{"id":1086,"date":"2011-01-22T19:04:25","date_gmt":"2011-01-22T18:04:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gambaru.de\/blog\/?p=1086"},"modified":"2020-03-22T04:06:59","modified_gmt":"2020-03-22T03:06:59","slug":"kolibrios-auf-einer-floppy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/2011\/01\/22\/kolibrios-auf-einer-floppy\/","title":{"rendered":"KolibriOS auf einer Floppy"},"content":{"rendered":"<p>Ich hatte vor kurzem die Gelegenheit mir <a href=\"http:\/\/www.kolibrios.org\">KolibriOS<\/a> in der aktuellen Version 0.7.7.0 etwas n\u00e4her anzuschauen. KolibriOS hat genau genommen nichts mit dem Linuxkernel zu tun, ist aber Freie Software und, f\u00fcr mich besonders bemerkenswert, komplett in Assembler programmiert.<\/p>\n<div class=\"imgLeft\"><a href=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120_KolibriOS_1024x7681-1.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-1087 size-medium\" title=\"20110120_KolibriOS_1024x768\" src=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120_KolibriOS_1024x7681-1-300x226.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120_KolibriOS_1024x7681-1-300x226.png 300w, https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120_KolibriOS_1024x7681-1-768x579.png 768w, https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120_KolibriOS_1024x7681-1-1024x771.png 1024w, https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120_KolibriOS_1024x7681-1.png 1038w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/div>\n<div class=\"imgRight\"><a href=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120_KolibriOS_apps_1024x7681-1.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-1090 size-medium\" title=\"20110120_KolibriOS_apps_1024x768\" src=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120_KolibriOS_apps_1024x7681-1-300x226.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120_KolibriOS_apps_1024x7681-1-300x226.png 300w, https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120_KolibriOS_apps_1024x7681-1-768x579.png 768w, https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120_KolibriOS_apps_1024x7681-1-1024x771.png 1024w, https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120_KolibriOS_apps_1024x7681-1.png 1038w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/div>\n<div style=\"clear: both;\"><\/div>\n<p>Das Erstaunliche: Das komplette grafische Betriebssysten passt auf eine einzige 1,44 MB Floppy, l\u00e4sst sich aber auch von einem USB-Stick oder einer CD booten und direkt mit Hilfe von GRUB und memdisk von jedem Linuxsystem aus starten.<br \/>\nMein erster Gedanke war, wie schl\u00e4gt sich KolibriOS auf dem antiken Toshiba Satellite 220cs mit nur 16 MB RAM.<br \/>\nSlitaz ist dort mittlerweile in der Minimalinstallation installiert, Sound funktioniert, ein paar wesentliche Systemeinstellungen wurden auch schon justiert, was nun noch fehlte war eine moderne grafische Oberfl\u00e4che, die auch angemessen schnell reagiert.<br \/>\nEhrlich gesagt bezweifle ich, dass eine komplette GUI \u00fcberhaupt notwendig ist. Slitaz bringt auf der Kommandozeile schon genug n\u00fctzliche Programme mit.<br \/>\nBis ich dieses Problem gel\u00f6st habe, gibt es nun KolibriOS. Eine Dual-Boot-Installation mit GRUB Legacy ist \u00e4u\u00dferst einfach und um es vorweg zu nehmen, der Satellite 220cs kommt gut damit zurecht.<br \/>\nEs gen\u00fcgt das Paket <em>syslinux<\/em> zu installieren und dann den Bootloader memdisk von \/usr\/lib\/syslinux z.B. in das Boot-Verzeichnis oder eine separate Partition zu kopieren. Anschlie\u00dfend muss die Datei kolibri.img der Diskettenversion ebenfalls in dieses Verzeichnis\/Partition kopiert werden.<br \/>\nUm KolibriOS beim Start von GRUB ausw\u00e4hlen zu k\u00f6nnen, wird die \/boot\/grub\/menu.lst editiert. Liegen memdisk und kolibri.img auf der boot Partition hda1 sieht das so aus.<\/p>\n<blockquote><p>title KolibriOS<br \/>\nroot (hd0,0)<br \/>\nkernel \/memdisk<br \/>\ninitrd \/kolibri.img<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch f\u00fcr GRUB2 ist die Installation schnell erledigt. Unterschied ist die neue Syntax und die ge\u00e4nderte Z\u00e4hlweise bei Partitionsnummern. Die sauberste L\u00f6sung ist bei Debian das Editieren der Datei \/etc\/grub.d\/40_custom. Danach nur noch den Befehl <em>grub-mkconfig -o \/boot\/grub\/grub.cfg <\/em> als root ausf\u00fchren.<\/p>\n<blockquote><p>menuentry \"KolibriOS\" {<br \/>\nset root='(hd0,1)'<br \/>\nlinux16 \/memdisk<br \/>\ninitrd16 \/kolibri.img<br \/>\n}<\/p><\/blockquote>\n<p>Memdisk war leider nicht im Syslinux-Paket von Slitaz enthalten, weswegen ich Memdisk von einer Debianinstallation benutzt habe und das auch problemlos funktionierte.<br \/>\nNach dem Neustart l\u00e4sst sich nun bequem zwischen KolibriOS und der alten Linuxdistribution w\u00e4hlen.<br \/>\nKolibriOS \u00fcberraschte mich mit einem kompletten grafischen Desktop und einer Unmenge an Programmen, Gimmicks und Spielen. Au\u00dferdem funktionierte die Internetverbindung auf dem Inspiron 4000 dank Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Intel-Chipsatz. Das schaffte nicht einmal Debian Squeeze out-of-the-box. (oder besser wollte nicht schaffen) \ud83d\ude09<br \/>\nEin komplettes SDK zur Programmierung von Anwendungen in Assembler ist integriert. Der Hintergrund und die Icons lassen sich \u00e4ndern, Touchpad und Maus funktionieren und auch der kleine qu\u00e4kende PC Speaker gibt T\u00f6ne von sich \ud83d\ude09<br \/>\nEs gibt einen IRC-Client, einen HTML-Viewer, Telnet und FTP-Clients, man kann Internet-Schach spielen. Da sind ein Taschenrechner, ein kleines Malprogramm, Texteditor, Shell, ein CD-Player und auch ein Dateimanager und und und.<br \/>\nMehr als genug Programme um behaupten zu k\u00f6nnen, ein komplettes Betriebssystem vor sich zu haben. Sicher ist aber auch, dass trotzdem nicht von heute auf morgen jeder Privathaushalt und jedes Unternehmen auf KolibriOS umstellen wird. Die Hardwareerkennung ist nat\u00fcrlich sehr eingeschr\u00e4nkt. Wer also PCMCIA und USB-Wlan-Sticks zum Surfen braucht hat Pech gehabt.<br \/>\nKolibriOS ist so winzig, dass der Begriff \"leichtgewichtig\" schon wieder zu schwer ist. KolibriOS zum Ma\u00dfstab aller leichtgewichtigen Linuxdistributionen zu machen ist aber genauso ungerecht wie zu erwarten, dass ein kompletter Firefox in Assembler irgendwo zwischen den 1,44 MB schlummert oder OpenOffice sich wundersamerweise hinter einem der zahlreichen Programmmen\u00fcs verbirgt.<br \/>\nEbenfalls beachten sollte man, dass KolibriOS nur auf FAT-Partitionen schreiben kann und von ext2\/ext3 nur liest. Deswegen werde ich die Programme auch mal n\u00e4her vorstellen, sobald ich eine FAT-Partition auf einem der Laptops eingerichtet habe. Die Screenshots stammen deshalb noch aus Qemu.<br \/>\nIch denke KolibriOS ist ein starker Gegenbeweis zu manch Gigabyte gro\u00dfer Installation und zeigt was theoretisch machbar w\u00e4re.<br \/>\nIch ziehe auf jeden Fall meinen Hut vor den Entwicklern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hatte vor kurzem die Gelegenheit mir KolibriOS in der aktuellen Version 0.7.7.0 etwas n\u00e4her anzuschauen. KolibriOS hat genau genommen nichts mit dem Linuxkernel zu tun, ist aber Freie Software und, f\u00fcr mich besonders bemerkenswert, komplett in Assembler programmiert. Das Erstaunliche: Das komplette grafische Betriebssysten passt auf eine einzige 1,44 MB Floppy, l\u00e4sst sich aber &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/gambaru.de\/blog\/2011\/01\/22\/kolibrios-auf-einer-floppy\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eKolibriOS auf einer Floppy\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[53,104,198],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1086"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1086"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1086\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11209,"href":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1086\/revisions\/11209"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1086"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1086"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gambaru.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1086"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}