Grundlagen: Der Weg zum leichtgewichtigen System mit Debian

Es gibt Dinge mit Debian, die lassen sich kurz und knapp beschreiben. Nachdem Chips und Cola bereit stehen, Netzinstallation und letzter Schliff angesetzt wurden, kommt nun der wirklich einfache Teil – Installieren und Konfigurieren des Lieblingssystems.

Server und Konsole

An dieser Stelle lässt sich direkt ein Server aufsetzen. Einige Ideen habe ich unter dem Namen meines Spieleprojekts verschlagwortet. Hat man einen älteren Computer oder setzt selbst auf pure Effizienz, bietet sich ein reines Konsolensetup an.

Lasst euch vom Charme des Schlichten inspirieren und wählt eure Softwarefavoriten aus. Gerade für so Dinge wie Musikbox mit Display, elektronischer Fotorahmen, Radio mit Wecker, zum E-Mail-Lesen oder als PIM gibt es haufenweise gute Software für die Konsole. Das Internet ist voll mit guten und verrückten Ideen, was man mit alten Computern machen kann.

Benutzt Screen oder Tmux, um die ganzen Effizienzwunder neben- und übereinander auszuführen und surft raaaww. Auf dem Thinkpad 600 hat sich das bewährt.

Wer die perfekte Illusion zu einer grafischen Oberfläche erschaffen möchte, findet mit FbTerm eine interessante Gestaltungsmöglichkeit.

Fenstermanager

Man kann natürlich Screen und Konsorten und eine grafische Oberfläche zusätzlich haben. Die besten Ergebnisse, nach Geschwindigkeit und Hardwareanforderungen, bieten alleinstehende Fenstermanager. Der ganze Trick läuft auf vier Punkte hinaus.

  • Xorg. Ihr braucht den X-Server, damit der Fenstermanager seine Arbeit verrichten kann.
  • alsa-base. Ist nützlich, wenn man Musik und Klängen lauschen will.
  • lightdm oder slim. Gute Alternativen, wenn es leicht und funktional sein soll. Es gibt aber auch noch andere, unter anderem Qingy.
  • Fenstermanager. Openbox, Fluxbox, Awesome, dwm, i3wm, Enlightenment, PekWM, ratpoison usw. usw. Debian bietet mehr als 40 verschiedene an. Weitere können mit aptitude show x-window-manager gefunden werden.

Anders ausgedrückt ein leichtgewichtiges System lässt sich mit

aptitude install xorg alsa-base lightdm openbox

installieren. Nach dem einmaligen Ausführen von lightdm als root, kann man sich wie gewohnt einloggen. Je nach Fenstermanager fällt der erste Eindruck unterschiedlich aus, aber mit wenigen Konfigurationsdateien lässt sich viel bewegen. Dazu in den Beiträgen zu den einzelnen Fenstermanagern später mehr.

Ich persönlich ziehe seit mehreren Monaten Lightdm Slim vor, da ich das Gefühl habe, dass hier seitens Ubuntu aktiv an der Verbesserung gearbeitet wird und er deswegen eine gute Zukunft hat. Wer schon erfahrener ist, kann auch ganz auf das grafische Login verzichten und sich mit der Lösung „X ohne Loginmanager“ beschäftigen.

Also nicht vergessen: X+Alsa+Login+Fenstermanager. Das Spielesystem läuft immer noch nach diesem Prinzip. Eine Konfiguration zum Download befindet sich ebenfalls dort.

Komplette Desktopumgebung

Nicht wirklich leichtgewichtig, ja, aber meiner Meinung nach schafft es Debian hier immer etwas mehr herauszuholen als sein bekanntes Derivat Ubuntu. Da war mal was vor vier Jahren…

Die vier großen Desktopumgebungen lassen sich in ihrer Minimalausführung so installieren.

Gnome 2 (Debian Squeeze)

aptitude install gdm gnome-core

Gnome 3 (Debian Wheezy)

aptitude install gdm3 gnome-core

Für Fortgeschrittene auch:
aptitude install gdm3 gnome-session

KDE (Debian Wheezy)

aptitude install kdm kde-plasma-desktop

Xfce 4

aptitude install lightdm xfce4

LXDE

aptitude install lightdm lxde

Alle notwendigen Abhängigkeiten werden installiert und ihr könnt von diesem Stand aus das System erweitern. Ein paar Screenshots und Anmerkungen zu den vier Desktopumgebungen findet ihr bald ™ hier.

Das Offensichtlichste zum Schluss. Je weniger Abhängigkeiten und Programme installiert sind, desto leichter wird die Kiste. Wählt weise.

2 Replies to “Grundlagen: Der Weg zum leichtgewichtigen System mit Debian”

  1. Statt dem Paket xorg geht es auch noch schlanker. Für eine Minimalinstallation von X habe ich unter Wheezy folgendes genutzt:
    sudo apt-get install –no-install-recommends xserver-xorg-core xserver-xorg xserver-xorg-input-mouse xserver-xorg-input-synaptics xserver-xorg-input-evdev xserver-xorg-video-fbdev xserver-xorg-video-intel(und nouveau, vesa) xinit

    Die nötigen -input-xx und -video-xx muss man natürlich an das eigene System anpassen. Ich weiß auch nicht wozu die -evdev und -fbdev-Pakete gut sind, aber da sie praktisch keinen Speicherplatz brauchen habe ich sie vorsichtshalber mitinstalliert. Mein X verbraucht so ca. 15 MB Speicherplatz statt über 100. Mit dieser Installation konnte ich auch bumblebee nutzen und Spiele ohne Probleme starten, es fehlt also nix was die Leistung der (meiner) Grafikkarte beeinträchtigen könnte.

    Ein danach installiertes Slim benötigte keine weiteren Abhängigkeiten während LightDM eine Reihe wollte, 1,5 zu ca. 30 MB Speicherplatzverbrauch.

    Dazu noch PekWM und das System ist richtig schlank. 😀

    1. Das ist richtig. Ich habe absichtlich auf diese Erklärung verzichtet, weil es so einfacher zu erklären war. So kann es auch nicht passieren, dass jemand den Treiber für den X-Server vergisst zu installieren. Die nehmen aber nicht viel Platz weg, deswegen sollte das keine Probleme bereiten. Bei Slim bin ich weiterhin etwas skeptisch, da es nicht mehr so aktiv wie früher weiterentwickelt wird. Dein Setup sollte jedoch auch anspruchsvollen Benutzern von leichtgewichtigen Desktops genügen. 🙂

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