Dillo2 mit Debian Squeeze kompilieren

Scheinbar hat es Dillo2 nicht mehr in Squeeze geschafft. Seit dem 06. August 2010 ist die kommende stabile Debian Version „Squeeze“ eingefroren, d.h. es kommen keine neuen Pakete mehr hinzu und nur noch Fehler werden beseitigt. Da Dillo2 selbst in sid nicht auftaucht, wird noch eine Weile vergehen bis man diesen leichtgewichtigen Browser in Debian wiederfinden kann. Passend dazu kann man auf der Fehlerreport Seite von Debian nachlesen, dass auch die alte Version von Dillo aus dem Debianarchiv gelöscht wurde, weil Dillo von veralteten Bibliotheken abhängig war und Fehler seit Monaten nicht mehr ausgebessert werden, was die Entwickler auch zugeben.

Ich habe mich mal hingesetzt und Dillo2 mit der neuen FLTK2 Bibliothek auf meinem Toshiba Portégé 3110CT mit Debian Squeeze kompiliert. Es gibt dazu eine Anleitung auf der offiziellen Dillo Homepage. Leider geht die README.unix Datei nur ungenau darauf ein wie die Pakete heißen, welche für ein erfolgreiches Kompilieren notwendig sind und man muss zuerst einmal die richtigen X, jpeg und mesa Pakete finden.

Als erstes muss die FLTK2 Bibliothek übersetzt werden. Die Quelldateien gibt es hier. Ich habe Version 2.0.x-r7680 benutzt. Für Debian Squeeze müssen dann zuerst folgende Pakete installiert werden.

aptitude install

  • build-essential
  • xserver-xorg-dev
  • libx11-dev
  • libxi-dev
  • libjpeg-dev
  • libglu1-mesa-dev
  • libpng12-dev
  • libxcursor-dev
  • libglut3-dev
  • zlib1g-dev (für Dillo2)

Danach einfach die Datei mit tar jxvf fltk-2.0.x-r7680.tar.bz2 z.B. in /tmp entpacken, in das Verzeichnis wechseln, make ausführen, Root werden oder ein Programm wie fakeroot nutzen und FLTK2 mit make install installieren

cd fltk-2.0.x-r7680
make
su
make install

Die neueste Dillo2 Entwicklerversion herunterladen. In das Dillo Verzeichnis wechseln und Dillo2 kompilieren.

./configure
make
su
make install-strip

dillo auf der Konsole eingeben und loslegen!

Es hilft, wenn man den ./configure Dialog bei FLTK2 und Dillo2 beobachtet. Sollten dort zu viele Tests fehlschlagen, kann es entweder sein, dass man ohne das Installieren von zusätzlichen Paketen Dillo2 gar nicht übersetzen kann oder wie bei mir nach dem ersten Übersetzen ohne PNG Unterstützung dasteht. Die oben aufgelisteten Pakete waren dann aber beim zweiten Mal ausreichend, um Dillo2 zum Laufen zu bekommen.

Hier noch ein kurzer Vergleich zwischen Dillo2 und Links2. Ich habe jeweils Screenshots von bbc.co.uk, dillo.org und gambaru.de aufgenommen. Rechts ist dillo2 zu sehen und links links2. Die dillo.org Seite sah identisch bei beiden aus.

Dillo2 startet in zwei Sekunden auf dem älteren Laptop und bietet nun auch ausreichende CSS Unterstützung. Mit float Anweisungen scheinen beide Browser nicht perfekt umgehen zu können. Zu einem kurzen Blick auf Webseiten reichen beide aus. Die Nachteile gegenüber modernen Alternativen sind aber auch unverkennbar. Besonders beachten sollte man, dass Dillo2 https nicht vollständig unterstützt und deshalb für sicheres Surfen nicht zu empfehlen ist.

Für mich sind beide Browser dennoch nützliche Programme auf einem altersschwachen Rechner, wenn es nur darauf ankommt schnell eine Information zu finden.

LVM Größe von Logical Volumes anpassen

Sowohl Debian als auch Ubuntu bieten bei der Installation die Möglichkeit an, anstatt der üblichen Partitionierung der Festplatte noch eine Zwischenschicht einzubauen, um später die Größe von Logical Volumes dynamisch anpassen zu können. Diese logische Zwischenschicht heißt Logical Volume Manager. Die wichtigsten Komponenten sind das Physical Volume, eine Partition oder Festplatte, die Volume Group, welche mehrere Physical Volumes zusammenfassen kann und die Logical Volumes, welche sich wiederum in diesem System wie eine Partition verhalten. Da ich etwas enttäuscht vom einzigen grafischen LVM Programm system-config-lvm war, sind hier die Schritte für die Konsole.

Im einfachsten Fall repräsentiert das Physical Volume wie bei mir die einzige eingebaute Festplatte und bildet eine Volume Group. Innerhalb dieser Gruppe befinden sich bei der geführten Installation mit Ubuntu lediglich die Logical Volumes für root und swap. Bei der Installation hatte ich aber absichtlich nicht den gesamten Festplattenspeicher benutzt, sondern noch circa 90 GB freigelassen.

Logical Volumes erstellen

Daraus entstand ein weiteres Logical Volume für Virtualbox mit 40 GB Festplattenspeicher. So etwas lässt sich mit dem Befehl

sudo lvcreate -L 40G -n <volume> <group>

schnell anlegen, wobei für <volume> virtualbox und für <group> der Name der Volume Group eingesetzt werden muss, welche bei der geführten Installation immer dem Rechnernamen entspricht. Anschließend muss noch ein Dateisystem angelegt werden z.B. ext3

sudo mkfs.ext3 /dev/<group>/<volume>

Logical Volumes vergrößern und verkleinern

Um nun einem Logical Volume wie virtualbox oder root mehr Speicherplatz zuzuweisen und wie in diesem Fall um 50 Gigabyte zu vergrößern, genügt es

sudo lvextend -L +50G /dev/<group>/<volume>

auszuführen und anschließend das Dateisystem des Logical Volumes an die neue Größe mit

sudo resize2fs -p /dev/<group>/<volume>

anzupassen. Das Vergrößern funktioniert mit ext3 auch im eingehängten Zustand. Möchte man das Logical Volume verkleinern genügt es lvextend mit lvreduce zu ersetzen und den Parameter L anzupassen. Aber Vorsicht! Anders als bei der Vergrößerung muss das Dateisystem vor der Verkleinerung angepasst sein, ansonsten kommt es zum Datenverlust. Dabei muss an den Befehl zusätzlich noch ein Parameter für die gewünschte Größe angehängt werden, z.B.

sudo resize2fs -p /dev/<group>/<volume> 20G

Dies hätte das ursprüngliche virtualbox Volume halbiert. Um ein Logical Volume unter ext3 zu verkleinern darf es nicht gemountet sein! Deshalb empfiehlt es sich vor der Verkleinerung von Dateisystemen immer ein Backup zu machen und vor der Verkleinerung das Dateisystem auf Fehler zu überprüfen mit

e2fsck -f /dev/<group>/<volume>

Snapshots erzeugen

Eine weitere nützliche Möglichkeit von LVM ist das Anlegen von sogenannten Snapshots, also Abbildern einzelner Logical Volumes. Dafür benötigt man lediglich noch etwas unzugeordneten freien Festplattenspeicher, aber keinesfalls den gleichen Platz, den das Original einnimmt.

sudo lvcreate -L 1G -s -n backup /dev/<group>/<volume>

Wenn die Änderungen am Original Volume größer als 1 Gigabyte werden, wird das Abbild inkonsistent. Sprich, es entspricht in diesem Moment nicht mehr dem Original. Der Speicherplatz für snapshots dient also lediglich dazu Veränderungen am Original zu erfassen. Das Abbild lässt sich dann z.B. in einen Backup Ordner mounten und mit der bevorzugten Backup Methode archivieren wie z.B. tar oder rsync und dd für bitweise Archivierung. Um das Abbild zu entfernen genügt ein

sudo lvremove /dev/<group>/<volume>

Links

Logical Volume Manager im Wiki auf ubuntuusers.de

Alpine in fünf Minuten

Alpine ist ein auf Ncurses-basierendes Emailprogramm der Universität von Washington. Es lässt sich unkompliziert installieren, auch ohne X-Umgebung von der Shell aus bedienen und ist insbesondere für ältere Computer mit wenig Arbeitsspeicher und Prozessorleistung eine hervorragende Alternative zu grafischen Email-Programmen. Im folgenden möchte ich in wenigen Schritten erklären, wie man Alpine unter Debian installiert und für einen kostenlosen GMX-Account konfiguriert.

1. Schritt: Installation

aptitude install alpine

2. Schritt: Alpine starten

Die Eingabe des Kommandos alpine auf der Konsole startet das Programm. Danach befindet man sich im Hauptmenü.

Mit der Taste „S“ gelangt man in das Setup Menü und kann sich dort zwischen verschiedenen Hauptkonfigurationen entscheiden. Um einen Email-Account einzurichten, einfach „C“ drücken.

3. Schritt: Email-Account einrichten

Die entscheidenden Zeilen sind die ersten drei und die Zeile „Inbox Path“. Unter Personal Name sollte der eigene Name stehen. User Domain ist eine Variable, die Alpine hilft verschiedene Nutzer lokal zuzuordnen und wird an Emails angehängt. Es genügt gmx.de oder den Posteingangsserver von GMX anzugeben. Die Zeile SMTP-Server steht für den Mail-Ausgangsserver, welcher in diesem Fall mail.gmx.net heißen muss.

In der Zeile „Inbox Path“ muss der Pfad zum Inbox-Ordner auf dem GMX-Server eingetragen werden, der beim Abruf neuer Emails von Alpine angesteuert wird. Hier muss es

{pop.gmx.net/pop3/user=EURE EMAIL-ADRESSE}inbox

heißen.

4. Schritt: Den Email-Header richtig einrichten

Scrollt man weiter nach unten trifft man irgendwann auf die Zeile „Customized Headers“. Dort muss die FROM Zeile richtig ausgefüllt werden, damit GMX das Versenden von Emails akzeptiert. Der Aufbau ist einfach

From: EUER NAME<EURE EMAIL-ADRESSE>

Danke auch an diesen Thread auf debianforum.de, der das Problem mit der From Angabe im Email Kopf gelöst hat.

5. Schritt: Emails verfassen

Zurück geht es in das Hauptmenü mit der Taste <>. Dort kann man mit „L“ entweder die Emails abrufen oder mit „C“ neue Emails verfassen. Ist man in der Zeile „To“ und drückt STRG+R, erscheinen weitere versteckte Felder wie z.B. „BCC“. Ist man im Feld „Attchmnt“ und drückt STRG+J, kann man eine Datei an die Email anhängen. Mit STRG+X wird die Email abgeschickt. Das geht bei GMX aber erst, nachdem die Inbox abgerufen wurde.

Alternativmethode

Noch eine Spur einfacher geht es, wenn man nicht auf den SMTP-Server von GMX angewiesen ist und z.B. auch noch Googlemail benutzt. Als Vorbereitung muss die Option „Enable Incoming Folders Collection“ im Setup Menü aktiviert sein und Alpine einmal neu gestartet werden. Um mehrere Accounts anzulegen und alle Mails über Googlemail zu verschicken, geht man danach so vor:

  1. Im Setup Menü trägt man nun als SMTP-Server smtp.googlemail.com ein. Alle anderen Optionen kann man sich sparen.
  2. Danach geht es wieder zurück in das Hauptmenü und mit „L“ in die Ordneransicht.
  3. In Incoming Message Folders einfach „a“ drücken und neue Inbox-Ordner für jeden eurer Accounts hinzufügen.
  4. In der Abfrage „Name of server to contain added folder“ muss für IMAP bei Googlemail folgendes stehen:
  5. imap.googlemail.com/ssl/user=EUER ACCOUNTNAME@googlemail.com

  6. Mit Enter bestätigen und bei Folder on… to add: inbox schreiben. Als Nickname kann man sich danach einen beliebigen Namen für den Account ausdenken.
  7. Um das Accountpasswort nicht jedes mal neu eingeben zu müssen, genügt es im HOME-Verzeichnis, dort wo auch die Datei .pinerc liegt,

touch .pine-passfile

einzugeben. Die Passwörter werden anschließend in .pine-passfile schwach verschlüsselt gespeichert.

Noch eine Möglichkeit

Marlon hat mir am 22.08.2012 noch diesen Tipp per E-Mail zugeschickt.

Möchte man auf mehrere Postfächer mit Alpine zugreifen, so ist dies mit ein paar einfachen Handgriffen möglich:
Wie gewohnt gelangt man, wenn man S im Hauptmenü drückt, ins Setup und über C in die Konfiguration. Unter ‚Advanced User Preferences‘ muss man nun die Option ‚Expose Hidden Config‘ auswählen und danach findet man weiter unten die ‚Normally hidden configuration options‘. Die erste Option ist gleich ‚Incoming Folders‘ und hier können weitere Postfächer angegeben werden.
Die Syntax lautet wie folgt (ohne () ):

(Ordner-Name in der Folder-List) {(Server)/(Verschlüsselung)/user=(E-Mailadresse)}INBOX

Zum Schluss

Alpine bietet noch sehr viel mehr Optionen, darunter z.B. auch Filter und Signaturen. Alle grundlegenden Einstellungen kann man auch in der versteckten Datei .pinerc im Homeverzeichnis vornehmen. Das einzige was bei Alpine fehlt, ist die Möglichkeit Emails mit GnuPG zu verschlüsseln. Das Projekt Topal-Alpine versucht hier Abhilfe zu schaffen. Testen konnte ich es bisher noch nicht. Weitere Ideen zur Konfiguration habe ich hier veröffentlicht.

Übrigens...laut Wikipedia nutzt Linus Torvalds Alpine als Email Client!

Die Sache mit den alten Computern

In den Weiten des Internets gibt es viele interessante Seiten, die sich mit Linux und dem Thema, wie man alten Computern wieder neues Leben einhauchen kann, beschäftigen. Ohne das Altbekannte erneut zu erzählen, möchte ich ein paar Gedanken zu dem Thema einwerfen und danach drei sehr gute Webseiten vorstellen, die sich auch mit dem Thema befassen.

Doch warum sich überhaupt damit beschäftigen? In den letzten 10 Jahren haben sich einige „alte“ Computer bei mir angesammelt und bisher habe ich es nie übers Herz gebracht funktionierende Hardware einfach wegzuwerfen. Ein geschenktes Motherboard mit Intel Celeron 1,5GHz CPU bekam ein Gehäuse, Netzteil und Festplatte verpasst und dient seit Jahren als Testrechner und Server.

Speedy fristete die letzten Jahre bei einem Freund als Windows98-Jukebox, bevor es nun mit Hilfe von Debian einige neue Tricks kennengelernt hat und dank USB-WLAN-Stick auch zum ersten Mal richtig mobil sein darf. Ein Dell Inspiron 4000 Notebook benutze ich zum Surfen, Mailen und Programmieren von Webseiten.

Die Reihe ließe sich fortsetzen. Über die Jahre hinweg habe ich mit diesen Computern einiges über GNU/Linux gelernt. Verwaisten Rechnern ein neues zu Hause geben, damit das Konfliktpotential im eigenen Heim zu erhöhen und es langfristig unbewohnbar zu machen ist eine andere Geschichte.

Warum veralten Rechner eigentlich so schnell?

Es scheint ein ehernes Gesetz zu sein, dass Computer alle zwei Jahre neu gekauft werden müssen. Das Textverarbeitungsprogramm benötigt einen neuen 3D Beschleuniger und mehr Grafikspeicher, der Klang der mp3 Dateien wird mit der Zeit kratzig und stumpf und Emails lassen sich nur noch mit Quad Core CPU abrufen. Das neue Betriebssystem aus Redmond mit dem strahlend neuen DirectX, welches es auch nur für diese neue Version gibt, hätte gerne 500 MB RAM besser 1 GB.

Natürlich entwickelt sich auch die Technologie weiter und Multimedia mit hochauflösenden Videos und Compositing-Effekte treibt die Entwicklung vorwärts. Womit auch der ausschlaggebende Grund angesprochen ist, weshalb Computer regelmäßig ersetzt werden „müssen“ – zusätzlicher grafischer Augenschmaus, PC-Spiele und eine oft nicht vorhandene Kompatibilität zwischen älterer und neuerer proprietärer Software.

Wenn es gewollt wäre, könnten auch aktuelle proprietäre Betriebssysteme so anpassbar sein, dass sie weiterhin auch auf älterer Hardware lauffähig bleiben würden. Doch wer möchte das?

Meiner Annahme nach beruht die starke Marktstellung von Windows bei Privatanwendern darauf, dass es praktisch automatisch jedem neu gekauften Computer als Betriebssystem beiliegt. Oder wie mir ein Mitarbeiter des „Ich-bin-doch-nicht-blöd-Markts“ einmal glaubhaft versichern konnte, sei es Windows zu verdanken, dass Computer so günstig angeboten werden können. Der andere entscheidende Faktor ist die Entwicklung von PC Spielen und dies mit erster Priorität für Microsofts API DirectX.

Manche mögen es bestreiten, aber der PC wurde noch nie ausschließlich für reine Büroarbeit benutzt. Fotorealistische Grafik, authentische physikalische Effekte, spiegelnde Wasseroberflächen und hochauflösende Texturen sind gefordert. Und wenn das Lieblingsspiel nur unter Windows läuft und dieses Betriebssystem mit dem neuen Rechner verkauft wird, überlegt man nicht lange und wägt die Alternativen ab. Außerdem werden Computer dadurch günstiger!

Gerade der letzte Punkt ist ein Grund, warum ich die Thematik Spielen mit Linux ebenfalls aufgegriffen habe und die freien Alternativen zeigen möchte.

Das passende Betriebssystem für al(l)te Computer

Man kann das Ganze aus zwei Richtungen sehen – der Praktischen und der Philosophischen.

  • Die Praktische: Jedes Betriebssystem ist geeignet, welches diese alte Kiste wieder zum Laufen bekommt. Namen sind Schall und Rauch. Windows, MacOS, Linux, BSD, OpenSolaris, OS2/Warp (wer kennt das noch?) Hauptsache es funktioniert! Unter diesem Gesichtspunkt muss man leider schnell feststellen, dass Windows3.11, Win95 und Win98 nicht mehr von Microsoft unterstützt werden, obwohl sie für diese Art Hardware einmal entwickelt worden sind. Treiber für aktuelle Peripheriegeräte zu finden, gestaltet sich mitunter äußerst schwierig bis unmöglich. Dazu kommt die notorische Instabilität und der Bluescreen des Todes, was für mich schließlich nicht der letzte Grund war vor 10 Jahren nach Alternativen Ausschau zu halten. Des weiteren gibt es viele aktuelle Windowsprogramme, die nur noch für aktuelle Systeme entwickelt werden und für ältere Windowsversionen nicht zur Verfügung stehen. Im Gegensatz dazu ist GNU/Linux frei, äußerst flexibel an die jeweiligen Bedürfnisse anpassbar und vollkommen kostenlos.
  • Die Philosophische: Sollte Information immer durch freie und quelloffene Standards und Software zugänglich sein oder ist es legitim, wenn Standards von einzelnen Unternehmen festgelegt werden und der Austausch von Informationen mit Konkurrenzprodukten eingeschränkt wird? Sollte jeder die Freiheit haben Software für jeden Zweck zu benutzen, die Freiheit verstehen zu dürfen wie das Programm funktioniert, die Freiheit haben Kopien davon weiter zu verbreiten und die Freiheit den Code zu verbessern und der Öffentlichkeit verfügbar zu machen? Wenn wir in einer Wissensgesellschaft leben wollen, wie möchten wir sicherstellen, dass jeder Zugang zu diesem Wissen erlangen kann, gleichberechtigt und frei?

Für mich steht daher fest, dass freie Software wie z.B GNU/Linux am besten geeignet ist um auf Computern installiert zu werden, denn sie schneidet unter beiden Gesichtspunkten am besten ab. Aber für all diejenigen, die bis hierher gelesen haben, war das sowieso klar oder etwa nicht? 😉

Immer wieder kommt auch die Diskussion auf, welche Linux Distribution die geeignetste oder sogar beste sei um alte Rechner wieder flott zu machen. Ich denke, man sollte die Distribution wählen, mit der man am besten zurecht kommt. Eine der schönsten Facetten von Linux ist die Tatsache, dass man die Wahl hat. Irgendwann bin ich an Debian hängen geblieben, weil mich sowohl die Qualität der Debian Distribution als auch die Philosophie, die dahinter steht, überzeugt haben und nicht zu vergessen das phänomenale apt.

Natürlich gibt es zahlreiche andere Distributionen, jede hat andere Stärken, setzt andere Schwerpunkte. Als besonders leichtgewichtige Distributionen gelten nach eigener Aussage Damn Small Linux, DeliLinux und PuppyLinux. Sie haben sich auf die Fahnen geschrieben besonders für ältere Rechner besser geeignet zu sein als große Distributionen wie z.B. Fedora, Mandriva, SuSeLinux oder Ubuntu.

Bisher beschränken sich meine Experimente nur auf Damn Small Linux (DSL), was wirklich mit sehr geringen Anforderungen an die Hardware daherkommt und auf Debian basiert, aber auch den Nachteil hat nicht den gleichen Softwareumfang wie Debian zu bieten und auch weniger in der täglichen Praxis getestet wird. K.Mandla hat weitere Distributionen für „langsame“ Rechner unter die Lupe genommen mit nicht ganz überraschendem Ausgang 🙂

Bevor ich mich auf eine andere Distribution stürze, versuche ich deshalb zuerst einmal ein funktionierendes Debian Grundsystem zu installieren. Hat man das geschafft, lässt sich von hier aus das System individuell gestalten. Der Vorteil einer Debian Installation liegt in der Vielzahl an vorkompilierten Software Paketen (mittlerweile mehr als 25000 Stück). Außerdem versuche ich immer einen aktuellen 2.6 Kernel zum Laufen zu bekommen, da dieser auch aktuelle Hardware erkennen kann und fortlaufend neue Features hinzu erhält.

Sollte es Probleme geben, steht einem immer noch der 2.4 Linux Kernel zur Verfügung. Schließlich erhält man so einen neuen, zwölf Jahre alten Rechner, der mit leichtgewichtiger Software aus dem Jahre 2010 ausgerüstet ist und einen Kernel, der auch aktuelle Peripheriegeräte erkennen kann.

Empfehlenswerte Lektüre

Ich könnte an dieser Stelle nun fortfahren, was es alles für Verwendungszwecke für einen alten Computer geben könnte. Zum Glück hat sich K.Mandlas Linux Blog schon ausführlich mit solchen Fragen beschäftigt. Das Blog ist äußerst umfangreich und wird praktisch jeden Tag um einen weiteren guten Artikel bereichert. Mit Sicherheit eines der besten Blogs zum Thema Linux. Einfach mal vorbeischaun und lesen!

Auf GuNNiX Webseite gibt es keine wortreichen Blogeinträge, dafür aber alles was zählt. Eine Aufzählung mit leichtgewichtigen Linuxanwendungen und wie man ein minimales Debian System installiert. Seine Ausführungen sind deutlich umfangreicher als bei meinem Beitrag zu Toshiba Portégé 3110CT mit Debian und Fluxbox. Ich bleibe aber dabei, dass eine Debian Netzinstallation und die Pakete slim, xorg, alsa-base und der Fenstermanager der Wahl eine einfach zu merkende Alternative sind um ein minimales grafisches Debian zu installieren.

Schließlich gibt es noch Urukramas Blog. Darauf gestoßen bin ich nach der Suche nach Informationen zum Fenstermanager Openbox. Urukrama bietet hierzu einen vollständigen englischen Openbox Guide und ist meiner Meinung nach damit auch die Referenz im Netz. Weiterhin liegt ein Schwerpunkt seines Blogs auf der Gestaltung seines Desktops mit verschiedenen Fenstermanagern.

Wer ein paar wirklich gut aussehende Screenshots und eine Idee bekommen möchte, wie man eine schnelle, ressourcenschonende und gleichzeitig stilvolle Desktopumgebung mit Linux erhalten kann, sollte mehr als nur einen Blick auf dieses Blog werfen. Einige seiner Kreationen finden sich übrigens auch auf www.box-look.org wieder.

Eigentlich könnte man nach dieser Aufzählung fast schon alle anderen Artikel zu Linuxerfahrungen einstampfen. Auf der anderen Seite gibt es auch noch genug Facetten, die noch nicht abgedeckt worden sind und genauso individuell wie diese Beiträge ist GNU/Linux selbst. Ich nehme mir deshalb auch den Vorschlag von K.Mandla zu Herzen und versuche über meine eigenen Erfahrungen mit der Thematik zu erzählen. Es schadet sicher nichts die ein oder andere Information zu wiederholen oder aus einem anderen Blickwinkel zu erzählen.

X und Fluxbox starten ohne Login Manager

In meinem ersten Blogeintrag zu speedy habe ich vier Pakete aufgezählt, die man benötigt um eine minimale Desktopumgebung mit Fluxbox zu installieren. Darunter war auch der Login Manager Slim. Wenn man auf ein grafisches Login verzichten kann und ein weiteres Debian Paket sparen möchte, gibt es mehrere Möglichkeiten X und den Fenstermanager seiner Wahl direkt nach dem Login in die Shell automatisch starten zu lassen.

Dazu müssen im HOME Verzeichnis des Nutzers die versteckten Dateien .bash_profile und .xinitrc editiert werden. Bei Debian Squeeze existierten beide nicht, weshalb sie zuerst angelegt werden müssen. Zuvor installierte Login Manager müssen vorher entweder deaktiviert oder entfernt werden. Nachdem der Rechner gebootet hat, befindet man sich direkt auf der Shell und gibt Benutzername und Passwort ein, wonach automatisch der Fenstermanager der Wahl gestartet wird.

Solltet ihr beim Aufruf eines Terminal Emulators feststellen, dass die Parameter in der .bashrc scheinbar nicht eingelesen werden, muss man dem System in der .bash_profile erst mitteilen, dass es die .bashrc ausführen muss.

Folgender Code muss in der Datei .bash_profile (oder .zprofile wenn man zsh benutzt) stehen:

if [[ -z "$DISPLAY" &&  $(tty) = /dev/tty1 ]]; then
    exec startx
fi

#zum Aktivieren der .bashrc

if [ -f ~/.bashrc ]; then
    . ~/.bashrc
fi

Diese simple if Abfrage überprüft, ob die DISPLAY Variable gesetzt ist und man sich in die virtuelle Konsole tty1 eingeloggt hat. Ist das geschehen wird X automatisch mit dem Programm startx gestartet und dabei gleichzeitig alle Anweisungen in der Datei .xinitrc ausgeführt.

In die Datei .xinitrc lassen sich Programme eintragen, die automatisch ausgeführt werden sollen sobald X gestartet wird. Um den Fenstermanager seiner Wahl nutzen zu können, muss der Befehl exec vorangestellt werden. Für Fluxbox muss es z.B. exec startfluxbox heißen.

#!/bin/bash

exec startfluxbox
#exec openbox-session
#exec awesome
#exec ratpoison

Es gibt weitere Möglichkeiten X automatisch nach dem Booten starten zu lassen. Auch ist es möglich die Passwortabfrage zu überspringen und einen bestimmten Nutzer standardmäßig beim Systemstart einloggen zu lassen. Da ich das generell und für einen Laptop im besonderen für keine so gute Idee halte, gibt es hier nur noch den Link zum ursprünglichen englischen Wiki Eintrag von Archlinux.org, wo man die Alternativmethode und das oben Geschriebene noch einmal nachlesen kann.