Chronicle: Bloggen mit dem Blogkompilierer

Chronicle ist ein sogenannter Blogkompilierer, der aus einfachen Textdateien, Markdown und HTML ein vollständiges Blog mit Schlagworten, Archiv und RSS-Feeds erstellen kann. Ich hatte ursprünglich vorgesehen alle Webseiten von Hand zu erstellen, da linuxiuvat.de hauptsächlich zur Beschreibung von Spielen, Dokumentation und für Statistiken gedacht ist, für die ein CMS mit dynamischen Inhalten über das Ziel hinaus schießen würde. Auf die Idee nach einem statischen Webseitengenerator wie Chronicle zu suchen, hat mich ein Kommentator gebracht, der gerne mit Hilfe eines RSS-Feeds auf dem Laufenden bleiben wollte.
Wie man Chronicle konfiguriert und bedient, darum geht es in diesem Beitrag.

Installation und Konfiguration

aptitude install chronicle


Es gibt zwei Möglichkeiten Chronicle zu verwenden. Man kann den Blogkompilierer entweder direkt auf dem vServer installieren oder ebenso praktisch auf dem eigenen Rechner zu Hause und verschiebt dann die generierten Seiten per FTP/SSH zum Webserver. Die Einstellungen werden global entweder in /etc/chroniclerc oder für jeden Benutzer einzeln in ~/.chroniclerc vorgenommen.

# Hiervon werden die Blogeinträge gelesen
input = /home/apo/blog/input
# In diesem Verzeichnis liegt später das fertige Blog
output = /home/apo/blog/news
# Name des Themas. Die Themen liegen in /usr/share/chronicle/themes
theme = default
# Anzahl der Blogeinträge auf der Startseite
entry-count = 10
# Anzahl der RSS-Einträge
rss-count = 10
# Wir schreiben die Artikel in HTML. Alternativen sind Markdown und Textile
format = html
# Kommentarfunktion einschalten
no-comments = 0
# Der Name des Blogs
blog_title = Linux iuvat /news

Die Standardeinstellungen sind sinnvoll und es gibt nur noch wenige zusätzliche Optionen. Um einen Blogartikel zu erstellen, genügt es eine Textdatei im Input-Ordner mit dem folgendem Format zu erstellen.

Title: Hallo Welt
Tags: Neuigkeiten, Debian, Ubuntu
Date: 21st April 2012
<h2>Wichtige Nachrichten</h2>
<p>Mein Blog ist online!</p>

Lediglich die Datumsangaben müssen in englischer Notation erstellt werden. Die Ausgabe kann aber mit der Option –lang=german angepasst werden.
Nachdem auf die gleiche Weise alle Blogartikel geschrieben wurden, wird das gesamte Blog mit
chronicle
generiert und landet im vorher definierten Output-Verzeichnis.

Kommentare

Wie im letzten Artikel erwähnt, ist der Nachteil eines statischen Webseitengenerators, dass eine Kommentarfunktion entweder extern ausgelagert oder serverseitige Skripte zusätzlich installiert werden müssen. Im Falle von Chronicle wird aber schon ein CGI-Skript mitgeliefert, dass es möglich macht Kommentare zu verfassen. Diese werden in einer Textdatei gespeichert und beim Neukompilieren des Blogs in die statischen Seiten integriert.
Drei Einstellungen sind in der comments.cgi zu ändern.

my $COMMENT = “/var/www/comments/”
my $TO = ‘root@localhost’;
my $FROM = ‘www-data@vps.example.com’;

Der Ordner in dem die Kommentare gespeichert werden, sollte aus Sicherheitsgründen außerhalb des Webserver-Root-Verzeichnisses liegen. Die Benachrichtigungsadresse lässt sich beliebig wählen. Anschließend muss die Datei nur noch in das CGI-Verzeichnis des Webservers kopiert werden. Wer z.B. Lighttpd benutzt, kann das entsprechende CGI-Modul mit
lighty-enable-mod cgi
aktivieren. Zusätzlich muss noch folgendes bedingtes Konstrukt zur Konfiguration in der lighttpd.conf oder /etc/lighttpd/conf-available/10-cgi.conf hinzugefügt werden.

$HTTP[“url”] =~ “^/cgi-bin/” {
cgi.assign = ( “” => “/usr/bin/perl” )
}

Die Kommentare werden mit dem Befehl
chronicle --comments=Pfad_zum_Kommentar_Ordner
eingebunden. Es gibt verschiedene Ansätze wie man dem Spamproblem entgegnen kann. Da ich bisher noch keine Probleme damit hatte, ein anderes Mal mehr dazu.

Fazit

Einige Ideen wie Chronicle aussehen kann, findet ihr im Blog des Machers, Steve Kemp, auf der Homepage von Kai Wasserbäch oder auf meiner News-Seite bei linuxiuvat.de.
Die Themen lassen sich mit etwas HTML-Kenntnissen gut anpassen. Chronicle ist schlicht, aber dadurch meiner Meinung auch einfach zu erlernen. Man erhält mit lediglich einem Befehl ein vollständiges Blog mit Schlagworten, Feeds und Archiven, dass ressourcenschonend und schnell ist. Wem das noch nicht zusagt, sollte auch einen Blick auf die Alternativen werfen.

3 Replies to “Chronicle: Bloggen mit dem Blogkompilierer”

  1. Vielen Dank für diesen Tipp, das werde ich mir wohl mal angucken. Ist einfach beeindruckend wie schnell ne echte HTML-Seite geladen ist. Das kenne ich von WordPress auch mit allem Caching und hier und da nicht.

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