Wer suchet der findet

Irgendwie bin ich froh, dass es mit dem Zeitgeist-Rahmenwerk in Zukunft selbstverständlich werden wird nach Informationen wie „Das Foto, dass ich mir vor zwei Tagen angeschaut habe“ suchen zu können. Ich denke das kommt allen zu Gute, die unaufgeräumte Schreibtische und Räume gerne mit dem Spruch „Das Genie beherrscht das Chaos“ versuchen zu relativieren. 8)
Auf der anderen Seite, so groß war meine Nachfrage nach Suchprogrammen noch nie. Das Schöne an Linux und insbesondere an Debian ist, es gibt ein klares Schema. Konfigurationsdateien kommen nach /etc, Logdateien sind in /var/log/ und wenn es sonst noch etwas Wichtiges gibt ist es meistens in /usr. Doch die wirklich wichtigen Sachen sind sowieso in /home. Von daher: Wozu die ganze Sucherei?
Wenn ich tatsächlich vergessen habe, wo ich eine Datei abgelegt habe, kommen mir eigentlich immer nur zwei Anwendungen in den Sinn: find und locate.
Praktisch jedes grafische Programm greift auf die beiden zurück. Im Gegensatz zu find benutzt locate eine Datenbank um die Suche auszuführen, was das Ganze erheblich beschleunigt. Bei Debian empfehle ich das entsprechende Paket mlocate. Als root werden die Daten in die Datenbank eingelesen und erneuert, was sich mit dem Befehl

updatedb

einfach erreichen lässt. Als Normalbenutzer genügt danach eine Suche mit

locate „Suchbegriff“

Ungelogen es ist schon Jahre her, dass ich locate benutzt habe. Für die meisten Fälle reicht mir einfach find.
Find besitzt eine Reihe von Optionen. Mit ihnen ist es nicht nur möglich nach Dateinamen, sondern auch nach Groß- und Kleinschreibung, Datum oder Typ der Datei, der Tiefe in einem Verzeichnisbaum oder der Mitgliedschaft in einer Gruppe zu suchen.

find /home/user -name *.ogg | sort > meine_playlist

Das find Kommando lässt sich z.B. durch sort schleusen und alle gefundenen Treffer sortieren und in eine Datei namens meine_playlist schreiben. Danach noch mplayer mit

mplayer -playlist meine_playlist

aufrufen und die gefundenen ogg Dateien lassen sich der Reihe nach mit mplayer anhören.
Viele weitere Beispiele gibt es auch mit man find . Selbst wenn man vergesslich sein sollte, Linux bietet viele Möglichkeiten die Habe wiederzufinden, auch ohne den neusten Hexa-Core-Rechner und problemlos von der Konsole.

2 Replies to “Wer suchet der findet”

  1. Bei find finde ich die Verwendung von „iname“ statt „name“ ganz praktisch, damit ist das Searchpattern nicht mehr case-sensitive.
    Den Vorteil von Locate sehe ich jetzt nicht ganz irgendwie…
    Gruß
    Daniel

    1. Der Hauptvorteil von locate liegt in der größeren Geschwindigkeit beim Suchen. Es funktioniert so, dass root die Datenbank erstellt und erneuert und der Benutzer mit locate nur auf die Suchergebnisse zugreifen kann, für die er auch die Rechte besitzt. Updatedb überprüft auch anhand des Datumsstempels, ob sich etwas geändert hat und ist nach dem ersten Aufbau der DB ziemlich schnell.
      Viele Programme wie z.B. catfish sind Frontends für die beiden. Beagle war auch mal eine grafische Alternative. Wie gesagt meine Suchbedürfnisse sind relativ gering, weshalb ich darauf verzichten kann. 🙂
      Gruß Markus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.