Konkurrenz zu Screen: Tmux

Ich habe in letzter Zeit wieder einige Konsolenprogramme ausprobiert, worunter auch Tmux zu finden war. Wenn man viel mit dem Terminal arbeitet oder auf der Konsole unterwegs ist, begegnet einem zwangsläufig GNU Screen und man fragt sich wie man es früher ohne dieses nützliche Programm geschafft hat.
Tmux ist wie Screen ein sogenannter Terminalmultiplexer, der mehrere Fenster mit darin laufenden Programmen innerhalb eines Bildschirms darstellen kann. Für mich ist er somit das Gegenstück zu einem kachelnden Fenstermanager unter X und besonders nützlich für sehr alte Rechner. In der Regel brauche ich Screen hauptsächlich um die Übersichtlichkeit zu verbessern und den Terminal einfach bedienungsfreundlicher zu gestalten. Nicht zu vergessen lassen sich die Sitzungen sowohl von Screen als auch Tmux abtrennen und jederzeit mit den darin laufenden Programmen wieder hervorholen.
Im Moment bin ich mit Screen zufrieden, doch ein paar gute Gründe zum Wechsel gibt es. Da wäre zum einen Screens Eigenart leicht angefressen auf längere Namen von Terminalemulatoren zu reagieren. Außerdem konnte ich rxvt-unicode-256color nur mit etwas Nachhilfe dazu bewegen von Screen erkannt zu werden. Schon damals hatte Neo in den Kommentaren auf Tmux hingewiesen und in der Tat scheint Tmux weniger Probleme mit 256-Farben-Terminals zu haben.
Ansonsten kann man oft lesen, dass Tmux das modernere Screen sei und aktiv weiterentwickelt wird. Ich kann nichts Gegenteiliges behaupten. Screen hingegen ist ein wahres Software-Urgestein, was aber nicht bedeutet, dass es schlecht oder unbrauchbar ist. Vielmehr scheint es so zu sein, dass Screen eine gewisse Reife erlangt hat und im Regelfall einfach funktioniert und dazu noch von allen großen Distributionen unterstützt wird. Abgesehen davon ist Screen Bestandteil des GNU Betriebssystems, weswegen ich mir um die Zukunft erst einmal keine Sorgen mache.
Ein klarer Pluspunkt für Tmux ist aus meiner Sicht die Fähigkeit, auch die vertikale und horizontale Aufteilung des Bildschirms nach der Wiederherstellung einer Session beizubehalten, die Screen leider verwirft. Ebenfalls bemerkenswert ist die gute Dokumentation zu Tmux und die vielen Beispiele, die im Netz kursieren. Eine Suche zu "tmux conf" hilft schon weiter.

GNU Screen
Tmux

Wie sie sehen, sehen sie nicht viel. Große Unterschiede in meiner Standardkonfiguration gibt es zwischen Screen und Tmux nicht. In letzter Zeit kommt noch fbterm für die Konsole hinzu, der die Optik mit einem Hintergrundbild deutlich aufpoliert. In der Regel tut es aber eine Statusleiste am unteren Rand für mich.
Tmux bietet eine simple Möglichkeit die Tastenbelegungen mit dem bind Befehl zu ändern, weswegen ich z.B. von STRG+B auf das Screen-typische STRG+A zurückgewechselt bin, um Kommandos an Tmux durchzuleiten.
Meine .tmux.conf sieht so aus:

# STRG+A anstelle von STRG+B
unbind C-b
unbind l
set -g prefix C-a
bind-key C-a last-window
# Reload Taste
bind r source-file ~/.tmux.conf
# wichtig für rxvt-unicode-256color
set -g default-terminal "screen-256color"
set -g history-limit 1000
# Automatisch gestartete Session
new -d 'exec irssi'
neww -n alpine 'exec alpine -d 0'
neww -n mc mc
neww -n htop htop
neww -n slurm 'exec slurm -i eth0'
neww -n hnb hnb
neww -n elinks elinks
neww -n wyrd wyrd
neww -n newsbeuter newsbeuter
# THEMA
set -g status-bg black
set -g status-fg white
set -g status-right '#[fg=white]#(cut -d " " -f 1-3 /proc/loadavg)#[default] #[fg=white]%H:%M#[default]'

Im Gegensatz zu Screen muss Tmux mit tmux attach gestartet werden, sofern man Anwendungen in einer neuen Session beim ersten Aufruf mit ausführen möchte. Es gibt noch viel mehr zu erzählen und vor allem auf der technischen Seite gibt es einige Unterschiede zu Screen.
Was man mitnehmen sollte ist, es gibt eine gute Alternative zu Screen und die heißt Tmux.