{"id":3795,"date":"2011-09-16T17:02:39","date_gmt":"2011-09-16T15:02:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/?p=3795"},"modified":"2019-10-24T01:25:15","modified_gmt":"2019-10-23T23:25:15","slug":"erfahrungen-mit-connochaetos-auf-dem-thinkpad-600","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/2011\/09\/16\/erfahrungen-mit-connochaetos-auf-dem-thinkpad-600\/","title":{"rendered":"Erfahrungen mit ConnochaetOS auf dem Thinkpad 600"},"content":{"rendered":"<p>Am 11. August 2011 wurde ConnochaetOS in der finalen Version 0.9 freigegeben. Ich hatte im Juni schon \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/2011\/06\/19\/connochaetos-moderne-software-fur-alte-computer\/\">meinen ersten Eindruck<\/a> berichtet und wollte nun diese Distribution auf dem <a href=\"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/hardware\/#hal600\">Thinkpad 600<\/a> ausprobieren. Da die damalige RC-Version schon gut funktionierte, verzichtete ich auf den erneuten Download. Das System l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich sp\u00e4ter immer noch \u00fcber den Paketmanager Pacman anpassen.<br \/>\nBevor ich \u00fcber die Erfahrungen erz\u00e4hle, muss ich erst noch erkl\u00e4ren, was ich mir bei der Aufteilung der Festplatte gedacht hatte. Ich wollte nicht jedes mal eine bestehende Installation \u00fcberschreiben und partitionierte die Festplatte so, dass es eine Swap- und Root-Partition f\u00fcr Debian gab und noch eine dritte Partition f\u00fcr den Testkandidaten. Ich wei\u00df, eine zus\u00e4tzliche Bootpartition w\u00e4re sicher nicht verkehrt gewesen, aber ich wollte es so einfach wie m\u00f6glich haben. Leider kommt bei nur 128 MB RAM ein komplettes Festplattenbackup mit <a href=\"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/2011\/03\/15\/linuxdistributionen-zur-datenrettung-und-backup\/\">Clonezilla<\/a> nicht mehr in Frage. Doch auf der anderen Seite ist Clonezilla auch \"nur\" eine ausgekl\u00fcgelte Oberfl\u00e4che f\u00fcr diverse Backup-Werkzeuge, weswegen ich f\u00fcr sp\u00e4ter entschieden habe Partition Nr.3 von meiner bestehenden Debian-Installation mit Hilfe von <a href=\"http:\/\/packages.debian.org\/partimage\">partimage<\/a> zu sichern.<\/p>\n<h2>Die Installation<\/h2>\n<p>Mittlerweile habe ich schon einige Installationen mit Arch Linux bzw. ConnochaetOS hinter mir. An die Textinstallation gew\u00f6hnt man sich schnell. Sie bietet an einigen Stellen im Gegensatz zum Debian-Installer etwas zus\u00e4tzliche Kontrolle und ist insgesamt sehr logisch aufgebaut. Wenn man Erfahrung mit linuxtypischen Begriffen hat sind die H\u00fcrden eher gering. Als Nachteil empfinde ich nur, dass die Installation auf Grund des K.I.S.S. Prinzips nur in Englisch durchgef\u00fchrt werden kann und dass es keine Option gibt um die gesamte Festplatte wie bei Debian schon bei der Installation mit dm_crypt zu verschl\u00fcsseln. Am besten ihr bildet euch eine eigene Meinung. Die gesamte Installation wird auf der ConnochaetOS Seite in <a href=\"https:\/\/connochaetos.org\/wiki\/\">Bild und Text<\/a> und sogar mit <a href=\"https:\/\/connochaetos.org\/wiki\/\">Videos<\/a> erkl\u00e4rt. Am einfachsten ist es sicher auf die umfangreiche Dokumentation von Arch Linux zur\u00fcckzugreifen z.B. auf die <a href=\"https:\/\/wiki.archlinux.de\/title\/Anleitung_f%C3%BCr_Einsteiger\">Anleitung f\u00fcr Einsteiger<\/a>. Alles in allem verlief die Installation von ConnochaetOS problemlos.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/20110915_ConnochaetOS_Thinkpad6001-1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-3803 size-medium\" title=\"20110915_ConnochaetOS_Thinkpad600\" src=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/20110915_ConnochaetOS_Thinkpad6001-1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/20110915_ConnochaetOS_Thinkpad6001-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/20110915_ConnochaetOS_Thinkpad6001-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/20110915_ConnochaetOS_Thinkpad6001-1.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>Hardwareerkennung<\/h2>\n<p>Hier verdient sich ConnochaetOS ein gro\u00dfes Lob. Nach dem Reboot wurden alle Hardwarekomponenten des Laptops ausnahmslos erkannt und eingerichtet. Weder die Neomagic-Grafikkarte noch die sehr alte CS4237B-ISA-Soundkarte waren ein Problem und wurden automatisch so konfiguriert, dass man sofort mit einer Aufl\u00f6sung von 1024x768 in den Desktop startete und nach der Justierung der Lautst\u00e4rke mit dem Programm alsamixer oder aumix Musik h\u00f6ren oder Videos abspielen konnte. Auch das Einrichten des Framebuffers mit dem Neofb-Treiber und die richtige Einstellung der Aufl\u00f6sung auf der Konsole geschah automatisch. Hier ist ConnochaetOS sogar benutzerfreundlicher als Debian.<\/p>\n<h2>Software<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend man bei Arch Linux nach der Installation beginnt das System Schritt f\u00fcr Schritt an die eigenen Bed\u00fcrfnisse anzupassen, bietet ConnochaetOS passend f\u00fcr die Zielgruppe, \u00e4ltere Computer, sinnvolle Voreinstellungen und eine gute Auswahl ressourcenschonender Software. Neben dem Webkit-Browser xxxterm gibt es sowohl Anwendungen f\u00fcr B\u00fcroarbeit, Bild- und PDF-Betrachter, Editoren, ein E-Mail-Programm und Software zum Abspielen von Musik und Videos. F\u00fcr allgemeine Computeraufgaben und zum Surfen im Internet sind die Programme vollkommen ausreichend.<br \/>\nConnochaetOS basiert zwar auf Arch Linux, hat aber alle Anwendungen f\u00fcr die i586 Architektur optimiert. Der Softwareumfang ist dadurch geringer und bei weitem nicht so gro\u00df wie bei Debian. Ist man also Debian gewohnt, muss man hier entweder Kompromisse eingehen oder sich <a href=\"http:\/\/www.connochaetos.org\/forum\/\">im Forum<\/a> von ConnochaetOS umsehen. Einige Teilnehmer bieten dort ihre selbst \u00fcbersetzten Pakete zum Download an. Auch ein hier oft zitierter <a href=\"http:\/\/www.connochaetos.org\/forum\/topic.php?id=1236\">K.Mandla war dort kurzzeitig unterwegs<\/a> und hat einige n\u00fctzliche Informationen hinterlassen.<br \/>\nAls ConnochaetOS-Benutzer hat man zwei M\u00f6glichkeiten. Entweder man l\u00e4dt die schon \u00fcbersetzten Pakete manuell oder mit dem Paketmanager Pacman herunter. Die andere M\u00f6glichkeit w\u00e4re mit Hilfe des archtypischen Programms makepkg und einem sogenannten PKGBUILD sich das <a href=\"https:\/\/wiki.archlinux.de\/title\/Abs\">gew\u00fcnschte Programm selbst zu bauen<\/a>. Da ich hier selbst noch am Anfang stehe, verweise ich nur auf die Eintr\u00e4ge im Arch Wiki. Die Dokumentation hierzu ist gut und das Ausprobieren hat bisher Spa\u00df gemacht. Noch einfacher geht es, wenn man dem schon bereiteten Pfad folgt und sich <a href=\"http:\/\/kmandla.wordpress.com\/2010\/11\/07\/more-goodies-for-connochaetos\/\">K.Mandlas PKGBUILDS und Software<\/a> herunterl\u00e4dt.<br \/>\nAm Ende installierte ich noch scrot, um ein Bildschirmfoto machen zu k\u00f6nnen. Gerne gesehen h\u00e4tte ich auch Osmo und MTPaint und einige meiner Konsolenfavoriten.<\/p>\n<h2>Netzwerk<\/h2>\n<p>Man hat die Wahl das Netzwerk manuell z.B. in der <em>\/etc\/rc.conf<\/em> einzurichten oder den grafischen Netzwerkmanager Wicd daf\u00fcr zu benutzen. Als ich letzteren im Men\u00fc w\u00e4hlte, tat sich erst einmal gar nichts. Hierzu musste man wissen, dass der Wicd-Daemon zuerst gestartet und die <em>rc.conf<\/em> angepasst werden muss. Die entscheidende Zeile sah bei mir dann so aus:<\/p>\n<blockquote><p>DAEMONS=(metalog netfs crond dbus wicd sshd)<\/p><\/blockquote>\n<p>Wer sp\u00e4ter auch einen SSH Server installieren m\u00f6chte und vom eigenen Server abgewiesen wird, sollte in die <em>\/etc\/hosts.deny<\/em> schauen und die Zeile <em>ALL: ALL: DENY<\/em> l\u00f6schen oder auskommentieren.<br \/>\nNun wollte ich zuerst meine WLAN-Karte von Linksys mit dem Kerneltreiber b43 einrichten. Als ich die hierf\u00fcr unfreie Firmware an den richtigen Ort kopiert hatte r\u00fchrte sich aber nichts. Nach einem Blick in das Log mit dmesg stie\u00df ich zum ersten Mal auf den Begriff \"deblobbed\". Kurzum der Libre-Kernel von ConnochaetOS widersetzt sich jeder unfreien Komponente und verhindert das Laden dementsprechender Firmware. Mittlerweile besitze ich aber Hardware mit freien Treibern, weswegen sich dieses Problem sp\u00e4ter aufgel\u00f6st hat. Mehr dazu im n\u00e4chsten Beitrag.<\/p>\n<h2>Der Desktop<\/h2>\n<p>ConnochaetOS setzt auf <a href=\"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/2011\/09\/02\/icewm-icewm-baby\/\">IceWM<\/a> als Fenstermanager. Um die Konfiguration anzupassen sollte man die Dateien aus <em>\/usr\/share\/icewm<\/em> nach <em>~\/.icewm<\/em> kopieren. Ein neues Thema von <a href=\"http:\/\/box-look.org\/\">box-look.org<\/a> l\u00e4sst sich ganz leicht installieren, indem das Verzeichnis nach ~.\/icewm\/themes\/ entpackt wird. Dieses wird dann wie bei IceWM gewohnt im Anwendungsmen\u00fc unter Einstellungen ausgew\u00e4hlt. Und so sieht ConnochaetOS mit dem zur Zeit am besten bewerteten \"Elegance\" Thema aus.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/20110915_ConnochaetOS_eleganceice_Thinkpad6001-1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-3805 size-medium\" title=\"20110915_ConnochaetOS_eleganceice_Thinkpad600\" src=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/20110915_ConnochaetOS_eleganceice_Thinkpad6001-1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/20110915_ConnochaetOS_eleganceice_Thinkpad6001-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/20110915_ConnochaetOS_eleganceice_Thinkpad6001-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/20110915_ConnochaetOS_eleganceice_Thinkpad6001-1.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>ConnochaetOS in Debians GRUB Men\u00fc eintragen<\/h2>\n<p>Die automatische Erkennung mit Hilfe von os-prober ist bei mir fehlgeschlagen. Manuell l\u00e4sst sich ConnochaetOS bei Debian in der Datei <em>\/etc\/grub.d\/40_custom<\/em> einbinden. Je nach dem mit welcher Methode man seine Festplatten einh\u00e4ngen m\u00f6chte, muss die \"root\"-Zeile angepasst werden und die UUID ge\u00e4ndert werden. Anschlie\u00dfend noch einmal <code>update-grub<\/code> ausf\u00fchren.<\/p>\n<pre class=\"brush:plain\">menuentry \"ConnochaetOS\" {\nset root=(hd0,3)\nlinux \/boot\/vmlinuz26-libre-lts root=\/dev\/disk\/by-uuid\/f8966bb4-ff65-478e-9032-8da14ad1077c rootflags= rootfstype=ext3 ro\ninitrd \/boot\/kernel26-libre-lts.img\n}<\/pre>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Ich empfand die Installation insgesamt als unkompliziert. Auf diesem speziellen IBM-Laptop war die Hardwareerkennung sogar exzellent. Auch die vorinstallierte Software ist f\u00fcr Otto-Normal-Benutzer ausreichend und verh\u00e4lt sich trotz des fortgeschrittenen Laptopalters von 13 Jahren immer noch angenehm schnell. Einziges Manko ist die geringe Auswahl an zus\u00e4tzlichen Softwarepaketen. Hier muss man Eigeninitiative beweisen oder sich am besten im Forum von ConnochaetOS mit Gleichgesinnten austauschen.<br \/>\nAls zus\u00e4tzlichen Bonus erh\u00e4lt man eine nach den GNU-Richtlinien freie Linuxdistribution. Wer Hardware mit unfreien Komponenten besitzt st\u00f6\u00dft hier aber schnell auf Probleme. Im schlimmsten Fall gibt es keine Hardwareunterst\u00fctzung, weil der Libre-Kernel nur ausschlie\u00dflich Freie Software unterst\u00fctzt. Insgesamt macht es Spa\u00df ConnochaetOS auf dem alten Laptop zu benutzen und ich kann guten Gewissens sagen, dass die Software den Rechner nicht \u00fcberbeansprucht. Die Speicherauslastung nach einem Neustart liegt bei ca. 40 MB.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 11. August 2011 wurde ConnochaetOS in der finalen Version 0.9 freigegeben. 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