{"id":7658,"date":"2012-05-14T23:22:15","date_gmt":"2012-05-14T21:22:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/?p=7658"},"modified":"2019-10-06T01:41:46","modified_gmt":"2019-10-05T23:41:46","slug":"xz-kompression-wheezy-freeze-und-ab-ubuntu-12-10-keine-cds-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/2012\/05\/14\/xz-kompression-wheezy-freeze-und-ab-ubuntu-12-10-keine-cds-mehr\/","title":{"rendered":"XZ-Kompression, Wheezy Freeze und ab Ubuntu 12.10 keine CDs mehr"},"content":{"rendered":"<p>Auf der Mailingliste der Debian-Entwickler, debian-devel, wurde vorgestern ein interessantes Thema in Gang gesetzt: \"<a href=\"http:\/\/lists.debian.org\/debian-devel\/2012\/05\/msg00550.html\">Wheezy release: CDs are not big enough any more<\/a>\"<br \/>\nIrgendwann hat es die Floppies erwischt, nun scheint es so, als ob CDs das gleiche Schicksal ereilen w\u00fcrde. Der Platz geht aus. Debian und Ubuntu unterst\u00fctzen bisher die Installation einer kompletten Desktopumgebung mit Gnome, KDE, Xfce und LXDE mit jeweils einer separaten CD. Zus\u00e4tzlich existieren noch <a href=\"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/2011\/12\/23\/debian-live-installations-images\/\">Live-CDs<\/a>, die ich schon scherzhaft in Kebian, Lebian und Xebian umbenennen wollte. F\u00fcr die restlichen mehr als 30000 Pakete werden weitere CD-Abbilder vorgehalten, die in der Regel nicht gebraucht werden, sofern man \u00fcber einen Internetanschluss verf\u00fcgt.<br \/>\nDa der <a href=\"http:\/\/lists.debian.org\/debian-devel-announce\/2012\/05\/msg00004.html\">Freeze f\u00fcr Wheezy immer n\u00e4her r\u00fcckt<\/a>, angepeilt ist die zweite H\u00e4lfte des Juni, hat Steve McIntyre auf debian-devel die Frage gestellt, wie man nun alle notwendigen Daten auf nur eine CD unterbringen will.<\/p>\n<h2>XZ-Kompression<\/h2>\n<p>Tatsache ist, dass auch schon in der Vergangenheit nicht jede Komponente des Gnome-Desktops auf der ersten CD Platz fand und deswegen die fehlende Software \u00fcber das Internet nachgeladen werden mussten. Ein m\u00f6glicher L\u00f6sungsansatz ist die Verwendung von <a href=\"http:\/\/tukaani.org\/xz\/format.html\">XZ-Kompression<\/a> anstatt von gzip oder bzip2, das Aufgeben von CDs zu Gunsten von DVDs oder gar die Abkehr von Gnome als Standardinstallation hin zu leichtgewichtigeren Desktopumgebungen wie z.B. LXDE.<br \/>\nXZ-Kompression, auch bekannt unter dem Namen des verwendeten Algorithmus <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lempel-Ziv-Markow-Algorithmus\">LZMA<\/a>, bietet hier einige Vorteile. Wer die <a href=\"http:\/\/packages.debian.org\/xz-utils\">xz-utils<\/a> installiert hat und z.B. mit tar und der Option \"-J\" Daten komprimiert, stellt schon bald die deutlich verbesserte Kompressionsrate fest. XZ scheint bei mir Daten f\u00f6rmlich zu \"verdampfen\". Gro\u00dfe Abbilder von Festplatten oder Partitionen, die ich mit Partimage oder Partclone sichere, werden regelm\u00e4\u00dfig mit xz komprimiert und auch die ein oder andere SQL-Datei schrumpfte schon von 109 MB auf lediglich 15 MB zusammen. Gerade f\u00fcr Backupzwecke und zum Platzsparen, wenn Daten Monate oder gar Jahre unangetastet bleiben, ist das \u00e4u\u00dferst n\u00fctzlich.<br \/>\nDer Nachteil liegt jedoch in der speicher- und zeitintensiveren Erzeugung der Kompression gegen\u00fcber den etablierten Formaten gz und bz2. Im Gegensatz dazu erfolgt die Dekompression der Daten nur unwesentlich langsamer als bei gzip und ist ungef\u00e4hr doppelt so schnell als bei bzip2. Das macht XZ gerade f\u00fcr das Komprimieren von Bin\u00e4rdateien und Softwarepaketen interessant. Arch Linux hat hier schon <a href=\"http:\/\/www.archlinux.org\/news\/switching-to-xz-compression-for-new-packages\/\">vor zwei Jahren umgestellt<\/a>.<br \/>\nDa die Rechenleistung auf den Build-Daemons zur Erzeugung von Bin\u00e4rdateien anfallen, bekommt der Endanwender von der Ver\u00e4nderung nichts mit, sieht man mal von der geringeren Dateigr\u00f6\u00dfe ab. Im gleichen Entwickler-Thread wurde aber auch ein Problem eines universellen Betriebssystem angesprochen, denn Debian l\u00e4sst sich auch mit Hilfe von Debootstrap <a href=\"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/2011\/02\/13\/debian-in-ubuntu-installieren-mit-debootstrap\/\">von fremden Systemen<\/a> aus installieren. Da \u00e4ltere Versionen von Debootstrap XZ noch nicht unterst\u00fctzen, k\u00f6nnte das auch auf Android-Smartphones mit Debian zum Problem werden.<\/p>\n<h2>Was macht Ubuntu?<\/h2>\n<p>Wie geht Ubuntu mit der selben Herausforderung um? Steve Langasek, Debian-Entwickler, ehemaliger Release Manager und jetzt Angestellter von Canonical, k\u00fcndigte hier schon mal f\u00fcr Ubuntu 12.10 an, dass es <a href=\"http:\/\/lists.debian.org\/debian-devel\/2012\/05\/msg00685.html\">keine CDs mehr geben<\/a> und die Gr\u00f6\u00dfe des Installationsabbildes auf 800 MB anwachsen wird. In Zukunft werden also nur noch DVDs, USB-Sticks und nat\u00fcrlich die <a href=\"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/2012\/06\/28\/netzinstallation-mit-debian-und-bildern-schritt-fur-schritt\/\">Netzinstallation<\/a> unterst\u00fctzt.<br \/>\nIn Anbetracht des bevorstehenden Freeze bei Debian kann ich mir vorstellen, dass die Umstellung auf XZ-Kompression bei den Bin\u00e4rpaketen noch etwas aufgeschoben wird, die das eigentliche Problem leider auch nur verlangsamen k\u00f6nnen. F\u00fcr eher wahrscheinlich halte ich da das Szenario \"Keine CDs mehr\" oder \"CD1 + CD2\" f\u00fcr eine Desktopinstallation.<br \/>\nF\u00fcr mich steht aber schon heute fest, ich bleibe weiterhin bei der Netzinstallation bzw. alternativen Installation von Ubuntu. Wie seht ihr das? Sind CDs Geschichte?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der Mailingliste der Debian-Entwickler, debian-devel, wurde vorgestern ein interessantes Thema in Gang gesetzt: &#8222;Wheezy release: CDs are not big enough any more&#8220; Irgendwann hat es die Floppies erwischt, nun scheint es so, als ob CDs das gleiche Schicksal ereilen w\u00fcrde. Der Platz geht aus. 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