mich auf die unten stehenden zum Vorstellen beschränkt. Die nachfolgenden Browser repräsentieren auch Browsertypen und heben sich meiner Meinung nach von den anderen ab.
Firefox/Iceweasel kommt mit nur 64 MB RAM nur sehr zäh zurecht und ist zumindest für speedy nicht geeignet. Für mich anfangs überraschend, kommt Opera selbst mit nur 64 MB klar. Die Startzeit ist zwar auch nicht weltmeisterlich, aber die Seiten lassen sich flüssig scrollen. Schade nur, dass Opera nicht Open Source ist und meiner Meinung nach zu viele Features mit herumschleppt, die nichts mit Browsen zu tun haben.
Der Chromium-Browser war noch nicht in Squeeze, weshalb ich ihn noch nicht auf speedy getestet habe. Auf Grund der schon bei anderen Rechnern gemachten Erfahrungen, könnte er mit Opera in Sachen Geschwindigkeit wahrscheinlich gut mithalten.
Nun sind diese beiden „großen“ Browser noch lange nicht das Ende aller Weisheit. Unter anderem gibt es noch Midori, netsurf, dillo2 oder elinks. Nicht getestet habe ich vergleichbare Browser, die für KDE entwickelt worden sind, da ich keine QT Bibliotheken installieren wollte.
Midori ist der Standardbrowser der Xfce Desktopumgebung und macht auf etwas schnelleren Rechnern mit 128 MB RAM eine sehr gute Figur, startete aber auf speedy deutlich langsamer als z.B. opera. Trotzdem ist er einer meiner Favoriten, da er auch schon mit einer guten Ad Block Funktion standardmäßig daherkommt und auch wert auf Webstandards legt.
Es gibt eine Reihe von Browsern, die schlank und schnell sind, weil sie Funktionen nicht implementiert haben und z.B. JavaScript nicht darstellen können oder CSS nicht vollständig oder gar nicht implementieren. Für viele Anwendungszwecke reicht aber auch ein solcher Browser aus um einen schnellen Blick auf eine Webseite zu werfen.
Unter diesen Browsern ist z.B netsurf, welcher eine befriedigende Startzeit hatte und Seiten schnell darstellt. Im Vergleich mit Opera startete er etwas schneller, hat aber auch deutlich weniger Features.
Ein extrem schnelles Programm war schon immer Dillo. Leider war auch die Darstellung von Webseiten sehr rudimentär. Schnell ja, aber kaum Features. Dillo2 steht nun in den Startlöchern und ist weiterhin ausgesprochen schnell. Viele gut strukturierte Webseiten lassen sich mit Dillo2 ohne Probleme darstellen. Leider gab es mit einer wichtigen Bibliothek Lizenzprobleme, wodurch die Aufnahme in Debian zeitweise gefährdet war. Das Problem scheint gelöst und ich hoffe auf die baldige Aufnahme in squeeze.
Schließlich gibt es noch die Kategorie der Textbrowser. Textbrowser scheinen nur etwas für Puristen zu sein und zugegeben für längere Internetrecherchen sind sie mir eine Spur zu spartanisch. Es gibt aber dennoch Anwendungsmöglichkeiten, wo ich sie für sinnvoll und für eine gute Alternative halte. Zum Beispiel hielt ich es bis vor kurzem für unmöglich youtube Videos auf speedy anzuschauen. Ein genialer Blogeintrag, elinks und mplayer haben das aber dann doch möglich gemacht. Da selbst auf  leistungsfähigeren Rechnern die Wiedergabe von Flashvideos im Browser eine Qual sein kann, gehe ich darauf später noch mal ausführlich ein.
Mit uzbl gibt es noch einen Browser, der sich explizit der UNIX-Philosophie verschrieben hat und Darstellung, Browsen und Extras klar trennt. Er ist ziemlich schnell und setzt ebenso wie Midori auf WebKitGTK+ als Rendering Engine.

Pdf

Als PDF Betrachter kamen bisher immer xpdf oder evince in Frage. Evince ist etwas zu schwerfällig und xpdf befindet sich nicht mehr in squeeze. Dafür gibt es nun epdfview, was einen sehr guten Job macht und zu empfehlen ist.

IRC und Chat

Ab und zu ist er doch ganz nützlich, der Internet Relay Chat oder kurz IRC genannt. Insbesondere erhält man teilweise gute Tipps zu debianspezifischen Problemen oder einfach nur gute Unterhaltung, wenn es mal wieder heißt: „Debian IS NOT Ubuntu!!“.
Der IRC Client meiner Wahl ist normalerweise XChat. Um Systemressourcen weiter zu schonen empfehle ich irssi. In Verbindung mit rxvt-unicode ein echter Gewinn.
Als leichtgewichtiges Chatprogramm hat sich centerim herausgestellt.

Systemmonitor

Wer das Kommando top kennt und mag, wird htop sicher noch besser finden. Endlich lassen sich Systemprozesse intuitiv vertikal und horizontal scrollen. Eine weitere ressourcensparende Alternative ist conky. Conky lässt sich über eine Text-Datei konfigurieren und es gibt schon zahlreiche verfügbare Configs im Netz zu finden.

Musik

Hier fiel meine Wahl auf den Music Player Daemon (mpd) und als Client ncmpc. Die Client-Server Architektur erscheint zuerst etwas merkwürdig. Das Gute daran ist aber, dass der Server sich auch über ein Netzwerk kontrollieren lässt, Server und Client also nicht auf dem gleichen Rechner laufen müssen. Dazu benötigen beide nur sehr geringe Ressourcen. Wer grafische Clients mag und noch etwas RAM übrig hat, sollte sich die Clients sonata oder ario anschauen.
Mit MOC und dem Audio Frontend cplay stehen weitere Möglichkeiten offen.

Textverarbeitung

Lange Textkolonnen in speedy zu hacken ist auf die Dauer ziemlich anstrengend. Zu klein, zu unkomfortabel ist das Tastaturlayout. Immerhin liegen die Stärken dieses Netbooks aus dem Jahre 1999 auch mehr in Portabilität und Stil 😉
Wer trotzdem nicht auf Textverarbeitung verzichten will, hat die Auswahl zwischen Open Office (komplette Office Suite, aber erst ab 128MB+ zu genießen) und Abiword. Wer nur einen einfachen grafischen Texteditor braucht, findet mit leafpad alles was er braucht. Wenn ich auf älteren Rechnern Texte oder Code editieren muss ist vim immer eine gute Alternative.

Zum Schluss

Wie man schnell feststellen kann, gibt es eine Gratwanderung zwischen grafischen und text/ncurses basierten Programmen. Programme wie alpine, htop, centerim, irssi und elinks würden auch ohne grafische Oberfläche X auskommen. Man sieht also schnell, dass mit einem aktuellen Linuxkernel und ressourcenschonenden Programmen selbst etwas ältere PCs noch immer produktiv nutzbar sein können.
Es gibt natürlich noch zahlreiche andere leichtgewichtige Programme. Die Liste ist bei weitem nicht vollständig und rein subjektiv. Zumindest funktionieren alle oben beschriebenen Programme in der Form auf meinem Laptop. Wer eine gute Aufzählung mit weiteren „lightweight“ Linux Anwendungen sucht, findet diese z.B. im Wiki auf Archlinux.org oder bei GuNNiX.