{"id":1132,"date":"2011-01-29T23:17:17","date_gmt":"2011-01-29T22:17:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/?p=1132"},"modified":"2011-01-29T23:17:17","modified_gmt":"2011-01-29T22:17:17","slug":"prinzipien-ideale-und-was-eine-gute-distribution-ausmacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/2011\/01\/29\/prinzipien-ideale-und-was-eine-gute-distribution-ausmacht\/","title":{"rendered":"Prinzipien, Ideale und was eine gute Distribution ausmacht"},"content":{"rendered":"<p>Jeder hat seine Lieblingsdistribution. Meine ist Debian. In den letzten zehn Jahren hat sich in dieser Hinsicht nicht viel getan. Lediglich Ubuntu konnte sich bisher dazwischen dr\u00e4ngen und mich 2006 von ihren Zielen \u00fcberzeugen.<br \/>\nDas bedeutet nicht, dass mich andere Ideen nicht interessieren oder ich fundamentalistisch an einer Distribution festhalten muss. Im Gegenteil: Ich kann zwar nicht versprechen Debian komplett zu vergessen, aber ich bin mir sicher, dass es da noch viele coole Ideen gibt und sei es nur eine Config Datei, die ich f\u00fcr ein Debian System nutzen kann.<br \/>\nWarum aber die Distribution wechseln?<br \/>\nIrgendeinen Grund muss es geben, dass es dort drau\u00dfen so viele verschiedene Linuxdistributionen gibt, von denen laut <a href=\"http:\/\/distrowatch.com\/dwres.php?resource=independence\">distrowatch.com<\/a> immerhin 129 St\u00fcck auf Debian basieren, mit gro\u00dfem Abstand folgen Fedora, Slackware oder Gentoo basierte.<br \/>\nDebian versucht <a href=\"http:\/\/wiki.debian.org\/Derivatives\/Census\">seit neuestem mit einem Zensus<\/a> mehr Feedback von diesen vielen Derivaten zu erhalten, um \u00c4nderungen und Verbesserungen besser in das Hauptprojekt einflie\u00dfen lassen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nWorin besteht nun der Unterschied zwischen einem Derivat, einer Linuxdistribution oder sogar einem <a href=\"http:\/\/wiki.debian.org\/DebianPureBlends\">Blend<\/a> wie Debian Projekte wie Skolelinux, Debian Multimedia oder Debian Science bezeichnet.<br \/>\nEin Blend oder Flavor ist nichts anderes als eine neue Mischung, eine Untermenge aus allen verf\u00fcgbaren Softwarepaketen einer Distribution, nur zum Zweck geschaffen eine bestimmte Aufgabe f\u00fcr eine Nutzergruppe m\u00f6glichst einfach \"out-of-the-box\" zu erf\u00fcllen. Oft sind sie als sogenanntes Metapaket verf\u00fcgbar.<br \/>\nDerivate sind von einer Distribution abgeleitete Projekte, die im Kern immer noch auf einer wichtigen Komponente des Originals basieren, z.B. der Paketmanager. In anderen Bereichen unterscheiden sie sich aber mehr oder weniger stark von der Originaldistribution. Ver\u00f6ffentlichungen k\u00f6nnen regelm\u00e4\u00dfiger oder unregelm\u00e4\u00dfiger stattfinden, das Erscheinungsbild der Desktopoberfl\u00e4che ist standardm\u00e4\u00dfig anders und besonders wichtig, neue Funktionen, Verbesserungen oder Programme, die im Original nicht existieren, wurden hinzugef\u00fcgt.<br \/>\nEine Linuxdistribution ist <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Linux-Distribution\">nach Wikipedia<\/a> eine Zusammenstellung des Linux Kernels mit diverser Software, um hieraus ein Betriebssystem zu bilden.<br \/>\nIm Grunde genommen ist eine Distribution also auch der allgemeine \u00dcbergriff, unter dem sich alle anderen aufgez\u00e4hlten Begriffe summieren. Was macht nun aber eine gute Distribution aus?<br \/>\nF\u00fcr mich pers\u00f6nlich stehen folgende Punkte im Vordergrund:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Mehrwert:<\/strong> Eine gute Distribution sollte dem Anwender einen gro\u00dfen zus\u00e4tzlichen Nutzen bieten. Die Software lie\u00dfe sich zwar auch manuell Paket f\u00fcr Paket installieren oder kompilieren, doch ein Blend \u00fcbernimmt diese Aufgabe mit einem Kommando oder Mausklick. Bessere Sprachunterst\u00fctzung, barrierefreie Bedienung, ein Derivat bietet eine benutzerfreundlichere Installation, vereinfachte Konfiguration oder im Gegenteil eine weiter fortgeschrittene, detailliertere Justierung, kurzum mehr Kontrolle. Auch die Vorinstallation einer bestimmten Desktopumgebung mit darauf ausgerichteter Software und angepassten Einstellungen w\u00e4re ein gutes Argument f\u00fcr eine Distribution. Umso mehr Mehrwert desto besser.\n<\/li>\n<li><strong>Klare Ausrichtung:<\/strong> Eine gute Distribution wurde mit einem bestimmten Ziel geschaffen. Linux bekannter und einsteigerfreundlicher machen (Ubuntu), ein universelles, stabiles, von einer Gemeinschaft entwickeltes Betriebssystem schaffen (Debian), eine extrem leichtgewichtige LiveCD kreieren (z.B. Slitaz) oder jede Kompilierungseinstellung selbst steuern k\u00f6nnen (Gentoo). Gibt es eine Philosophie, ein besonderes Merkmal oder CI um aus der Masse herauszustechen?\n<\/li>\n<li><strong>Tue eine Sache, die aber richtig:<\/strong> Eine gute Distribution schlie\u00dft eine bisherige Anwendungsl\u00fccke, ist f\u00fcr einen bestimmten Zweck oder eine Plattform besonders geeignet oder genau das, wonach sich die Welt schon immer gesehnt hat. Egal ob Live Distribution, Server-, Desktop- oder Gaming-Version, wird die Distribution ihren eigenen Anforderungen gerecht und stellt alles andere bisher Dagewesene in den Schatten, f\u00fchrt kein Weg mehr daran vorbei. Kann sie dar\u00fcber hinaus alles auf hohem Niveau gleichzeitig, dann nenne man sie ab sofort Deb...\u00e4hm hervorragende Distribution.\n<\/li>\n<li><strong>Support und Community:<\/strong> Jede Distribution hat mal klein angefangen, meistens typisch in irgendeiner Garage \ud83d\ude44 . Welche M\u00f6glichkeiten bietet sie aus diesem Anfangsstadium herauszukommen? Gibt es eine Website, ein Forum, ein Wiki, eine Newsgroup oder gar Handb\u00fccher? Wie verh\u00e4lt sich die Gemeinschaft gegen\u00fcber \"Newbies\", welche Ma\u00dfnahmen wurden ergriffen um die Qualit\u00e4t und Weiterentwicklung positiv zu gew\u00e4hrleisten? Wie werden Entscheidungen \u00fcber die Distribution getroffen und wie nachhaltig sind diese?<\/li>\n<li><strong>Freie Software versus Propriet\u00e4re:<\/strong> Unfreie Software darf niemals freie Software einschr\u00e4nken. Eine gute Distribution \u00fcberl\u00e4sst dem Anwender die Entscheidung, welche Software er verwenden will und welche nicht und schafft daf\u00fcr die Voraussetzungen. Freie, perfekte, fehlerlose Software f\u00fcr jeden Anwendungsfall ist das Ideal. Doch in der unvollkommenen, realen Welt m\u00fcssen manche Menschen von Einnahmen leben. Kommerzielle Dienstleistungen, die auf freien Standards aufsetzen und dem Nutzer einen Mehrwert bieten, sollten nicht nur toleriert sondern auch gef\u00f6rdert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In den n\u00e4chsten Monaten werde ich einige neue Distributionen ausprobieren und schauen, wer Debian vom Thron sto\u00dfen kann.<br \/>\nMal sehen, ob sich auch meine Prinzipien \u00e4ndern werden. \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder hat seine Lieblingsdistribution. Meine ist Debian. In den letzten zehn Jahren hat sich in dieser Hinsicht nicht viel getan. Lediglich Ubuntu konnte sich bisher dazwischen dr\u00e4ngen und mich 2006 von ihren Zielen \u00fcberzeugen. Das bedeutet nicht, dass mich andere Ideen nicht interessieren oder ich fundamentalistisch an einer Distribution festhalten muss. 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