{"id":7943,"date":"2012-06-20T05:47:21","date_gmt":"2012-06-20T03:47:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/?p=7943"},"modified":"2019-09-27T22:13:50","modified_gmt":"2019-09-27T20:13:50","slug":"der-funf-cent-pro-tag-vserver","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/2012\/06\/20\/der-funf-cent-pro-tag-vserver\/","title":{"rendered":"Der F\u00fcnf-Cent-pro-Tag-vServer"},"content":{"rendered":"<p>Im Februar hatte ich mich f\u00fcr das Mieten eines vServers entschieden und <a href=\"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/2012\/03\/15\/ein-projekt-nimmt-gestalt-an-der-passende-vserver\/\">im M\u00e4rz festgehalten<\/a>, was mich an einem solchen virtuellen Rechner f\u00fcr mein <a href=\"http:\/\/linuxiuvat.de\">Spieleprojekt<\/a> interessierte. Als ich ein paar Wochen zuvor auf der Debian-Devel-Mailingliste auf das Thema OpenVZ- und XEN-vServer gesto\u00dfen bin, wusste ich zwar, inwiefern sich die einzelnen Virtualisierungstechnologien unterscheiden, kannte aber das Wettbewerberfeld der VPS-Abieter kaum.<br \/>\nInzwischen wei\u00df ich mehr und bin zwischenzeitlich ebenso Kunde bei <a href=\"http:\/\/www.nbiserv.de\">NbIserv<\/a> geworden und miete dort den <a href=\"http:\/\/www.nbiserv.de\/index.php?menu_hierarchy=3-12\">VS-Prepaid-Server<\/a>.<\/p>\n<p>Wenn man die Angebote scannt laufen einem die drei g\u00e4ngigsten freien Virtualisierungstechniken OpenVZ, XEN und KVM regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber den Weg. Des \u00f6fteren findet sich leider auch gar keine Angabe auf der Webseite des Anbieters oder sie ist zumindest gut versteckt.<br \/>\nIch empfehle bei der Suche nach dem passenden vServer weder den obligatorischen Testseiten noch einem Bericht zu vertrauen. Das klingt \u00fcbertrieben vorsichtig, aber meiner Meinung nach ist es bei kaum einem anderen Produkt einfacher sich selbst einen ersten Eindruck zu verschaffen. Anfragen zum Testen des vServers wurden bisher bei mir immer positiv beantwortet und selbstverst\u00e4ndlich steht euch nat\u00fcrlich auch ein Widerrufsrecht zu, wenn der Server nach den ersten Tagen nicht gefallen sollte.<br \/>\nEinige interessante Ideen zu Testmethoden f\u00fcr vServer habe ich auf <a href=\"http:\/\/virtualist.de\">Virtualist.de<\/a> gefunden, einer Seite, die sich ebenfalls vServer-Tests widmet. Zwar gilt auch hier das, was ich ein paar Zeilen zuvor geschrieben habe, ich verlinke sie trotzdem, weil ich bei zwei dort gelisteten Anbietern mittlerweile selbst zufriedener Kunde bin und die Seite ein guter Einstieg ist, wenn man erst einmal nur eine Liste mit Anbietern haben m\u00f6chte. Den Rest \u00fcberlasse ich eurer Bewertung.<\/p>\n<h2>NbIServ<\/h2>\n<p>Dort bin ich auf NbIServ gesto\u00dfen, ein Unternehmen aus dem Raum Gera in Th\u00fcringen. Der Anbieter wirbt mit einem sogenannten Prepaid-Server. Die Kosten belaufen sich auf 5 Cent pro Tag. Sollte das Guthaben 30 Tage lang unter 0,01 Euro liegen wird der Server gel\u00f6scht und der Vertrag beendet. Eine Mindestvertragslaufzeit gibt es nicht. Als Kennwerte liefert der Server 128MB RAM und 2 GB Speicherplatz. Bei den Werten kann man sich die Virtualisierungsl\u00f6sung denken, es ist nat\u00fcrlich OpenVZ. Besonders f\u00fcr dieses Preisniveau ist auch das Anlegen eines Snapshots f\u00fcr Backupzwecke, das problemlos vom FTP-Server heruntergeladen werden kann.<br \/>\nDie Bestellung ist unkompliziert. Typisches Onlineformular und danach den Vertrag plus Kopie des Personalausweises per E-Mail an den Anbieter schicken. Die Bereitstellung des Servers erfolgte innerhalb weniger Stunden.<\/p>\n<h3>Das Benutzerszenario<\/h3>\n<p>Ich wollte schon l\u00e4nger einen SSH bzw. OpenVPN-Server im Netz haben, zu dem ich mich aus unsicheren Netzen verbinden kann. Au\u00dferdem gefiel mir die Idee einem eigenen <a href=\"http:\/\/mumble.sourceforge.net\/\">Mumble\/Murmur-Server<\/a> zur Verf\u00fcgung zu haben, wof\u00fcr NbIServ sogar ein spezielles Abbild anbietet. Da von den Ressourcen weiterhin Luft war konnte ich mir auch den schon erw\u00e4hnten <a href=\"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/2012\/05\/29\/vsftpd-und-openarena-konfiguration-eines-sicheren-ftp-servers-mit-ausschlieslich-anonymen-zugang\/\">vsftpd-Server f\u00fcr OpenArena<\/a> leisten. Von der Bandbreite stehen mindestens 100 Mbit laut Produktbeschreibung bereit und 1 TB Traffic sind inklusive. Den Traffic erreiche ich nat\u00fcrlich nicht einmal ann\u00e4hernd, die Bandbreite schwankt nach Tageszeit, war f\u00fcr mein Szenario bisher aber immer ausreichend.<br \/>\nDen Support habe ich bisher als vorbildlich und schnell erlebt. Die \"langsamste\" Reaktionszeit war drei Stunden. Das Ticket wurde mit Priorit\u00e4t \"gering\" um Mitternacht abgeschickt und um 3.00 Uhr beantwortet. \ud83d\ude09 Mir wurde ebenso prompt beim Aktivieren des TUN-Device f\u00fcr OpenVPN geholfen. Der einzige Makel, der mir bisher aufgefallen ist, war ein teilweise hoher Serverload zwischen 1-6 Uhr, wo ich die Vermutung hatte, dass die automatischen Backups der Mitkunden daf\u00fcr verantwortlich waren. Der Support hat den vServer auf einen anderen Master umgezogen, seitdem l\u00e4uft der Server vollkommen stabil.<\/p>\n<h3>oVZManager<\/h3>\n<p>NbIServ benutzt den <a href=\"http:\/\/www.ovzmanager.de\/\">oVZManager<\/a> als webgest\u00fctzte Administrationshilfe. Ich finde, er ist \u00fcbersichtlich strukturiert und bietet alle wichtigen Optionen, die man als Kunde wirklich braucht. Server stoppen und starten, neue Images einspielen, Kontostand abfragen, Traffic \u00fcberwachen und es gibt sogar die M\u00f6glichkeit einen Backupsnapshot anzulegen. Momentan findet ein Upgrade auf Version 2.0 statt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/nbiserv_ovzmanager.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-7954\" title=\"nbiserv_ovzmanager\" src=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/nbiserv_ovzmanager-300x186.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"186\" \/><\/a><\/p>\n<h3>Was mir in der 128-MB-OpenVZ-Klasse bisher aufgefallen ist<\/h3>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li><strong>Aptitude weigert sich manchmal eine Installation durchzuf\u00fchren: FATAL -&gt; Failed to fork.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Problem ist im Wiki von openvz.org gut erkl\u00e4rt und bedeutet nichts anderes, als dass dem Container bzw. der Applikation <a href=\"http:\/\/wiki.openvz.org\/Resource_shortage\">nicht genug Ressourcen<\/a>, in meinem Fall <a href=\"http:\/\/wiki.openvz.org\/UBC_secondary_parameters#privvmpages\">privvmpages<\/a>, zur Verf\u00fcgung stehen. Am einfachsten umgeht man das Problem, indem man apt-get in diesem Fall zum Paketmanagement benutzt.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li><strong>Monit Fehlermeldung<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote><p>'localhost' statistic error -- memory usage gathering failed<br \/>\nMay 24 16:58:49 hostname monit[1077]: system statistic error -- cannot get real memory buffers amount<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein bekannter Bug in Monit, der in Debian Wheezy gefixt worden ist. Ein Upgrade hilft. Au\u00dferdem habe ich extrem hohe CPU-Wait-Werte mit Monit gemessen, die so nicht stimmen k\u00f6nnen. Dem Bug bin ich aber bisher nicht weiter nachgegangen.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li><strong>Allgemeine Ressourcenknappheit und Einschr\u00e4nkungen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>128 MB RAM ist nat\u00fcrlich nicht \u00fcppig. Man muss\/sollte seine Anspr\u00fcche dementsprechend anpassen. Mit meinem Benutzerszenario komme ich jedoch auf ca. 600 MB belegten Festplattenspeicher und eine Auslastung von 44 MB RAM bei einem 64bit Debian. Zum Monitoring, f\u00fcr einen Voice-Server oder einen kleinen Webserver reicht das. OpenVZ virtualisiert auf Betriebssystemebene. Man teilt sich den Kernel mit allen anderen G\u00e4sten und man hat in der Regel als Kunde keinen Einfluss auf geladene Kernelmodule. Eine freundliche Anfrage beim Support hilft hier oft weiter.<\/p>\n<h3>Warum der lange Text?<\/h3>\n<p>Hey, das ist ein Blog. \ud83d\ude42 Ich bin nun seit einem Monat Kunde bei NbIServ und werde mir das Angebot l\u00e4ngerfristig anschauen. Wenn sich etwas dramatisch \u00e4ndert, werde ich auch dar\u00fcber schreiben. Die Quintessenz des Ganzen ist: Es gibt Angebote f\u00fcr kleine Aufgaben, die nicht unbedingt viel Geld kosten m\u00fcssen und sie lassen sich spielend leicht testen. Im Prinzip ist es bei dem Produkt \"vServer\" egal, was man irgendwo liest, solange es m\u00f6glich ist die \"Ware\" vorher zu pr\u00fcfen. Ihr kauft hier kein neues Auto und selbst bei Mindestvertragszeiten von einigen Monaten kann man sich in der Preiskategorie auch einen \"Fehlschlag\" erlauben. Ich denke 5 Cent pro Tag ist fair.<\/p>\n<h2>Noch ein Kandidat<\/h2>\n<p>Einen weiteren Blick habe ich auf <a href=\"http:\/\/www.nhost.de\">nhost<\/a> und dessen Angebot \"<a href=\"http:\/\/www.nhost.de\/Paketdetails-vServer-S\">vServer S<\/a>\" geworfen. Ich halte mich kurz. Das Produkt ist \u00e4hnlich zu dem von NbIServ, mich \u00fcberzeugte aber die Leistung nicht. Zwar steht z.B. 2 TB Traffic nominell zur Verf\u00fcgung, aber schon beim Einloggen verhielt sich das System weniger reaktionsfreudig. Auch der Festplatten-Benchmark <a href=\"http:\/\/packages.debian.org\/stable\/bonnie++\">bonnie++<\/a> zeigte z.B. schlechtere Werte als bei NbIServ an. Au\u00dferdem gab es hier keine Backupm\u00f6glichkeit und die Vertragslaufzeit betr\u00e4gt 12 Monate, obwohl mich das in dieser Preiskategorie nicht abschreckt.<br \/>\nDer Support war freundlich und antwortete schnell. Nhost ist scheinbar noch ein junges Unternehmen, deswegen w\u00fcrde ich auch hier einen eigenen Testserver anfordern und mir die Sache selbst anschauen. Die Bereitstellung \u00fcber den Support war problemlos m\u00f6glich.<\/p>\n<h2>Serverway und der Spieleserver<\/h2>\n<p>Nicht unerw\u00e4hnt lassen m\u00f6chte ich an dieser Stelle noch <a href=\"https:\/\/www.serverway.de\">serverway.de<\/a>, wo mein Spieleprojekt gehostet wird. Ich bin mit dem Anbieter bisher sehr zufrieden. Trotzdem ich das kleinste vServer-Angebot mit XEN benutze ist die Leistung f\u00fcr alle dort laufenden Spieleserver im gr\u00fcnen Bereich. Interessant ist auch, dass Serverway KVM-vServer anbietet, bei denen man Betriebssysteme wie FreeBSD und Linuxkernel beliebig installieren kann. Ich hoffe, die Leistung bleibt einfach so.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Februar hatte ich mich f\u00fcr das Mieten eines vServers entschieden und im M\u00e4rz festgehalten, was mich an einem solchen virtuellen Rechner f\u00fcr mein Spieleprojekt interessierte. 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