{"id":8104,"date":"2012-06-27T18:31:29","date_gmt":"2012-06-27T16:31:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/?p=8104"},"modified":"2012-06-27T18:31:29","modified_gmt":"2012-06-27T16:31:29","slug":"installation-und-erste-schritte-mit-crux","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/2012\/06\/27\/installation-und-erste-schritte-mit-crux\/","title":{"rendered":"Installation und erste Schritte mit CRUX"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin zu <a href=\"http:\/\/crux.nu\">CRUX<\/a> noch ein paar Worte schuldig. Wie vor ein paar Monaten angesprochen ist CRUX keine Stangenware, sondern mehr <a href=\"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/2011\/12\/30\/crux-haute-couture-versus-stangenware\/\">Linux-Haute-Couture<\/a>. Ma\u00dfgeschneiderte Ware, die mit Sicherheit ihren Preis hat, aber eben auch genau das widerspiegelt, was so mancher Geek sch\u00f6n und reizvoll findet: Geschwindigkeit, Anpassungsf\u00e4higkeit und die Sch\u00f6nheit des Schlichten.<br \/>\nIch versuche in allen weiteren Beitr\u00e4gen das \u00fcbliche Blabla zu vermeiden und nicht zu versuchen f\u00fcr eine andere Zielgruppe zu schreiben, die so nie existieren wird. Das Sch\u00f6ne an CRUX ist, dass es wirklich technisch sehr \u00fcbersichtlich und einfach aufgebaut ist. Es l\u00e4sst sich aber \u00fcberhaupt nicht mit Distributionen wie Ubuntu vergleichen, wo der Benutzer bei der Installation gef\u00fchrt wird und Programme vorkompiliert und durch Tausende von Benutzer getestet worden sind.<br \/>\nDie Gemeinschaft von CRUX ist deutlich kleiner und auch in der Dokumentation beschr\u00e4nkt man sich auf Einfachheit. Englisch ist die vorherrschende Sprache. Die Anleitungen sind auf den Punkt gebracht. Man erwartet, dass man sich im Internet \u00fcber so Dinge wie Kernelkompilierung oder Bedienung einzelner Software gezielt informiert. CRUX ist also eine Do-it-yourself-Distribution, die sich ausdr\u00fccklich an erfahrene Linuxanwender richtet.<br \/>\nIch verfolge mit CRUX folgende Ziele.<\/p>\n<ol>\n<li>Ich m\u00f6chte quellbasierte Distributionen besser kennenlernen. Ich erhoffe mir dadurch auch ein paar interessante Einblicke in <a href=\"http:\/\/www.gentoo.org\/\">Gentoo<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.slackware.com\/\">Slackware<\/a> zu bekommen, die ich bisher kaum getestet habe, die aber vergleichbare Konzepte wie CRUX kennen. Genau genommen hilft die <a href=\"http:\/\/www.gentoo.org\/doc\/de\/handbook\/\">Gentoo-Dokumentation<\/a> oft bei CRUX-Problemen weiter.<\/li>\n<li>Ich m\u00f6chte ein ma\u00dfgeschneidertes CRUX f\u00fcr meinen \u00e4ltesten Laptop, den <a href=\"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/hardware\/#220CS\">Toshiba Satellite 220CS<\/a>, konfigurieren. Es soll sowohl ein reines Konsolensetup geben als auch eine Version mit grafischer Oberfl\u00e4che. Au\u00dferdem m\u00f6chte ich irgendwann CRUX auch mal auf einem moderneren System dauerhaft installieren.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Installation<\/h2>\n<p>Die Installation wird kurz und knapp im <a href=\"http:\/\/crux.nu\/Main\/Handbook2-7\">Handbuch von CRUX<\/a> beschrieben. Wer schon Erfahrungen mit Arch Linux oder Gentoo gesammelt hat, wird sich eher wohl f\u00fchlen als jemand, der bisher vom Debian-Installer und der Ubuntu-Installation verw\u00f6hnt worden ist. Tatsache ist aber auch, dass die Installation bis auf die Kernelkompilierung absolut nachvollziehbar und auf den Punkt gebracht ist. Da man alles von der Konsole aus erledigt, entsteht kein Overhead an Standardeinstellungen. Das System bleibt dadurch \u00e4u\u00dferst schlank.<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"http:\/\/crux.nu\/Main\/Download\">Ladet euch ein passendes Abbild herunter<\/a>. Es gibt von CRUX 2.7.1 sowohl eine i686 als auch eine Version f\u00fcr x86_64. Mit CRUX 2.7 existiert auch ein Image f\u00fcr i586! USB-Abbilder sind ebenfalls verf\u00fcgbar.<\/li>\n<li><strong>TIPP:<\/strong> CRUX l\u00e4sst sich auch problemlos in einer virtuellen Maschine testen. Bei Virtualbox empfehle ich z.B. als Adaptertyp unter Netzwerkeinstellungen \"INTEL PRO\/1000 MT Desktop\". 2 GB Festplattenspeicher sind zum ersten Testen ausreichend. Der meiste Platz wird durch die Kernelkompilierung beansprucht.<\/li>\n<li>Einloggen als Benutzer root. Es gibt kein Passwort.<\/li>\n<li>\n<h3>Partitionierung<\/h3>\n<pre>fdisk \/dev\/sda<\/code>\nPartition sda1 -> Swap\nPartition sda2 -> \/\nPartition sda3 -> \/home (optional)<\/pre>\n<p><code>mkfs.ext4 \/dev\/sda2<\/code><\/li>\n<li>\n<h3>Partitionen einh\u00e4ngen<\/h3>\n<pre>mount \/dev\/sda2 \/mnt\nmount \/dev\/sda3 \/mnt\/home (optional)\nmkswap \/dev\/sda1\nswapon \/dev\/sda1<\/pre>\n<\/li>\n<li>Gebt <strong>setup<\/strong> ein, um das Installationsskript zu starten. Die Core-Pakete reichen zum ersten Testen aus. Einzelne Pakete lassen sich auch abw\u00e4hlen.<\/li>\n<li>\n<h3>In Chroot-Umgebung wechseln<\/h3>\n<p><code>setup-chroot<\/code><br \/>\nIm Einzelnen werden folgende Schritte durch das Skript ausgef\u00fchrt.<\/p>\n<pre>mount --bind \/dev \/mnt\/dev\nmount --bind \/tmp \/mnt\/tmp\nmount -t proc proc \/mnt\/proc\nmount -t sysfs none \/mnt\/sys\nchroot \/mnt \/bin\/bash<\/pre>\n<\/li>\n<li>Das Passwort f\u00fcr root mit <strong>passwd<\/strong> \u00e4ndern und ggf. neue Benutzer mit <strong>useradd<\/strong> anlegen.<\/li>\n<li>\n<h3>Konfiguration von \/etc\/fstab<\/h3>\n<pre>\n\/dev\/sda1       swap         swap           defaults             0          0\n\/dev\/sda2       \/            ext4           defaults             0          1\ndevpts          \/dev\/pts     devpts         defaults             0          0\nnone            \/sys         sysfs          defaults             0          0\nnone            \/proc        proc           defaults             0          0\n<\/pre>\n<\/li>\n<li>\n<h3>Konfiguration von \/etc\/rc.conf<\/h3>\n<blockquote><p>\nFONT=default<br \/>\nKEYMAP=de-latin1-nodeadkeys<br \/>\nTIMEZONE=Europe\/Berlin<br \/>\nHOSTNAME=crux<br \/>\nSYSLOG=sysklogd<br \/>\nSERVICES=(net crond)\n<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/crux.nu\/Main\/Handbook2-7#ntoc55\">Netzwerkkonfiguration<\/a>: Bei mir funktioniert DHCP einwandfrei.<\/li>\n<li>\n<h3>Bootloader \/etc\/lilo.conf<\/h3>\n<pre>\nlba32\ncompact\ninstall=text\nboot=dev\/sda\nimage=\/boot\/vmlinuz\n          label=CRUX\n          root=\/dev\/sda2\n          read-only\n          append=\"quiet\"\n<\/pre>\n<p>Danach <strong>lilo<\/strong> in der Konsole eingeben und Enter dr\u00fccken.\n<\/li>\n<li><strong>Kernelkompilierung.<\/strong> Das ist der wohl fehleranf\u00e4lligste Punkt in der gesamten CRUX-Installation. Mir hat <a href=\"http:\/\/agentoss.wordpress.com\/2011\/05\/14\/compiling-your-kernel-during-crux-linux-2-7-i686-installation\/\">dieser Post<\/a> enorm geholfen. Ebenso ist unter anderem <a href=\"http:\/\/kmandla.wordpress.com\/2010\/07\/02\/configuring-an-ultralight-2-6-34-kernel\/\">dieser Beitrag<\/a> von KMandla empfehlenswert. Zuvor hatte ich mehrfach versucht mit der Kernelkonfiguration von Slitaz den Kernel zu kompilieren. Das hat in der Vergangenheit bei der <a href=\"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/2011\/02\/17\/den-eigenen-debian-kernel-bauen\/\">Erstellung eines Kernels f\u00fcr Debian<\/a> zwar wunderbar funktioniert, scheiterte hier aber an der scheinbar legend\u00e4ren Fehlermeldung:<br \/>\n<blockquote><p>Kernel panic - not syncing: VFS: Unable to mount root fs on unknown-block<\/p><\/blockquote>\n<p>Entscheidend sind hierbei, dass man die Standardkonfiguration der i386-Architektur als Vorlage benutzt und die richtigen Einstellungen mit <strong>menuconfig<\/strong> w\u00e4hlt. Da wir einen Standardkernel ohne InitramFS benutzen, m\u00fcssen die Treiber f\u00fcr das Dateisystem fest einkompiliert werden, ansonsten kommt es zu oben genannter Fehlermeldung.<\/p>\n<pre>cd \/usr\/src\/linux*\nmake mrproper\nmake i386_defconfig\nmake menuconfig\nmake all && make modules_install\ncp arch\/x86\/boot\/bzImage \/boot\/vmlinuz\ncp System.map \/boot<\/pre>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wenn ihr Naturtalente seid, erhaltet ihr im ersten Anlauf nach erfolgreicher Kernel\u00fcbersetzung und dem Installieren des Bootloaders Lilo ein bootf\u00e4higes System und startet in eure erste CRUX-Installation durch. Wahrscheinlich wird es aber mehrere Anl\u00e4ufe brauchen und nach und nach sollte man dann immer mehr Treiber aus dem Kernel entfernen, die man f\u00fcr die eigene Hardware gar nicht ben\u00f6tigt. Schlie\u00dflich erh\u00e4lt man dadurch einen ma\u00dfgeschneiderten Linux-Kernel.<br \/>\nDanach beginnt der eigentliche Spa\u00df und das Installieren von zus\u00e4tzlicher Software mit prt-get und den anderen CRUX-Werkzeugen. Ein anderes Mal mehr dazu.<\/p>\n<h2>Links<\/h2>\n<p>Bisher lesenswert fand ich auch die \u00e4lteren CRUX-Anleitungen im <a href=\"http:\/\/www.vdr-wiki.de\/wiki\/index.php\/Crux\">VDR-Wiki<\/a> und den Erfahrungsbericht von <a href=\"http:\/\/wiki.christian-stankowic.de\/doku.php?id=computer:linux:crux_linux_auf_dem_100ct\">CRUX auf dem Libretto 100CT<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin zu CRUX noch ein paar Worte schuldig. Wie vor ein paar Monaten angesprochen ist CRUX keine Stangenware, sondern mehr Linux-Haute-Couture. 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