{"id":886,"date":"2010-12-30T17:33:23","date_gmt":"2010-12-30T16:33:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/?p=886"},"modified":"2010-12-30T17:33:23","modified_gmt":"2010-12-30T16:33:23","slug":"slitaz-minimalinstallation-auf-dem-toshiba-220cs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/2010\/12\/30\/slitaz-minimalinstallation-auf-dem-toshiba-220cs\/","title":{"rendered":"Slitaz: Minimalinstallation auf dem Toshiba Satellite 220cs"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem ich mit Slitaz eine schnelle und effiziente Live-CD gefunden hatte, probierte ich die verschiedenen <a href=\"http:\/\/www.slitaz.org\/en\/get\/\">\"flavor\" Versionen<\/a> aus, bei denen sich Slitaz selbst mit weniger als 16 MB RAM zufrieden gibt.<br \/>\nMein Testobjekt war der Toshiba Satellite 220cs, ein Laptop aus dem Jahr 1996 mit PI 133 MHz CPU und 16 MB RAM. Bei diesem Alter geben alle gro\u00dfen Distributionen klein bei. Keine Chance mit Ubuntu, Fedora oder SuSe so einen Rechner aus dem Stand mit der Installations-CD zum Laufen zu bewegen. Und selbst f\u00fcr den debian-installer sind 16 MB RAM einfach zu wenig.<br \/>\nAls erstes probierte ich sowohl die Loram-Version des aktuellen stabilen Slitaz 3.0 aus als auch die alte 2.0 Ausgabe. Hauptgrund hierf\u00fcr war ein Tip im Slitaz-Forum, dass damit eventuell ein Problem mit Ndiswrapper behoben werden k\u00f6nnte. Neben zwei PCMCIA-Cardbus-Slots besa\u00df der alte Toshiba auch noch einen USB 1.0 Port, ungew\u00f6hnlich f\u00fcr diese Zeit als noch Windows 95 das Ma\u00df aller Dinge war.<br \/>\nDie Loram-cdrom-3.0 CD bootete ohne weitere Parameter und startete tats\u00e4chlich ohne Unterbrechung sofort in eine X-Umgebung mit Slim als Login- und Openbox als Fenstermanager. Hier war aber schon klar, dass diese Standardvorgabe f\u00fcr 16 MB RAM wirklich nur zum Vorf\u00fchren reichte. F\u00fcr eine sinnvolle Nutzung reagierten die voreingestellten Programme einfach zu langsam.<br \/>\nDa das Nachladen von CD-ROM auch viel Leistung kostete, kam nur eine Festplatteninstallation in Frage. Hierzu muss man als erstes die Festplatte mit fdisk partitionieren, da Slitaz diese Operation nicht automatisch beim Installieren ausf\u00fchrt. Nach der Partitionierung sollte die Swap-Partition (z.B. \/dev\/hda1) sofort mit<\/p>\n<blockquote><p>mkswap \/dev\/hda1<br \/>\nswapon \/dev\/hda1<\/p><\/blockquote>\n<p>aktiviert werden.<br \/>\nAnschlie\u00dfend gen\u00fcgt ein<\/p>\n<blockquote><p>slitaz-installer<\/p><\/blockquote>\n<p>als Root um die Installation zu starten. Diese ist im positiven Sinne sehr einfach gehalten. Man gibt lediglich die vorher partitionierte Root-Partition an, w\u00e4hlt Namen und Passwort der Systembenutzer und die Systemsprache aus. Der Rest geschieht automatisch.<br \/>\nNach dem Neustart sollte man als erstes Openbox und slim mit dem Paketmanager Tazpkg entfernen und danach die Internetverbindung einrichten. F\u00fcr den Laptop kamen f\u00fcr mich entweder mein USB-WLAN Stick oder die PCMCIA-WLAN-Karte WPC54G von Linksys in Frage. Letztere l\u00e4sst sich ohne weiteres mit dem Kernelmodul b43 in Betrieb nehmen. Eine <a title=\"b43 broadcom wireless Installation\" href=\"http:\/\/vanilla.slitaz.org\/index.php?p=\/discussion\/comment\/6372\/\">ausf\u00fchrliche Beschreibung<\/a> f\u00fcr Slitaz gibt es sogar im englischen Forum.<br \/>\nDen USB-Stick mit Ndiswrapper und dem Windowstreiber zum Laufen zu bekommen scheiterte aber. Obwohl ich mit iwlist den Router \"sah\", konnte keine Verbindung aufgebaut werden egal ob mit oder ohne Verschl\u00fcsselung. Hinzu kamen seltsame Fehlermeldungen. Auch bei der alten Slitaz-2.0-Version gab es das gleiche Ergebnis. \ud83d\ude41<br \/>\nDa die PCMCIA-Karte aber problemlos nach der manuellen Installation der richtigen Slitaz Pakete und der Firmware funktionierte, musste ich nicht mehr weitersuchen. Im \u00fcbrigen l\u00e4sst sich der WLAN-Zugang mit WPA bei Slitaz ohne GUI am einfachsten in der Datei <em>\/etc\/network.conf<\/em> einrichten und danach mit dem Ausf\u00fchren von <em>\/etc\/init.d\/network.sh<\/em> starten. Auf das zus\u00e4tzliche Editieren der wpa_supplicant.conf kann man verzichten.<br \/>\nDanach gen\u00fcgte ein<\/p>\n<blockquote><p>tazpkg recharge<br \/>\ntazpkg get-install \"Paketname\"<br \/>\noder tazpkg remove \"Paketname\"<\/p><\/blockquote>\n<p>um das System weiter anzupassen. Dabei f\u00e4llt besonders auf, dass Slitaz eine sehr effiziente L\u00f6sung gefunden hat um die Software zu verwalten. Selbst auf einem alten Laptop funktioniert das De- und Installieren ohne Schw\u00e4cheanfall.<\/p>\n<h2>Minimalinstallation mit der Slitaz-3.0-Base-Version<\/h2>\n<p>Das \"Base-ISO\" von Slitaz ist gerade einmal 8 MB gro\u00df, was geradezu verschwenderisch anmutet um es auf eine CD zu brennen. Ich habe mich deshalb auch entschieden diese Version mit <a href=\"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/?p=1052\">Qemu<\/a> auf meinem Dell Inspiron 4000 zu installieren und die notwendigen Pakete f\u00fcr die WLAN-Karte dieses mal bequem \u00fcber eine bestehende Internetverbindung zu installieren.<br \/>\nDas tolle an Qemu ist die M\u00f6glichkeit ein Image im Raw-Format zu erstellen, welches sich wiederum problemlos mit dd wieder auf die Festplatte des Toshiba-220cs-Laptops schreiben l\u00e4sst. Normalerweise halte ich den Ausbau der Festplatte f\u00fcr die letzte L\u00f6sung, mittlerweile denke ich aber, dass es sogar die einfachste war.<br \/>\nDie Festplatte l\u00e4sst sich bei diesem speziellen Laptop direkt an der Frontseite einfach herausziehen, ohne dass man auch nur eine Schraube irgendwo lockern musste. Mit einem 10 \u20ac teuren IDE\/S-ATA- zu USB-Adapter l\u00e4sst sich die Festplatte dann per USB an jeden anderen Rechner anschlie\u00dfen und das vorher erstellte Qemu Image installieren.<br \/>\nHerauskommt eine Basisinstallation, die nicht einmal 30 MB Speicher auf der Festplatte belegt. Von hier aus l\u00e4sst sich dann mit dem TAZ-Paketmanager weiter experimentieren.<\/p>\n<h2>To-Do<\/h2>\n<p>Eine grafische Desktopumgebung mit Xorg und Openbox ist f\u00fcr 16 MB RAM zu schwerf\u00e4llig. Selbst <a href=\"http:\/\/dwm.suckless.org\/\">dwm<\/a>, einer der kleinsten und ressourcenschonendsten Fenstermanager, die ich kenne, holt hier auch nicht mehr heraus. Eine Alternative k\u00f6nnte Xvesa anstelle von Xorg sein.<br \/>\nAuf jedem Fall stehen einem schon heute alle Konsolenprogramme offen um den Toshiba 220cs produktiv zu nutzen. Unter anderem nat\u00fcrlich E-Mails schreiben mit Alpine, Chatten mit Irssi oder Centerim und Dateien verwalten mit dem Midnight-Commander. Dazu bietet sich Screen an, leider aber noch ohne den Patch f\u00fcr das vertikale Teilen des Bildschirms.<br \/>\nHiermal ein erster (wenig beeindruckender) Screenshot, der eine Screen-Session \u00fcber SSH auf meinem Dell-Laptop zeigt. Laut Htop werden 6 MB RAM benutzt. Vielleicht war dieser Schock auch der Grund, warum Htop sich nach wenigen Sekunden automatisch beendet..<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/101229_2322_1400x10501-1-1.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-888\" title=\"101229_2322_1400x1050\" src=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/101229_2322_1400x10501-1-150x150.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/101229_2322_1400x10501-1-150x150.png 150w, https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/101229_2322_1400x10501-1-100x100.png 100w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><br \/>\nAuch ein Upgrade von der stabilen auf die Cooking-Version ist eine weitere Alternative. Und dann w\u00e4re da noch die ISA-Soundkarte und der Opl3sa2-Treiber, die trotz ausreichender Informationen im Internet noch nicht richtig wollen.<br \/>\n<strong>Update<\/strong><br \/>\n<em>Mittlerweile finden sich <a href=\"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/?p=924\">hier<\/a> Informationen zur Einrichtung der Audiowiedergabe auf dem Toshiba Satellite 220cs und noch ein paar Anmerkungen zur Installation von Slitaz in den Kommentaren. <\/em><br \/>\nEs gibt also noch einiges zum Testen bei Slitaz. Und danach..<br \/>\nIch wollte schon immer mal das winzige <a href=\"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/?p=1086\">KolibriOS<\/a> ausprobieren. \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich mit Slitaz eine schnelle und effiziente Live-CD gefunden hatte, probierte ich die verschiedenen &#8222;flavor&#8220; Versionen aus, bei denen sich Slitaz selbst mit weniger als 16 MB RAM zufrieden gibt. 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