Most ist mehr als less ist mehr als more

Es gibt so ein paar Programme, die einen kaum hinter dem Ofen hervorlocken können. Ihnen fehlt es einfach an der nötigen Coolness und Freshness, sind darüber hinaus sogar schon teilweise mehr als zwei Dekaden alt, haben keine grafische Oberfläche und können auch nicht mit dir reden. Trotzdem wirst du sie zum (Über)Leben auf der Konsole brauchen.
Möchte man z.B. die Nachrichten beim Booten nochmal durchlesen, kann man sich bei vielen Distributionen des kleinen Werkzeugs dmesg bedienen. Leider muss man schon mindestens Erster im Schnelllesewettbewerb der Integrierten Gesamtschulen gewesen sein, damit man all die Informationen rechtzeitig aufnehmen kann, während sie in Höchstgeschwindigkeit im Terminal vorbeiziehen.
Hier kommt ein Pager wie less, more oder sogar most ins Spiel. More befindet sich standardmäßig in jedem Debian System, less auch sofern man nicht alle Pakete bei der Netzinstallation abgewählt hat und most muss ggf. nachinstalliert werden.

dmesg | most

Damit wird die komplette Ausgabe von dmesg durch most „gepipt“, womit man sich nun alles Seite für Seite betrachten kann, indem man die Space-Taste betätigt oder mit den Pfeiltasten scrollt. Ein flashiges Feature von most ist das horizontale Scrollen mit <> oder TAB und die Unterteilung der Ausgabe in weitere Fenster, die sich mit STRG-X 2 z.B. unterteilen lässt. Mit STRG-X o springst du zum nächsten Fenster und kannst es mit l sperren. Ein * zeigt diesen Zustand an. Sind beide Fenster so gesperrt scrollen sie ab sofort zusammen. Das kann in einigen Situationen beim Lesen helfen, obwohl ich es nicht wirklich oft brauche. Mit / lässt sich wie bei vi gewohnt nach Begriffen suchen.
Bei dem gegebenen Beispiel geht es aber meist mit

dmesg | grep „Suchbegriff“

schneller. Das wäre es auch fast mit den faszinierenden Optionen eines Pagers. Der allgemeine Konsens scheint zu sein, dass most > less > more ist. Ja, etwas verwirrend. Ich habe jahrelang less eingesetzt, weil less auch rückwärts scrollen konnte und benutze nun most, wegen der oben beschriebenen Eigenschaften aber vor allem, weil es man-Seiten farbig anzeigen kann. 🙄
Es gab schon spannendere Geschichten, aber das Leben (auf der Konsole) ist hart und dieses ist mit Sicherheit eines der härtesten. Und so sieht most in Aktion aus.

One Reply to “Most ist mehr als less ist mehr als more”

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